Publikationen, Projekte, Persönliches

08.12.2025

K-Pop Demon Hunters. Oder auch: Ja, ich bin ein Hype-Opfer ...

Um es mal mit Amanda zu sagen: Yes, you win, I watched K-Pop Demon Hunters ... Und es war tatsächlich ziemlich unterhaltsam!

Ich habe relativ lange dem Hype widerstanden, weil ich - genau wie Amanda - schon vorher wusste, dass ich nicht die Zielgruppe für diesen Film bin. Ich bin kein K-Pop Fan, schaue keine K-Dramas und bin vor allem auch nicht mehr 16 und dieser Film ist schon sehr Teen-Coded. ABER er ist halt auch von Sony und ich liebe das Spiderverse und Mitchells vs. The Machines habe ich inzwischen bestimmt 4 oder 5x gesehen, weil es ein comfort watch ist. Und da geht es auch um Teenie-Probleme, also kann das alleine jetzt kein Ausschlusskriterium sein?

Bevor wir aber jetzt gleich über meine begrenzten Beobachtungen sprechen, nur für den Fall, dass jemand absolut unter einem Stein gelebt hat die letzten 6 Monate, hier mal der Trailer für K-Pop Demon Hunters, damit wir auf demselben Level sind. Wer zum Team Unspoilerbar gehört, oder einfach nur wissen will worum es geht, ohne den Film sehen zu müssen, ist natürlich bei Amandas Video perfekt aufgehoben für die kulturelle Osmose. ;-)


 

Ich finde es interessant, dass die Macher:innen dieses Films laut Interview-Aussagen Angst hatten, dass die Story für ihre Demon Hunter dem zentralen Konflikt von Spiderverse zu ähnlich werden könnte und sie deswegen bewusst ein paar andere Entscheidungen getroffen haben. Nicht, dass ich die Befürchtung nicht nachvollziehen kann - die Frage "sind alle meine Geschichten/Bilder/Songs/wasauchimmer nicht irgendwie zu ähnlich?" hat sich vermutlich jeder Kreativmensch schonmal gestellt ;-) - aber ich hätte jetzt eher zwischendurch die Frage gestellt: Sind wir nicht ein wenig zu Disney?

Es mag meine irrelevante Einzelmeinung sein, aber dieser Film fühlte sich mehr nach Disney an, als die anderen beiden ... vielleicht war es auch nur die Romance, die ich ein wenig Meh fand (und die nach Reylo schmeckte, was ja auch Disney ist;-). Aber immerhin fühlte es sich nach Disney an, als Disney noch Filme gemacht hat, die irgendwer sehen wollte, also zumindest etwas.

Maybe it is just me, aber ich fand es ein wenig unfreiwillig komisch wieviele - vor allem fragile männliche^^ - Egos mit diesem Film nicht klar kamen und sich immer wieder in verzweifelte Brezeln biegen wollten um die Frage "Was finden die Kids nur daran??" Und ich so ... uhm ... es ist so ziemlich die moderne Variante von Frozen, inklusive des horrible parentings und der Message über Selbstliebe und Schwesternschaft am Ende UND es hat zusätzlich noch K-Pop-Songs, einen der größten Media-Hypes of all times ... was genau überrascht euch jetzt daran, dass Teenager diesen Film lieben?

Ich befürchte ja immer, dass Erwachsene, die es unsagbar nervt, wenn ihre Kinder die Songs aus Frozen oder Demon Hunters ad nauseam singen, insgeheim sauer sind, dass ihre eigenen Erziehungsmethoden hier kritisiert werden. Was soll das heißen, unsere Töchter sollen sein wer sie sind, statt sich für die Gesellschaft zu verbiegen und zu verstecken?? Am Ende entscheiden sie noch queer zu sein, oder sowas, wenn wir ihnen nicht beibringen, alles zu unterdrücken, was wir nicht akzeptabel finden?! Und jetzt ist es auch noch "ausländisch" ...

Anyway, mini-rant aside, ich habe wenig Ahnung von der koreanischen Mythologie, die hier eingewoben ist, aber da es 10.000 Video-Essays dazu gibt, glaube ich einfach mal unbesehen, dass hier sehr viele liebevolle Details verwendet wurden. Man merkt einem Film einfach an, wenn die Macher:innen diese Liebe und Aufmerksamkeit investiert haben und was das angeht, ist Sony einfach glücklicherweise inzwischen in einer ganz anderen Liga als Disney. Und es freut die petty queen in mir ungemein, dass der Live-Action-Remake Slop aus dem dystopischen Mauskonzern immer wieder floppt und ich würde lieber freiwillig 100 Demon Hunter Sequels sehen, als diese zynischen Verschlimmbesserungen meiner Kindheit.^^ Ok noch ein mini-rant, aber der letzte, versprochen!

In den potentiellen 100 Sequels könnten wir dann vielleicht ein paar Punkte aufgreifen, die mir in diesem Film ein wenig zu kurz gekommen sind, zum Beispiel, was ist die Story um Rumi? War ihre Mutter tatsächlich verliebt in einen Dämon, oder war das ... nicht so? Vielleicht ein bisschen dark für einen Kinderfilm, aber ich finde es bleibt sehr vage... Und apropos, den tonal disconnect der Film-internen News zwischen "es gibt eine schreckliche Welle von Vermisstenfällen im ganzen Land, anyway, lasst uns über die Idol Awars sprechen, weil das ist wichtiger!" hätte man meiner Meinung nach sehr schön nutzen können, um über die dunkleren Seiten von Idol Worship zu sprechen, aber vielleicht war das auch zu viel für Teil 1 ...

Außerdem kam mir schon wieder die Auseinandersetzung mit dem horrible parenting zu kurz - Elsas Eltern sind tot, aber ich hätte gerne ein Gespräch mit Celine geführt anstelle der anderen beiden Mädels^^ - und die Message, dass Ferien machen nicht halb so toll ist, wie sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit um seine Fans zu kümmern fand ich ... hmmmm ... potentiell problematisch, lasst es mich vosichtig formulieren.

Wie gesagt, vielleicht haben wir dafür im Sequel noch Platz, denn wenn Netflix das absägt, würde es mich doch arg wundern - mehr Hype geht fast nicht mehr.^^ Bis dahin hatte ich Spaß an dem Film, auch wenn (für mich!!) trotz Derpy die Mitchells immer noch mein Favorit sind. Olivia Coleman als AI-Overlord ist einfach schwer zu toppen in meinem Universum.  Aber der Soundtrack ist schon catchy, das muss man einfach zugestehen, wenn er sich die dritte Woche in Folge ins Hirn frisst... ;-) 

4 von 5 Badetüchern sind ja aber nicht schlecht, da hat uns der Hype schon schlimmer verraten, no? 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank!