Wir brauchten eine kleine Doku-Auflockerung für zwischendurch und Schach ist ein überraschend faszinierendes Thema, wie uns hoffentlich seit Queens Gambit allen bewusst sein dürfte. ;-)
Zuerst war ich auch der Fehlinterpretation unterlegen, dass Queen of Chess tatsächlich von der Schach-Großmeisterin handeln müsste, auf der die Story von Queens Gambit (sehr lose^^) basiert und die im hohen Alter immerhin Netflix noch erfolgreich vor Gericht gezerrt hat. Nicht, wenn ich mich richtig erinnere, weil sie was dagegen hatte, dass eine fiktive Figur an ihr ausgerichtet ist, sondern weil Netflix in seinem "diese Serie basiert auf einer wahren Geschichte" Abspann behauptet hatte sie persönlich hätte nie gegen männliche Großmeister gespielt, das wäre eine künstlerische Freiheit der Serie bzw. der Buchvorlage. War es nicht, sie hat gegen Großmeister gespielt und gewonnen und wollte das richtig gestellt wissen - vollen Respekt von mir für das Bestehen auf historischer Akuratesse, wenn Netflix keine Menschen beschäftigt, die kurz bei Wikipedia nachlesen können, bevor sie irgendwas behaupten, haben sie es absolut verdient für Dummheit vor Gericht gezerrt zu werden!
In dieser Doku geht es aber nicht um diese Geschichte (was diese ganze Vorrede jetzt ziemlich irrelevant macht, aber ich wollte das mal erzählt haben!;-), sondern um "die andere Geschichte", die man evtl. über Schach-Großmeisterinnen kennen könnte, zumindest wenn man wie ich ab und zu in seltsame Kaninchenlöcher fällt: Die Familie, die beweisen wollte, dass "Wunderkinder" gemacht und nicht geboren werden und daher ein paar Töchter gezeugt und zu Schach-Genies erzogen hat.
Ich kannte diese "wir wollen ein paar Kinder machen und in einem Gebiet zu Genies erziehen, das einfach messbar und unzweideutig bewertbar ist, also haben wir Schach gewählt" Story in Grundzügen, aber die Netflix Doku erzählt sie dankenswerterweise aus Sicht der Mädchen und lässt ihre Eltern (vor allem Papa-Wunderkindmacher^^) nur selten zu Wort kommen. Und je weniger man von dem Mann hört, umso besser, dass ihre Kinder den Kontakt nicht abgebrochen haben, sobald sie konnten, zeigt nur, dass es Menschen gibt, die eine größere Kapazität für Vergebung haben als ich.
Eine interessante Lebensgeschichte ist es trotzdem, auch wenn wir die Schwestern nicht wirklich dazu grillen wie sie dazu stehen weniger Kinder, als mehr soziale Experimente zu sein - aber das ist vielleicht auch unnötig grausam, zumal (und das ist vielleicht das interessanteste an dem ganzen "Experiment") aus allen ziemlich normale, sozial angepasste, funktionale Erwachsene geworden sind. Und das an sich ist ja schon ein Grund sich ihre Story mal anzuhören!
Und wenn einem Kinder als Versuchskaninchen noch nicht weird genug waren, wie wäre es mit Schach und Betrug und Analkugeln? ;-)
Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte fast jeder hat von *dieser* Schach-Kontroverse gehört oder? Es gibt ein sehr unterhaltsames Sarah Z Video dazu, Stephanie Soo hat glaube ich auch ein Video dazu und es war einfach eine so große Sache, dass Menschen Experimente gemacht haben, um zu sehen, ob das mit den ferngesteuerten Budpugs wirklich funktioniert - mit gemischten Resultaten soweit ich weiß. ;-)
Sollte man aber diese wilde Story tatsächlich verpasst haben, spoilere ich mal nicht weiter und man kann sich die Untold Folge Chess Mates einfach mal geben ... ich bin am Ende mit dem Gefühl zurückgeblieben, dass Magnus Carlsen vielleicht kein einfacher Mensch ist, ich aber auf keinen Fall in einem Raum alleine mit Hans Nieman sein wöllte. Und ich konnte mein social media Vokabular um den Begriff Cry Bully erweitern - schaut euch die Doku an, dann seht ihr was damit gemeint ist. ;-)














