Publikationen, Projekte, Persönliches

30.01.2013

- o + Teil 39


Unser Büro ist oft ein wunderbares Beispiel für die universelle Wahrheit, dass man im Leben nicht alles haben kann - zwar haben die Kollegen in der 1. Etage einen klaren "Helligkeits-Vorteil" durch ihr nettes Oberlicht und im Winter frieren sie auch weniger; dafür läuft im Sommer schon bei Außentemperaturen von 25Grad die Klimaanlage, da sich besagtes Oberlicht wunderschön aufheizt und bei so nettem Dauerregen wie heute, kann man leider auch sein eigenes Wort nicht mehr verstehen...

In unserer halbdunklen, kühlen Unteretage dagegen ist der Sturm mehr ein kontinuierliches Rauschen - hat fast ein wenig Zen-Qualität!;-)

Bevor wir aber jetzt die Mittagspause mit noch mehr sinnlosen Alltagsbetrachtungen rumbringen, hier schnell und zwischendurch der - o + Füller!

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1. Eigentlich habe ich mir ja eine "kreative Auszeit" redlich verdient, wenn man sich mal anschaut, was ich im November und Dezember an Bastelmarathons hinter mich gebracht habe, aber meinen kleinen Zensor interessiert das leider ü-ber-haupt nicht. Die kleine, penetrante Stimme meines Unterbewußtseins hat irgendwie zuviel Kaffee mitbekommen in letzter Zeit und ist ständig der Meinung ich müsste doch noch dieses, jenes und welches erledigen. Hat jemand vielleicht ein gutes Gegenmittel gegen nervige Mitbewohner im Kopf - also eines, das nichts mit Alkohol oder Holzhammer zu tun hat?;-)

2.  Bei einem kontinuierlichen Kritikpunkt meines kleinen Peitschenschwingers, muss ich ihm aber leider Recht geben - die Trainingseinheiten der letzten 3Monate kann ich bequem an meiner rechten Hand abzählen. Das soll natürlich nicht sein und muss dringend geändert werden, da möchte ich mal mit allen Persönlichkeitsanteilen zustimmen.
Nachdem mich aber Bodyrock endgültig vergrault hat - furchtbar langweilige Trainings, konfuse neue Webseite und diese seltsame Silikonfrau... - habe ich zumindest inzwischen eine neue Home-Workout Seite (www.lovingfit.com) aufgetan, die mir besser gefällt. Außer dem inneren Schweinehund steht also eigentlich nichts mehr im Wege...

o
3.  Spät am Abend hat man bekanntlich die besten Ideen - da ist es in letzter Zeit öfter vorgekommen, dass ich ein wenig innerlich geflucht habe, weil mir eine gute Idee aus reinem Motivationsmangel verloren gegangen ist - nochmal aufstehen und irgendwas aufschreiben, wenn man schon so schön eingemummelt ist, ist eben nur was für "harte Kreative"!;-) Manchmal merke ich mir aber auch Dinge, kann ich zufrieden vermelden, die ersten Ideen 2013 haben sich daher auch schon eingestellt! To be continued...;-)

4.  Je länger ich mich daran gewöhne mit meinem persönlichen Hi-Wi zu arbeiten, desto mehr finde ich es schade, dass ich sowas nicht für mein privates Leben auch haben kann...Mein Schreibtisch ist jetzt oft total aufgeräumt, weil ich alles einfach zum Abarbeiten, Abheften, Weiterleiten woanders lagern und wieder irgendwas Sinnvolles machen kann...Vielleicht sollte ich das mal beantragen und sehen was passiert...andererseits wenn das Leben leicht wäre, könnte ja jeder eins haben!

+
5.  Das Jahr 2012 entschwindet so langsam und das ist auch gut so! Endlich vorbei der ganze Mist und jetzt nochmal auf Anfang und mit Gefühl!;-)

6.  Du weisst, dass du alt bist, wenn es dich nicht mehr stört? Ich bin unsicher, denn auch wenn die "große" 30 immer näher rückt, kann ich mich noch nicht aufraffen das irgendwie schlimm zu finden...manchmal ist es allerdings schon ganz praktisch sagen zu können "Ich krieg' den Sitzplatz, ich bin alt!"...klappt aber auch nur, wenn man mit so Jungspunden arbeitet!;-)
Mal sehen ob sich der Gemütszustand bis Juni noch verschlechtert - gehe ich aber weniger von aus - aber bis dahin kann man sich ja mit Geburtstagsplänen die Zeit vertreiben. Nur das man runde Geburtstage nicht schlimm findet, heißt ja nicht, dass man sie nicht feiern soll!

In diesem Sinne eine schöne Restwoche allerseits und viel Spaß mit dem Video der Woche:

24.01.2013

Listening to: The Borgias

Ich möchte mich mal kurz als großer Fan "historischer Frauen" outen - nicht weil da die Kampfemanze in mir durchkommt, die irgendwas über Jahrhundertelande Unterdrückung und Rache an den Penisbesitzern brabbeln möchte, sondern weil ich es bewundernswert finde, sich ohne Rücksicht auf Leib und Leben für irgendetwas einzusetzen.
(Natürlich gillt das genauso heute für Demonstranten in Diktaturen, Homosexuelle in Gottestatten etc. etc., aber ich hab' nunmal Geschichte und nicht Politik studiert.;-)

Einer meiner Lieblinge ist bekanntlich Anne Boleyn, ich glaube aber Lukretia Borgia könnte auf Nummer 2 nachrücken - wie man sieht: Frauen, die in einer von mir befürworteten Art und Weise denken und handeln, sind meist bei ihren Zeitgenossen nicht besonders beliebt...hat vermutlich einen direkten Zusammenhang!;-)

Ursprünglich kam ich auf die Idee mir mal ein Sachbuch zu diesem Thema zu gönnen, weil ich die TV-Serie ganz gerne mag - und das nicht nur wegen der hübschen Kostüme oder Jeremy Irons, was aber schon zwei gute Argumente sind.
Das an sich ist schonmal erwähnenswert in obigem Kontext, denn The Tudors fand ich un-er-träg-lich - schlechte Geschichtsperzeption, schlecht präsentiert, reden wir nicht mehr davon! (Zugegeben über 2halbe Folgen bin ich auch nicht rausgekommen, das reichte mir schon...;-)
Nun mag das natürlich ein Phänomen sein ähnlich dem "Lies nie das Buch, bevor du die Verfilmung gesehen hast" - vielleicht kann man so eine Serie nicht mögen, wenn man ein "Tudor-Regalbrett" in seinem Sachbücherschrank hat, aber dennoch kam es mir aus meiner relativ wenig informierten Sicht zunächst so vor, als hätte sich The Borgias weniger weit von den belegbaren Fakten entfernt - ich finde das indessen nicht völlig ablehnungswert, aber grade bei den beiden Clans muss man eigentlich nichts mehr dazuerfinden, manchmal ist das Leben schon bunt genug!;-)

Nachdem ich mir das sehr unterhaltsam - und trotz des etwas reißerischen Covers, erfreulich "neutrale" - Hörbuch The Borgias von Christopher Hibbert (gelesen von John Telfer) habe vorlesen lassen, muss ich das ein wenig revidieren - Serienhandlung ist eben doch gestrafft und nicht immer vollig zutreffend, aber es hält sich noch im Rahmen (bisher zumindest, die 3. Staffel kenne ich noch nicht).


Im Großen und Ganzen konnte ich aber sehr viele "Bilder" aus der historischen Analyse wiederfinden, die sich (wie der Autor auch nett herausstellt) im letzten Jahrhundert ein wenig von dem "Mörder & Huren"-Bild der Borgias entfernt hat. Vielleicht nicht einmal so sehr, weil es nicht stimmt, sondern eher, weil es im historischen Kontext nicht so ausßergewöhnlich ist, wie es gerne dargestellt wird...

Mal ganz davon abgesehen, dass man sich heute schon fragen muss, ob es wirklich ihre 3-4 "belegten" Liebhaber waren, die Lukrezia ihren schlechten Ruf eingetragen haben (wenn man mit 13. das erste Mal verheiratet wird, hat man ja aber auch früh angefangen) - ich gehe mal mit der Serie konform und unterstelle, dass diese böse Nachrrede eher eine Reaktion auf den unerhörten Umstand war, dass sie von ihrem Vater (der sich auch noch weigerte seine Kinder als "Nichten &Neffen" auszugeben...) nicht nur mit der Verwaltung des Vatikanstaats beauftragt wurde, wenn er auf Reisen war...nein, sie war gut darin!

Verständlich, dass mit der Frau irgendwas nicht stimmen konnte - eine Männeraufgabe besser machen als die Männer muss ja von dämonischen Kräften zeugen. I'm loving it!;-)

Einen kleinen Abzug gebe ich für die Hörbuchversion, weil mich John Telfer mit seiner überkorrekten italienischen Aussprache nervt und gleichzeitig Burckard konstant als Burchard, Bürk'art oder Bukkart ausspricht. Wenn man schon so überkorrekt sein will, hätte man den einzigen deutschen Namen, der auch noch ständig vorkommt bitte auch noch lernen können!;-)

Prinzipiell fühlte ich mich aber gut unterhalten und gut informiert und vergebe daher überzeugte 4,5 von 5 Mitren (Mitras?;-).

Und hier noch was zum Lachen...nicht das wir Vorurteile kolportieren wollen...Nein!;-)

23.01.2013

Habsburgs schwarze Schafe

Es hat etwas länger gedauert, aber schlussendlich habe ich es doch noch geschafft eines meiner "Geschenk-Bücher" zu lesen!
Fairerweise muss aber erwähnt werden, dass ich dafür meine französische Lektüre in der Mitte pausieren musste, sonst käme der Post wahrscheinlich erst nächstes Weihnachten...merke: Französisch lesen geht seeeeehr laaaangsaam.

Es ist ja bekannt, dass ich gerne Menschen mit Annekdoten...ich würde sagen "bereichere", andere würden vielleicht von "quälen" sprechen.;-) Insofern sind natürlich Lektüren mit neuem Annekdotenstoff für den nächsten Wien-Besuch natürlich auch immer gern genommen - wie zum Beispiel diese hier:


Was lustige "historische Annekdotenbücher" angeht, muss ich sagen, war das hier ein wenig traurig...
Zugegeben Geschichte ist oft nicht besonders "lustig" im eigentlichen Sinne - an Cleopatra kann man zum beispiel so Einiges tragisch oder gruselig finden - aber aus irgendeinem Grund deprimieren mich die rohen Sitten der Antike irgendwie weniger, als Gottesgnadentum im 20. Jahrhundert...
Vielleicht bin ich einfach immer so naiv zu glauben in den letzten 4-5000Jahren müsste sich die Zivilisation intellektuell und moralisch irgendwohin entwickelt haben!;-)

In diesem schmalen Büchlein findet man also ziemlich viele Unsymphaten - nicht zuletzt übrigend Franz & Sissi, die ich persönlich nicht hätte näher kennen wollen, egal was mir der Heimatfilm verspricht;-) - und Beispielfälle der hochherrschaftlichen Inzuchtpolitik (mal im Ernst, wo soll das denn hinlaufen, wenn du nichtmal "normale" Aristokraten heiraten darfst, sondern nur "regierende Herrscherhäuser"? Gehts noch versnobter??;-).

Ein oder zwei positive Lichtblicke sind aber dann doch noch dabei, was wiederum ganz spannend ist, da sich der Autor auf die "neueste" Geschichte beschränkt - hier geht es also nicht um Deppen, die vor 300Jahren noch ihre Hausmeister zum Abschuss freigegeben haben, sondern um ganz aktuelle Entwicklungen, bis hin zur "lebenden Generation".

Ich würde sagen, ich vergebe mal 3 von 5 Nerd-Gummipunkten, ich glaube wenn man sich nicht für das Thema Habsburg an sich erwärmen kann, wird man hier trotzdem nicht glücklich!;-)

11.01.2013

- o + Teil 38

Hmm...irgendwie stelle ich fest, dass nach der Blogging-Frenzie aus der letzten Urlaubswoche die Informationsdichte wieder ziemlich nachgelassen hat...
Das heißt natürlich nicht, dass nichts erzählenswürdiges mehr passiert, sondern nur, dass uns der normale Arbeitsalltag wieder hat und gerade keine größeren Buch, Film, Bastel, Hobbie-Dinge zu berichten sind.;-)

Also machen wir es uns zur letzten Mittagspause der Woch mal ein wenig gemütlich und geben uns den - o + Füller!

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1.  Wäre es nicht schön, wenn wir unseren Garten endlich mal wieder für uns haben dürften? Entgegen der Aussage aus dem letzten Jahr ("In Woche 50 ist das alles fertig.") basteln und fräsen die lieben Bauarbeiter-Jungs jetzt ab Montag wieder/immer noch an den Balkonen, die niemand bei uns im Haus so wirklich haben will. Zuerst hatten sie nicht alle Messungen beisammen, dann mussten sie die Tragestützen nochmal neu verbauen (ohne Messungen mal drauflos hat nicht funktioniert - shocking!), jetzt basteln sie noch an den Aufbauten, was bedeutet jeden Morgen ab 7Uhr leuchtet uns ein heimeliger Scheinwerfer ins Küchenfenster. Bin ich froh, dass wir nicht die Zimmeraufteilung der Vormieter übernommen haben - dann würden die Fratzen jeden Tag vor unserem Schlaf- und Wohnzimmer rumlaufen, statt vorm Arbeitszimmer & der Küche...

2.  Hat jemand zufällig einen Tipp für sterbende Paradiesvogelblumen? Ich fürchte mein Setzling verkümmert im Wohnzimmer.Das ist der Nachteil daran, dass unser Wohnzimmer nicht zum Garten rausgeht...

o
3.  Ich denke darüber nach, mir "schon wieder" ein neues Notebook zum Arbeiten zu kaufen. Zwar bin ich mit meiner Uralt Gurke 10Jahre lang ausgekommen, aber nachdem mein 2010 erstandener "Dissertations-"Dell inzwischen als allgemeiner Familienrechner zweckentfremdet wurde, macht das irgendwie auch keinen Spaß mehr...Ich will ein kleines Rechnerchen nur für mich, das mehr als 20Min ohne Akku überlebt und das man auch mal mit in den Garten nehmen kann. Außerdem muss ich mich dann nicht immer darüber ärgern, dass meine Tastatur mit fremden Frühstückskrümeln verschandelt wird!;-)

+
4.  Als ich jünger war dachte ich,  wenn man erstmal "alt" ist, hätte man außer Familie und Arbeit nicht mehr viel zu tun - niedlich ich weiß!;-) Da sagte doch letztlich meine Französischlehrerin zu uns, sie würde keine Haushaltsroboter oder sowas haben wollen, weil man ja nur noch rumhängt, wenn sich im Haus quasi alles von alleine regelt...Irgedwie macht es mich sehr fröhlich, dass mir spontan mindestens 15Dinge einfallen, für die ich ohne Haushaltskram mehr Zeit hätte...alles andere fände ich erschreckend!;-)

5.  Vielleicht wird es ja bei uns irgendwann nochmal was mit der Putzfrau - mal im Ernst ich halte das für eine realistische Option! Man sagt zwar immer gutes Personal ist schwer zu finden, aber mir wäre mehr Lebenszeit für Dinge, die ich tatsächlich gerne tue schon einiges wert, auch wenn ich mir natürlich darüber im Klaren bin, dass das der pure Luxus ist...;-)

In diesem Sinne ein schönes Wochenende und viel Spaß mit dem Video der Woche (apropos Luxusprobleme der Neuzeit;-):



05.01.2013

Robin Hood & Prometheus. Oder: 2x Ridley Scott (vorsicht Spoiler!)

Falls man sich über den Titel wundert: Stimmt schon, normalerweise bin ich nicht wirklich gut informiert darüber welcher Regisseur welchen Film gemacht hat - oft genug (er)kenne ich ja nicht mal die Schauspieler...;-)

In diesem Fall war es aber ein lustiger Zufall, dass wir zur Weihnachtszeit gleich 2Filme von einem der wenigen Regisseure zu sehen bekamen, die mir tatsächlich was sagen - oder von dem ich zumindest weiß, dass er den Original Alien und Gladiator gemacht hat, schon haben wir also den Zusammenhang zum "Alien-Prequel" und Russel Crowe hergestellt.

Was erwarten wir also aufgrund dieser Vor-Assoziationen von den "neueren" Filmen? Dreckige Raumschiffe, alptraumhafte Monsterviecher, epische Schlachten, Helden und Schurken? Starke Bilder jedenfalls.

Was das angeht muss ich sagen, dass sowohl der neue Robin Hood und noch mehr Prometheus auf jeden Fall liefern, was erwartet war. Massig Statisten, große Bilder, fiese Aliens und aufwendige Effekte findet man ohne Probleme.
Dummerweise kommt aber bei all dem "großen Kino" bei beiden Filmen die Story ziemlich zu kurz - und ja, auch Mittelalter/Alien-Actionfilme dürfen ruhig eine halbwegs überzeugende Geschichte haben, wenn man schon den Ansatz dazu legt - irgendwas anfangen und dann einfach liegen lassen hat noch nie irgendwas gut gemacht!;-)

Bei Robin Hood kann man schon ziemlich früh erkennen, was hier passieren soll - statt immer wieder dieselbe Geschichte um den Sherrif und King John zu erzählen, sollen wir hier mal erfahren "wie alles began". Soweit so gut. Außerdem bekommen wir schnell mit, dass der Held in diesem Film gar nicht so heldenhaft ist - immerhin beginnt er seinen Kampf gegen das Böse unter falschem Namen und klaut noch ein paar toten Rittern die Rüstung, um vom Schlachtfeld zu flüchten...
An sich habe ich mit dieser Art von Re-Visioning überhaupt kein Problem, ich bin sogar ein großer Fan von ent-heldeten Helden, aber mit einer netten Idee alleine macht man leider noch keinen guten Film. Und leider endet die nette Idee schon genau hier. Kaum wieder in England entwickelt sich die Handlung so rasent schnell in die "und jetzt bist du unser Held, mein Sohn" Fahrrinne, dass man sich den Prolog auch hätte sparen können. Innerhalb von gefühlten 30Minuten ist man also doch wieder der große, rechtschaffende Held, hat das Mädchen, die Fieslinge sind einem wieder unwohl gesonnen, Endschlacht, Versteck im Wald - fertig.
Das dieses Gebilde trotzdem ein abendfüllender Film ist, liegt nur an der Zeit, die oben erwähnte Effekte, Massenszenen etc. brauchen - zumindest davon gibt es eine Menge. Leider wird man das Gefühl nicht los, dass man zwischen den "wichtigen Szenen" immer irgendwas verpasst hat. Menschen wissen oder können plötzlich Dinge, von denen vorher nie die Rede war, die Bösen haben plötzlich den totalen Durchblick, was die ganze "Namens- und Rüstungsklau-Geschichte" betrifft und "auch bekannt als Robin Hood" wird einfach mal in die letzte Minute Film gezwängt, obwohl niemand vorher irgendwann dieses Alter Ego mal erklärt, eingeführt oder auch nur verwendet hat...Muss man das lieblos nennen? Ich fürchte ja.

Ich würde daher gerne sagen, dass Prometheus das alles besser macht, aber auch wenn die Bilder und Effekte hier naturgemäß noch effektvoller gestaltet sind...irgendwie kann man dasselbe Prinzip erkennen.
Was wir in den ersten 10Minuten des Film geboten bekommen, erzählt eigentlich schon die ganze Geschichte - auf der Erde gibt es Höhlenmalereien und alte Steintafeln aus allem möglichen Kulturen, die dasselbe Sternbild zeigen und nun möchte man herausfinden warum. Soweit so gut. Die Idee "Aliens haben unsere antiken Kulturen besucht/gefördert" gibt es ja nicht erst seit gestern, also hätte man den Film meinetwegen gerne darauf aufbauen können. Was wir aber nach dem Sprung in die "In-Time-Jetzt-Zeit" erfahren, ist Folgendes: Wir sind auf einer Mission die Aliens zu finden, die die Menschheit erschaffen haben. Erschaffen? Ja, erschaffen. Woher wir das wissen wollen? Antwort der Medizinischen Leiterin: "Weil ich es gerne glauben will."
Äh...meine ich das nur, oder ist das das dümmste Argument für eine Weltraum-Mission ever?
Anyway, außer mir hat sich scheibar niemand über diese völlig haltlose Behauptung gewundert, also steuern wir weiter den Alienplaneten an, um unsere Götter zu treffen, ewige Jugend zu erhalten und das Geheimnis unserer Existenz zu ergründen - ich fühlte mich sehr an Star Trek V erinnert, die Story hat da auch schon nicht funktioniert...
Als wir dann die Aliens "treffen" stellen wir fest, dass die (mit einer Ausnahme) wohl schon seit ein paar tausend Jahren nicht mehr atmen - die Steintafeln nach denen man navigiert sind ja auch schon 38.000 Jahre alt, mehr als genug Zeit um auszusterben, aber das hat irgendwie auch keiner bedacht. Also löst sich ein Hauptcharakter schonmal in Alkohol und Selbstmitleid auf, weil seine Götter ihm jetzt nicht mehr erklären können warum er existiert (selber nachdenken liegt niemandem in diesem Film;-), die anderen finden noch raus das die DNA der Aliens tatsächlich übereinstimmt und dann greifen zum Glück endlich die Face-Hugger an und bringen in paar Leute um.
Diese "Die Menscheit ist ein Alien-Ableger" Bestätigung nehme ich dem Film etwas übel, denn eigentlich empfand ich die ansonsten konsequente Nicht-Erfüllung der Erwartungen als einziges Hochgefühl der Handlung - wir reden nicht mit unseren "Göttern", wir finden nicht heraus warum sie uns erschaffen haben, sie erfüllen keine Wünsche und wir erfahren auch nicht warum sie die Menschen wieder auslöschen wollten und jetzt versuchen uns umzubringen. Wäre der dumme DNA-Abgleich nicht gewesen, hätte ich hier glatt einen Konsequenz-Gummipunkt vergeben...;-)
Am Ende gibt es wie immer nur 1,5Überlebende und wir finden noch heraus, dass der Heimatplanet der Götter-Aliens wohl woanders zu suchen ist - dazu meine letzte Frage: Warum zeigen dann antike Kulturen-Steinplatten auf einen leeren Planeten mit Massenvernichtungswaffen?
Beantwortet wird das leider auch nicht - vielleicht ja in Teil 2...

Unterm Strich bin ich von beiden Filmen recht enttäuscht gewesen - wobei ich Robin Hood für den schlechteren Film halte, mir aber von Prometheus mehr versprochen hatte, weswegen ich von der völlig dämlichen Göttersuche-Story noch viel enttäuschter bin...Logisch, oder?;-)

Die Effekte und Bilder retten das Popcorn-Kino für mich daher nur mittelmäßig, was beiden Filmen eine Bewertung von 2,5Langbogen bzw. Rettungskapseln beschert - also das Equivalent zu "Hmm...naja ganz ok". Soweit so gut.;-)

04.01.2013

Listening to: Pride and Prejudice and Zombies

Ich erwähnte es ja schonmal, glaube ich: Ich bin nicht wirklich ein Fan von Empire-Romanzen.
Zugegebenermaßen ist das Original in diesem Fall weniger romantisch, als mehr bitter-böse, aber irgendwie konnte mich das auch nie so wirklich überzeugen...

Vielleicht fällt es leichter sich über kaputte Familien voller unsympathischer Charaktere zu erheitern, wenn man wenig bis gar nicht darüber nachdenkt wie traurig das Leben dieser Menschen eigentlich sein muss, um sie so zynisch zu machen, aber Hirn abschalten fiel mir beim Lesen immer schon schwer und ist auch irgendwie nicht Sinn der Sache, oder?

Da ist es ja ein Glück, dass zu den unglücklichen Zweck-Ehen, dem Liebeskummer und den nervigen Nebencharakteren in der "Weiterentwicklung" Pride and Prejudice and Zombies von Seth Graham-Smith (gelesen von  Katherine Kellgren) noch Zombies dazukommen. Zombies machen machmal eben doch alles besser!;-)


Ich hatte meinen Spaß an dieser Parodie, da tatsächlich an vielen Stellen viele Elemente des Originals erhalten geblieben sind - was die Änderungen umso lustiger macht.
Ich bin trotz aller Vorbehalte zwar ganz froh, dass wir damals keine Zombie-Version aufgeführt haben - Mr. Darcy barbrüstig beim Schwert-Drill im Mondschein war mir dann doch etwas viel des Guten!;-) - aber im Gegensatz zum Original werde ich mir die Zombie-Version bestimmt nochmal vorlesen lassen.

Die Hörbuch-Version mit Katherine Kellgren ist sehr gut gelesen -  nur manchmal etwas ins hysterische abdriftent, was zwar der Vorlage geschuldet ist, aber trotzdem einen Minimalabzug bekommt - und teilweise sogar musikalisch untermalt. Das muss man zwar nicht haben, stört aber auch nicht.;-)

Insgesamt verbleiben also überzeugte 4,5 von 5 Katana für eine unterhaltsame Version eines alten Klassikers.

03.01.2013

Merida. Oder: Schottisch für Anfänger

Auch wenn es mir auch in England und Wales gut gefallen hat, eines muss ich dann doch mal festhalten: Ich liebe den Schottischen Akzent!:-)

Wie könnte man also einen ganzen schottischen Film nicht mögen?
Als Ausgleich zu dem düsteren Alienhorror aus der Videothek - dazu dann später mehr - kam ein netter Pixar daher gerade recht.

Die Story von Merida (im englischen Original "Brave") ist jetzt nicht gerade das Neu-Erfundene Rad - Prinzessin, Sinnsuche, Teenager-Probleme usw. - aber auch eine Disney-Prinzessinnen-Geschichte kann man gut oder schlecht erzählen.
Und was das angeht, kann ich sagen: Merida käme in meinem Prinzessinnen-Ranking ziemlich weit vorn - schon allein wegen dem Akzent und den Haaren.;-)
(Ich weise darauf hin, dass ich keine Ahnung habe, wie sie das in die deutsche Synchro gerettet haben...ich befürchte schlimme Dinge, wie Bayrisch, oder sowas, daher bezieht sich meine Empfehlung ausdrücklich auf die Originalversion!)

Aber auch was die allgemeine Stimmung des Filmes angeht, hat man sich hier Mühe gegeben ein wenig Highland-Feeling und Mythologie einzusammeln - wenn auch natürlich in der unblutigen Light-Version für Kinder, ich glaube die meisten keltischen Legenden sind dann doch nicht so sehr Disney-Material...
Abgesehen davon erinnern allerdings viele der Nebencharaktere ein wenig an die...ich sage mal absurderen Disney-Filme a la Emperor's New Groove, was aus meinem Munde durchaus als Kompliment zu verstehen ist!;-)

Übrigens wird auch nicht einmal unnötig gesungen - ich finde das muss auch mal lobend erwähnt werden...

 Mit einem minimalen Abzug, den ich gebe, weil ich glaube die Geschichte hätte an einigen Stellen ohne großen Aufwand weniger vorhersehbar sein können, bleiben also trotzdem noch unter dem Strich 4,5 von 5 Irrlichtern für empfehlenswerte Abendunterhaltung!:-)

02.01.2013

How To: Origami für den Frühling

Einen letzten Bastelpost hab' ich dann doch noch, auch wenn es etwas länger gedauert hat - da wir aber heute Frühlingsblumen basteln, ist das ja noch immer aktuell!

Es gibt jede Menge Origami-Blüten, Lilien, Tulpen, Jasmin und und und - das es diesmal ausschließlich Narzissen sind, lag eher an der Präferenz der Beschenkten und nicht daran, dass die Anleitung für andere hübsche Blümchen nicht funktioniert...;-)

Schritt 1: Die Blüten
Ersteinmal zum "einfachen", weil vorhersehbaren Teil - man nehme buntes Papier und die untige Anleitung und bastle soviele Blüten wie gewünscht. Das Ganze ist allerdings etwas kompliziert, wenn man also erstmal nur irgendwie sowas Ähnliches machen möchte, sollte man vielleicht eher mit den Tulpen Vorlieb nehmen!:-)





Schritt 2: Stengel und Blätter
Hier musste ich etwas improvisieren, denn die ürsprüngliche Idee, die ich aus einem anderen "Narzissen-Video" hatte, funktionierte nicht wirklich für die Form der Blüten oben.
Die Idee mit den Post-Its funktioniert aber trotzdem - man nehme also 2-3grüne Post-Its, klebe sie zusammen und falte den zusammengeklebten Papierstreifen einmal mittig. Danach falte man den Streifen wieder auf und falte die rechte wie linke Hälfte zur Mitte. Das wiederhole man sooft es geht und schon haben wir eine Art Papier-Strohhalm hergestellt.

Ich habe ein bißchen geschummelt und den Papierstengel mir Tesafilm an 2-3Stellen umwickelt, damit er stabiler wird - wenn man nicht ganz so wiederspenstiges Papier hat, mag es aber auch ohne gehen.:-)

Bei den Blättern habe ich sogar noch mehr geschummelt und aus 2 aneinandergeklebten Post-Its einfach die entsprechende Form ausgeschnitten - man muss sich ja das Leben nicht unnötig schwer machen.

Schritt 3: Wie man das zusammen bringt...
 Das war zunächst mal ziemlich knifflig und man sollte die Stabilität der fertigen Blumen auch nicht überstrapazieren - in der Vase stehen funktioniert, aber rumwerfen sollte man sie nicht!;-)

Zunächst einmal halten wir den Stengel fest zwischen zwei Fingern und drücken eine obere Partie nach unten, so dass ein Winkel mit einer Art "Führungsrinne" entsteht.




Dann nehmen wir - wie so oft - ein Stück Holzspieß und führen es durch die Blüte in diese Rinne - fixiert wird das Ganze dann indem wir den abgeknickten Teil des Stengels fest mit Garn oder Tesa-Film umwickeln.
Die Blüte steckt also nur lose auf dem Holzstab, sollte aber nicht herunterfallen, wenn der Winkel nicht zu groß gewählt ist - in dem Fall sollte man das aber noch korrigieren können.





Jetzt  nur noch eine Vase finden, ein wenig blaues Papier als "Wasser-Ersatz" und schon haben wir einen bunten Blumenstrauß für das Ganze Jahr!:-)


01.01.2013

- o + Teil 37. Angekommen in 2013






Geschafft! 2013 ist erreicht und nach ein paar Schwierigkeiten haben wir es sogar gestern Abend geschafft noch ein Taxi nach Hause zu bekommen - einer der Nachteile, wenn man ausnahmsweise mal nicht in die eigenen 4Wände einläd...;-)

Da aber noch Restalkohol auszuschwitzen ist und morgen auch schon wieder für 50% des Haushaltes (zum Glück nicht meine 50%;-) der Arbeitsalltag wieder losgeht, hier die Stimmungslage am ersten Tag 2013 in Kurzfassung:

- Ich hasse krank sein im Urlaub! Das braucht doch echt niemand, oder? Zum Glück hatte ich Schlafen sowieso auf meiner To-Do Liste für diese Woche, sonst würde ich mich vermutlich noch mehr ärgern...;-)

o  Ich hinke mit meiner Blog-Aufarbeitung aus den letzten Dezemberwochen immer noch hinterher, aber hoffe noch vor Ende der Woche alle Filme, Bücher, Bastelkram und sonstiges nachzuliefern - stay tuned!:-)

+ Etwas Lustiges hat dieses Jahr schon gebracht - das Ende von Supernatural Staffel 7 auf unserem DVD-Player, einen neuen Ohrwurm für meine Playliste und damit auch endlich das Staffel 7 Gag-Reel-Video der Woche.
Natürlich könnte man sich den Gag-Reel auch ansehen, bevor man die Staffel zuende geschaut hat, aber...das wäre doch irgendwie falsch, oder?;-)



In diesem Sinne viel Erfolg, Glück und was auch immer ihr sonst noch gebrauchen könnt für das neue Jahr!

31.12.2012

Berühmte letzte Worte 2012


Huch, da ist Weihnachten schon wieder vorbei - ehrlich, je länger die Vorbereitungen dauern, desto seltsamer ist es, dass der ganze Spuk nach 2,5Tagen schon wieder vorbei ist und alles schon aufs nächste Jahr schaut...
Bevor es aber soweit ist, müssen wir da nochmal genauer hinschauen!:-)

Vorherrschendes Gefühl für 2013?
Hoffnungsvoll - 2012 haben sich viele Dinge verändert, gedreht, anders ausgerichtet. Jetzt wird es Zeit für ein bißchen "Ankommen"!

2012 zum ersten Mal getan?
Auf Geschäftsreise gewesen und mir dafür sogar einen neuen Anzug gekauft - hätte ich bei den Temperaturen aber nicht wirklich gebraucht...

2012 nach langer Zeit wieder getan?
Im Garten gearbeitet! Ich wollte das ja nie so wirklich zugeben, aber irgendwie ist Gartenarbeit schon schön - sogar für Allergiker...;-)

2012 leider nicht getan?
Die Bruchstücke fertig geschrieben. (unveränderte Übernahme aus dem letzten Jahr - aber gut voran gekommen bin ich an der Front trotzdem, daher stresst mich das nicht so sehr!:-)



Die teuerste Anschaffung?
Viele neue Möbel und gaaaanz viel Gartenkram!

(Un)wort des Jahres?
Weltuntergang! Irgendwann war es nicht mehr lustig und ausgefallen ist er dann auch noch.

Zugenommen oder abgenommen?
12Kilo weniger waren es im Sommer - seit es wieder Marzipan & Stollen gibt, sind es vielleicht noch 10 oder 9...aber immerhin!;-)

Alkoholexzesse?
Zunehmend seit 50% meiner Kollegen Belgier sind...die verstehen was von Bier!

Haare länger oder kürzer?
Meine Frisur ist wie ein Gemälde - zeitlos und manchmal etwas restaurationsbedürftig. (unveränderte Übernahme aus den letzten 3 Jahren;)

Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
Gleichbleibend kurzsichtig.

Mehr Kohle oder weniger?
Tendierte dieses Jahr gegen 0 bis noch weniger.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger zwangläufig.

Mehr bewegt oder weniger?
Leider wieder etwas weniger - der gute Vorsatz lässt grüßen!


Film des Jahres?
Erschreckenderweise gab es in diesem Jahr scheinbar keinen Film, der die 5Punkte geknackt hat, aber dafür gleich eine ganze handvoll mit 4von5, was ja auch nicht schlecht ist. Entweder war also dieses Jahr kein Über-Überflieger dabei, oder ich war einfach zu kritisch? Anyway, the Winner is Avengers mit 4,5Punkten! Damit kann ich gut leben.;-)

Buch des Jahres?
Ist dieses Jahr ein Hörbuch und zwar Cleopatra! (Ich könnte das jetzt nochmal unterteilen, aber da ich meistens das Buch als solches und nur sekundär das "Vorlesen" bewerte, macht das eigentlich keinen Sinn:)

Erkenntnis des Jahres?
Es geht immer irgendwie weiter.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Das ist immer so schwierig zu entscheiden, ich habe ja dieses Jahr so einiges verschenkt...woher soll ich denn wissen, was davon am schönsten war, Schönheit liegt doch bekanntlich im Auge des Betrachters, oder?
Am zufriedensten war ich allerdings mit meinem Kirschblütenzweig, vielleicht auch deswegen weil ich anfangs überhaupt nicht wußte wie das am Ende funktionieren würde!;-)

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ich habe in diesem Jahr ganz viel selbst-gebasteltes bekommen - Bilder, Karten, Blumen, Schmuck, ich kann beim besten Willen nicht sagen, was davon am schönsten ist, es macht mir alles sehr viel Freude!:-)

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
"Life without you is like a broken pencil - Utterly pointless!" - es ist ein Blackadder Zitat, aber gefreut hat es mich trotzdem!;-)

Die größte Enttäuschung?
Zählt auch der größte Aufreger? Dann die Dreistigkeit der Belgischen Bahn und der Höllentripp zurück nach Aachen. Das war das schlimmste Abend seit langem!

Beste Idee/Entscheidung des Jahres?
Ans Meer fahren!:-)

Vorsatz fürs neue Jahr?
Wieder ein wenig mehr bewegen und das Leben wieder ein wenig mehr genießen!

2012 war mit einem Wort?
Lang. Sehr lang. Zu lang!

30.12.2012

How To: Origami-Weihnachtsbaum

Wir haben keinen Weihnachtsbaum.
Das muss man als Statement zur Weihnachtszeit nur mal so in den Raum stellen und schon ist man oft irgendwie außen vor und wird merkwürdig beäugt. Platzmangel-Vermutungen, praktische Vorschläge zur Katzenabwehr und Mitleidbekundungen lassen nicht lange auf sich warten - ohne Baum ist schließlich kein Weihnachten.
Eigentlich ist die Wahrheit aber sogar noch viel schockierender: Ich will gar keinen Weihnachtsbaum!
Kein Platzproblem, kein Erziehungsproblem meiner Haustiere, keine Armut oder Transportunfähigkeit kann mich also von dieser unverzeihlichen Unangepasstheit an die westlich-christliche Kultur freisprechen.
Man mag meine Eltern verantwortlich machen, meine Lehrer oder auch andere prägende Faktoren meiner Kindheit, oder aber mir die volle Schuld geben, aber die Verweigerung der Besinnlichkeits-Tanne bleibt leider bestehen.;-)

Wobei ich mitnichten die prinzipielle Schönheit der Tanne an sich in Zweifel ziehen möchte - aber nur weil ich Pferde hübsch finde, stelle ich mir ja auch keins in die Badewanne...

Vielleicht bastle ich irgendwann mal mit meinen Kindern ein "Wir müssen draußen bleiben."-Schild für einen eventuellen Garten-Weihnachtsbaum, das möchte ich nicht ausschließen.
Bis dahin habe ich aber folgende Alternative gefunden: Der Weihnachtsbaum aus Papier

Mit ein wenig Zeit sehr unproblematisch herzustellen und absolut Nadel-frei!;-)

Schritt 1: Der Baum
Für dieses Modell brauchen wir (Überraschung) grünes und braunes Papier und verschiedenen Größen - Glanzkarton wie im Video sieht natürlich nett aus, mit mattem Papier gehts aber genauso gut...;-)



Schritt 2: Der Schmuck
Prinzipiell darf man hier natürlich wieder alles was beliebt - allerdings liegt es in der Natur der Sache, dass die normalen Kugeln etwas schwergewichtig für den Papierbaum sind!;-)
Ich habe mal in unserer Adventkranz-Schublade gewühlt und für Versuch Nr. 1 ein paar leichte Deko-Blüten und Silberdraht gewählt. Seidenblumen etc. sind aber bestimmt auch "zumutbar".



Und schon fertig ist der Papier-Baum zum Wiederverwenden...also keine Chance für Knut!;-)

29.12.2012

The Hobbit Part 1 (may contain spoilers!)

Unglaublich aber wahr, manchmal schaffen wir es dann doch auch nochmal ins Kino - vor allem wenn ausnahmsweise ein Film mal "groß" genug ist, dass sich das hiesige Kino auch die 2D Version (diesmal sogar im O-Ton) leistet. Und dann gab es auch noch Kino-Gutscheine zu Weihnachten...wer wäre ich, da Nein zu sagen?;-)
Da ich ausnahmsweise mal davon ausgehe, dass diesen Film tatsächlich so Mancher nocht nicht gesehen hat, werde ich versuchen möglichst wenig zu verraten - wer allerdings sehr empfindlich ist was Spoiler angeht, der lese vielleicht doch einfach nur die Vorrede!

Auch wenn die ursprüngliche HdR-Triologie schon ein wenig her ist und ich damals tatsächlich erst alle Filme auf einmal gesehen habe, als Teil 3 herauskam - ein typischer Reflex ändert sich scheinbar nie: Noch bevor irgendwer den Film überhaupt gesehen hat, haben sich die feindlichen Lager der "das kann gar nicht so gut werden wie im Buch" Skeptiper und der unbeeinträchtigten Verfechter schon so tief eingegraben, dass man eigentlich nicht mehr davon ausgehen muss, dass es sich lohnen würde hier noch vorgefertigte Meinungen irgendwie ändern zu wollen. Wollte ich böse sein, würde ich vielleicht den Vergleich mit dem ein oder anderen Religionskrieg nicht scheuen, aber zum Glück bin ich ja lieb!;-)

Ich persönlich bin eigentlich immer ganz glücklich, dass mich sowas im Positiven, wie Negativen nie anficht, zumal ich als Nicht-Leser von Tolkien sowieso schon zu den Ungläubigen und als Tolkien Nicht-Möger ja geradezu zu den schlimmsten Ketzern überhaupt zu zählen wäre.
Ich stehe deswegen auch heute noch auf und sage, dass mir der 2. HdR-Film besser gefällt als Teil 1, und mögen noch soviele Fans mir sagen "Unverzeihlich" wäre das einzig-wahre Prädikat für die Zwei Türme - ihr könnt ja schonmal den Scheiterhaufen vorbereiten!;-)

Was hat das jetzt aber alles mit dem neuen Hobbit zu tun?
Ich fand diese Vorrede mal notwendig, um zu demonstrieren, dass es manchmal ein Vorteil sein kann die Vorlage einer Fantasy-Verfilmung nicht zu kennen und zudem kein großer Fan von Fantasy zu sein. So kann man sich die Grabenkämpfe um Änderungen, Abwandlungen, Zuerfundenem und Unnötigem schon mal schenken und den Film als solchen wahrnehmen.
Auf der anderen Seite hat man es aber als Nicht-Fantasy Fan in "ersten Teilen" nicht leicht, denn wenn irgendwo Fan-Pampering betrieben wird, dann wohl in den "Einleitungsfilmen". Ich nenne das mal "Elfen und Zauberer Blabla" und meistens erkennt man es an Diskussionen um irgendwelche Dinge, die alle tolle Namen haben und von Bla, dem Sohn des Blubb an Bli vererbt worden sind...Spätestens nach 2 Minuten steigt mein Hirn da einfach aus, weil es mir nicht gegeben ist mich für Schwerternamen oder fiktiven Stammbäume zu interessieren - weswegen HdR Teil 1 bei mir auch ganz unten in der Präferenz steht, man kann da ein Muster erkennen!;-)

Positiv muss ich also festhalten: Ich fand den Hobbit weder unlogisch, noch zu lang, noch großteilig unnötig dramatisiert!
Ich finde das muss mal lobend erwähnt werden, denn ich hatte - berechtigt wie ich finde - schon ein wenig Bedenken, ob es so eine gute Idee ist ein schmales Kinderbuch auf 3 Abendfüllende Filme aufzublasen. Ich halte nichts von Heldenvereehrung und daher auch nichts davon irgendeinen Regisseur, Produzenten oder sonstwen vom "Gewinndenken"auszunehmen.
Die Anknüpfung an den Beginn von HdR-Teil 1 gefiel mir dabei besonders gut, denn hier wird einfach die liebe zum Detail deutlich, die man allen Filmen immer angemerkt hat.
Die großartigen Landschaften sind natürlich immer noch genauso schön wie dazumal, ein paar Bilder und Effekte haben sich in den 9 Jahren aber dann doch noch erkennbar verbessert - besonders hervorheben möchte ich das übrigens mal bei Gollum, der schon in den HdR-Filmen gut gemacht war und jetzt sogar noch mehr Ausdrucksmöglichkeiten bekommen hat. Ganz klar einer meiner Favoriten des Films auch und wegen dem Zusammenspiel mit Martin Freeman. Wer Watson mag, muss eigentlich Bilbo lieben, denn in vielen Ausdrücken ist der Unterschied verschwindend gering...;-)

Natürlich gibt es auch "bildtechnisch" viele Parallelen zum ersten Teil HdR - die Wanderung zum Weathertop, die Flucht nach Kazad Dum und Boromir gegen den Urukhai kann man leicht abgewandelt mit Zwergen wiederholt finden. Ein wenig schade fand ich, dass es keinen erkennbar neuen Soundtrack gibt - aber auch hier kann ich den "Nostalgie-Effekt" irgendwie nachvollziehen.

Aber das große Aber: Ich finde auch nicht jede Kritik unberechtigt.
Unabhängig von meinem Problem mit "Einleitungsfilmen" hatte ich an einigen Stellen einfach verstärkt das Gefühl, dass der Spagat zwischen Kinderbuch und Ernsthafter Story nicht wirklich funktioniert - ich möchte mal auf die Goblin-Bergwerkszene verweisen, die eigentlich in Indiana Jones 2 besser aufgehoben gewesen wäre und mir für den Film dann doch etwas zu albern war...
Auch das "Aufwärmen" von alten HdR-Charakteren funktioniert für mich nur bedingt - Frodo, Gandalf und Elrond scheinen noch irgendeine Funktion zu erfüllen, aber die "Beratungsszene am runden Tisch" war in der Kinofassung sehr merkwürdig. Vielleicht ist hier beim Schneiden zuviel weggefallen (ich gehe verstärkt davon aus, dass es einen Extended Cut geben wird), denn für jeden Nicht-Kenner der Geschichte passiert hier eigentlich...gar nichts. Saruman findet Gandalf nervig, Galadriel läuft sinnlos im Kreis, oder dreht sich im Gegenlicht, damit ihr Kleid hübsch fällt, dann ist die Diskussion plötzlich vorbei, obwohl keine Entscheidung getroffen, oder schon gefasster Entschluss irgendwie geändert worden ist und die Frage "Warum eigentlich Bilbo?" wird zwar gestellt, aber außerhalb von ein paar 0815-Phrasen nicht wirklich schlüssig beantwortet.

Trotzdem muss man aber einfach mal festhalten, dass ich nach 3 Stunden Film immernoch überrascht war, dass plötzlich der Abspann anfing - scheinbar habe ich mich also gut unterhalten gefühlt.;-)
Auch "Elfen und Zauberer Blabla" Meckerei ist also schon eher Motzen auf hohem Niveau - was allerdings die ultimative Frage nach dem "3 Filme Paradigma" angeht, möchte ich mir auch einfach dazu noch kein Urteil zumuten.
Es kann durchaus sein, dass ich nach Teil 3 feststelle, dass man für mich in jedem Film Szene 1,2,3,4 hätte weglassen und das Ganze auch in 2 Filmen hätte erzählen können - vielleicht aber eben auch nicht, wie soll ich das denn jetzt schon wissen?!?;-)
Wie immer muss also vermutlich die Wahrheit irgendwo dazwischen und in diesem Fall in ferner Zukungt gesucht werden!

Für den ersten Film vergebe ich mit kleinen Abzügen für Indi-Jones-Goblins und Hamsterrad-Galadriel überzeugte 4 von 5 Nazgul-Schwertern.
(Sollte sich die HdR Geschichte wiederholen, wird das allerdings gleichzeitig die niedrigste Wertung sein...Einleitungsfilme halt!;-)

28.12.2012

Geschenkpapier mal anders?

Wahrscheinlich kann es schon keiner mehr hören, aber ein paar Bastel-Posts muss/will ich dann doch noch nachliefern in den nächsten Tagen, jetzt wo auch die letzten Geschenke wohlbehalten bei ihren neuen Besitzern angekommen sind (ich sage nur: Zugfahren mit Papiergeschenken...nicht zu empfehlen für die Nerven!).

Einige aufwendigere Bastel-Projekte kriegen dann demnächst nochmal ihren eigenen Eintrag, heute wollte ich aber erstmal ein paar "Kleinigkeiten" vorstellen, die sich mehr oder minder zufällig aus einem Fehlkauf ergeben haben - Schicksal vermutlich!;-)

Alles begann vor langer Zeit (ca. Anfang Dezember), als ich eine Rolle Geschenkpapier und ein bißchen neues Bastelpapier kaufen wollte - also zog ich ein hübsches Schneeflocken-Muster Papier aus einem Container mit Geschenkpapier und nahm noch ein wenig weißes Transparentpapier mit, um daraus 3D Schneeflocken zu basteln.

2 Dinge haben an diesem Plan nicht so wie vorgesehen funktioniert: Zuersteinmal durfte ich an der Kasse feststellen, dass das Geschenkpapier falsch einsortiert war und statt der geplanten 1,50€ satte 6€ kosten sollte - extra reißfest und doppelseitig bedruckt war die Erklärung. Ich habe das dann mal trotzdem gekauft, weil ich mir dachte, vielleicht läßt sich ja der eine oder andere Geschenkanhänger daraus machen...Das erwies sich bekannterweise als weise Voraussicht, denn a) hat die Schneeflocke ü-ber-haupt-nicht funktioniert und b) war das Transparentpapier nur seeehr eingeschränkt zum Falten geeignet - scharfe Spitzen reißen leicht ein und Faltkanten lassen sich nicht gut erkennen, was beim "reverse folding" Probleme machen kann.

Das doppelseitige Geschenkpapier erwies sich dafür als Geschenk *haha* des Schicksals, denn das wiederkehrende blau/weiße Muster ist hübsch weihnachtlich und lässt sich total gut kombinieren - man muss allerdings den zusätzlichen Arbeitsaufwand bedenken, ersteinmal quadratische Stücke aus einem großen Bogen herauszuschneiden. Papp-"Schablonen" in verschiedenen Größen (10x10, 15x15, 20x20cm) und ein scharfes (!) Cuttermesser funktionieren nach einigen Experiementen am besten. Das Anzeichnen und Ausschneiden mit Schere&Lineal geht zwar auch, ist aber tatsächlich ungenauer und bei manchen Anleitungen kommt man leider schnell in Schwierigkeiten wenn das Quadrat nicht gerade geschnitten ist...

Ein paar kleine Geschenkanhänger sind dann aus dem Transparentpapier doch noch geworden, aber das Geschenkpapier hat sich in vielen Modellen bewährt, wie man hier sieht:



Kusudama traditionell




Doppelstern




Und eine Kusudama Variante - die Faltanleitung findet sich hier!







Es hat allerdings kein einziges Geschenk verpackt, also haben wir in diesem Jahr ein Geschenkpapierfreies Weihnachten gefeiert...die Umwelt dankt es uns vielleicht!;-)

Weihnachtliches Fingerfood. Oder: Kuchen ohne Backen!

Ja, ich weiß, Weihnachten ist ein bißchen wie Wacken - vorbei;-) - aber wann soll man denn seine Weihnachtsideen posten, wenn nicht nachträglich, will man nicht die Überraschung verderben?

Bisher war es ja gute Tradition an Weihnachten etwas "nicht-deutsches" zu kochen - in diesem Jahr hatte ich aber a) keine besondere Ispiration und b) meiner Oma versprochen, dass es Speck-Burger geben würde...;-)

Dieses Jahr daher im Weihnachtsangebot: Drei Gänge Fingerfood!

Als Vorspeise gab es daher Tomate-Mozzarella-Sticks, Fetakäsewürfel, Oliven, Speckdatteln und Knoblauchbrot - alles also Dinge, die sich gut mit den Patschehändchen essen lassen.

Was die Speck-Burger angeht, muss ich zu meiner Verteidigung vorbringen, dass es nicht so ungesund ist, wie es klingt - zu dem traditionellen Kern aus Hackfleisch und Speck kommen immerhin 4Schichten Gemüse (Salat, Gurken, Tomaten, Zwiebeln), guter "nicht-Plastik" Käse (mittelalter Gouda) und vor allem ein gutes Brot (Roggen-Finn Brod zum auftoasten), das etwas mehr liefert als nur eine Konsistenz, sondern tatsächlich auch nach etwas schmeckt.;-)

Das Dessert allerdings hat mich ein wenig gefordert, denn es gibt zwar viele süße Dinge, die sich als "Fingerfood" definieren lassen - Kekse, Törtchen, Spekulatius, Stollen, Dominosteine und und und...
Das Problem: Einfach irgendwas kaufen war mir zu einfach, aber irgendwas backen wollte ich dann doch nicht...ich hasse backen!;-)

Zum Glück habe ich Freunde, die nicht nut gerne und viel backen, sondern auch noch darüber bloggen und konnte mir daher die perfekte Inspiration besorgen: Cake-Pops!

Diese kleinen Schokokugeln hier folgen zwei völlig simplen "back-freien" Rezepten:

Für die dunklen: Einen Stracciatella-Kuchen zerbröseln und mit Firschkäse und Back-Kakao zu einem festen Teig kneten, Kugeln rollen (optional über Nacht im Kühlschrank lagern), auf Spieße stecken und mit Vollmilch-Kuvertüre überziehen, ca. 30Min im Kühlschrank auskühlen lassen - fertig!

Für die hellen Kugeln macht man übrigens genau dasselbe, nur mit einer Packung Doppelkekse (ziemlich anstrengend zu zerbröseln ohne Mixer^^), Frischkäse & Honig.

Die Kuvertüre schmelzt sich zu "Dippen" der Kugeln am besten in einer Tasse, nicht in einer Schüssel - das ist dann aber auch schon der ganze "Insider-Tipp".
Die Schokokugeln schmecken hervorragend und sind völlig simpel herzustellen.


Auch als Back-Muffeln kann ich also sagen: Das machen wir bestimmt wieder mal!:-)

21.12.2012

- o + Teil 36. Apocalypse Now?

Sagen wir es doch einfach mal wie es ist: Dieses ganze Welteruntergangs-Gedöns hat schon vor mindestens einer Ewigkeit aufgehört lustig zu sein!

Es ist mir ziemlich unverständlich, wie sich eine ganze (Medien)Welt tatsächlich ein ganzes Jahr damit beschäftigen kann immer wieder darüber zu diskutieren, ob denn nun die Welt untergeht, Sachkundige anzukarren, die bestätigen, dass das natürlich nicht passieren wird....und den ganzen Ringelreihen dann wieder und wieder und wieder von vorne anzufangen.
Man sagt ja der Mensch lernt am besten duch Wiederholung, aber das ist doch nun wirklich albern, oder?

Manche haben es dann aber auch wie immer nocht gelernt und frieren sich jetzt auf irgendeinem Berg in Frankreich den A**** ab, um von im Gestein lebenden Aliens gerettet zu werden...das macht einem fast Christen sympathisch, sogar die glauben weniger abwegigen Kram!;-)

Heute also euch allen einen schönen Nicht-Weltuntergang und ein letztes Stimmungsbarometer vor den Feiertagen:

- Weihnachtsfeiertage durchwandern in jedem Jahr eine interessante Vorausschauungskurve zwischen "uuh Geschenke aussuchen!" und "Tannenduft-Gemütlichkeit" über "Mir eigentlich egal" bis zu "Kein Bock auf diesen ganzen Besinnlichkeitsmist!". Momentan bin ich mal wieder schwerst genervt von der erzwungenen Besinnlichkeit und den vielen dummen, völlig unnötigen Ritualen, mit denen man sich so das Leben schwer macht. Man muss einen Tannenbaum aufstellen, man muss Geschenke einpacken, man muss zusammen ganz doll besinnlich sein, man muss, man muss, man muss...Warum kann man nicht einfach mal nur machen was man will? Ich habe ja nichts dagegen, wenn jemand seine 4m Tanne im Wald schlägt, oder sein komplettes Haus mit komischen Lichterdekos vollstopft, weil er das will, aber dieses "Sonst ist es ja kein richtiges Weihnachten" Argument will mir nicht einleuchten...
Meistens zeigt die Stimmungskurve um 5vor12 an Heiligabend wieder nach oben, hoffen wir mal, dass das diesmal auch so ist!

o Zum Glück gibt es ja Lichtblicke im Leben, zum Beispiel hausgemachte, spontane Weihnachtsfeiern mit lieben Menschen, die man aktiv eingeladen hat, weil man sie auch tatsächlich gerne sieht (seien wir mal ehrlich, auf wieviele Familienfeste trifft das schon nicht zu??;-)! Und mein persönliches Schulterklopfen habe ich mir dieses Jahr redlich verdient, denn es sind alle Geschenke rechtzeitig da und fertig und ich glaube die selbstgesetzte Quote von 50% Selbstgebasteltem habe ich mehr als erfüllt. Nun muss nur noch die Post die letzten Päckchen sicher ausliefern, dann kann ich beruhigt schlafen (dieser "hoffentlich kriege ich das auch unfallfrei zum Empfänger" Stress ist wirklich ein gorßer Nachteil von selbstgemachten, fragilen Geschenken;-)!!

+ Und noch ein Lichtblick aus der Grinch-Höhle: Gleich nach Weihnachten gibt es zumindest noch einen Feiertag, der viel weniger nervig überladen ist und gegen den man wirklich nichts haben kann - Ich liebe Feuerwerk, da kann ich mich jetzt schon drauf freuen, wie ein Schneekönig!;-)
Und was fast noch besser ist: In diesem Jahr haben wir noch gar keine Pläne gemacht! Das mag jetzt ein wenig seltsam klingen als großer Pluspunkt für diese Woche, aber im Zusammenhang macht das schon Sinn: Es wird ja immer "normaler", dass man schon so ab August gefragt wird auf welcher Party, wie wo wann man denn dieses Jahr Silvester feiert - das hat auch schon wieder was von Überritualisierung und deswegen finde ich es dieses Jahr total entspannsam, dass ich 14Tage vor Tag X noch gar nicht weiß was passiert!
So kann man sich ganz ohne Müssens-Druck darüber freuen, wenn noch eine unvorhergesehene Einladung vorbeischwimmt, oder aber auch einfach mal einen ganz gemütlichen Abend unverplant verbringen.
Das Leben ist voller Überraschungen!:-)

In diesem Sinne viel Spaß mit dem Weihnachtsvideo der Woche und schöne Feiertage!


18.12.2012

Die Sache mit der Zielgruppe Teil II

Ich habe es ja schon einmal gesagt und ich sage es wieder: Wie man mit Zielgruppen umgeht, hat viel mit der Frage zu tun, warum man eigentlich schreibt.

Die Antworten auf diese Frage(n) mögen sehr unterschiedlich sein, aber in meiner Erfahrung lässt sich die Sache mit den Zielgruppen immer früher oder später auf die Entscheidung zusammenkochen inwieweit ich zu Konsessionen an eine diffuse Lesergruppe oder seltsame Annahmen bezüglich einer solchen bereit bin.

Eine interessante Auseinandersetzung zu diesem Thema habe ich gerade gestern in Judith's Blog aufgeschnappt, die sich ihrerseits auf eine veröffentlichte Leserbriefantwort von Scott Lynch bezog. Ich empehle sehr sich das englische Original mal zur Gänze zu Gemüte zu führen, denn hier werden gleich mehrere "Worst-Case-Leser" Szenarien kombiniert - und die Antwort "If you don't like it,  fuck off and write your own book!" hat auch viel Schönes !;-)
Der auch bei Judith verlinkte Blogartikel geht noch einmal genauer auf die Behauptung "weibliche Helden in Fantasy sind unrealistisch" ein, aber mir persönlich ist ein ganz anderer Punkt viel saurer aufgestoßen (vielleicht auch, weil man fast schon hinnimmt, dass Menschen, die solche Leserbriefe schreiben sich vorher nicht die Mühe machen zu recherchieren...):

Zitat:
I do not expect to change your mind but i hope that you will at least consider that I and others will not be buying your work because of these issues. I have been reading science fiction and fantasy for years and i know that I speak for a great many people. I hope you might stop to think about the sales you will lose because you want to bring your political corectness and foul language into fantasy. if we wanted those things we could go to the movies. Think about this!

Zwei Dinge stören mich an diesem Abschluss extrems:
1. Woher weiß ich und woher weiß er, das er tatsächlich für "viele Menschen" spricht? Warum sollte mich diese unbewiesene Aussage in irgendeiner Form jucken?
2. Das Argument "sie verkaufen ja dann auch viel weniger Bücher"!

Ich finde es prinzipiell nett, dass sich der Autor an dieser Stelle die Mühe macht darauf hinzuweisen, dass innerhalb seiner erdachten Welt die angeprangerten "unrealistischen" weiblichen Seefahrer völlig logisch sind, da sich sein Universum in einigen essentiellen Punkten von der Realwelt unterscheidet.
Man mag sich an dieser Stelle fragen warum weibliche Piraten sich den Vorwurf gefallen lassen müssen nur ein Produkt der "political correctness" zu sein, während kein Kleinwüchsigenverband sich über Hobbits beschwert - aber vielleicht haben die das Konzept Fantasy einfach besser verstanden...

Ich bin nicht sicher, ob ich mir in derselben Situation diese Zeit genommen hätte, denn mit dem Schlussargument "wenn sie das nicht ändern, werde ich (werden wir) ihre Bücher nicht mehr kaufen", wäre für mich die Debatte eigentlich abgeschlossen gewesen und meine Antwort hätte sich auf ca. 2Sätze beschränkt:
Warum glaubst du, dass mich das interessiert?
und
Schönes Leben noch!

Ich bin was Kommentare dieser Qualität angeht, allerdings auch etwas vorbelastet von meinem ersten Kontakt mit einer "Lektorin" (Jeder, der die Story schon kennt, möge sie gerne überspringen!;-) - besagte Frau war nach der ersten Lektüre des Rosenfriedhofs der Meinung ich sollte doch nicht soviele meiner Hauptfiguren "umbringen", da die Zielgruppe für "Romantische Romane" das vielleicht zu brutal finden könnte.
Vergeblich habe ich darauf hingewiesen, dass es für den zentralen Plotpoint "Wiedergeburt" irgendwie notwendig ist, dass zuerstmal ziemlich viele bis alle Personen sterben und es ziemlich langweilig wäre, wenn das immer erst nach einem glücklich-erfüllten Leben mit 90 passiert...
Die Diskussion zog sich also hin, bis zu dem Totschlagargument "Na wenn Sie das so lassen, werden Sie aber nicht viele Leser finden."
Worauf meine Antwort bis heute lautet: Na und?;-)

Man sagt mir ja oft nach ich hätte ein Problem mit "Authoritäten" und die obige Geschichte wäre ein Ausdruck davon, aber ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass ich vielmehr ein Problem mit "Sinn- und Respektlosigkeit" habe (und es nur ein dummer Zufall ist, dass diese beiden so oft von Authoritäten ausgehen;-).

Ich empfinde es als hochgradig sinnlos - und im Fall des völlig unreflektierten, unbewiesenen und unbelegbaren Leserbriefes oben übrigens auch respektlos - eine Geschichte in ihren Grundfesten anzuzweifeln, nur weil eine willkürlich definierte Zielgruppe "im Normalfall" nicht darauf gepolt ist.

Wie sähe denn das Fantasy-Genre aus, wenn alle Geschichten so wären, wie sich der nette Briefeschreiber das scheinbar vorstellt? Eine um die andere Geschichte, in der der männliche, weiße, heterosexuelle Held eine hilflose, weiße, heterosexuelle Frau retten muss und das Ganze dan garniert mit ein paar Elfen und Zwergen?

Also wenn das meine anerkannte Aufgabe wäre, um meine sogenannte Zielgruppe glücklich zu machen, würde ich lieber ganz aufhören zu Schreiben!

17.12.2012

Listening to: Cleopatra: A Life

Mein Plan für die Weihnachtsferien?
Endlich mal die ganzen Hörbücher hören, die sich in den letzten Monaten angesammelt haben, weil mein tolles Abo mir jeden Monat eins schenkt, ich aber zu beschäftigt war, die Hexen-Reihe zuende zu hören... Eine anspruchsvolle Aufgabe, aber ich bin hoffnungsvoll!;-)

Zum Anfang habe ich mir daher mal das Non-Fiction Experiment Teil 2 gegönnt - ich hatte ja schon angekündigt, dass es diesmal eine Biographie werden würde - zum einen lese ich sowas tatsächlich gern und zum anderen ist die "Storyline" einfach viel stringenter und damit im Hörbuch einfacher zu verfolgen.
Und da ich mich schon seit dem Bonner Shakespeare-Stück frage wieviel Wahrheit da eigentlich drinsteckt, war ich total begeistert, als mir Cleopatra quasi vor die Füße gerollt ist (ohne Teppich diesmal;-).

Bis gestern also im iPod meines Vertrauens: Cleopatra: A Life geschrieben von Stacy Schiff und gelesen von Robin Miles (Robin ist hier übrigens ein weiblicher Vorname, sollte man wissen, ich hatte mit einem Sprecher gerechnet)


Einen ersten Pluspunkt bekommt zuerst mal das Cover, das, wie ich finde, ausnehmend gut gestaltet ist. Aber auch ansonsten hat dieses Buch eigentlich alles, was ich bei einer Biographie sehen will - einen guten Erzählstil irgendwo zwischen detailreicher Quellenanalyse und süffisantem Humor, genug Daten und Fakten, um vernünftig recherchiert zu sein, aber auch genug "Anekdoten" umd Spaß zu machen.

Wußte z.B. schon irgendwer, das Cicero Mark-Anton bis zu seinem Lebensende vorgeworfen hat, dass er sich zum Auftakt einer Rede im Senat mal auf seine Toga gekotzt hat, weil er vom Vorabend noch einen tierischen Kater hatte? Nein? Jetzt schon! ;-)

Natürlich sind es solche Geschichten, die am besten hängen bleiben - mit irgendwas muss ich meine Umwelt ja nerven, wozu ist man sonst Historiker?!? - aber auch ansonsten kann man viel aus diesem Buch mitnehmen - vor allem vermutlich, dass Geschichte (auch die von Shakespeare) immer von den Siegern diktiert wird, und das Frauen dabei oft einfach nur deswegen schon den Kürzeren ziehen.

Und auch wie bei der Invention of Murder muss ich auch die Lese-Leistung loben. Ich kann mir gut vorstellen, das das attraktive Vorlesen von Sachbüchern seine Tücken haben kann, aber Robin Miles gibt der Geschichte eine angenehme und amüsante Note. Wer 100% harte Fakten ohne persönliche Einfärbung möchte, sollte aber vielleicht sowieso lieber auf ein "klassisches" (aka langweiliges) Geschichtsbuch zurückgreifen.;-)

Für ein "würde ich sofort wieder hören" Hörbuch muss es daher natürlich auch 5 von 5 Aspis-Viepern geben!

14.12.2012

Mich deucht das funktionieret nicht...

Ich habe es ja schon angekündigt und ich mache es auch wahr: In diesem Jahr gibt es zu Weihnachten die volle Bastel-Breitseite!

Die meisten größeren "Geschenkprojekte" sind inzwischen fertig (eins steht noch bei 95% und eins braucht noch 50%, aber das dürfte am Wochenende auch gegessen sein), aber auch für alles nicht gebastelten Geschenke wollen ja Verpackungen, Geschenkanhänger und und und erdacht werden....

Manchmal muss man aber auch einfach mal sagen....äh ja... nee....

So geschehen beim untigen Video - eine Bastelanleitung von über 30Min (!) muss man sich mal in aller Ruhe geben, aber wenn man mal sehen will was für abgefahrene Sachen man mit einem Blatt Papier anstellen kann, dann sollte man sich die Zeit unbedingt nehmen!



Ich habe dieses Modell mal in die Reihe "machen wir später mal" eingereiht, denn auch wenn ich gerade falte, bis mir die Halswirbel knirschen (ungelogen...), ist mir das doch noch einen Schritt oder auch 10 zu hoch...

Machen wir's im (nächsten) Winter!;-)

Bis dahin kann man ja immer noch sowas hier machen - Schaut auch schön aus!

10 Jahre...

...und gehalten haben wir uns doch ganz gut, oder?;-)


Gut, meine Frisur ist wie immer überdenkenswürdig und der Mann hat sowieso weniger Haare als noch mit zarten 24 Jahren, aber ansonsten kann ich (Montag Morgen mal außen vor;-) beim Blick in den Spiegel noch gelassen bleiben.

Was mich allerdings völlig irritiert...ich habe kein einziges Foto von uns gefunden VOR 2004...ich meine halloo? Kann doch kaum sein, dass wir 24Monate lang jeder Kamera entgangen sind...oder?

Ich muss da nochmal nachrecherchieren!;-)

Und jetzt die übliche Frage: Und wie fühlt man sich so?
Und wie bei jedem Jahrestag, Geburtstag usw. muss die Antwort lauten: Zum Glück genauso wie gestern!

Aber ein wenig feiern darf man sich natürlich trotzdem - heute gibt's erst mal (nur) ein nettes Mittagessen beim Lieblingsgriechen, aber mal sehen vielleicht kommt ja dann nächstes Jahr die 2. Hochzeitsreise?

WWäre doch mal ein guter Zeitpunkt!:-)

07.12.2012

- o + Teil 35


Man mag es ja kaum glauben, aber pünktlich zum Dezember ist es dieses Jahr mal wirklich Winter geworden - normalerweise erwarten wir den ja in diesen Breiten wenn überhaupt erst gegen Ende Januar...;-)

Und was muss man feststellen? Erst meckern alle, dass es regnet, weil "es ja gar keine echten Winter mehr gibt" und kaum schneit es meckern alle noch mehr, weil ihre Straßen, Züge und Busse plötzlich total verstopft sind. Das Wetter kann es niemals irgendwem Recht machen - vielleicht sollte man da mal eine Awareness-Kampagne gegen Wetter-Diskriminierung starten?;-)

- Apropos Diskriminierung, ich möchte mal das "Ich fühle mich gepiesackt" Thema noch mal aufgreifen! Nach meinem tollen Allergietest letztes Jahr wurden mir ja gleich 2 Hyposensibilisierungen als Alternattive zum 1x wöchentlichen Arzttermin verkauft, die ich jetzt auch beide wahrnehmen darf, da sich die Wirkstoffe nicht kombinieren lassen - wäre ja auch zu einfach gewesen...
Also steht jetzt jeden einzelnen Tag einmal fieses Zeug schlucken auf dem Programm (is ja nur für 3Jahre^^) und zusätzlich darf ich mir jetzt einen Monat lang 1x in der Woche eine Spritze bei der Tante Doktor abholen - zugegeben 4Wochen klingt sehr viel besser als 3Jahre, aber leider muss ich nach Woche 1 mal festhalten: AUA! Nicht nur das mein linker Arm Montag Abend und Dienstag ü-ber-haupt-nicht mehr zu bewegen war (anfassen, draufliegen, gegestoßen, davon will ich gar nicht erst reden), nein, er tut auch konstant immer noch weh. Vermutlich habe ich das Glück, dass die letzte Restschwellung am Montag noch da ist, wenn die nächste Spritze fällig ist - man gönnt sich ja sonst alles. Wehe das hilft nicht!!!

o Prinzipiell habe ich ja nichts gegen ein wenig Weihnachtsstimmung, aich wenn ich als Anti-Christ gar kein Weihnachten feiere - an Lichern, Süßigkeiten und Geschenken kann man sich ja zum Glück auch so erfreuen!;-) Zudem macht Weihnachtsbeleuchtung den Winter (der ja wie schon erwähnt hierzulande meist eher naß, kalt, dunkel und eklig ist) irgendwie gemütlicher. Das fällt vor allem ab Januar auf, wenn alle Lichter wieder weg sind, die Feiertage vorbei und sich der "Kein Bock mehr auf kalt & dunkel" Winter-Überdruss einstellt.;-) Trotzdem muss, finde ich, mal eines gesagt werden: Ein Weihnachtsalbum aufzunehmen ist für mich gleichbedeutend mit "meine Karriere gibt eh nichts mehr her" oder der Kuh-Werdung der eigenen Kreativität (irgendein Depp wird's schon kaufen, wenn X-MAS drauf steht...).
Da musste ich mir doch diese Woche im Frühstücksfernsehen erzählen lassen, dass drei grinsende Blondchen mit dickem amerikanischem Akzent, Glitzerpallietten im Haar und Taffetta-Abendkleidchen den "Spirit" der "Celtic Woman" verkörpern...Boudicca rotiert in ihrem Grab, also wirklich...pff!

+ Noch eine schöne Zugabe zu Weihnachten: Weihnachtsferien!!!
Noch t-2Wochen bis zum Fress-Urlaub zwischen den Feiertagen...ich habe zwar noch keine richtige Idee was bei uns dieses Jahr auf den Tisch kommen soll, aber alleine eine Woche lang nicht jeden Tag im Stockdunkeln aufstehen müssen, ist schonmal viel wert! :-)
Nun muss man nur noch hoffen, dass die Familienresie nach Jerusalem nicht wieder so stressig wird, wie vor zwei Jahren, als es ja auch schon Schnee im Dezember gab...an sich hat ja jetzt jeder schonmal Zeit und Muße sich darauf einzustellen - also liebe Bahn: Auftrag erkannt??;-)

In diesem Sinne schon mal ein schönes Wochenende und viel Spaß mit dem Video der Woche:


Celtic Woman....pfffff!