Publikationen, Projekte, Persönliches

18.09.2026

Zootopia 2. Oder auch: Warum wundert ihr euch über das Internet?

Ich möchte mich ja nicht darüber beschweren, dass das Jahr des Dinge fertig machens bisher ganz gut funktioniert, aber ich fürchte dank der 100 misslichen Nebendinge, die das Leben immer dazwischen wirft momentan, habe ich mit dem Produktivitätshoch ein wenig mein Hirn gegrillt ... Oder es lag an der Hitze ... oder beides!

Jedenfalls hat mir das Lesen mit der Computerstimme erstmal Hörbücher versaut und die Konzentration zum Papierbücher lesen war auch dünn gesäht. Aber was auch bei 40Grad noch geht, sind Kinderfilme, also reden wir heute mal über Zootopia 2, oder auch warum man sich über das Internet nicht wundern sollte. ;-) 

Hier aber erstmal der Trailer, damit wir auf demselben Stand sind:


14.09.2026

Netflix True Crime: A Friend/A Murderer & The Shooting at Hawthorne Hill

Schieben wir mal zwischendurch einen kleinen True Crime Abstecher dazwischen - selbst für diesen Brainrot hatte ich nicht wirklich die sanity points und das will schon was heißen ;-) - falls man irgendwann mal einen Abend füllen muss.

Diese beiden Dokus laufen in meinem Hirn ein wenig unter: Musste es soweit kommen, oder hätte ein Therapeut helfen können?, wobei A Friend/A Murderer noch eher in das typische Serienkiller-Schema passt, auch wenn es technisch gesehen glaube ich nicht genug Opfer gab (was allerdings nur Glück gewesen zu sein scheint). Interessant an der Perspektive der Doku ist allerdings, dass man sich hier dem Verbrechen nicht aus Sicht des Täters nähert - die werden in True Crime oft genug zu Hauptdarstellern^^ - sondern die Geschichten der Leute in den Vorderung stellt, die mit Opfern wie Täter befreundet waren und wie die Aufdeckung der Schuld ihre Leben verändert hat.

Man vergisst ja schon einmal gern, dass Täter auch ein soziales Umfeld haben, manche so gar nicht dem "lone psycho" Trope entsprechen, das uns Hollywood gerne verkauft und dass diese Menschen sich vielleicht auch ihr Leben lang mit den Taten auseinandersetzen müssen. 

Und wer dann noch Kapazitäten hat und ein nicht ganz so düsteres Thema möchte, kann sich Erpressung, Streit und Gewalt im Olympia-Reitstall geben, oder auch: The Shooting at Hawthorne Hill 


 

Interessanterweise erzählen viele Menschen in dieser Doku immer wieder davon was sie als "Pferdemenschen" ausmacht, aber wenn man ehrlich ist, spielt Tierliebe in nichts davon eine Rolle. Hier kann man wirklich nachverfolgen was passiert, wenn Menschen nicht zur Therapie gehen und jeder darf sich seine eigene Meinung bilden wer sie am nötigsten hatte. 

Außerdem ist es eine gute Übung darin im Hinterkopf zu behalten, dass 2 Dinge gleichzeitig wahr sein können: bitches be crazy ist ein hochgradig problematisches Vorurteil, das immer wieder als Waffe gegen Frauen eingesetzt wird - in diesem Fall gegen eine Frau auf die buchstäblich geschossen wurde. Aber das heißt leider nicht, dass diese spezielle Frau nicht absolut mental instabil sein kann. Struktrueller Sexismus wird nicht ausgehebelt von Einzelfällen, in denen bitches tatsächlich crazy sind. Die Welt ist kompliziert.

11.09.2026

Strauss in der Elphi. Oder auch: Wenn Akustik auf Logistik trifft

Falls man meinen Juli-Vlog gesehen hat, weiß man schon, dass zum sehr begrenzten Urlaubsprogramm in diesem Jahr ein Besuch in der Elbphilharmonie gehörte. Und ich gestehe, dass ich vor allem neugierig war, ob sich das Ding "gelohnt" hat was die Akustik angeht, denn soweit ich das erinnere, kamen alle anderen Features (Architektur, Tourismusappeal etc.) nicht unbedingt so gut an, dass sich die massiv ins bodenlose ausufernden Kosten irgendwie gerechnet hätten? Man korrigiere mich gerne, falls ich das falsch im Kopf habe, aber da sie gerade darüber nachdenken sämtliche kostenlosen Zugänge zu den Aussichtsplatformen abzuschaffen und Eintritt zu verlangen, kann das nicht so ganz rechnen, no?

Bevor wir aber gleich ein bisschen über das Gebäude sprechen, sollte ich vermutlich mal erzählen welches Konzert wir gesehen haben - keine Angst, ich werde nicht so tun, als wäre ich plötzlich ein Musik-Connaisseur oder so. ;-) Wir sahen ein Potpourri von Klassikern (pun intended) der Dyastie Strauss, dargeboten vom Strauss Orchester aus Wien. Und ich werde auch nicht so tun, als könnte ich Vater, Sohn, Enkel und Schwipp-Schwager auseinanderhalten, die hier irgendwas komponiert haben, aber zumindest die Melodien (Wiener Blut, Schöne Blaue Donau, Radezky Marsch) wird man kennen, es sind quasi die Charthits ihrer Zeit und damit als solche vor allem erstmal Unterhaltungsmusik, was definitiv nicht als Kritik gedacht ist. Strauss Konzerte - so erzählte uns das Programm - waren schon immer weniger streng und prätentiös high-brow, als die gemeine Wagner-Oper und sich selbst nicht ganz so ernst zu nehmen, ist ein sympathischer Charakterzug in fast jedem. ;-)

Dementsprechend gab es hier auch ein wenig Komödie zwischendurch, ein paar Zugaben, Einbindung des Publikums etc., also Dinge, die man in sinfonischen Konzerten vielleicht nicht immer erwartet, aber die auch definitiv nicht stören, wenn man keinen Stock im Arsch hat. Wir hatten ein paar Lieblingsmusiker im Ensemble, denen man ihren Spaß an ihrem Job deutlich ansehen konnte und auch wenn ich persönlich immer finde, Dirigenten spielen sich unnötig in den Vordergrund dafür, dass ihre Arbeit bei der Aufführung eigentlich schon getan ist, war es schon auch lustig jemanden mit vollem (!) Körpereinsatz mitgehen zu sehen. 

Ich habe im Internet eine Aufnahme der Fledermaus-Ouvertüre gefunden, mit der auch "unser" Konzert eröffnet wurde, aber man merkt dem Ensemble leider an, dass sie wissen, dass eine Kamera auf ihr Gesicht gerichtet ist und die Energie ist zu 100% zurückgenommen - man stelle sich das also entsprechend dramatischer vor. ;-)


 

Das alles hatte also schon viel Schönes, aber ich muss nochmal auf die Sache mit dem bodenlosen Kostenloch zurückkommen, das dieses Gebäude war. Um mal die positiven Punkte vorwegzunehmen: Die Aussicht ist toll und die Akustik der Hammer. Besser kann man Orchestermusik kaum live hören, auch wenn wir jetzt ziemlich nah an der Action waren und ich nicht sagen kann, wie es auf den billigeren Plätzen war. Das lag aber auch daran, dass die Tickets erstaunlich erschwinglich waren - wir hatten tatsächlich die teuerste verfügbare Kategorie gebucht, die bei 130€/Ticket lag. Für die Köln-Arena haben wir schon mehr Geld ausgegeben und die hat definitiv weniger Flair.

Aber - man wusste, dass da jetzt ein Aber kommt, oder? ;-) - was ich nicht verstehe, ist nicht nur Finnisch, sondern auch warum die Logistik dieses Gebäudes so unfassbar seltsam ist? Auf unserem Ticket stand "Etage 13" und das war der 1. Oberrang, es gab insgesamt 4, man kann sich also vorstellen, selbst wenn man es noch nie gesehen hat, wie fucking hoch diese Schuhbox ist. Vom Taxistand bis zum Eingang im 8. Stock (don't ask me, es ist irgendwie im Hang gebaut im Hafenbecken, ich bin kein Architekt^^) fährt man noch über eine gefühlt 5km lange Rolltreppe, was noch kein so großes Hindernis für den Publikumsflow darstellt. Aber ab der 8. Etage klettert man entweder über Stufen weiter, oder hat die Option ganz genau 2 Aufzüge zu nutzen, die bis zur 16. Etage fahren - es gab zusätzliche, die nur zwischen 2 Etagen pendeln, aber will man 4x den Aufzug wechseln? Was bringt das? - und DAS ist ein Nadelöhr, das ich mir nicht erklären kann in einem Gebäude, das modernen Zugänglichkeitsstandards genügen sollte??

Wir waren ein wenig fußlahm aus verschiedenen Gründen, aber prinzipiell noch in der Lage ein paar Stufen zu gehen. Ich will mir nicht vorstellen was für ein absoluter Alptraum es sein muss diese Tortur mit dem Rollator oder Rollstuhl zu unternehmen. Und das in einem Gebäude, das - soweit mein böses Vorurteil^^ - in seinem Rahmenprogramm vermutlich nicht unbedingt ein Zielpublikum Mitte 20 hat?

Es erschließt sich mir nicht, dass wir es im 21. Jahrhunder a) immer noch nicht schaffen die Aufträge öffentlicher Gebäude so zu vergeben, dass nicht (aus böser Absicht, oder schierer Inkompetenz) massiv fahlkalkuliert wird, oder massic Gelder im Korruptionssumpt verschwinden und b) öffentliche Teilhabe für nicht-körperlich-vollkommen-fitte-Menschen immer noch so ein lahmer Nachgedanke ist. Wir sind alle nur vorrübergehend vollkommen körperlich fit, alt werden ist nichts für Feiglinge, egal wie sehr uns die Werbung weismachen will, dass wir für immer jung bleiben können. Also denkt das gefälligst mit, wenn ihr mit Steuergeldern um euch werft, damnit!!

Naja, trotz meinem kleinen Wutausbruch über 200 Menschen in 2 Aufzügen, würde ich das Konzerterlebnis an sich schon empfehlen - plant nur entsprechend und zieht vielleicht im Zweifel die bequemen Schuhe an. Style over Substance hat das Gebäude schon, ihr könnt es andersrum machen! ;-) 

07.09.2026

Netflix für schwarz-weiß Sport: Chess Mates & Queen of Chess

Wir brauchten eine kleine Doku-Auflockerung für zwischendurch und Schach ist ein überraschend faszinierendes Thema, wie uns hoffentlich seit Queens Gambit allen bewusst sein dürfte. ;-)

Zuerst war ich auch der Fehlinterpretation unterlegen, dass Queen of Chess tatsächlich von der Schach-Großmeisterin handeln müsste, auf der die Story von Queens Gambit (sehr lose^^) basiert und die im hohen Alter immerhin Netflix noch erfolgreich vor Gericht gezerrt hat. Nicht, wenn ich mich richtig erinnere, weil sie was dagegen hatte, dass eine fiktive Figur an ihr ausgerichtet ist, sondern weil Netflix in seinem "diese Serie basiert auf einer wahren Geschichte" Abspann behauptet hatte sie persönlich hätte nie gegen männliche Großmeister gespielt, das wäre eine künstlerische Freiheit der Serie bzw. der Buchvorlage. War es nicht, sie hat gegen Großmeister gespielt und gewonnen und wollte das richtig gestellt wissen - vollen Respekt von mir für das Bestehen auf historischer Akuratesse, wenn Netflix keine Menschen beschäftigt, die kurz bei Wikipedia nachlesen können, bevor sie irgendwas behaupten, haben sie es absolut verdient für Dummheit vor Gericht gezerrt zu werden!

In dieser Doku geht es aber nicht um diese Geschichte (was diese ganze Vorrede jetzt ziemlich irrelevant macht, aber ich wollte das mal erzählt haben!;-), sondern um "die andere Geschichte", die man evtl. über Schach-Großmeisterinnen kennen könnte, zumindest wenn man wie ich ab und zu in seltsame Kaninchenlöcher fällt: Die Familie, die beweisen wollte, dass "Wunderkinder" gemacht und nicht geboren werden und daher ein paar Töchter gezeugt und zu Schach-Genies erzogen hat.

Ich kannte diese "wir wollen ein paar Kinder machen und in einem Gebiet zu Genies erziehen, das einfach messbar und unzweideutig bewertbar ist, also haben wir Schach gewählt" Story in Grundzügen, aber die Netflix Doku erzählt sie dankenswerterweise aus Sicht der Mädchen und lässt ihre Eltern (vor allem Papa-Wunderkindmacher^^) nur selten zu Wort kommen. Und je weniger man von dem Mann hört, umso besser, dass ihre Kinder den Kontakt nicht abgebrochen haben, sobald sie konnten, zeigt nur, dass es Menschen gibt, die eine größere Kapazität für Vergebung haben als ich.

 

Eine interessante Lebensgeschichte ist es trotzdem, auch wenn wir die Schwestern nicht wirklich dazu grillen wie sie dazu stehen weniger Kinder, als mehr soziale Experimente zu sein - aber das ist vielleicht auch unnötig grausam, zumal (und das ist vielleicht das interessanteste an dem ganzen "Experiment") aus allen ziemlich normale, sozial angepasste, funktionale Erwachsene geworden sind. Und das an sich ist ja schon ein Grund sich ihre Story mal anzuhören!

 

Und wenn einem Kinder als Versuchskaninchen noch nicht weird genug waren, wie wäre es mit Schach und Betrug und Analkugeln? ;-)

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte fast jeder hat von *dieser* Schach-Kontroverse gehört oder? Es gibt ein sehr unterhaltsames Sarah Z Video dazu, Stephanie Soo hat glaube ich auch ein Video dazu und es war einfach eine so große Sache, dass Menschen Experimente gemacht haben, um zu sehen, ob das mit den ferngesteuerten Budpugs wirklich funktioniert - mit gemischten Resultaten soweit ich weiß. ;-)

Sollte man aber diese wilde Story tatsächlich verpasst haben, spoilere ich mal nicht weiter und man kann sich die Untold Folge Chess Mates einfach mal geben ... ich bin am Ende mit dem Gefühl zurückgeblieben, dass Magnus Carlsen vielleicht kein einfacher Mensch ist, ich aber auf keinen Fall in einem Raum alleine mit Hans Nieman sein wöllte. Und ich konnte mein social media Vokabular um den Begriff Cry Bully erweitern - schaut euch die Doku an, dann seht ihr was damit gemeint ist. ;-) 

04.09.2026

So viele neue Bücher, so wenig Hirnzellen ...

Unser Thema heute:

Viele liebe Menschen haben mir in diesem Jahr schon Bücher geschenkt und gleichzeitig hatte ich monatelang keinerlei Konzentration übrig sie zu lesen ... Eine unpraktische Verquickung von Umständen, aber immerhin können wir darüber sprechen wie mein SuB grade aussieht! ;-)

Enjoy!