Fangen wir das neue non-fiction Lesejahr mal mit einem Eintrag aus der women's price Longlist von letztem Jahr an, mit dem ich endlich meine Leseunlust beenden konnte. Alltägliche Geschichte ist ein ganz eigenes Feld, Geschichte wird nicht nur von Siegern geschrieben, sie ist auch meistens chronisch desinteressiert an den praktischen Seiten des Lebens und den Menschen, die sie möglich machen.
Wer also mal was über Vikinger lernen will, das nichts mit Raids und Rites zu tun hat, sollte dieses Buch mal in die Hand nehmen: Embers of the Hands: Hidden Histories of the Viking Age geschrieben von Eleanor Barraclough.
It's time to meet the real Vikings. A
comb, preserved in a bog, engraved with the earliest traces of a new
writing system. A pagan shrine deep beneath a lava field. A note from an
angry wife to a husband too long at the tavern. Doodles on birch-bark,
made by an imaginative child.
From these tiny embers, Eleanor
Barraclough blows back to life the vast, rich and complex world of the
Vikings. These are not just the stories of kings, raiders and saga
heroes. Here are the lives of ordinary people: the merchants, children,
artisans, enslaved people, seers, travellers and storytellers who shaped
the medieval Nordic world.
Immerse yourself in the day-to-day
lives of an extraordinary culture that spanned centuries and spread from
its Scandinavian heartlands to the remote fjords of Greenland, the
Arctic wastelands, the waterways and steppes of Eurasia, all the way to
the Byzantine Empire and Islamic Caliphate.
Wir haben ein bisschen gemütlichen Kaffeeklatsch über einen theoretisch sehr ereignislosen Jahresanfang - dafür motzen wir ein wenig über einen Film und ein Buch, die ich nicht mochte ... ;-P - und spielen noch das "Jahresvorhersagen mit Sätzen aus unseren Büchern" Spiel, das in der Jubiläumsfolge keinen Platz mehr hatte. Und es funktioniert sogar! :-)
Ok, wir müssen jetzt ein bisschen stark sein und über meine ganze eigene Spielart von brain rot sprechen - ich habe mir sagen lassen, dass Sport Dokus diese Nische in meinem Gehirn füllen, bei denen andere Love Island, oder den Bachelor oder andere Reality Formate einfügen, nachdem ich irgendwann mal eine ehemalige Kollegin fragte was sie an Datingshows findet und sie meinte "Es ist unterhaltsam genug, um es weiterzukuken, aber eigentlich sind mir die Leute egal" und das sehr entspannt fand. Und ich so ... das macht absolut Sinn! Aber ich bin zu demi für Datingsshows, also ist meine Unterhaltung eben Sport - ich sehe was das Storytelling mir sagen will, aber die Ziele der Leute sind mir dermaßen egal, also stresst es mich nicht, ob sie gewinnen oder nicht ... Klar soweit? ;-)
Und weil es gerade keine neue Staffel Drive to Survive gab, die ich als Hintergrundbeschallung nutzen konnte, hat mir Netflix netterweise eine andere Sportart aufgearbeitet, bei denen sich Leute mit großen Egos sinnlos in Lebensgefahr bringen. Tour de France: Unchained
Wir sind vermutlich psychologisch nicht allzuweit von Brot und Spielen entfernt, auch wenn wir uns die "moderne Zivilisation" gerne schönreden, von daher wundert es mich überhaupt nicht, dass Formate um F1 und die Tour de France besser laufen, als Tennis oder Leichtathletik. Dabei stirbt einfach niemand und deswegen ist es weniger spannend. Von Unchained (ich möchte jemanden für dieses Wortspiel hauen, bitte^^) gibt es trotzdem nur 3 Staffeln und ich frage mich ein wenig, ob das daran liegt, dass viele der Interviews und Narrativen innerhalb der Serie ziemlich kritisch sind was die Organisation der Tour und das Höher, Schneller, Gefährlicher Mindset angeht, das mehr Zuschauer anziehen soll.
Ist vielleicht nur meine böse Verschwörungstheorie, denn die F1 Variante hält sich immer auffallend zurück mit allen denkbaren kritischen Bemerkungen - und das ist kein Kompliment by the way.
Und apropos wir halten uns zurück mit jeder Art von Kritik, es gibt F1 jetzt auch für Mädchen - sogar mit pinkem Logo^^ - oder auch F1: The Academy .
Ich wollte mal reinschauen, um zu sehen, ob mich irgendwer davon überzeugen kann, dass Girlbossing irgendwas an F1 besser macht, aber kann bestätigen, dass es das nicht tut. Und das liegt nichtmal daran, dass ich die übergroßen Egos vermisse, sondern eher daran, dass wir auch hier in keinster ernstzunehmender Weise damit umgehen, dass dieses ganze Programm nach Tokenism schmeckt, weil niemand wirklich davon ausgeht, dass dieser Sport in irgendeiner nahen Zukunft mixed races haben wird? Müssen wir schon wieder die historischen Quellen auspacken, die belegen, dass Frauensport in den allermeisten Fällen nicht "erfunden" wurde, um fairer zu Frauen zu sein, weil sie "sonst biologisch nie gewinnen können", sondern weil es die meisten Jungs nicht ertragen konnten hinter einer Frau ins Ziel zu kommen, selbst wenn es um den dritten, vierten, fernerliefen Platz ging?
Dieser ganze Zirkus ist so teuer und verschwendet soviele Ressourcen, dass niemand ernsthaft 2 verschiedene Durchläufe desselben Rennens braucht, eine mixed gender meritocracy in den Rennställen halte ich aus vielen verschiedenen Gründen für unwahrscheinlich, was soll das also alles? Vielleicht könnte man mir das beantworten, wenn man Interesse daran hätte sich kritisch mit seinem Sport auseinanderzusetzen, aber da das nicht das Fall ist, würde ich sagen, kann man sich die Doku an sich sparen. Ich habe vor allem gelernt, dass der "Race Dad" defintiv jeder "Dance Mom" den Pokal für das peinlichste Auftreten abjagen kann, aber ob sich das gelohnt hat, lasse ich jetzt mal dahingestellt.
Es war mal wieder Zeit für Dinge mit Weltraum, aber ich war irgendwie nicht in der Stimmung für die Fortsetzungen von Children of Time - nicht, weil ich nicht denke, dass diese Bücher gut sein werden, sondern weil ich befürchtete, dass sie eher zu gut sein könnten, wenn man weiß was ich meine...? Also, gut in dem Sinne, dass ich wieder gezwungen werde mir komplexe Gedanken zu machen und manchmal ist das eben nicht was ich grade brauchen kann, bzw. die Energie zu habe? Und daher brauchte ich was lustiger/leichtes und bin beim Bobiverse gelandet, weil Tine mir irgendwann mal erzählt hatte, dass sie das erste Buch nicht so überzeugend fand, weil ihr der Konflikt fehlte. ;-)
Das klang perfekt, also bevor wir zu meinen überschaubaren Beobachtungen kommen, worum geht es in: We Are Legion (We Are Bob) geschrieben von Dennis E. Taylor, gesprochen von Ray Porter?
Bob Johansson has just sold his software company for a small
fortune and is looking forward to a life of leisure. The first item on
his to-do list: Spending his newfound windfall. On an urge to splurge,
he signs up to have his head cryogenically preserved in case of death.
Then he gets himself killed crossing the street. Waking up 117 years
later, Bob discovers his mind has been uploaded into a sentient space
probe with the ability to replicate itself. Bob and his clones are on a
mission to find new homes for humanity and boldly go where no Bob has
gone before.
Dennis E. Taylor’s hilarious novel sets
the stage for the magnificent performance of Ray Porter, who revels in
the brave new world of corpsicles, artificial intelligence, interstellar
space probes, and space colonization in tantalizing detail.
Machen wir zwischendurch mal wieder ein bisschen True Crime - ich habe mich inzwischen mit mir selbst darauf geeinigt, dass ich nicht mehr jeden Furz, den Netflix mit vorschlägt und den ich zwischendurch mal laufen lassen, auch für den Blog aufarbeite. Es ist einfach zuviel ab und zu und meine Hintergrundbeschallung nimmt dann die Zeit und Postingslots in Anspruch, die ich lieber mit Dingen füllen möchte, über die ich auch was mehrwertbringendes zu sagen habe. ;-)
Vermisstenfälle sind allerdings neben Heist Stories so ein special interest innerhalb der True Crime Bubble muss ich gestehen, weil sie (meistens) zum einen weniger Blut- und Eingeweidelastig sind und zum anderen eine sehr spezielle Problemstellung beleuchten was die Ermittlungen angeht, bzw. wann eine Ermittlung "kalt" ist und was das für die Hinterbliebenen bedeutet.
Amy Bradley Is Missing dürfte ein ziemlich bekannter Fall sein, zumindest kam mir das Fahndungsfoto bekannt vor, was ja an sich schon eine "Leistung" ist für einen Fall aus den 90ern, den ich als Kind sicher nicht live verfolgt habe. Und die Serie macht schon auch einen guten Job darin zu erklären warum dieser Fall seitdem immer mal wieder hochkocht - auch wenn man natürlich auch hier das bekannte Thema von "hübsches weißes Mädchen verschwindet vs. alle anderen" disskutieren kann. Aber am Ende ist es vermutlich einfach die Tatsache, dass die verschiedenen Theorien wie/was/wann mit Amy Bradley passiert sein könnte, ob sie noch lebt, ob sie ermordet wurde, oder oder oder sich einfach alle eher wie ein Thriller lesen, als etwas, das in der Realität passiert sein könnte.
Und man kann nochmal drüber nachdenken, ob es nicht mehr Menschen mehr beunruhigen sollte was für ein quasi gesetzloser Raum internationale Gewässer sind? Also ich persönlich finde das immer interessant bis beängstigend, aber ich konsumiere auch zuviel True Crime... ;-)
Dieser cold case ist inzwischen aufgeklärt, was aber auch mal eben 20 Jahre gedauert hat und hier geht es weniger um die unklaren Zuständigkeiten der Ermittlungsbehörden, sondern das teilweise fragwürdige Vorgehen derselben. Ich fand es interessant, dass Netflix (oder wer auch immer die Doku originär produziert und dafür gezahlt hat) genug Geld hat springen lassen, um einige der ursprünglichen Ermittler, deren Nachfolger und den Leiter der Sonderkomission vor die Kamera zu bringen. Es erzählt also der Bruder des Opfers (seines Zeichens damaliger Polizeichef in Hamburg) was alles in den Ermittlungen schief gelaufen ist und gleichzeitig erklären alle Ermittler warum sie so vorgegangen sind und man darf sich dann überlegen wer Recht hat.
Auch hier darf man natürlich festhalten, dass der Fall vor allem Interesse erzeugt hat, weil es um "die Schwester des Polizeichefs" ging, die meisten Headlines erwähnen nichtmal ihren Namen. Und dass besagter Polizeichef natürlich ein wenig ungewöhnliche Vorteile genießt, wenn es darum geht in seinem Ruhestand ein eigenes Ermittlungsteam auf die Beine zu stellen und den Fall auf eigene Faust neu aufzurollen. Aber am Ende muss man wohl festhalten, dass Erfolg demjenigen Recht gibt, der ihn hat?
Für das 1. Video im neuen Jahr verfolgen wir einfach mal die solide
Tradition des Jahresrückblicks und -Ausblicks. Wie war 2025 und was
machen wir als nächstes? Reden wir darüber! ;-)
Wir fangen das Jahr mit einem Bonus-Montag-Post an, also ziemlich genau da, wo wir letztes Jahr aufgehört haben, weil ich sonst nicht nachkomme mit allen Medien, die ich so die Gelegenheit hatte wahrzunehmen ... ich halte das mal für ein gutes Zeichen, ok? ;-)
Es gibt nur wenige Bücher, die ich kurz nach der Veröffentlichung kaufe, weil ich eigentlich nie weiß was wann erscheint - weswegen die meisten Bücher auf diesem Blog auch vergleichsweise uralt sind, aber wen das stört, der ist vermutlich schon vor vielen Jahren abgesprungen?
Aber, in diesem Fall hat mich das große A rechtzeitig sogar so rechtzeitig erinnert, dass der neue Rivers of London erscheint, dass ich das Buch woanders vorbestellen konnte, wenn das kein Service ist? Bevor wir aber jetzt gleich über meine Eigenheiten sprechen was Ich-Erzähler angeht, worum geht es in Stone & Sky, das 10. Buch in der Rivers of London Reihe von Ben Aaronovitch?
'This isn't London. The rules are different up here, and so are the allegiances.'
Detective Sergeant Peter Grant takes a much-needed holiday up in Scotland. And he'll need one when this is over...
If
more's the merrier, then it's ecstatic as his partner Beverley, their
young twins, his mum, dad, his dad's band and their dodgy manager all
tag along. Even his boss, DCI Thomas Nightingale, takes in the coastal
airs as he trains Peter's cousin Abigail in the arcane arts.
And
they'll need them too, because Scotland's Granite City has more than its
fair share of history and mystery, myth ... and murder.
Ok, ich gebe es zu, ich habe vielleicht 2025 verhext ... Habe ich den letzten Post für 2024 tatsächlich aufgehört mit "es kann ja nur besser werden"? Kaum zu glauben, dass man so naiv sein kann ... also diesen Fehler machen wir definitiv nicht nochmal, 2025 kann weg und ich will nicht mal einen Ersatz.^^
Vorherrschendes Gefühl für 2026?
Ehrlich, ich weiß es nicht. Ich bin einfach sehr müde und fände es schön, wenn 2026 mal wieder weniger anstrengend würde? Mal sehen, ob das tatsächlich zuviel verlangt ist.
2025 zum ersten Mal getan?
Da fällt mir auch nicht wirklich was ein ... wir haben viel Baustelle gelebt in 2025, aber das ist ja nun inzwischen ein alter Hut. Wir waren am Strand und das war schön, aber auch nicht wirklich neu ... trotzdem immer ein Highlight, also was solls, hier ist ein Foto! ;-)
2025 nach langer Zeit wieder getan? Auch da bin ich nicht wirklich sicher was 2025 uns gebracht hat außer Dreck und IT-Problemen (fragt nicht). Aber wir waren in Amsterdam und im Zoo. Wir waren lange nicht in Amsterdam und lange nicht in einem Zoo, also was solls, hier ist noch ein Foto.
2025 leider nicht getan? Ich will mich ja ungern wiederholen, aber irgendeins der unfertigen Manuskripte auf meiner Festplatte fertig zu kriegen, wäre tatsächlich so ein Ding, das ich mal wieder gerne machen würde ... meine kleinen Monk-Kerne sind sehr unglücklich darüber, dass alles so halbfertig rumliegt. ;-) Definitives To-Do für 2026!
(Un)wort des Jahres? Alles was mit AI zu tun hat? Ich kann es nicht mehr hören ... die Krone der Ironie war eigentlich, dass ich kurz vor Weihnachten noch ein AI-Training hätte machen sollen, obwohl uns im Büro momentan nicht einmal Internet gegönnt wird (fragt nicht). Sagen wir mal dieser Task rutscht seit Wochen immer eine Woche nach hinten auf meiner To-Do Liste und ist jetzt ein Januar Problem. ;-) Nennt mich altmodisch, aber ich wollte in den 90ern nicht mit Anrufbeantwortern reden und will heute nicht mit Robotern reden. Wenn ich an der Welt verzweifeln will, dann wenigstens durch Kontakt zu echten Menschen.^^
Allgemeinzustand? Genervt? Das mit dem auf mentale Ressourcen achten, hat in 2025 nicht immer so funktioniert und momentan will ich eigentlich vor allem 3 Monate in einer Winterschlafhöhle verbringen, in der mich niemand stört. Any takers? ;-) Andererseits war das Jahr zumindest gesundheitlich wieder besser, das Immunsystem scheint sich berappelt zu haben. Immerhin etwas!
Urlaub und Partys? Den Urlaub erwähnte ich ja schon - vor allem das mit dem Urlaub im Herbst sollte man eigentlich öfter machen, es hat zwar den Großteil des Tages geregnet, aber irgendwie war's trotzdem schön mal rauszukommen, wenn es nicht furchtbar heiß ist ... wird für nächstes Jahr vorgemerkt! ;-)
Parties habe ich dafpr keine zu bieten, im Baustellen-Chaos Zuhause (hier immerhin ein Foto vom Ergebnis) und IT-Chaos im Büro (fragt einfach wirklich nicht) ist mir sämtliche Motivation verloren gegangen. Ich bin sehr dankbar für die kleinen Ausflüge, die es trotzdem gab (Minigolf Spielen hätte auch unter ewig nicht getan gepasst, aber ich habe leider kein Beweisfoto für meinen heroischen 2. Platz... ;-) und die Menschen, die sich mein Gejammer das ganze Jahr angehört haben. You know who you are! :-*
Haare länger oder kürzer? Es scheint sich zu einer Routine zu entwickeln, dass mein Kopfgemüse einfach solange wachsen darf, bis ich irgendwann zu genervt davon bin die letzten 20cm auszubürsten, die dann in einem kleineren Wutanfall der Küchenschere zum Opfer fallen. ;-) Was soll ich sagen ... funktioniert bisher, also was solls?
Kurzsichtiger oder Weitsichtiger? Fun fact: Beides! Nachdem ich in 2025 zumindest einen ewigen To-Do Punkt von der Liste streichen konnte und mir einen neuen Augenarzt gesucht habe, stellten wir fest, dass mein linkes Auge besser sieht als vorher, das rechte dafür schlechter ... Vielleicht ist es die Altersweitsicht, die langsam meine Kurzsichtigkeit ausgleicht, vielleicht liegt es am Augeninnendruck, der zu hoch ist, vielleicht ist es eine Vorstufe von Grünem Star, wir werden es erst nach dem Kontrolltermin im Januar erfahren. Diese Untersuchung für 120€ darf ich allerdings selbst zahlen, weil meine Krankenkasse es nicht für dringend nötig hält meine Arbeitsleistungsfähigkeit zu erhalten indem ich sehen kann. Das bringt uns dann nahtlos zum nächsten Punkt.
Mehr Kohle oder weniger? Geht so, aber es bleibt immer noch nichts übrig, denn ...
Mehr ausgegeben oder weniger? Was soll ich da noch sagen? Handwerker und Medikamente werden nicht billiger. Es macht keinen Spaß, wissen wir alle, no?
Mehr bewegt oder weniger? Nachdem letztes Jahr ja ein ziemlicher Totalausfall war, versuche ich zumindest die Alltagsbewegung immer mitzunehmen. Nächstes Jahr hoffe ich auf ein bisschen mehr Gartenarbeit (da war in 2025 weder Wetter noch Energiekapazität gnädig) und sobald mein Schlafzimmer endlich fertig ist, würde ich auch gerne wieder eine kleine Ecke einrichten, in der meine Yogamatte Platz hat. Alt werden ist nichts für Feiglinge, wie wir wissen und ich würde zumindest gerne wieder an Beweglichkeit arbeiten.
Film/Serie des Jahres? Wieder mal habe ich weniger Filme als Limited Series gesehen und wieder mal sind mit vor allem die im Gedächtnis geblieben, die eigentlich für Kinder sind ... was soll ich sagen, ich bin einfach zu unterhalten und möchte lieber lustige Dinge sehen, wenn ich gestresst bin. Für den besten Film muss ich daher mal tief in den Januar zurückgehen und Inside Out 2 nominieren für den "zu wahr um schön zu sein" Faktor.
Bei den Serien war ich ziemlich gut dabei dieses Jahr, ich meine Kaos, Blue Eye Samurai und The Residence in einem Jahr? Damn! ;-) Beste Serie geht natürlich trotzdem an The Residence, neuer comfort watch unlocked ist immer gut.
(Hör/Sach)Buch des Jahres? Ich habe mal wieder mehr Hörbücher, als tatsächliche Bücher konsumiert in diesem Jahr, aber das dürfte niemanden mehr überraschen und daher vergebe ich wie immer das beste Hörbuch an eine Geschichte, die tatsächlich besser wird durch das Hörerlebnis, nicht nur eine Geschichte, die ich zufällig als Hörbuch gehört habe.
In 2025 muss der goldene Gummipunkt an Odyssee gehen, das war vermutlich jedem und seinem Hund klar, oder? ;-)
Mein bestes Buch ist ein knappes Rennen zwischen Children of Time und Our Endless Numbered Days, die beide auf ihre Art nicht zu meinen üblichen Büchern gehören ... aber ich glaube die Space Spiders gewinnen, mir hyperintelligente, riesige Spinnen schmackhaft zu machen, ist eine Leistung, die die Krone verdient!
Und last, but not least, geht mein Sachbuch des Jahres an die Rebell Empresses, who's surprised?
Erkenntnis des Jahres? Für wichtige Lebenserkenntnisse war in 2025 auch irgendwie wenig Zeit, obwohl ich sehr viel Hoffnung in die große 42 gesetzt hatte - es gibt sogar ein Video dazu ... ;-)
Trotzdem bin ich ein wenig stolz auf mich, dass das "gefährlich müde" Gefühl aus dem letzten Jahr zumindest trotz allem nicht schlimmer geworden ist. Das ist an sich schon eine Leistung, trust me.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Ich würde sagen der Zoo-Auflug, das war an sich ein Geschenk für den Ehemann, aber ich weiß nicht, ob es wirklich zählt, weil das Geschenk an sich mindestens 1 wenn nicht sogar 2 Jahre zu spät war ... Baustellen, ich weiß es kann niemand mehr hören ... Aber ich habe auch Otter-Socken im Gift-Shop gekauft, die sind ziemlich großartig, um mich mal selbst zu loben ... ;-)
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Wieder mal habe ich viele schöne Geschenke bekommen in diesem Jahr, aber ich denke die Sissi-Sterne müssen nochmal erwähnt werden, spätestens nach dem besten Hörbuch, no?? ;-)
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? Wo wir bei den besten Geschenken waren, der Ehemann lobte letztlich noch meine sehr selbstlose Geschenkauswahl - gut, von dem Trip nach Amsterdam hatte ich durchaus auch was, aber ich habe ihm auch eine Trivial Pursuit Master Edition geschenkt und mich als Opfer Gegner angeboten ... wenn das nicht selbstlos ist, weiß ich es auch nicht. ;-)
Die größte Enttäuschung? Der Januar scheint sich zum Monat für horrende Tierarztbesuche zu entwickeln. In 2025 musste das zweite von zwei Kreuzbändern bei unserem Großhund operiert werden, was nicht nur zur Ebbe in der Haushaltskasse beigetragen hat, sondern auch maximal stressig war mit unserem eh schon furchtbar ängstlichen Panikhund. Aber immerhin konnte ich ihr eine hübsche OP-Hose nähen ... das sah ein wenig niedlich aus ... man muss das verfickte Positive sehen, wo es geht.^^
Beste Idee/Entscheidung des Jahres? Es mag Menschen geben, die das nicht verstehen, aber ich glaube ohne die beiden 4-Stunden-Schmerz-Sessions für mein neues Tattoo wäre mir irgendwann so im dunkelsten Winter wirklich ein wenig der Lebenswillen abhanden gekommen - ich übertreibe nur leicht, die lieben Kollegen haben sich dieses Jahr wirklich Mühe gegeben das Jahresende nochmal richtig stressig zu gestalten, weil man das dringend braucht.^^
Aber wir sind erwachsen und das heißt wir können unser letztes Geld für permanente Sticker ausgeben und ich persönlich finde das hat sich definitiv gelohnt. ;-)
Vorsatz fürs neue Jahr?
Dinge endlich fertig machen! Das ist so der Vorsatz, egal ob es um die schon erwähnten Manuskripte geht, oder um den Garten, die endlosen Renovierungen, oder meinen Stapel unfertiger Nähprojekte ... einfach irgendwas irgendwann mal irgendwie fertig machen ...
2025 war mit einem Wort? Bläch! Besser kann ich das grade nicht zusammenfassen und ich werde auch NICHT sagen, dass es nicht schlimmer werden kann, einfach nur weil das offensichtlich als Challenge missverstanden wird, wenn ich das tue.^^ Aber die Hoffnung stribt wie immer zuletzt ... ;-)
Unser Podcast wird schon 8 und da ist es natürlich wieder mal Zeit für eine etwas längere Folge (die 8 Stunden tun wir niemandem an, angefangen bei uns ;-), in der wir nicht nur unseren Dezember und das Jahr 2025 nachbesprechen, sondern wie immer auch ein paar Pläne für das nächste Jahr spinnen und Spiele spielen.
Dieses Jahr haben wir uns für das Internet 101 der Ranking-Liste entschieden und lassen ein paar bekannte Autor:innen zu Wort kommen, um zu sehen wie viel/wie wenig wir mit ihren Tipps anfangen können. ;-)
Wie jedes Jahr - inzwischen, man soll ja seine Traditionen pflegen ;-) - geht der Blog auch in diesem Jahr mit mir zusammen in die Fresskoma-Ferien, weil ich die nächsten 2 Wochen nichts tun will, außer Essen-Schlafen-Wiederholen.
Es wird - auch das wie immer - die Jahresabschlusseinträge geben, das Podcast-Jubiläum und die Berühmten letzten Worte, aber ansonsten sehen wir uns in alter/neuer Frische hoffentlich in 2026.
Ok, es ist bald wieder Zeit für Feiertage und da braucht man ja evtl. noch was zu tun, also lasst uns kurz über den 2. Witcher-Teil sprechen - oder auch, den, der teschnisch vieles richtig macht, aber einige sehr seltsame Storytelling-Entscheidungen trifft, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte ... aber dazu gleich, hier erstmal der Trailer, in dem wir schon zumindest den Fortschritt in der Next-Gen Bildqualität verfolgen können. ;-)
Das Podcast-Plugin ist weiterhin nicht verfügbar, aber unter dem Link kann man trotzdem unsere kleine, cozy Bonusfolge hören...
Wir sind beide immer noch oder schon wieder ein bisschen angekrankt, es kommt mit der Jahreszeit, also beantworten wir noch ein paar random Kreativfragen, diesmal zu Magiesystemem, Erstlingen und was wir heute daran ändern würden und lustige Assoziationsbubbles zu unseren Charakteren (oder auch internalized Mood-Board, weil ich zu faul bin echte zu machen ... ;-).
Ich weiß, ich weiß, es ist sehr spät im Jahr, wir sind alle schon halb auf unsere Food-Koma-Feiertage eingestellt und das Letzte, über das wir jetzt sprechen wollen, sind schreckliche Katastrophen ... aber vielleicht sollte man grade wenn alles so gemütlich und besinnlich ist, mal drüber nachdenken, ob es nicht doch einfach besser wäre Billionaire zu essen? Das hätte in diesen beiden Fällen einiges besser gemacht.^^
Fangen wir mal mit The OceanGate Disaster an dem Fall, der nicht ganz so lange her ist - kennen wird man sicherlich beide - und der auch mehr in die Problematik von 1st World Problems reinspielt. Denn wie uns in der Doku über die Implosion der Titan mehr als klar wird, hätte dieser Unfall verhindert werden können, wenn nicht zuviele Menschen immer wieder auf "Visionäre Macher-Typen" reinfallen würden, die in ihren Delusions of Grandeur der Meinung sind reine Willenskraft besiegt alles. In diesem Fall auch die Gesetze der Physik.
Natürlich spielt auch hier eine gewisse Geldgier rein - wir verkaufen Tickets and Millionäre und Influencer - aber ich bin beinahe überzeugt, dass das Geld nur nebensächlich war. Dieser CEO (ja, er hat einen Namen, I don't care) war einfach verliebt in seine Idee ein Pioneer zu sein - und nachdem er für die NASA nicht genug drauf hatte, musste es eben die Tiefsee sein, ohne Rücksicht auf Verluste. Das sind die Leute, die unsere Welt kontrollieren, wenn wir ehrlich sind. Nicht mal die Scrooge-Typen, die einfach "nur" Geld raffen wollen (das wäre vielleicht einfacher einzuschätzen?), sondern die, die auch noch vergöttert werden wollen für ihre Ideen, ohne sich in irgendeiner Weise darum zu scheren, ob diese Ideen machbar sind.
Und hier ist der Kicker, den jeder Kreativmensch kennt: Ideen sind billig. Wir haben alle großartige Ideen. Du bist nicht special, wenn du eine tolle Idee hast. Du wirst eventuell special, wenn du die Arbeit, den Schweiß, die Tränen investierst, um diese Idee umzusetzen - und wenn man diesen Schritt überspringt, sterben in diesem Fall Menschen.
Die Doku beschäftigt sich nur sehr am Rande mit dem "warum suchen wir den ganzen Ozean nach 6 Leuten ab, keinen würde das interessieren, wären die nicht reich" Diskurs, was ich verstehen kann. Ich kann auch verstehen, dass es ein Diskurs ist, der vielleicht geführt werden muss. Aber egal ob man jetzt "traurig" sein muss, wenn 6 reiche Leute sterben, die freiwillig in diese schwimmende Todesfalle eingestiegen sind - eines der Opfer war erst 17 und spätestens da wird es für mich unnötig unschön. Dieser arme Junge - egal wie reich er war - hatte es einfach nicht verdient sein Leben zu verlieren, nur weil irgendein CEO nicht einsehen konnte, dass seine großartige Idee nichts wert ist.Und wer nach dieser Doku noch nicht deprimiert genug ist, kann sich noch Grenfell Uncovered geben - aber bitte nur, wenn ihr genug sanity points übrig habt, denn es geht um einen massiven Gebäudebrand mit Dutzenden Opfern und diese Doku wird sehr schnell, sehr düster!
Ich hätte evtl. nicht beide in kurzer Folge schauen sollen, denn die Bodycams, die Notrufe, die Momentaufnahmen von social media sind heftig - sterbende Kinder inklusive, also nehmt mich bitte erst, wenn ich sage: Es ist eine wichtige Geschichte darüber, wie Gier und Ignoranz im Sozialwesen - oder im menschlichen Zusammenleben überhaupt - schreckliche Konsequenzen haben können. Aber es ist nicht schön und es muss vielleicht so drastisch sein, damit genug Leute genug Motivation finden etwas zu unternehmen - was nicht heißt, dass man nicht auf sich achtgeben sollte. Also watch with care!
Um es mal mit Amanda zu sagen: Yes, you win, I watched K-Pop Demon Hunters ... Und es war tatsächlich ziemlich unterhaltsam!
Ich habe relativ lange dem Hype widerstanden, weil ich - genau wie Amanda - schon vorher wusste, dass ich nicht die Zielgruppe für diesen Film bin. Ich bin kein K-Pop Fan, schaue keine K-Dramas und bin vor allem auch nicht mehr 16 und dieser Film ist schon sehr Teen-Coded. ABER er ist halt auch von Sony und ich liebe das Spiderverse und Mitchells vs. The Machines habe ich inzwischen bestimmt 4 oder 5x gesehen, weil es ein comfort watch ist. Und da geht es auch um Teenie-Probleme, also kann das alleine jetzt kein Ausschlusskriterium sein?
Bevor wir aber jetzt gleich über meine begrenzten Beobachtungen sprechen, nur für den Fall, dass jemand absolut unter einem Stein gelebt hat die letzten 6 Monate, hier mal der Trailer für K-Pop Demon Hunters, damit wir auf demselben Level sind. Wer zum Team Unspoilerbar gehört, oder einfach nur wissen will worum es geht, ohne den Film sehen zu müssen, ist natürlich bei Amandas Video perfekt aufgehoben für die kulturelle Osmose. ;-)
Wir müssen noch eine Konfettiszene zusammensetzen, die beim letzten Mal
liegen geblieben ist - und die Hoffnung diese Überarbeitung im November
"""fertig""" zu bekommen, stirbt auch zuletzt ... also lasst uns mal
sehen, wie das so gelaufen ist? ;-)
Man sollte ja nicht glauben, dass es im Jahre des Internets 2025 immer noch Tudor Bücher gibt, die ich nicht kenne - und die in diesem Fall auch noch nicht ewig alt sind ;-) - aber es ist vermutlich einfach das Prinzip von Nachfrage und Angebot. Meine Tudor Obsession ist vermutlich eine lebenslange Diagnose und da ich immer dasvon ausgehe, dass ich nicht einzigartig bin, gibt es offensichtlich eine Nachfrage.
Was nicht immer heißt, dass neuere Bücher uns auch neuere Dinge zu erzählen haben, aber in diesem Fall ist das durchaus der Fall. Bevor wir also meine persönlichen Obsession-Punkte besprechen, worum geht es ganz allgemein in Hunting the Falcon: Henry VIII, Anne Boleyn, and the Marriage That Shook Europe geschrieben von John Guy & Julia Fox, gesprochen von Stephanie Racine?
A groundbreaking, freshly-researched
examination of one of the most dramatic and consequential marriages in
history: Henry VIII’s long courtship, short union, and brutal execution
of Anne Boleyn.
Hunting the Falcon is
the story of how Henry VIII’s obsessive desire for Anne Boleyn changed
him and his country forever. John Guy and Julia Fox, two of the most
acclaimed and distinguished historians of this period, have joined
forces to present Anne and Henry in startlingly new ways. By closely
examining the most recent archival discoveries, and peeling back layers
of historical myth and misinterpretation and distortion, Guy and Fox are
able to set Anne and Henry’s tragic relationship against the major
international events of the time, and integrate and reinterpret sources
hidden in plain sight or simply misunderstood. Among other things, they
dispel lingering and latently misogynistic assumptions about Anne which
anachronistically presumed that a sixteenth-century woman, even a queen,
could exert little to no influence on the politics and beliefs of a
patriarchal society. They reveal how, in fact, Anne was a shrewd, if
ruthless, politician in her own right, a woman who steered Henry and his
policies, often against the advice he received from his male
advisers—and whom Henry seriously contemplated making joint sovereign.
Hunting the Falcon sets
the facts–and some completely new finds–into a far wider frame,
providing an appreciation of this misunderstood and underestimated
woman. It explores how Anne organized her “side” of the royal court on
novel and (in male eyes) subversive lines compared to her queenly
predecessors, adopting instead French protocol by which the sexes
mingled freely in her private chambers. Men could share in the women’s
often sexually charged courtly “pastimes” and had liberal access to
Anne, and she to them—encounters from which she gained much of her
political intelligence and extended her authority, and which also sowed
the seeds of her own downfall.
An exhilarating feat of historical research and analysis, Hunting the Falcon is
also a thrilling and tragic story of a marriage that has proved of
enduring fascination over the centuries. But in the hands of John Guy
and Julia Fox, even the most knowledgeable listener will encounter this
story as if for the first time.
Wie vielleicht niemand bemerkt hat, war unser Oktober Workshop verschwunden - aufgenommen und dann erst zu spät, danach noch etwas später und schließlich verschluckt von einem technischen Problem mit unserem Audio-Plugin ...
Kommt auch zum ersten Mal seit 7 Jahren vor, aber es gibt eben für alles ein erstes Mal und so ... ;-)
Daher könnt ihr heute gleich zwei Folgen hören, falls ihr das möchtet, ein voller Lore-Drop wenn man so will, fürs Body Doubling an langen Wintertagen. Dazu erzählen wir dann ein bisschen was zum Preptober, Schreibmonat, Worldbuilding, Überarbeiten und dem Leben und dem ganzen Rest.
Es war wieder Zeit die Liste meiner ungespielten Spiele abzutragen und (immerhin ziemlich weit unten in der Alphabetliste) waren noch die 3 Witcher Teile, um die ich bisher immer so rumgestrichen bin, weil ich nicht wusste, ob ich vielleicht doch noch die Bücher lesen, oder die Serie anschauen will.
Da man aber inzwischen weiß, dass die Serie in mehr oder weniger Flammen auf- und eingegangen ist und mich der Stil der Bücher dann doch nicht fesseln konnte - grimdark ist einfach nicht mein vibe, die echte Welt ist mir da genug, danke - hatte ich keine "Ausreden" mehr übrig und habe mich einfach mal an den ersten Teil begeben. Und da wäre die Geschichte beinahe auch wieder zuende gewesen, aber das hatte mehr mit Technik zu tun, als irgendwas sonst ...
Details gibt es gleich, erstmal ein Trailer, falls irgendwer unter einem Stein gelebt hat die letzten Jahre und immer noch nicht weiß wer Geralt of Rivia, The Witcher, ist. ;-)
Es ist November, es ist Schreibmonat und wir haben viel zu tun - zum einen erstmal rausfinden, wo wir überhaupt anfangen den riesigen Berg von Dingen abzutragen, die zu tun sind...
Aber ich hoffe einen Schritt nach dem anderen zu machen, bringt uns irgendwann ans Ziel - außerdem waren wir im Zoo und es gibt Schmetterlinge und Otter für die gute Laune. ;-)
Enjoy!
TIMESTAMPS 00:00 Intro 00:52 1. November - ein kleiner Travel-Vlog 02:52 Eine kleine Einleitung - was machen wir eigentlich? 14:10 3. November - Am Ende anfangen 18:15 6. November - Am Anfang anfangen 24:00 9. November - endlich ein paar Stunden Konzentration! 29:16 11. November - neue und recycelte Szenen 33:33 14. November - Haare raufen und Cliffhanger 38:30 Outro
Ok einen kleinen Abstecher ins Anime habe ich dann doch noch, aber weil diese beiden Serien sehr an unterschiedlichen Enden meines persönlichen Begeisterungsspektrums liegen, machen wir vielleicht einfach beide auf einmal. Viel zu erzählen, habe ich aus unterschiedlichen Gründen zu beiden sowieso nicht ...
Fangen wir an mit dem positiven Ende und sprechen über Blue Eye Samurai, wobei ich wie bei The Residence ziemlich unsicher bin, wo ich anfangen soll, weil ich fast alles an dieser Serie großartig fand ... passiert nicht so oft, aber dieses Jahr schon zum 2. Mal, man soll ja nicht meckern. ;-)
Die Serie ist schon etwas älter (2023, das ist alt für Netflix Content, trust me^^) und trotzdem es sehr schnell die Zusage für eine 2. Staffel gab (Wunder über Wunder), kommt die scheinbar nicht vor Ende 2026 ... es ist also evtl. sogar gut, wenn man wie ich ist und jetzt erst dazu kommt, dann ist die Wartezeit nicht ganz so absurd lang?
Hier mal der Trailer, damit wir wissen, worüber wir sprechen:
Wie man schon im Trailer vermutlich erkennen kann, bewegen wir uns hier definitiv auch im Blut & Eingeweide Anime, allerdings mit mehr frontal nudity ... die Anzahl gezeichneter Penisse, die ich sehen musste, grenzt schon fast an Absurdität, was uns jetzt nicht zwangläufig abhalten soll. Aber be prepared. ;-) Natürlich gibt es genausoviele gezeichnete Brüste, aber das überrascht jetzt im Adult Anime einfacher weniger...
Was mich außerdem an der Prämisse schnell fasziniert hat, ist die Rache-Motivation unseres Samurai und das Framing drumherum. Die Welt, die hier gezeigt wird, ist unfassbar düster, im Vergleich wirkt sogar das Witcher Worldbuilding beinahe cozy, von daher macht der Plotpunkt "ich bin auf einem Rachfeldzug gegen meine eigene Existenz" schon auch wieder einen gewissen Sinn. Aber es ist schon auch ein bisschen so ... WTF? Vor allem, weil die Story zu keinem Zeitpunkt den Kontext verschweigt, was für eine furchtbar schlechte Idee es ist Rache zu seiner Identität zu machen. Das hat ein wenig Kill Bill Vibes, was der Soundtrack an vielen Stellen nur untermalt - irgendwo holen wir tatsächlich Battle Against Honor aus dem Schrank und der finale Sturm auf die Festung wird mit Metallica unterlegt. Also quasi alles worüber ich bei Devil May Cry Witze gemacht habe, nur in gut diesmal! ;-)
Man muss also damit leben, dass in dieser Geschichte wenige gute Menschen existieren und die Welt ein sehr düsterer Ort ist, aber der Zeichenstil die Natur wunderschön aussehen lässt und das nur zum teilweise schon fast überzogen brutalen Gesamteindruck beiträgt. Das klingt jetzt vermutlich nicht so positiv, aber ich will nur, dass man weiß auf was man sich einlässt - Mizus Geschichte ist wirklich wirklich gut erzählt, aber man braucht ein paar sanitiy points dafür.
Auf der anderen Seite meines persönlichen Unterhaltungswert-Barometers haben wir dann Kakeguri, oder auch Bet, das Live-Action-Remake, über das ich tatsächlich zuerst gestolpert bin. Über die Realserie brauchen wir nicht so wirklich viele Worte zu verlieren, niemand wollte sie, ich sehe ihren Sinn nicht und sie hat auch wenig mit dem Anime zu tun, außer der Basis von "unserer Protagonistin geht immer einer ab, wenn sie auf irgendwas wetten darf". Die Macher der Serie waren der Meinung diese Art von High-School-Drama bräuchte dringend noch einen Mordverschwörungsplot, der so unfassbar dumm ist, dass ich ihn nichtmal wiederholen will und Anime-"Kreischig" sieht mit echten Schauspieler:innen umgesetzt auch einfach super albern aus ...
Was jetzt nicht heißt, dass der "Kreischig"-Faktor im Anime nicht auch sehr cringe ist - der Zeichenstil ist der von Hellsing, aber statt Blut & Eingeweiden haben wir nur Teenager, die in Panty-Shot-Orgasmen verfallen, wenn es um Glücksspiel geht ... es tut mir leid, dass das so negativ klingt, aber alle Charaktere in dieser Serie sind unhinged und unsympathisch bis zum Anschlag und ich persönlich finde einfach wenig an dieser Schulmädchen-Sexualisierung. Ich kann noch den Punkt nachvollziehen, dass unsere Hauptheldin im Anime ihre Glücksspielsucht und die damit verbundenen Manipulationen meistens verwendet, um irgendeinen gut gemeinten Punkt zu machen - im Gegensatz zum Live-Action Girlie, dass einfach nur manipuliert für ihre Rachemission. Aber emotionale Manipulation bleibt es trotzdem und das ist nicht meine Definition von symphatisch ... Vermutlich bin ich also einfach nicht die Zielgruppe, aber im Anime-Format kann ich mir wenigstens noch einreden, dass es hier Genre-Konventionen gibt, die mir nicht gefallen müssen, aber die etabliert sind. Ich kann allerdings die Frustration der Leute verstehen, die tatsächlich mehr Spaß an der Prämisse hatten und jetzt mit einer zweiten Staffel leben müssen, die mitten im Plot willkürlich endet, weil wir eine unnötige Live-Action-Serie machen mussten statt einfach Staffel 3. Man sollte meinen man könnte aus den Fehlern von Disney lernen, aber neiiin...
Ich brauche beide Formate nur einfach nicht, aber das ist ein klares Ich-Problem & ihr dürft das gerne anders sehen.