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22.01.2010

Gedichte Bibliothek zum 13.

Alle Jahre wieder...es ist doch wirklich schön, dass sich manche Dinge wirklich nie ändern. So wie die Mail von der deutschen Gedichte Bibliothek (ja die gibt's wirklich;), die jedes Jahr wieder ihren hübschen Gedichte-Wettbewerb veranstaltet.

Und fast jedes Jahr schick ich irgendwas hin - dieses Jahr den Bahnhof - und jedes Jahr vergesse ich, dass ich an dem Ding teilgenommen habe, weil die Ausschreibung am 1.1. anfängt und die Ergebnisse irgendwann im August kommen.^^
(Nicht, dass ich da irgendeinen Blumentopf gewinnen würde - wenn man sich die Siegergedichte mal ansieht, wird man schnell feststellen, warum... - aber für eine Veröffentlichung war's doch bisher immer gut.)
Und als Beweis dafür, dass man heute nichts mehr umsonst bekommt, ist die Post, die man dann irgendwann im Briefkasten hat, auch nicht mehr so spannend wie früher...

Früher bekam man nämlich tatsächlich ein Gutachten zu seinem Gedicht - also eine Begründung warum es angenommen oder abgelehnt worden ist. Und das macht dann wirklich Spaß und zeigt alles auf, was Literaturwissenschaft so schwierig macht.;)
Vielleicht ist es ja nur eine kleine, geheime Fantasie von mir, aber ich glaube nicht: Ich würde gern mal inkognito dabei sitzen, während eine Schulklasse einen Text von mir interpretiert...ich glaube ich hätte Spaß wie ein Schneekönig!;D
Versteht mich nicht falsch, ich hätte nicht Literatur studiert, wenn ich der Meinung wäre, dass das alles irgendwie Humbug ist - höchstens 40%;) - aber ich glaube als Autor frustiert man irgendwann, oooder hat sehr viel Spaß daran, wie andere sich ihr Gehirn ausrenken über einer Metapher, die dir auf dem Klo eingefallen ist, oder Gott und die Welt in ein Wort interpretieren, das du einfach hübsch fandst an der Stelle.

Ich hatte mein Erweckungserlebniss zur Sinnlosigkeit ja leider schon im ICL (aka Einführungsvorlesung Anglistik, Semester 1;), als mir Prof. W. ernstlich verwirrt versicherte, dass noch Niemand auf die Idee gekommen ist in Samuel Becketts "Ping" das ping als Schreibmaschine zu interpretieren. Alles andere gab's: Echolot, die Stimme Gottes, die Unwirklichkeit der menschlichen Erkenntnis, aber dass das Ping einfach nur ein Geräusch sein könnte, dass eine alte Schreibmaschiene macht, wenn sie am Ende der Zeile angekommen ist...das war viel zu simpel.
Leider macht es trotzdem Sinn, weil es um leere, weiße, eingespannte Körper geht - und jeder der schonmal Schreibblockade hatte, weiß wir schrecklich so ein leeres Blatt sein kann;)...aber nein, nicht einer der zitierten "Experten" war auf diese Interpretation gekommen...und da wundert man sich dann doch, ob man so ein verkopftes, abgehobenes Zeug wirklich braucht...oder besser, ob die Welt sowas wirklich braucht!;)

Aber naja, inzwischen muss man leider auch bei diesem Wettbewerb für ein Gutachten gutes Geld bezahlen...und bei allem Spaß, den die Sinnlosigkeit des Seins schonmal machen kann, das ist nun wirklich nicht meine Idee einer sinnvollen Investition!;D
Vielleicht finde ich aber noch ein altes Gutachten, dann kann ich das gerne mal zur Disskusion stellen!;)
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