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10.10.2012

Helden meiner Kindheit: Tim & Struppi

Man kann sich ja bei interkulturellen Unterhaltungen ganz mächtig in die Nesseln setzen: So sagte ich letztlich ganz naiv zu einem meiner belgischen Kollegen, ich könnte ja anfangen französische Comics zu lesen, um meinen Sprachhorizont zu erweiter, so wie Asterix, oder Tim & Struppi...und wurde in no short order darüber aufgeklärt, dass Tim & Struppi ein belgischer Comic ist und daher nur in französisch, aber ansonsten ein rein belgisches Nationalepos...oh boy...;-)

Nach ein bißchen Testlesen im Internet hat sich allerdings der Plan "Sprachen lernen durch Comics" erstmal wieder zerschlagen, denn für diese Art von "Alltagssprache" sind meine bescheidenen Kenntnisse noch nicht wirklich ausreichend. Also lese ich jetzt Kinderbücher und habe mir zum "Trost" am Wochenende mit M. & O. endlich mal den Kinofilm angesehen - ganz ohne Verletzung nationalstolzer Gefühle!;-)

Ein Vorteil von DVD Abenden - gegenüber dem Besuch des lokalen Lichtspielhauses - ist für mich ja immer wieder die Option der Special Features Sektion. Ich mag Making-Offs und Backstage Berichte - es müssen ja nicht immer gleich die 24Stunden LotR Bonusmaterial sein;-) - auch weil sie noch einmal ein paar Fragen aufwerfen, wie z.B. in diesem Fall: Wie verfilmt man eigentlich einen "Comic-Klassiker"?

Comic Verfilmungen sind ja nun nichts Neues und ich denke auch im Fall von Superman, Batman und Co. kann man schon von "Klassikern" sprechen, aber irgendwo kann ich auch verstehen, dass sich die Frage "Wie setzen wir das im 21. Jahrhundert um?" bei einem Comic wie Tim & Struppi irgendwie nochmal anders stellt - hier spielt man immerhin mit den Kindheitserinnerungen von Generationen und da sind Erwartungshaltung  und Enttäuschungspotential entsprechend hoch!:-)

Ich muss sagen, ich bin beispielsweise überhaupt kein Freund der "Neuverfilmungen" der Asterix-Geschichten - dort hat man versucht sich aus der Schußlinie zu nehmen, indem man gar nicht erst versucht irgendwas zu machen, das mit den Originalgeschichten irgendwas zu tun hat (oder zumindest kommt es mir so vor). Die Tintin Verfilmung geht aber in Richtung des gegensätzlichen Extrems und hält sich (sofern ich das beurteilen kann;) in Storyline, Humor und Set-Up sehr nah an die Vorlage. Das funktioniert für mich besser, auch wenn man sich wieder ein wenig an den Slapstick-Humor gewöhnen muss (der ist ja nun nicht umbedingt ein zentrales Feature bei Batman, Spiderman etc.)...;-)

Insgesamt habe ich mich aber sehr unterhalten gefühlt (teilweise hatte ich allerdings das Gefühl einer sehr würfelglücklichen Pen&Paper Runde zuzusehen: du must die Karte finden, um die andere Karte zu finden, um den Schlüssel zu finden, um den Hinweis zu finden, um den Schatz zu finden...;) nur das etwas unspektakuläre "to be continued" Ende hat mich etwas gestört, ist aber wohl von der Vorlage vorgegeben. Ich ziehe dafür, und für den etwas klischeehaften Möchtegern-Mastermind-Bösewicht, trotzdem 1Punkt ab und vergebe mal 4 von 5 Hundeleinen für einen amüsanten Filmabend!
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