Kurz vor meinem unfreiwilligen Lazaretturlaub wurde die Longlist für den women's orice for non-fiction veröffentlicht und wir wissen ja nun inzwischen, dass ich mich nicht davon abhalten kann da durchzuscrollen und ein paar Empfehlungen mitzunehmen. ;-)
In diesem Jahr gab es viele Memoirs und nicht viel anderes, was ein wenig schade ist, weil mich 99,9% von Memoirs nicht interessieren, aber ein paar Titel habe ich dann doch mal auf die Merkliste gesetzt. Und in meinem verrotzten Zustand, dachte ich fangen wir mal mit dem Thema an, das so gar nicht in meiner üblichen Fangzone für Bücher ist: The Genius of Trees: How trees mastered the elements and shaped the world geschrieben und gesprochen von Harriet Rix.
Over hundreds of millions of years, from prehistoric forests to the trees around us today, we see trees using fire as a reproductive tool, harnessing large mammals to spread their seeds (but poisoning smaller, less useful mammals), and splitting rock to create fertile ground in barren landscapes.
Because trees, we discover, manipulate fundamental elements, plants, animals, bacteria, fungi, and even humankind to achieve their ends. From the laurel cloud-forests of the Canary Islands to the magnificent sex-shifting oaks of Iraq, from the giant sequoias of California to the carbon-spinning junipers of the Pakistan-Afghanistan border – trees sculpt their environments.
At once transporting and expert, The Genius of Trees gives us hope for the future. It enables us to see trees, for the first time, not as victims but as agents of change in a grand ecological narrative – and as leading actors in the great drama of life on earth.
Zuallererst muss ich mal wieder ein bisschen über das Cover fangirlen, weil es bestimmt viele Wege gegeben hätte ein Buch über Bäume zu bebildern und ich hätte Pengiun jetzt einfach mal unterstellt, dass sie irgendein Wald-Panorama nehmen, oder so ... Und ich habe in diesem Fall gerne Unrecht. ;-)
Und dann ist es auch noch vernünftig formatiert für das Hörbuch und hat kein nerviges Zitat irgendwo mitten im Bild (den digitalen Sticken ignorieren wir mal, der gehörte nicht zum Design!^^), 10/10 no notes.
Ich bin allerdings unsicher, ob es so clever war dieses Buch auszusuchen für meine Konvaleszenz, denn ich war schon hart gechallenged manchmal nachzuvollziehen worum es geht - und ich möchte das absolut als ein Ich-Problem verstanden wissen, die Autorin kann nichts dafür, dass ich bei Biologie und Chemie schnell überfordert bin!
Was allerdings vielleicht geholfen hätte, wäre eventuell eine professionelle Sprecherin ... die Autorin hat eine sehr angenehme, sanfte Erzählstimme, aber ich bin grade deswegen immer mal wieder weggedriftet, weil mir so die abwechslungsreiche Inflexion fehlte ... vielleicht ist das aber auch nur Motzen auf hohem Niveau weil ich mich besser fühlen will über meine naturwissenschaftlichen Verständnislücken, falls es jemand ausprobieren will, möge er/sie es mich wissen lassen. ;-)
Ein paar faszinierende Dinge habe ich aber dann doch gelernt und vor allem der Abschnitt "Bäume und Feuer" (das Buch ist in 4 Teile aufgeteilt, die uns erklären wie Bäume mit den Elementen interagieren) war sehr spannend. Man sollte ja meinen Holz und Feuer sind Gegensätze, aber das ist offensichtlich nicht universell wahr und davon auszugehen hat offensichtlich historisch schon viel an Forstplanung sabotiert.
Wer sich also für Erdgeschichte und Ökosysteme interessiert, wird hier sicher glücklich - die Autorin vermischt die wissenschaftslastigen Passagen mit ein wenig persönlichem Reise/Forschungsreport, wo dann wieder zum Tragen kam, dass mich Memoiren nicht interessieren, aber ich verstehe schon was der Sinn und Zweck dahinter ist. Und es macht in diese sehr persönlichen Passagen vielleicht auch mehr Sinn, dass sie es selber vorliest.
Unterm Strich muss ich das Buch einfach nochmal lesen, wenn ich mich besser konzentrieren kann, um mehr Detailwissen mitzunehmen (jetzt weiß ich vor allem, dass Eukalyptusbäume Arschlöcher sind... ;-), aber bis dahin wurde ich gut unterhalten und habe zumindest ein paar Dinge gelernt zu einem Thema, das ich ohne die Longlist vermutlich nie entdeckt hätte.
4 von 5 Eicheln muss das schon wert sein, no?

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