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24.07.2020

Listening to: October Man. Oder auch: A River of Germany

Ok können wir kurz anfangen mit dem Elefanten im Raum?
Als jemand, der einen "haha total lustigen, lass mich kurz einen total vorhersehbaren Witz machen" Nachnamen hat...musste das wirklich sein? Herr Winter und Frau Sommer...? Wirklich? *seufz*

Naja anyway, lasst uns mal über den deutschen Abklatsch von Rivers of London reden: October Man geschrieben von (immer noch) Ben Aaronovitch und gelesen von Sam Peter Jackson.

Tobias Winter has been assigned to the Abteilung KDA - the Department for Complex and Unspecific Matters.
Despite the intriguing department name, as Winter explains, dealing with the strange and the supernatural is 'actually 90 percent paperwork'. But this is a story about the other 10 percent of the job: the life-threatening danger part.
This is a tale about the Queen of the Harvest, the October Man, and the little-known time the vineyard around Trier started to eat people....
Winter may be P. C. Peter Grant's German counterpart, but surviving this investigation is entirely down to him....

1. We are sinking...
Zuerst mal muss ich dem Sprecher ein Kompliment machen - obwohl sein Name sowohl in deutsch, als auch in englisch funktioniert, sind die vielen, vielen, viiieeelen deutschen Worte im englischen Hörbuch flawless. Mein "Problem" ist eher, dass er den ganzen Text auch mit so einem unterschwelligen deutschen Akzent liest...also nicht so schlimm wie ssänk ju for träwelling wiss Deutsche Bahn, aber doch merkbar. Das ist erstmal sehr gewöhnungsbedürftig, aber vermutlich eine nachvollziehbare Entscheidung - vielleicht tatsächlich ein Buch, das man tatsächlich mal besser in der Übersetzung, als im Original liest....?

2. Wer ist eigentlich Peter?
Schon der Klappentext bezieht sich ja auf die ursprüngliche Reihe und das ist aus Marketingaspekten heraus vermutlich irgendwie notwendig, aber für die Story nicht immer soooo hilfreich...maybe that is just me. Zum Beispiel verbringen wir sehr viel mehr Zeit in dieser nicht sonderlichen langen Novelle damit, uns darüber zu wundern was Peter Grant, oder die Rivers of London, oder die Folly an sich so tut oder tun würde, als wir tatsächlich mit den interessanteren Aspekten des lokalen Worldbuildings verbringen - zum Beispiel damit wie, wann & warum die Mosel "umgebracht" wurde und warum sie ausgerechnet jetzt wieder auftaucht. "Meine Mutter war tot und ist jetzt meine Tochter" war so eine der interessanteren Charakterpropositionen der Rivers of Germany, aber lässt sehr viel ungenutztes Potential links liegen.

3. The Knowledge
Ein Aspekt, der sich nahtlos im Stil des Autors überträgt? Die unfassbar vielen Details darüber wer welches Auto fährt, welche Strassen man auf welcher Route langfährt und welche Sehenswürdigkeiten oder Geschäfte man da so findet. In der ursprünglichen Rivers of London Reihe, habe ich mich manchmal gefragt, ob der Autor mal Taxifahrer in London war - die Lizenz gibt es berühmterweise erst, wenn man sich alle Straßen im Londoner Stadtgebiet eingeprägt hat, was intern nur "The Knowledge" genannt wird. #FunFact, aber klingt ziemlich cool, oder?;-)
Entweder war der Autor also auch mal Taxifahrer in Trier oder diese Art von Worldbuilding ist einfach sein Ding - mir persönlich sind diese Details meistens egal, aber wenn sie gut recherchiert und für Menschen aus der Region wiedererkennbar sind, mag das ein added value für Manche sein.

Untern Strich hätten dem Buch vermutlich 50 Seiten mehr nicht geschadet, um ein wirklich eigenständiges Ding daraus zu machen, aber als kleine Fan-Extension für das bekannte Worldbuilding funktioniert es schon. 4 von 5 Rebstöcke sind daher denke ich angemessen.;-)

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