Publikationen, Projekte, Persönliches

19.03.2021

Netflix für Historiendrama: Secrets of the Saqqara Tomb & Roman Empire

Ich würde ja sagen nach der True Crime Phase kam die Historiendoku-Phase, aber diese "Phase" ist eigentlich mein Normalzustand, daher... ;-)

Wenigstens der Netflix Algrythmus kennt mich inzwischen gut genug - wenn auch nicht immer zuverlässig - um mir deshalb ab und zu neue Dokus in die Timeline zu spülen, die zu diesem Zustand passen. Ich habe komplementär zur vierten The Crown Staffel ein wenig Royals Dokus gebinged, aber das wird von Netflix sowieso ewig gehyped, von daher brauche ich euch dazu vermutlich nichts erzählen, wer es sehen wollte, wird das schon getan haben.

Heute habe ich daher zwei Antike Schauplätze für euch, die vielleicht ein bisschen mehr special interest sind, aber durchaus sehenswert!

Fangen wir mal chronologisch an mit Secrets of the Sqqara Tomb, ein ungefähr 2Std langer Dokufilm über eine ägyptische Ausgrabung im Tal der Könige. Ich persönlich finde es ja immer schon fast am erstaunlichsten, dass man nach 3000 Jahren Grabräubertum und ca. 50 Jahren rücksichtsvollerer Archeologie in diesem Sand überhaupt noch irgendwas finden kann. Ich habe mich ja am Anfang meines Studiums vor allem deshalb gegen die Archeologie entschieden, weil ich schon Probleme habe Französisch zu lernen und das mit Keilschrift, Altgriechisch und Hebräisch gar nicht ausprobieren wollte, aber schon damals waren die Studienberater der Meinung, dass es eigentlich kaum noch was zu finden gibt...Selbstschutz vielleicht?;-)

Anyway, wer sich jedenfalls für die kleinen Familiendramen interessiert, die man aus Grabkammern und Mumien rekonstruieren kann, sollte hier mal reinschauen!

Und apropos Familiendrama, wer ein bisschen mehr Sex, Wine & Violence in seiner Geschichtsdoku mag, wird vermutlich bei Roman Empire gut aufgehoben sein. In den meisten Dokus kennt man ja das Prinzip, dass Menschen genannt Historiker:innen irgendwas frontal in die Kamera erzählen und das wird dann ab und zu unterbrochen von nachgestellten Filmszenen. Bei Roman Empire - Reign of Blood (so subtil;-) hat man sich entschieden quasi eine durchgehende Blood & Sandals Serie zu drehen und das ab und zu durch Informationsschnipsel zu unterbrechen, die uns kurz einordnen, was wir grade gesehen haben...Ich übertreibe ein wenig, aber nicht viel!

 

Immerhin hat man zu diesem Vorhaben aber ein bisschen Geld ausgegeben, vernünftige Schauspieler und Kostüme besorgt und außerdem Sean Bean verpflichtet den Erzähler zu geben. Das bereitet einen ganz gut darauf vor, dass ständig irgendwer erstochen wird. ;-)

Ich bin inzwischen zu alt für den Scheiß noch elitär empört über diese Art von Popcorn-Doku zu sein. "Dramatisiert, muss nicht stimmen" ist ein Disclaimer, der prinzipiell auf Geschichtsdarstellung zutrifft, Quellenkritik bzw. Quellenskeptizismus ist ausnahmslos immer angebracht und wenn man sich einfach mal ein bisschen unterhalten lassen und dabei ein paar vermutlich sogar belastbare Basisfakten abgreifen will, warum nicht?

Vielleicht wird man dadurch motiviert sich mit Details näher zu beschäftigen und die ganzen "ernsthaften" Geschichtsbücher zu lesen, die sich so gern einbilden neutral und undramatisiert zu sein, vielleicht hat man aber auch einfach ein paar nette Fernsehabende verbracht. Könnte mir schlimmeres vorstellen in diesen Zeiten, also schaut mal rein, wenn Römer euer Ding sind! ;-)

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Vielen Dank!