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26.01.2018

Guardians of the Galaxy Vol. 2. Oder: Auf den Unterschied zwischen Plot & Story

Ich erwähnte ja schon, dass es auch mit mehreren Streaming und Videodiensten manchmal nicht möglich ist Filme nicht kaufen zu müssen. Dabei helfen dann nette Kollegen mit einer größeren Blu-Ray Sammlung und ich muss sagen, Blu-Rays oder DVDs haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Leihfilm: Bonusmaterial.

Das mag jetzt nur für mich ein Gummipunkt sein, aber ich liebe Making Ofs, ich ziehe mir den ganzen Mist tatsächlich meistens von vorne bis hinten rein - und das meistens sogar vor dem eigentlichen Film, damit ich beurteilen kann, ob die vorgetragenen Intentionen im fertigen Produkt wirklich rüberkommen. Vielleicht ist das Storyteller-Nerd-Modus, keine Ahnung, aber man soll ja zu seinen Schrullen stehen.;-)

Das Making Of Material von Space Avengers Teil 2 (hatte ich von der Theorie erzählt, dass die Guardians ein RPG sind, das die Avengers spielen? Nicht? Dann hab' ich's jetzt!;-) ist jedenfalls sehenswert und macht wieder einmal einen guten Punkt dazu warum Marvel Filme vermutlich bis ans Ende des Universums besser gelingen werden als die DC Varianten.
Aber der Reihe nach!




1. Plot vs Story
Vielleicht ist es nicht allgemein bekannt, aber tatsächlich brauchen gute (plotgetriebene) Geschichten beides und die meisten Filme (und sicherlich 99,9% der Superhelden-Filme) sind plotgetrieben - trust me.
Der Plot ist dabei die große Katastrophe, die vom Himmel fällt. Irgendwas passiert und die Charaktere müssen reagieren. Das ist eine passive Haltung und sollte daher (in meiner Welt) eigentlich den geringeren Teil der Screentime eingeräumt bekommen, bevor wir uns der Story widmen können. Und die Story macht aus worum es *eigentlich* geht. Muss der Held erst seine Identität finden, lernen mit anderen zu kooperieren, zu vertrauen, sich von Erwartungen frei zu machen?
Was braucht es, damit aus dem passiven Weglaufen vor einer Katastrophe oder einem Bösewicht der Moment wird, an dem die Charaktere sich umdrehen und anfangen selbst irgendwas zu entscheiden oder zu tun?
Von daher wusste ich eigentlich schon, dass das nicht ganz schlecht werden kann, als der Regisseur im Making Of sagte: "Ja, es gibt eine Universumbedrohende Zerstörung, aber darum geht es ja eigentlich nicht." Case closed.;-)

2. Muss es immer der totale Krieg sein?
Guardians 2 macht das sehr nett, insofern, dass bis zu ca. 2/3 des Films gar nicht klar ist was die Bedrohung eigentlich ist. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es eigentlich mehr so ein Buddy Movie in Space, in dem wir zu sehen bekommen wie die Charaktere, die in Teil 1 erst ganz zum Ende hin überhaupt miteinander ausgekommen sind, jetzt so miteinander auskommen - oder auch nicht, nur weil man 1x kooperiert hat, heißt das nicht, dass man kein Arsch mehr sein kann.

Ich habe daher auch mal nicht den Hones Trailer rausgesucht, weil er keine (für mich) validen Punkte zur Besprechung beiträgt. Ja, Marvel Filme haben die Tendenz Ernsthaftigkeit in Emotion und Handlung durch Witze zu unterbrechen. Das mag man nervig finden und evt. unterhalten wir uns nochmal darüber wenn wir Wonder Woman besprechen, aber es ist ein feature und kein bug im Fall der Guardians von daher...

Habe ich mal ein Nerdwriter Video ausgepackt, an das ich mich sehr erinnert fühlte:


Slow-Motion Effekte gibt es hier auch, aber lo and behold, dadurch dass wir 2/3 des Films Zeit bekommen haben die Entwicklung von Buddies in Space zu betrachten, bedeuten diese Effekte dann auch irgendwie irgendwas und sind nicht nur ein verlangsamter soundtrack-sorrow Moment, der irgendwo im WersinddieseLeuteeigentlich? verpufft.
Ein noch fokussierteres Video zum Thema Charakterentwicklung in Marvel und DC findet ihr hier, ich fand den Moment vs. Scene Punkt einfach nur interessanter.;-)

Ich sage nicht, dass Guardians 2 ein total tiefgründiges Charakter-Drama ist (weil ähm naja, nein;-), aber es wurde von einem Regisseur gemacht, der den Unterschied zwischen Plot und Story kennt und dem der Zugang zu seinen Figuren wichtig ist und nicht, dass sie als Jesus-Figuren im Gegenlicht gut aussehen (sorry ich finde Superman einfach bläch, ich kann mir nicht helfen...).

Statt also darüber zu diskutieren, dass Sequels manchmal nicht den Erinnerungs-Impact hinlegen, den das "Original" hatte und ob man denn wirklich jedes Mal das Rad neu erfinden muss, vergebe ich einfach mal sehr überzeugte 4,5 von 5 Nippelschohner für Spaß mit Space Buddies. Manchmal braucht es echt nicht mehr.;-)

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