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17.02.2020

Listening to: The Song of Achilles. Oder auch: Totally not cousins!

Wer unsere Jubiläums Podcast Folge gehört hat, wird eventuell schon wissen, dass ich (auch durch das Masterclass Spiel, das wir in der Folge gespielt haben) mich mit dem Gedanken trage mal ein Retelling von irgendwas zu versuchen in Zukunft oder (und dass ist worauf es meistens hinausläuft, weil mein Hirn gerne Ordnung hat;-) eine meiner halb-geformten Story Ideen in ein Retelling auszuarbeiten.

Und falls man sich gefragt hat woran das liegt, dann ist ein Faktor sicherlich, dass irgendwie jeder Mensch und sein Hund gerade scheinbar Retellings macht und ich neugierig bin wie das so ist, aber auch weil ich ein paar sehr gute Retellings gelesen habe in diesem Winter, unter anderem die beiden griechische Mythologie Erzählungen von Madeleine Miller.

Bevor ich jetzt aber voll einsteige in mein Greek Mythology fangirling, worum geht es in The Song of Achilles, gelesen von Frazer Douglas?

The legend begins...
Greece in the age of heroes. Patroclus, an awkward young prince, has been exiled to the kingdom of Phthia to be raised in the shadow of King Peleus and his golden son, Achilles. “The best of all the Greeks”—strong, beautiful, and the child of a goddess—Achilles is everything the shamed Patroclus is not. Yet despite their differences, the boys become steadfast companions. Their bond deepens as they grow into young men and become skilled in the arts of war and medicine—much to the displeasure and the fury of Achilles’ mother, Thetis, a cruel sea goddess with a hatred of mortals.
When word comes that Helen of Sparta has been kidnapped, the men of Greece, bound by blood and oath, must lay siege to Troy in her name. Seduced by the promise of a glorious destiny, Achilles joins their cause, and torn between love and fear for his friend, Patroclus follows. Little do they know that the Fates will test them both as never before and demand a terrible sacrifice.

Erstmal muss ich anmerken, dass ich das Cover mag - wer unsere "Warum wir Bücher lesen" Folge gehört hat, sollte ja inzwischen wissen, dass man mir immer gut Bücher verkaufen kann, wenn keine Menschen drauf sind, aber auch ein symblisches Cover kann gut oder schlecht gemacht sein und hier geht mein Daumen in jedem Fall nach oben!
Der Klappentext though...Ich kann mit dem ersten Satz nichts anfangen, Pünktchen-Pünktchen-Pünktchen in einem Klappentext ist eh schon so ein Fall von meh-eher-nicht für mich, aber klingt das für euch nicht auch als wäre das der Auftakt zu einer Serie? Spoiler, ist es nicht...

Es wird natürlich auch niemanden wirklich wundern, dass Retellings zu griechischer Mythologie genau mein Ding sind, ich habe aus diesem guilty pleasure ja nie wirklich ein Geheimnis gemacht.;-) Ganz unabhängig von der Themenwahl, die ich großartig fand und Ms Millers sehr "erzählungslastigem" Schreibstil, an den ich mir erstmal gewöhnen musste, habe ich 2 Hauptpunkte, die ich gerne erwähnen würde:

1. It's not YA, but in a good way!
 Ich war etwas überrascht über 2 Dinge in diesem Buch, die ich jetzt aus dem Meh-Klappentext nicht herausgelesen hätte:
- Die Geschichte wird als YA (Young Adult) kategorisiert, aber die Protagonisten sind zum Ende hin in ihren 30ern (10 Jahre hängen wir ja alleine vor Troja fest...).
- Diese Geschichte ist eine Gay Romance
An sich habe ich mit beidem kein Problem, aber es war überraschend, denn ich lese eigentlich keine Romance, weil es mich früher oder später immer nervt, dass sich die Figuren wie hormongesteuerte Teenager aufführen...hier sind die Figuren über lange Strecken hormongesteuerte Teenager, das macht es ein wenig besser, aber ich war trotzdem positiv überrascht, denn: Diese Romance tut viele Dinge, die ich in meinem ewigen Zynismus nicht mit YA Romance assoziiere.
Beispielsweise gibt es sehr viel Sex in diesem Buch und ich beschwere mich eigentlich nie über ein wenig mehr #sexpositivity in meiner Lektüre.;-) Aber der größte "Schock" war die Realisierung, dass diese Teenager - so hormongesteuert se manchmal auch sind - tatsächlich konstruktiv über ihre Gefühle sprechen!
Ehrlich, ich bin inzwischen so jaded was YA Romance angeht, dass es eine Erfahrung war einen emotional reifen Dialog über Eifersucht zu lesen, statt einen billigen Drama-Trigger...
Ja vielleicht liegt es daran, dass ich zu miesepeterig bin was Romance angeht, aber falls ihr mal eine gut geschriebene Beziehung auf Augenhöhe lesen wollt, in der Menschen respekt- und liebevoll miteinander umgehen, auch wenn es schwierig wird? Lest das!

2. Holzhammer Foreshadowing
Das einzige etwas cringy Leseerlebnis, das ich zwischendurch hatte, war das seeeehr unsubtile Foreshadowing. Ich musste mich mehrmals und ständig daran erinnern, dass die Autorin vermutlich für Menschen schreibt, die keine Ahnung haben was im trojanischen Krieg passiert, wer diese Leute eigentlich sind und wie die Geschichte endet.
Ich vermute das ist wohl eine der größten Herausforderungen was Retellings angeht - deine Geschichte ist an sich schon bekannt/schonmal erzählt worden, das heißt ein gewisser Teil deiner Leserschaft weiß schon was ungefähr passiert. Ich wusste in jedem Fall was passiert und daher sind mir die Holzhammer Foreshadowing Sätze sehr unangenehm aufgefallen, aber wenn man keine Ahnung hat und diese Dinge tatsächlich erst beim 2. Mal Lesen versteht, ist das vielleicht anders.

Ich tue mich aber schwer mehr als einen Punkt dafür abzuziehen - auch wenn ich ab und zu in facepalm Gefahr war - denn die Romance ist einfach so wholesome und niedlich, dass ich Vieles verzeihe!

Und 4 von 5 Speerspitzen sind ja aber auch schonmal nicht verkehrt für ein Buch, das ich vermutlich nicht gelesen hätte, hätte man mir gesagt, dass es theoretisch eine YA Romance ist, no?;-)

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