Publikationen, Projekte, Persönliches

23.01.2026

Netflix Sport (oder auch mein special brand of Brain Rot): Tour de France & F1 Academy

Ok, wir müssen jetzt ein bisschen stark sein und über meine ganze eigene Spielart von brain rot sprechen - ich habe mir sagen lassen, dass Sport Dokus diese Nische in meinem Gehirn füllen, bei denen andere Love Island, oder den Bachelor oder andere Reality Formate einfügen, nachdem ich irgendwann mal eine ehemalige Kollegin fragte was sie an Datingshows findet und sie meinte "Es ist unterhaltsam genug, um es weiterzukuken, aber eigentlich sind mir die Leute egal" und das sehr entspannt fand. Und ich so ... das macht absolut Sinn! Aber ich bin zu demi für Datingsshows, also ist meine Unterhaltung eben Sport - ich sehe was das Storytelling mir sagen will, aber die Ziele der Leute sind mir dermaßen egal, also stresst es mich nicht, ob sie gewinnen oder nicht ... Klar soweit? ;-)

Und weil es gerade keine neue Staffel Drive to Survive gab, die ich als Hintergrundbeschallung nutzen konnte, hat mir Netflix netterweise eine andere Sportart aufgearbeitet, bei denen sich Leute mit großen Egos sinnlos in Lebensgefahr bringen. Tour de France: Unchained 


Wir sind vermutlich psychologisch nicht allzuweit von Brot und Spielen entfernt, auch wenn wir uns die "moderne Zivilisation" gerne schönreden, von daher wundert es mich überhaupt nicht, dass Formate um F1 und die Tour de France besser laufen, als Tennis oder Leichtathletik. Dabei stirbt einfach niemand und deswegen ist es weniger spannend. Von Unchained (ich möchte jemanden für dieses Wortspiel hauen, bitte^^) gibt es trotzdem nur 3 Staffeln und ich frage mich ein wenig, ob das daran liegt, dass viele der Interviews und Narrativen innerhalb der Serie ziemlich kritisch sind was die Organisation der Tour und das Höher, Schneller, Gefährlicher Mindset angeht, das mehr Zuschauer anziehen soll. 

Ist vielleicht nur meine böse Verschwörungstheorie, denn die F1 Variante hält sich immer auffallend zurück mit allen denkbaren kritischen Bemerkungen - und das ist kein Kompliment by the way.

Und apropos wir halten uns zurück mit jeder Art von Kritik, es gibt F1 jetzt auch für Mädchen - sogar mit pinkem Logo^^ - oder auch F1: The Academy .

Ich wollte mal reinschauen, um zu sehen, ob mich irgendwer davon überzeugen kann, dass Girlbossing irgendwas an F1 besser macht, aber kann bestätigen, dass es das nicht tut. Und das liegt nichtmal daran, dass ich die übergroßen Egos vermisse, sondern eher daran, dass wir auch hier in keinster ernstzunehmender Weise damit umgehen, dass dieses ganze Programm nach Tokenism schmeckt, weil niemand wirklich davon ausgeht, dass dieser Sport in irgendeiner nahen Zukunft mixed races haben wird? Müssen wir schon wieder die historischen Quellen auspacken, die belegen, dass Frauensport in den allermeisten Fällen nicht "erfunden" wurde, um fairer zu Frauen zu sein, weil sie "sonst biologisch nie gewinnen können", sondern weil es die meisten Jungs nicht ertragen konnten hinter einer Frau ins Ziel zu kommen, selbst wenn es um den dritten, vierten, fernerliefen Platz ging? 

Dieser ganze Zirkus ist so teuer und verschwendet soviele Ressourcen, dass niemand ernsthaft 2 verschiedene Durchläufe desselben Rennens braucht, eine mixed gender meritocracy in den Rennställen halte ich aus vielen verschiedenen Gründen für unwahrscheinlich, was soll das also alles? Vielleicht könnte man mir das beantworten, wenn man Interesse daran hätte sich kritisch mit seinem Sport auseinanderzusetzen, aber da das nicht das Fall ist, würde ich sagen, kann man sich die Doku an sich sparen. Ich habe vor allem gelernt, dass der "Race Dad" defintiv jeder "Dance Mom" den Pokal für das peinlichste Auftreten abjagen kann, aber ob sich das gelohnt hat, lasse ich jetzt mal dahingestellt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank!