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21.02.2020

Träume und Schnee. Oder auch: Bücher von Freunden Teil II

So ihr Lieben, wir müssen mal über Rezensionen sprechen - oder besser, wir müssen mal darüber sprechen warum wir alle keine hinterlassen (ja, ich schließe frech von mir auf andere, aber ich glaube ich habe nicht ganz Unrecht, no?;-)!

Wenn ich eines aus meiner ersten Leserunde letztes Jahr gelernt habe, dann ist es, dass Rezensionen noch viel viel viel viel wichtiger sind, als ich vermutet habe. Und diese Erkenntnis kam mit zeitgleich mit dem unguten Gefühl, dass ich eigentlich nie Reszensionen außerhalb von meinem Blog veröffentliche, wo sie, weil wir in einer Welt von Algorhytmen und Automatismen leben, den Autoren kaum etwas bringen, selbst wenn - wie es ja meistens ist - ich ihre Bücher mochte.

Mein guter Vorsatz für 2020 ist also für alles und jedes Buch oder Hörbuch, das ich konsumiere eine Rezension oder zumindest Sternebewertung auch bei Amazon und Audible zu hinterlassen. Ja, auch wenn ich nicht zwingend meine Bücher da kaufe, denn informierten tut man sich doch immer früher oder später im Internet und ja, auch für Bücher von Freunden, denn warum sollte ich nicht? Weil ich befangen bin dadurch, dass ich den Autor kenne & mag? Ist das nicht im Zeitalter von Selbstmarketing und Self-Branding irgendwie Sinn der Sache...?

Ich lasse das mal als Denkanstoß hier stehen, wir machen demnächst eine Podcast Folge zu Branding und Voice, da werde ich vermutlich auch nochmal darauf rumreiten, aber bis dahin fangen wir das neue Jahr mal vernünftig an mit den Rezensionen zu Büchern von Freunden - sogar auf Deutsch diesmal!:-)

Fangen wir mal mit einem Winter-Buch an, das ich ausnahmsweise sogar im Winter gelesen habe - auch wenn 15Grad und Sonnenschein wenig mit Schneesturm zu tun haben, aber was soll man machen...
Wer schon länger hier herumhängt, wird wissen, dass Thomas sich schon 2 meiner Bücher lektorierend zur Brust genommen hat und auch wenn wir sehr unterschiedliche Dinge schreiben und teilweise sehr unterschiedliche Dinge mögen, kommen wir trotzdem wunderbar miteinander aus und das ist ja heutzutage nicht mehr so selbstverstädndlich.;-)

Hier also die Inhaltsangabe zu Schleier aus Schnee und meine Rezension dazu:
Als eine junge Frau tot in einer Hütte im Wald aufgefunden wird, scheint die Liste offener Fragen kaum ein Ende zu nehmen: Warum liegt sie dort im Wald? Wer hat sie ermordet, und warum?
Schnell kommt der Verdacht auf, dass mehr hinter der Tat steckt als bloße Willkür. Als ein altgedienter Journalist und seine junge Kollegin beginnen, Fragen zu stellen, stoßen sie bald schon auf ein Netzwerk aus Andeutungen und Intrigen. Doch auch dem zuständigen Kommissar werden offenbar willentlich Steine in den Weg gelegt.
Während die ganze Stadt im Schneechaos versinkt, zeigt sich schon bald, dass noch mehr Menschen in Gefahr sind, während irgendjemand ohne Rücksicht auf Verluste versucht, ein Geheimnis zu wahren.
Führen die Spuren zur ansässigen Universität? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?
Rezension:
Eine junge Frau wird tot in einer abgelegenen Waldhütte gefunden und die Polizei ist schnell mit einem üblichen Verdächtigen bei der Hand. Zum Glück geben sich die Journalisten der lokalen Zeitung nicht so schnell mit den "üblichen" Erklärungen zufrieden, auch wenn die Ermittlungsbeamte ein wenig Überredung brauchen.

Wer sich jetzt denkt, dass diese Kurzzusammenfassung sich liest wie eine ziemlich solide Tatort-Folge, hat definitiv Recht - was zum Einen daran liegt, dass ich wenig Krimis lese und meine Zusammenfassungsfähigkeiten daher ein wenig eingeschränkt sind, aber zum Anderen auch sicherlich daran, dass 'Schleier aus Schnee' ein sehr "klassischer" Krimi ist.

Mir persönlich - kein goßer Krimi-Leser, ich sage es vorsichtshalber nochmal dazu - war das Buch ein wenig zu kurz, ich hätte mir mehr Charakterbackground und- entwicklung gewünscht und dafür auch kein Problem gehabt noch 50 Seiten mehr zu lesen (was als Kompliement an den Schreibstil gedacht ist;-). Aber wie gesagt, vielleicht ist das nur meine persönliche Präferenz!
Alles in allem ein kurzweiliges Buch für lange Winterabende, das 4 Sterne von mir bekommt!

Und gleich noch eine Geschichte aus der Kategorie "and now for something completely different" hinterher und zwar den ersten Band der geplanten Traumschreiter Serie. Sebastian und ich hängen beide gerne im Schreibnacht-Forum herum, haben eine gemeinsame Vorliebe für "nicht so 0815" Fantasy (auch wenn er das viel konsequenter umsetzt als ich;-) und er war mir eine große Hilfe bei der Absolvierung meiner Leserunde und in den Tagen nach Veröffentlichung der Versammlung überhaupt - soviel also zu meinem persönlichen bias, hier jetzt endlich die Tochter der gekenterten Reiche und was ich davon hielt:

Ein Reich des Lichts, bedrängt von Alb.
Haie schwimmen, wo Mammuts stapfen, denn Wasser und Luft sind eins.
In einer Welt jenseits der menschlichen Träume kämpft sich die Traumschreiterin Wassilissa aus dem Schlund der Mahre zurück in die Schleier der Zivilisation.
Sie findet ihr Volk bedroht und gespalten vor. Als sie dem Konflikt nachgeht, lernt sie Freund wie Feind zu misstrauen. Nur auf Ulu, Wassilissas Gefährten, ist immer Verlass. Und auf ihr Talent, jede Antwort zu finden, wenn sie lange genug wühlt. Ihre Beharrlichkeit hält Wassilissa nahe am Abgrund – aber dort kennt sie sich aus.
Diesseits der Träume verliebt sich Arthur ausgerechnet in Julia, die Freundin seines Bruders. Erstmals im Leben schrecken ihn weder Scham noch Streit und damit wählt er ein Schicksal, das mehr als seine Welt verändert.
Rezension:
In einer Welt, die nach den Gesetzen von Traum, Alb und Schleiern funktioniert, versucht eine verlorene Prinzessin herauszufinden wem sie seit dem Untergang ihrer Heimat noch vertrauen kann. Als sie erfährt, dass die Antworten vermutlich in der Welt jenseits der Träume zu suchen sind, muss sie sich gegen neue Gefahren wappnen - genauso wie Arthur, der eigentlich nur mit Julia Tee trinken wollte.

Ich will nicht zuviel zu den Details der Geschichte verraten, denn das Buch ist der Auftakt zu einer ganzen Reihe und ich will nicht spoilern...trotzdem will ich kurz festhalten, dass ich von dem Worldbuilding der Gekenterten Reiche zum Schluss sehr fasziniert war. Die ersten 35-40% des Buches sind sehr "Beschreibungslastig", weil erstmal viel "Magiesystem" erklärt wird, aber wenn man ein wenig Geduld und Akzeptanz dafür aufbringen kann, dass sich nicht alles gleich von Anfang an erschließt, wird man am Ende sicher nicht enttäuscht!

Ich gebe dem Buch daher 4,5 von 5 Sternen (aber runde gerne auf 5 auf, da das im Amazon System nicht vorgesehen ist;), denn es gibt soviel 0815 Fantasy, dass man etwas völlig anderes zu lesen, einfach sehr erfrischend war!

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