Publikationen, Projekte, Persönliches

02.09.2017

Elysion Clean-Up. Oder: Wie war das mit dem Prozess?

Ich glaube, ich habe es in letzter Zeit merhfach erwähnt, aber da ist dieses Buch, das ich geschrieben habe und man kann es jetzt im Laden kaufen, es ist fertig und ich bin nur ganz unwesentlich glücklich darüber. So ungefähr halbgares Sojaschnitzel auf LSD Modus oder so.;-)

Nun ist es Zeit für die dunkle Phase zwischen Ideen - ich bin (in meiner kreativen Existenz) bekanntlich nicht gut darin mehrere Dinge gleichzeitig zu verfolgen, es ist also so, dass ich noch keinen halbfertigen neuen Roman auf der Festplatte habe und mir jetzt was ausdenken muss bzw. darf.

Und während ich so herumsaß und Einflüsse aufsaugte, schickte mir Tine den Link zum Vlog von Jenna Morenci, die sich auf Videos mit Schreibtipps verlegt hat. Nun kennt man meine Einstellung zu Schreibtipps, aber andererseits liebe ich es zu hören wie andere Autoren arbeiten und so habe ich mir 3 Themen angeschaut, die für meine Nachreflektion zu Elysion und für ein potentielles neues Projekt wichtig sein könnten:


Elysion war, wenn man so will, mein erster "erwachsener" Roman - also das erste große Projekt, das ich angefangen und beendet habe seit dem Rosenfriedhof, an dessen Anfänge in meiner zum Glück vergessenen Teenagerzeit ich mich kaum noch erinnere. Das "Elfen und Drachen Ding" muss sich also irgendwie schon daran messen lassen was ich in den letzten 15 Jahren gelernt habe - but no pressure.;-)

Als solches "Neu-fund-land" habe ich natürlich auch viel über Arbeitsprozesse gelernt. Einiges wusste ich schon von den B(r)uchstücken, aber eine große zusammenhängende Geschichte entwickelt, schreibt und überarbeitet sich eben doch nochmal ganz anders als eine mehr oder minder zusammenhanglose Reihe von überschaubaren Kurzgeschichten.

Und somit kommen wir zu Punkt 1: Was haben wir aus der Geschichte gelernt?
Ich bin mit Jennas Eingaben zum Beta-Leser Prozess nicht an allen Stellen einverstanden, aber immerhin sind wir beide der Meinung, dass es ein es wichtiger Part des Prozesses ist. Das ist ja schon mal was.;-)
Die Aufgabe 20 oder mehr Leute mit seinem Kram zu belästigen und dann noch deren ganzes Feedback auszusortieren, kommt mir unnötig kompliziert vor. Zum einen will ich meine Freunde gerne behalten und nicht jeder liest gern, oder lässt sich gern vorschreiben was er wann zu lesen hat - daher hab ich's auch nicht so mit festen Deadlines, aber darüber könnte man evt. nochmal reden;-) - aber zum anderen brauche ich als Betas Menschen, die ich a) gut kenne, damit ich weiß wie wir am besten zusammen arbeiten und b) denen ich vertraue, denn ja, ich bin extremst paranoid und vertraue mein Work in Progress nicht jedem an.^^
Und außerdem: Was hat man am Ende von 20 divergierenden Meinungen? Sowas mag zielführend sein, wenn man es auf größtmögliche Mainstream-Tauglichkeit anlegt - woran ja nichts auszusetzen ist - aber mir wäre das zu anstrengend. Ich nehme die Eingaben meiner Betas ernst und denke über jeden Kritikpunkt ausführlich nach, bevor ich ihn annehme oder (und das kommt auch vor, nur nicht so sehr im Vlog^^) ihn verwerfe, weil ich der Meinung bin, das mein Ding mir besser gefällt. Mein Baby, meine Entscheidung.;-)
Ich bin allerdings interessiert bis erleuchtet von der Unterscheidung zwischen Betas, Kritikpartnern und Lektoren, die alle einen anderen Fokus haben und haben sollten. Dieser Prozess hat sich für Elysion mehr oder minder automatisch eingestellt dadurch dass die Beta im Laufenden Schreibprozess "nebenherlief", die Textliche Neufassung danach kam (als durch meine fleißigen Betas alle groben Schnitzer schon raus waren;-) und das Lektorat natürlich zum Schluss, wobei ich gestehen muss, dass ich hier noch einige Änderungen nachträglich eintragen musste, weil das zeitlich alles nicht so hinkam wie gedacht...sollte nicht passieren, weiß ich, aber ich hoffe es war geringfügig genug, dass es nicht weiter auffällt...

Für mein nächstes Projekt würde ich versuchen diese Abfolge noch feinzutunen, von meinen Betas wesentlich weniger Kleinarbeit zu verlangen und ein umfangreicheres Questionaire anzulegen - ich denke dann liest es sich auch angenehmer, wenn man sich auf die großen Zusammenhänge konzentrieren kann...) - und die Kritikarbeit wirklich komplett abzuschließen bevor das Ding ins Lektorat geht.

Vielleicht muss ich auch an meinem Self-Editing ein wenig mehr arbeiten, damit andere nicht soviel Arbeit damit haben.
Ich könnte zwar nie einfach mal 5 Kapitel - oder auch ein ganzes Buch^^ - schreiben, ohne zwischendurch mal zu überarbeiten (meistens lese ich das letzte Kapitel oder die letzte Szene nochmal drüber, um "reinzukommen", bevor ich irgendwas Neues mache), aber ich fürchte, ich bin schon sehr ein "Fuck It Autor"... Vielleicht zu sehr, irgendwann hab' ich einfach so keine Lust mehr auf Überarbeiten, damit ich endlich mal fertig werde, dass es vielleicht dem Projekt nicht so ganz gut tut...Asche auf mein Haupt ich gelobe Besserung!;-)

Punkt 2: Und was bringt das jetzt?
Akkut erstmal natürlich nicht so viel, bis der nächste Plot soweit ist, dass man an irgendwas wie Überarbeiten oder Betas auch nur denken kann, wird es noch dauern, aber zum Glück gibt es auch da ein hilfreiches Vlog: Wie man sein nächstes Projekt findet.;-)

Ich denke in meines Fall ist die Entscheidung gelaufen und sie ist - lustigerweise - wieder in ein Genre gefallen, das ich eigentlich nicht gerne lese. Soviel also zu "Schreib was du gern liest" - klappt bei mir nicht, obschon ich zugeben muss, dass sowohl im Fantasy, als auch im Supernatural Thriller/Crime Bereich (ja, kryptischer Hint *muahahaa*) schon eine Motivation war, Dinge mal anders zu machen. Hat ja vermutlich einen Grund warum man manche Bücher einfach nicht gerne liest, no?;-)

Die Eingabe man möge doch bitte nicht schreiben was man gerne schreibt, sondern was man gerne liest, muss ich also hier ein wenig beiseite schieben - wobei ich glaube, dass das auch wieder mal einer von diesen Schreibtipps ist, die einfach viel zu missverständlich verallgemeinert sind.
Natürlich sollte man unnötige oder wenig zielführende Dinge aus seiner Story streichen, auch wenn man sie unheimlich gerne schreiben würde oder sie unheimlich toll findet (es sei denn man findet eine Möglichkeit das abzuändern und irgendwie was Relevantes einzubauen, auch schon vorgekommen;-), aber wenn mans wörtlich nimmt, müsste ich hauptsächlich Geschichts-Sachbücher schreiben, die lese ich nämmlich am liebsten. Und das ist natürlich bullshit, genau wie dieses "Schreib was du kennst" auch nicht meint, dass man nur über den Alltag einer Lehrerin schreiben sollte, wenn man zufällig Lehrerin ist, aber das wird ja auch immer falsch verstanden. *sfz*
Aber hey was solls, ich habe ein neues Mind-Baby gefunden und langsam stellt sich auch die entsprechende Begeisterung ein - am Anfang kann man ja vor lauter Plotlöchern den Wald immer nicht sehen...;-)

Wie man Inspiration aus sich selbst schöpft, geht mir meistens auch ein bißchen ab, ich sauge in der Ideen-Findungs-Phase eigentlich lieber Eindrücke auf. Das ist so die Phase in der ich Filme, Bücher, Serien konsumiere, die ich noch nicht kenne, während ich in der Abschlussphase eines Projekts neue Eindrücke meistens nur ganz schlecht ertragen kann.
Und ich sehe mir Dokus an. Viele, viele Dokus. Es hilft natürlich, wenn man kaum ein Thema wirklich uninteressant findet, aber wieviele Ideen ich schon aus Dokus gezogen habe, die zufällig grade im Fernsehen liefen, ist echt erstaunlich.
Die Welt ist ziemlich voll von weird shit, das braucht man sich gar nicht auszudenken.;-)

Und wenn das kein gutes Wort vom Sonntag ist, weiß ich auch nicht...
Demnächst dann irgendwann wieder Zwischenstände. Exiting!;-)

1 Kommentar:

  1. Wheeeeeee :D Ich freu mich schon sehr darauf, deine neusten Ideen zu hören!

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Vielen Dank!

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