Publikationen, Projekte, Persönliches

30.12.2011

Das böse Wort mit K...

Ich weiß gerade nicht mehr in welchem Zusammenhang, aber in einem selten klaren Moment sagte ich vor noch nicht zu langer Zeit zu irgendwem mal: Das schöne an Kurzgeschichten ist, dass man so schnell zu Erfolgserlebnissen kommt...
Klingt total schlau, oder? Ist leider nicht so einfach...

Gut, zugegeben, eine Kurzgeschichte schreibt sich ganz anders als ein Roman - meistens auch schneller, obwohl es auch da Ausnahmen geben mag;) - und braucht theoretischerweise nicht so viel an Vor-, Während- und Nacharbeit was Situation, Stil und Charaktere angeht. Auch Inspiration funktioniert in diesem Kontext anders - zwar beginnt jede Geschichte oder jedes Projekt mit einer Idee ("Schweine im Weltall, das wäre doch witzig!"), einem Bild, einer Situation, oder auch nur einer Formulierung. Aber für ein großes Projekt reicht das nicht. Ein großes Projekt braucht viele Ideenfunken und viele Ansätze, um interessant zu werden - für eine Kurzgeschichte reicht meistens eine. Das klingt ersteinmal wie ein Vorteil und manchmal ist es das auch, aber wo Vorteile sind, können Nachteile nicht weit sein...
Wer schon einmal ein Lagerfeuer beobachtet hat, wird wissen, dass Stroh sehr hell und heiß brennt, aber nach ein paar Sekunden verbraucht ist, während Holz lange braucht um in Ganz zu kommen, aber dann die ganze Nacht durchhält - vielleicht ist das ein gutes Bild. Kurzgeschichten mutieren weniger, verändern sich weniger, überraschen den Autor weniger, vielleicht weil sie auch weniger Zeit dazu haben.Jede ist nur ein kleines Fenster in eine größere Geschichte, die weder Autor noch Leser kennenlernen.

Ein einziger Funke Inspiration reicht für eine Kurzgeschichte und einmal angefangen ist diese auch mehr oder minder schnell umgesetzt - und dann braucht man einen neuen völlig anderen Funken.
Und irgendwann hat man dann - wenn man mit genug Funken gesegnet ist;) - ein ganzes Sammelsurium von verschiedenen kleinen Fragmenten und steht vor der Frage: Und jetzt?

Für mich stand ja ziemlich schnell fest, dass mein kleiner Motivationskern irgendeinen größeren Kontext braucht, um sich sinnvoll zu fühlen - und einen Titel plus Cover dafür zu finden war auch weniger das Problem. Irgendwann in den letzten Tagen musste ich aber feststellen, dass ich schon über die Hälfte der völlig willkürlich von mir beschlossenen 23 Texte (Jaha, Verschwörungstheoretiker an die Front;) zumindest angedacht, wenn nicht sogar schon fertig habe und immer noch keinen Gedanken an das böse Wort verschwendet, das mit K anfängt und mit onzept aufhört...

Für die Perlen war das seinerzeit nicht so problematisch, da die Stoßrichtung und Intention quasi im Titel schon vorgegeben war - nun mussten nur noch Texte sortiert werden (alphabetisch nach Titeln, ja, gar so kreativ;) und mit den entsprechenden kurzen Erklärungen versehen. Dann noch ein kurzes Vorwort davor und die schon bestehenden Schreibtipps an den Schluss gepackt und schon war die "Learning by observing" Anthologie zusammengestellt. Ein gutes Konzept für die Intention und eine akzeptable Herangehensweise für das betroffene Projekt.
Aber so wie man einem Pferd keine Prada-Schuhe schenken sollte, so sollte man auch darauf verzichten davon auszugehen, dass eine Herangehendweise für alle Arten von Anthologien funktioniert.

Zum einen fände ich es langweilig schon wieder sowas wie Schreibtipps zu verfassen - mal ganz davon abgesehen, dass das T.s Territorium ist;) - zum anderen passen die Geschichten nicht dazu. Einfach alles zusammenzuklatschen ohne einen gewissen "Rahmen" nach dem Motto "Die Texte existieren, also kann man sie lesen, bitte schön!" käme mir aber auch etwas billig vor.

Als ersten Zwischenstand - ich möchte mir das mal angewöhnen, es strukturiert so schön, oder tut zumindest so;) - muss ich also feststellen: Ich hätte gerne ein K-Wort, aber bin noch nicht sicher was es am Ende sein wird! Zu wissen wo noch etwas zu tun ist, ist schließlich auch ein Wissensfortschritt.;)
Das vorläufige Inhaltsverzeichnis sieht daher so aus:
Prolog: To see or not to see? Inspiration. (Arbeitstitel und Thema - mal sehen!;)
Am Bahnhof  (Gedicht - abgeschlossen)                            
Königin Luise  (Gesprächsprotokoll - abgeschlossen)                        
Unwillkommen  (Kurzgeschichte - abgeschlossen)                  
Weißes Rauschen  (Kurzgeschichte - abgeschlossen)                      
Das andere Haus  (Kurzgeschichte - abgeschlossen)                      
Zu Spät...  (Gesprächsprotokoll - abgeschlossen)                        
Ein Märchen aus uralten Zeiten  (Kurzgeschichte - im Beta Stadium)                
Frühlingserwachen  (Gedicht - abgeschlossen)            
Alltag  (Gesprächsprotokoll - abgeschlossen)                      
Therapiesitzung  (Gesprächsprotokoll - abgeschlossen)                      
Götterdämmerung   (Arbeitstitel - angedacht)                  
Flaschenpost   (Arbeitstitel - angedacht)                       
Ghost Story  (Arbeitstitel - angedacht)                          
Game Over  (Arbeitstitel - angedacht)                       
Gefühl und Widerspruch  (Gedicht - abgeschlossen)              
???
???
???
???
???
???
Der Inspiration letzter Schluss? Fan-Fiction. (Teilweise im Beta Stadium, teilweise noch unentschlossen;)


Die Reihenfolge der Texte ist noch ein anderes Problem, das sich aber wohl erst angehen lässt, wenn alle Fragezeichen verschwunden sind. Ich denke, es wird ein wenig sein wie Mix-Tapes zusammenstellen!;)
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