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09.02.2018

Die Gefahr Dinge falsch zu verstehen. How an Artist Turns Pro

Ich hatte letzte Woche etwas dazu gesagt, warum Nostalgiemomente nützlich sein können, aber von vielen als billiger Ausweg aus ihrer eigenen unzureichend umgesetzten Storyline genutzt werden.

Das hat mich an ein anderes Video erinnert, dass diesen Ja einerseits und Ja andererseits Effekt bei mir ausgelöst hat und deswegen ist das mein kleiner Kreativ-Philosophischer Exkurs für heute:




Mein Dilemma mit diesem Video ist Folgendes:
Ich möchte bei beiden Seiten der Medaille aufspringen und applaudieren.;-)

Ich bin völlig und unzweideutig davon überzeugt, dass wenn sich eine kreative Ausdrucksform anfühlt wie eine schreckliche Bürde, dann sollte man es lassen.
Andererseits bin ich auch völlig davon überzeugt, dass die Procrastination stark in uns allen ist und das Warten auf die Muse eine große Lüge.

Schwierig no?;-)

Vielleicht wird es weniger konfus, wenn ich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudere.
Ich schreibe und bin tatsächlich einer von diesen widerlich klischeehaften Menschen, die sich nicht mal erinnern können, dass das Anfangen zu Schreiben eine bewußte Entscheidung war, sondern schon seit der Grundschule Worte formen und Texte zusammenbasteln. Keine kreative Ausdrucksform zu haben, führt dazu, dass ich quasi bekloppt werde, unausstehlich und unzufrieden mit mir, mit der Welt, dem Universum und dem ganzen Rest.
Ich könnte mich also beruhigt in den Aussagen am Anfang wiederfinden. Aber.

Und es ist ein großes Aber, was mich zum Rest des Videos bringt: Writing is fucking hard.
Ich kann nicht für andere kreative Ausdrucksformen sprechen, weil ich nicht weiß wie es ist ein Gemälde zu vollenden, aber ich denke fucking hard müsste es auch da treffen. Denn bei der "Professionalität" geht es nicht darum irgendwas zu tun, sondern ein ganz bestimmtes Ding solange zu verfolgen, bis es fertig! ist! Und das macht keinen Spaß (manchmal) und ist harte Arbeit (meistens) und erfordert es, dass man sich auf seinen Arsch setzt (immer) und es durchzieht, egal, ob man dazu grade Lust hat oder sich von der Muse geküsst fühlt oder seine 50 nutzlosen Procrastinationsrituale durchgezogen hat.
Da schlägt der Einsame Künstler ein wenig härter zu, als bei anderen Kunstformen - "ich bin heute nicht in Stimmung" kann man nicht als Ausrede durchsetzen in einer Tanzgruppe, einem Theater-Ensemble oder einer Band, aber der Einsame Maler oder Autor kann es sich leisten, was nicht heißt, dass er es sollte...

Denn wenn man es durchzieht, dann wird man manchmal eben von diesen Momenten belohnt, in denen es einfach fließt und alles passt.:-)
Was ich also versuche zu sagen, ist, dass die Wahrheit vermutlich wie immer irgendwo dazwischen liegt und man in diesen beiden Positionen viel Raum hat Dinge falsch zu verstehen.
Wenn sich etwas immer (und das ist das wichtige Wort!) anfühlt, wie ein Job, den man am liebsten kündigen würde, dann sollte man es indeed lassen.
Aber nur weil es sich manchmal anfühlt wie Arbeit und nicht wie eine seltsam verklärte Form von Kosmischer Kommunikation mit dem Universum, sollte man sich nicht einbilden, dass es nicht gut werden kann.

Soviel zum Wort vom Sonntag, ich hoffe der kleine Exkurs war nicht zu verwirrend - nächste Woche machen wir dann wieder was nicht so philosophisches, versprochen!;-)

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