Man weiß ja was ich über Sachbuch-Cover denke, auf denen Menschen ohne Kopf zu sehen sind - auch wenn es diesmal wenigstens tatsächlich ein Portrait von Elisabeth ist^^ - aber manchmal muss man eben auch seine Sachbücher nach Titeln kaufen und She-Wolves ist schwer zu schlagen, no? ;-)
Bevor wir aber nun zu meinen überschaubaren Beobachtungen kommen, worum geht es in She-Wolves. The Women Who Ruled England Before Elizabeth geschrieben von Helen Castor gesprochen von Hannah Curtis?
In this compelling, eye-opening story of six women who exercised power against the odds-and one, Jane Grey, who never got the chance-acclaimed historian Helen Castor explores the provocative subject of women and power in England.
“The boy in the bed was just fifteen years old. He had been handsome, perhaps even recently; but now his face was swollen and disfigured by disease, and by the treatments his doctors had prescribed in the attempt to ward off its ravages. Their failure could no longer be mistaken.”
When Edward VI-Henry VIII’s longed-for son-died in 1553, the extraordinary fact was that there was no one left to claim the title of king of England. For the first time, all the contenders for the crown were female.
In 1553, England was about to experience the “monstrous regiment”-the unnatural rule-of a woman. But female rule in England also had a past. Four hundred years before Edward’s death, Matilda, daughter of Henry I and a granddaughter of the Conqueror, came tantalizingly close to securing her hold on the power of the crown. And between the twelfth and the fifteenth centuries three more exceptional women-Eleanor of Aquitaine, Isabella of France, and Margaret of Anjou-discovered, as queens, consort and dowager, how much was possible if presumptions of male rule were not confronted so explicitly.
In the stories of these women-told here in all their vivid humanity-was laid out the paradox which the female heirs to the Tudor throne had no choice but to negotiate. Man was the head of woman; and the king was the head of all. How, then, could royal power lie in female hands?
Erstmal würde ich gerne festhalten, dass Hannah Curtis eine sehr beruhigende Stimme hat, was dieses Buch eine sehr gute Hintergrundbeschallung für das Feiertags-Fresskoma gemacht hat ... aber das ist ja nun ein wenig irrelevant, auch wenn ich es unbedingt erwähnen wollte. ;-)
Prinzipiell habe ich nicht viel zu dem Buch zu erzählen, es ist ein gut recherchiertes Übersichtswerk, das unterhaltsam geschrieben ist. Allerdings habe ich ein wenig ein Hühnchen mit der Themenwahl zu rupfen, weil sie philosophisch eigentlich nicht ganz stimmig ist - hear me out, ok?
Wir beginnen unsere Erzählung mit dem Tod von Edward VI, was erstmal sinnvoll klingt - der letzte König ist tot, wer soll jetzt die Tudor-Krone erben, wenn alle Optionen nur mehr Frauen sind? Die große Tudor-Kontroverse schlechthin, der ewige Kampf von King Harry für einen männlichen Erben, der in mehr als einem Disaster endete, wir kennen die Geschichte zur Genüge, zumindest in dieser Internet-Ecke.
Dass wir danach zu Matilda zurückspringen, hat mich auch erstmal nicht gewundert. Ganz praktisch gesehen war sie zwar ungefähr genauso lange regierende Königin wie Jane Grey (nur unwesendliche Übertreibung), aber ihre Thronfolge war die erste Instanz, in der sich das Establishment mit dem vermeintlichen Widerspruch eines weiblichen Königs (das Wort Königin allein ist schon misleading) beschäftigen musste. Dieses Thema an sich geht allerdings ein wenig unter in den Querelen von Eleanor und Isabella - man verstehe mich nicht falsch, ich mag beide, aber beide waren zu keinem Zeitpunkt regierende Königinnen im Sinne der Thronfolge, egal wieviel Macht sie tatsächlich hatten. Und dasselbe trifft uneingeschränkt auf Margaret von Anjou zu, die nicht einmal mit ihrem eigenen Ehemann im Klinch lag, sondern mit anderen Männern, die den Thron wollten. Was tun also diese Frauen hier?
Ich muss unterstellen, dass sie hauptsächlich hier sind, weil ihre Geschichten sich spannend lesen - und das tun sie, ohne Frage. Aber keine war Königin in dem Sinne, in dem Jane Grey, Maria Tudor oder Matilda Königinnen waren, weder in der Sichtweise ihrer Zeitgenossen, noch der Geschichtsschreibung und nicht einmal in ihrer Selbstwahrnehmung. Statthalterschaft für Söhne oder abwesende/kränkelnde Ehemänner ist einfach eine andere Form von Machtausübung und unter diesem Prinzip hätten wir auch etliche andere Königinnen besprechen können.
Kurzum, die Auswahl machte für mich aus reinen Nerdprinzipiengründen keinen Sinn und ich hätte mir weniger Leute in diesem Übersichtswerk gewünscht. ;-) Die Geschichten von Jane Grey und Maria Tudor sind an sich interessant genug, um Bücher alleine zu füllen und ich habe aus diesem Buch immerhin die Inspiration mitgenommen eine eigenständige Biografie über Matilda zu lesen - dazu dann in ein paar Tagen mehr.
Bis dahin fühlte ich mich unterhalten, aber im Erwarungsmanagement getäuscht, was unterm Strich 3 von 5 Zepter übrig lässt - manchmal muss man leider auf seinen Nerdprinzipien bestehen. ;-)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Vielen Dank!