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22.06.2020

MIB International. Oder auch: Intergalaktische Daddy-Issues

Ich gehöre ja zu den Menschen, die den 1. MiB Film noch im Kino gesehen haben - back in the old days als man sowas noch nicht per streaming kuken konnte - und ich denke immer noch, dass er 1. Film zumindest insofern Kulturbereichernd war, dass sich heute immer noch Leute in Sketchen darauf beziehen können und jeder den Witz versteht, egal ob man den Film tatsächlich gesehen hat oder nicht...ändert meine Meinung, wenn ihr könnt!;-)

Also ein wenig der Vorläufer zu Pirates of the Carribean, wo der 1. Filme Genredefinierend ist, der zweiiiite noch naja so ok, und danach möchte man eigentlich den Studios nur noch zubrüllen, dass sie endlich aufhören sollen immer dasselbe tote Pferd zu schlagen....

Aber, manchmal hat auch ein totgerittenes Franchise noch ein paar gute Ideen - PotC 4 war nochmal eigentlich ganz witzig....#don't@me - und so waren wir gewillt MiB International nochmal eine Chance zu geben....außerdem hat es Thor und Valkyre und von beidem hatte das MCU in letzter Zeit viel zu wenig, ok?!;-)

Lassen wir also erstmal den Honest Trailer sehr viel motzen, dann komme ich nacher besser weg, wenn ich auch was Nettes sage:



Falls man hier aussteigen will, ich fand den Film unterhaltsam, aber ein bisschen Meh, allerdings aus etwas anderen Gründen. Immer noch interessiert? Dann bitte hierlang!

1. Eine gute Chemie ist eine gute Chemie ist eine gute Chemie
Im Gegensatz zu dem was uns der Trailer erzählt, funktioniert für mich die Chemie zwischen den Hauptdarstellern gut. Ich empfinde es auch nicht als unbedingten Gegensatz, wenn eine "ich will mich unbedingt beweisen" Haltung in ein wenig Leichtsinn überartet, aber natürlich entspricht das nicht dem "By the Book" Archetypen. Man kann jetzt drüber streiten, ob man lieber gute gemachte 0815-Typen haben will oder vielleicht nicht so überzeugend gemachte, dafür aber vielschichtigere Figuren, hat beides seine Vor- und Nachteile, I'm #justsayin, es war nicht "objektiv schlecht geschrieben", was immer das heißen soll.

2. Ich fand das kleine Alien niedlich
Noch so ein Ding, in dem "Objektivität" nicht existiert - ich fand das kleine Schach-Alien adorable, ich möchte genausoeins haben und es hat mich über die Strecken der Story gerettet, die nurn wirklich meh waren. I'm trash for this & I am not ashamed!;-)

3. Das zentrale Problem
Das eigentliche Problem - für mich - in diesem Reboot ist der fehlende Tiefgang für das zentrale Problem:
Chris Hemsworth Charakter hat allen Grund sich darüber zu beschweren, dass ihm alle mit dem "du hast dich verändert" kryptischen Mist kommen, denn als Zuschauer fühlt man sich genauso - man sieht ihn nicht wirklich "vorher" und der Reveal warum er sich verändert haben könnte (so 100% erfahren wir nicht mal, ob es wirklich was damit zu tun hatte), kommt 5 Sekunden vorm Showdown und danach reden wir auch nie wieder darüber.
Alles was uns über den "Superagenten" erzählt wird, den alle bewundern bleibt genau das - reines Tell. Was wir zu sehen bekommen, ist ein Typ, der hochgradig unprofessionell ist, bei der Arbeit (bei)schläft und auch ansonsten eigentlich kaum was geregelt bekommt.
DAS ist für mich der zentrale Widerspruch, aber auch hier - es liegt nicht unbedingt daran, dass man so einen Charakter nicht gut erzählen *könnte*, weil es völlig unlogisch ist, dass etablierte Typen sich jahrelang unverdient auf ihren früheren Lorbeeren auruhen können, egal wie abgestürzt sie inzwischen sind *husthustJonnyDepphust*. Es ist nur so, dass der Film sich keine Mühe gibt und das vernünftig zu erklären.

Vielleicht waren ihnen die Implikationen von Gehirnwäsche auf die menschliche Psyche ein zu schweres Thema für einen MiB Film - ein Franchise in dem Leute schon immer mit diesen Blitzdingern Schindluder getrieben haben - aber das hätte es leider gebraucht, um einen Film zu machen, der über die milde amüsant Kategorie hinauszukommen.
Sogar Teil 3 hat sich mehr Mühe mit seinen Daddy Issues gegeben, die wir hier auch einfach mal annehmen müssen, weil auch die reines Tell bleiben - Liam Neeson hatte scheinbar keine Lust mehr als 5 Minuten am Set zu sein, schade aber auch.

Ich bin ja bekanntlich eher gnädig, wenn ein Medium mich zumindest halbwegs unterhalten hat, daher vergebe ich auch hier 3,5 von 5 Paris-Souvenirs für einen Popcornfilm, über den man besser nicht zuviel nachdenken sollte.

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