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11.04.2011

Zwiebelschichten

Ich stelle oft fest, dass Menschen irritiert von mir sind.
Das klingt jetzt erstmal furchtbar negativ, ist so aber gar nicht gemeint - ich stelle eben nur oft fest, dass es ziemlich lange dauern kann, bis man die verschiedenen Zwiebelschichten, aus denen mein kleines Ich besteht soweit durchschaut hat, dass man nicht mehr irritiert ist von den Dingen, die ich so von mir gebe.;)

Beispiele:
Ich kann (und werde, wenn man mir Gelegenheit gibt;) stundenlang über mein Forschungsthema philosophieren, das letzte Sachbuch, das ich gelesen habe, oder irgendein anderes intellektuelles Thema, das man mir gerade vor die Füße wirft. Ich kann aber auch stundenlang Simpsons Zitate hin und her werfen.
Ich kann Anna Karenina und Harry Potter in derselben Unterhaltung analysieren.
Ich kann gefühlvolle, psychologisch tiefsinnige Bücher lieben und gleichzeitig Action Filme großartig finden.
Und ich kann voller Überzeugung ein "Team Newton" oder "Science - it works, bitches!" T-Shirt tragen und bekennende Pantheistin und Esoterik-Tante sein.

Dass man gelegentlich sehr lange braucht, bis man diese ganzen Schichten zu sehen bekommt, liegt übrigens nicht daran, dass ich gerne geheimnisvoll bin (bin ich nicht;), sondern einfach daran, dass ich Menschen hasse, die es schaffen stundenlang ihre ganze Lebensgeschichte in jedes erdenkliche Gesprächsthema zu quetschen. Manchmal ist es einfach irrelevant, ob ich Ace Ventura für Jim Carreys beste Rolle halte, oder ob ich mich mit Tarot auskenne - das muss daher nicht zwingend Jeder zur Kenntnis nehmen!;)

Warum aber nun diese ewige Vorrede?
Ich würde gerne die Aufmerksamkeit des geneigten Lesers auf das unten stehende Video lenken, das ich persönlich für großartig halte - ohne das ich jetzt damit sagen möchte, dass es eine Geschichte erzählt, die mir so auch passieren könnte...obwohl...vermutlich stimmt sogar das!;D



Das Schöne an dieser kunstvoll vorgetragenen Geschichte ist, dass ich mich da sehr wiedererkenne. Ich bin zwar prinzipiell auch skeptisch was die Pharmaindustrie angeht, aber als menschliches Konstrukt, das nur von den Errungenschaften der modernen Medizin zusammengehalten wird (besonders jetzt zur Pollenzeit^^), kann ich da auch nicht großartig unken.;)
Trotzdem regen mich so liebe-licht-weichgespülte Aphorismen-Schleudern auf und das Schöne daran ist: Ich kann das mit meinem Weltbild zu 100% vereinbaren!

Ich kann nämlich auch in meiner völlig Hokus-Pokus-Losen Weltanschauung davon überzeugt sein, dass Tarot (um mal das für mich prominenteste Beispiel zu wählen) "nur" aus bunten Bildern besteht, die unserem Bewußtsein durch freie Assoziation dabei helfen zu verstehen, was das Unterbewußtsein schon lage weiß. Und das hält mich nicht etwa davon ab, sondern bestärkt mich sogar noch in dem Wissen, dass es funktioniert!

Und die Moral von der Geschichte?
Die rationale Welt ist gar nicht so furchtbar langweilig, wie man immer denkt. Es gibt noch genug Mysterien zu entdecken, da muss man nicht auf Aura-Suche gehen!;)

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