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27.03.2026

Thursday Murder Club. Oder auch: Wenn die Story besser ist, als der Plot

Wir holen noch ein wenig meine Feiertagsbeschallung nach und was könnte da besser passen, als ein Cozy-Crime-Mytery, oder auch Thursday Murder ClubIch hatte nicht viele Erwartungen an den Film und war dahingehend auch ziemlich zufrieden mit dem Unterhaltungswert, den ich erhalten habe.

Man hat von Netflix schon Schlimmeres gesehen, auch wenn ich hier überrascht war, dass die Story tatsächlich besser war, als der Plot - bei CashGrab Filmen fliegt irgendeine meaninful message meistens zuerst zum Fenster raus, no? ;-)

Bevor wir aber zu meinen Beobachtungen kommen, hier mal der Trailer, damit wir wissen worum es geht: 


Erstmal muss ich die nachvollziehbare Frage stellen, warum es eigentlich inzwischen eine Garantie zu sein scheint, dass jeder schmierige britische Charakter von David Tennant gespielt werden muss? Ist das ein freiwilliger Type-Cast, oder ist der arme Mann da jetzt festgelegt ...? In diesem Film wird das so ein wenig als kleiner Reveal geframed, dass er das ist, aber man konnte es sofort an den zurückgeschmierten Haaren und dem schottischen Akzent erkennen. ;-)

Ansonsten habe ich zum eigentlichen Murder Mystery nicht viel zu sagen, weil es ... naja ein bisschen Standard-Genre-Menu war? Der Film sieht sich wie eine Hochglanz Insepctor Barnaby Folge, allerdings ohne die Dorf/Kleinstadt Absurditäten, die diese Nische des Cozy Crime irgendwie ausmacht. Die Charaktere bleiben recht Archetypisch, aber irgendwie auch zu Hollywood, um überzeugend britische Dörfler zu geben. Und Helen Mirren als MI6 Badass ist zwar immer gut, aber wird hier auch irgendwie verschenkt an Kleinstadt-Polizei und Queen-Witze ...

Überraschenderweise haben mich einige Story-Beats aber dann doch emotional gekriegt und zwar immer dann, wenn es nicht wirklich um den Murderplot ging, sondern eher um die Story. Liebe, Freude, Freundschaft, Familie und Lebensgestaltung im Alter werden hier in verschiedenen Iterationen immer wieder in die Geschichte gemixt und wenn sich die Handlung auf diese Bereiche konzentriert, kommen tatsächlich auch ein paar wirklich nette Momente dabei heraus.

Man braucht vielleicht nicht unbedingt ein altes englisches Herrenhaus für seine Senioren-WG - wobei ich den Appeal definitiv sehe ;-) - aber definitiv Menschen mit denen man Spaß und gemeinsame Hobbies haben kann - das mit dem True Crime ist dann mehr so Beiwerk. ;-) 

Unterm Strich hätte man also den Cozy Crime nicht wirklich gebraucht, aber Geschichten um ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben im Alter braucht es eigentlich immer und schon dafür muss man 4 von 5 Scones rechtfertigen, no?

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