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05.02.2021

Netflix für Dinge mit Weltraum: Challenger Final Flight & Mercury 13

Vermutlich habt ihr inzwischen alle schon genug von meiner Dinge mit Weltraum Phase, aber 1 Post hab ich diese Woche noch und beide auch diese Dokus zählen durchaus zu meinen Highlights aus dem letzten Jahr, die wir jetzt einfach mal für dieses Jahr übernehmen. Also lohnt es sich evtl. doch noch reinzulesen.;-)

Ich bin normalerweise nicht so ein großer Fan von Katastrophen-Dokus, aber Challenger Final Flight ein tolles Format, das ich durchaus empfehlen kann, auch wenn man das traurige Ende schon kennt. Daher zuerst dazu ein paar Worte, auch wenn man von der historischen Abfolge her eigentlich Mercury 13 zuerst sehen sollte.

Ich erwähnte ja bestimmt schonmal, dass Technik-Ethik ein Schwerpunkt in meinem Studium war und wir haben im Seminar tatsächlich auch eine ganze Unterrichtsreihe lang über die Challenger gesprochen, da man an diesem Unfall sehr gut die Probleme moderner Verwantwortungszuordnung disskutieren kann. Im Zwischenmenschlichen ist das normalerweise einfacher, wenn Person A Person B mit einem Messer verletzt, geben wir Person A die Schuld, nicht dem Messerfabrikanten, oder dem Verkäufer, oder dem Menschen mit dem Person A an dem Morgen im Stau aneinandergereasselt ist. 

Persönlich war ich daher erst ein wenig verwirrt, dass die Schuldfrage kein großes Thema in der Doku ist - natürlich wird zur Diskussion gestellt wer wann was wusste und warum wer wann was entschieden hat, aber der Fokus liegt hier vor allem auf den politischen und persönlichen Zusammenhängen. Die ersten Folgen nehmen sich sehr viel Zeit uns zu erklären wie die Geschichte der NASA zu dem Zeitpunkt aussah, warum man der Meinung war die Personalpolitik ändern und für mehr Menschen öffnen zu müssen und welche Menschen daher an Bord der Challenger waren und wie wichtig ihnen der Einsatz war.

Und ich muss sagen, im großen und ganzen ist das vielleicht nach sovielen Jahren die bessere Herangehensweise. Kein verkopftes Ethik-Gedankenspiel, sondern einfach "Wer waren diese Leute und warum wollten sie unbedingt in den Weltraum, obwohl das offensichtlich so gefährlich war"?

Ich kann die Serie jedenfalls sehr empfehlen, es fällt schwer manchmal zuzuschauen, wenn man weiß worauf es hinauslaufen muss, aber wer ein kleines bisschen die Faszination für Dinge mit Weltraum teilt, kann hier Gleichgesinnte finden.;-)

Und weil es so schön dazu passte, habe ich mir gleich danach noch Mercury 13 gegeben, ein Dokufilm über einen ersten Versuch in den 60er Jahren das Astronautenprogramm für Frauen zu öffnen. Spoiler, hat nicht funktioniert und wer empfindlich auf misogynes Geschwurbel von weißen Männern reagiert, der sollte hier vorsichtig sein, denn die Zeitzeugendokumente sind...ja.

Aber in gewisser Hinsicht hat es ein Happy End und das hat dann auch wieder was mit dem Challenger Programm zu tun und daher passt es hier einfach gut rein. Wer sich für die sozialhistorische Dimension von Raumfahrt interessiert, oder auch einfach nur gerne sassy old ladies von ihrem Leben erzählen hört, unbedingt mal reinschauen!;-)

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