Es war mal wieder Zeit für Dinge mit Weltraum, aber ich war irgendwie nicht in der Stimmung für die Fortsetzungen von Children of Time - nicht, weil ich nicht denke, dass diese Bücher gut sein werden, sondern weil ich befürchtete, dass sie eher zu gut sein könnten, wenn man weiß was ich meine...? Also, gut in dem Sinne, dass ich wieder gezwungen werde mir komplexe Gedanken zu machen und manchmal ist das eben nicht was ich grade brauchen kann, bzw. die Energie zu habe? Und daher brauchte ich was lustiger/leichtes und bin beim Bobiverse gelandet, weil Tine mir irgendwann mal erzählt hatte, dass sie das erste Buch nicht so überzeugend fand, weil ihr der Konflikt fehlte. ;-)
Das klang perfekt, also bevor wir zu meinen überschaubaren Beobachtungen kommen, worum geht es in: We Are Legion (We Are Bob) geschrieben von Dennis E. Taylor, gesprochen von Ray Porter?
Bob Johansson has just sold his software company for a small fortune and is looking forward to a life of leisure. The first item on his to-do list: Spending his newfound windfall. On an urge to splurge, he signs up to have his head cryogenically preserved in case of death. Then he gets himself killed crossing the street. Waking up 117 years later, Bob discovers his mind has been uploaded into a sentient space probe with the ability to replicate itself. Bob and his clones are on a mission to find new homes for humanity and boldly go where no Bob has gone before.
Dennis E. Taylor’s hilarious novel sets the stage for the magnificent performance of Ray Porter, who revels in the brave new world of corpsicles, artificial intelligence, interstellar space probes, and space colonization in tantalizing detail.
Ray Porter ist immer ein guter Sprecher für Sci-Fi - oder vielleicht denke ich das auch nur, weil ich nur Sci-Fi Bücher mit ihm kenne ;-) - und das Buch verlangt dem Sprecher schon auch ein wenig Arbeit ab, wenn es darum geht die Erzählstimmen der verschiedenen "Bobs" irgendwann auseinanderzuhalten.
Was das reine schreiberische Handwerk angeht, ist das übrigens recht gut gelöst, die Idee, dass die einzelnen Bob-Klone immer ein klein wenig anders geraten und die Charaktereigenschaften, die allen gemeinsam sind, immer leicht anders gewichtet werden, fand ich sehr spannend. Bob an sich scheint erstmal ein ziemlicher Durchschnittstyp ohne große emotionale Extreme, von daher war es schon interessant zu sehen, dass man keine melodramatischen Ausbrüche braucht, um eigene Erzählstimmen zu entwickeln, ohne an der Essenz des Bob-Seins zu rütteln. ;-)
Und natürlich hat jede Dystopische Zukunftavision so ihre eigenen kulturellen, philosophischen, ethischen etc. Implikationen - das ist hier jetzt nicht unbedingt auf dem Tiefelevel von WWZ oder so, aber es findet schon auch statt, first contact with Aliens und Star Trek Direktiven inklusive.
Tatsächlich musste ich am Ende dann eigentlich nur zustimmen, dass es sich ein wenig zu Cozy Sci-Fi liest für einen Plot, der doch recht viele Kampfszenen und Explosionen zu bieten hat zwischendurch. Die Balance zwischen "unser Protagonist ist genau der Richtige für diese Art von Problemstellung" und dem "der Plot bringt ihn an seine Grenzen" ist eben schwierig und hier schlägt es leider ein wenig zu sehr in die Richtung "alle Probleme werden quasi mit minimalen Verlusten gelöst". Der emotionale Impact fehlt vielleicht einfach ein wenig, wenn der besagte Protagonist eine körperlose Raumsonde ohne Enzyme ist, aber man hätte vielleicht ein bisschen an der Risks & Stakes Schraube drehen können, um ein bisschen mehr Spannung aufkommen zu lassen.
ICH wollte eine entspannende Lektüre ohne große Aufregung, von daher hat es mich in diesem Fall nicht so richtig gestört, aber das ist ja nur eine Momentaufnahme meiner Befindlichkeit und ich kann schon wertschätzen, dass da handwerklich Potential liegen gelassen wurde. ;-)
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass viele der "großen Disskussionen", über die Aliens, den neuen Planeten für die Menschheit, Unsterblichkeit, Körperlichkeit, Androiden etc. etc. etc. in diesem Buch nur angefangen, aber nicht ausdisskutiert werden - vermutlich machen wir das in den Folgeteilen, das finden wir dann heraus, wenn ich Lust habe, die zu lesen.
Bis dahin vergebe ich mal 4 von 5 big balls of steel für unterhaltsame, wenn auch nur mäßig Spannende Urlaubslektüre.

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