Publikationen, Projekte, Persönliches

01.03.2019

Zwischenstände die Erste. Oder auch: Ein dünn verschleierter Vorwand für ein schlaues Video!

So heute machen wir mal ein bisschen Level Expert Rambling zu Dingen, die ich einfach mal zusammenwürfeln wollte - falls das ein wenig apropos of nothing klingt teilweise, macht das hoffentlich nicht soviel, weil es ist ja Karneval und das hier ist Post 1111, wenn das mal nicht coincidence ist...;-P
Ich habe in den letzten Wochen die 1. Beta-Runde für die Versammlung absolviert und dachte irgendwie könnte ich mal wieder einen Zwischenstände-Post machen und erklären was sich so getan hat - aber dann fiel mir noch ein allgemeiner Punkt zu Beta-Feedback ein, über den ich sehr viel nachgedacht habe in letzter Zeit. Außerdem suche ich schon seit Ewigkeiten nach einem Thema, bei dem ich eine meiner persönlichen Heldinnen vorstellen kann - Brene Brown, oder auch, jemand, der wirklich weiß wie Emphatie, Verletzlichkeit und Scham funktionieren und das wunderbar erklären kann.

Hat das eine jetzt wirklich was mit dem anderen zu tun...? Naja sie hat einen super-tollen, großartigen TED Talk darüber gemacht wie man mit Kritik umgeht, alsooo....hmm naja vielleicht eher so am Rande....



Manchmal finde ich einen tollen Vorwand schlaue Youtube Videos in meine Blogposts zu schmuggeln und manchmal muss es halt ein nicht so toller Vorwand sein...;-)

Wenn ihr euch also davon erholt habt wie großartig Ms Browns TED Talk ist, lasst uns nochmal ganz generell über Kritik und Beta-Feedback reden:

Zuerstmal, lasst mich nochmal kurz wiederholen, was ich inzwischen in etlichen etc Folgen erwähnte: Feedback jeglicher Art zu nicht-fertigen Projekten ist immer eine kleine Angstschweiß-Übung. Sobald die Geschichte fertig ist (oder man sie als fertig deklariert hat), wird es bestimmt immer noch Leute geben, die sie hassen, aber darauf ist man irgendwie schon eingestellt und hat seine metaphorische Rüstung ausgepackt. Aber nicht-fertige Geschichten aus der Hand zu geben, ist leider (meiner Meinung nach) genauso unabdingbar, wie stressig.;-)

Und so kam es, dass ich mir dieses Mal nicht nur Gedanken darüber machte, wie das Feedback wohl ausfällt, sondern auch, ob ich das eigentlich richtig angehe...?
Es ist eine bekannte Tatsache, dass ich meine Betas wunderbar finde und mit den meisten arbeite ich auch schon seit mehreren Projekten - will sagen viele viele Jahre, weil ich ewig brauche ;-) - zusammen. Es gibt immer mal wieder Menschen, die meinen, das wäre schlecht, weil deine Freunde mögen dich ja und sagen dir was du hören willst und sind nicht schonungslos brutal genug wenn es um deine Schwächen geht.
Ich habe darüber viel nachgedacht - und sogar zwischendurch mit dem Gedanken gespielt mal Testballonartig zu versuchen was "Betaleser gesucht" im Internet für eine Resonanz hätte - aber schlussendlich habe ich mich dagegen entschieden, denn ich finde die Grundannehme dahinter "Nur Fremde nehmen keine Rücksicht auf deine Gefühle und das ist es was du willst!" großen Humbug.

1. Es gehört eine Menge aneinander-gewöhnen und Kommunikation dazu, bis man das Feedback bekommt, das man gebrauchen kann. Viele Menschen müssen überhaupt erstmal vorsichtig an die Tatsache gewöhnt werden, dass man überhaupt ehrliche Kritik hören will, ohne dass damit eine Freundschaft oder auch nur die Grenzen der Höflichkeit gefährdet werden, geschweige denn wie das Feedback am gewinnbringensten zu formulieren ist. Will man das jedes Mal wieder machen mit etlichen Fremden?

2. Beta-Arbeit ist Arbeit - ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber bei meinen Freunden habe ich weniger ein schlechtes Gewissen, wenn ich sie bitte ihre Freizeit damit zu verbringen mir zu helfen, ohne dafür bezahlt zu werden...Früher oder später ist es ein Geben und Nehmen, du liest meine halb-ausgegorene Geschichte, ich trage deine Umzugskisten die Treppe hoch, oder sowas.;-)

Und 3. finde ich es einen fundamentalen Flaw in der Überlegung seine Arbeit auf den missgünstigten-anzunehmenden-Leser auszurichten.
Ehrlich, es ist nicht schlimm, wenn man Kritik von Menschen bekommt, die einem wohlwollend gesinnt sind, denn Menschen, die hassen was du tust, kommen von alleine und im Vorhinein ahnen zu wollen, was Menschen, die etwas nicht mögen wollen, alles nicht mögen könnten, ist (meiner Meinung nach ymmv) eine Übung in Sinnlosigkeit.
Müsste ich - oder würde ich - meine Geschichten nicht für den wohlwollensten-anzunehmenden-Leser schreiben, sondern für den "Typen aus dem Supermarkt, der mich nicht mag" (so und da haben wir dann doch noch den Tie-In zum Video gefunden haha!;-), dann hätte ich bald keine Lust mehr irgendwas zu schreiben.

Es ist schlimm genug, dass man - um die Geschichten, die man mit Blut, Schweiß und Tränen erdacht hat, in die Welt zu entlassen, damit sie wohlwollende Leser finden - sich angreifbar machen muss für alle anderen Menschen im globalen Dorf Internet. "Sichtbar" zu sein im 21. Jahrhundert entwickelt sich immer mehr zu Alptraum und ich möchte wirklich nicht in der Haut von "leider" berühmten Menschen wie Matt Groening, George R.R. Martin oder J.J. Abrams stecken.
Und es ist auch schlimm genug und unglaublich rage inducing und für Kreativschaffende auch beleidigend und enttäuschend (trust me!), dass Everything is the Worst heute scheinbar die default Herangehensweise an Kultur ist.
Und deswegen bin ich der festen Überzeugung, dass man sich dem noch nicht aussetzen muss, wenn das Papier-Baby noch nichmal fertig ist. Meistens ist man doch selbst sein größter Kritiker, oder?

Will ich jetzt damit sagen, dass "fremde" Betas eine total schlechte Idee sind und absolut abzulehnen? Nein, natürlich nicht, wenn du das so machen möchtest, mach das in jedem Fall und ich juble dir völlig unironischen, ehrlichen Beifall!
Aber wenn man sich eine Weile bei AuthorTube oder anderen Schreibtipps-Foren rumgetrieben hat, gehen auch da die Nuancen verloren - weil du das willst, ist es die beste und einzige Herangehensweise? Nö!
Es ist genauso legitim und wichtig die wohlwollenden Kritiker einzuladen, weil man die schnell mal vergisst und für selbstverständlich hält - und für wen schreibt man schließlich?:-)

So das war mein TED Talk, jetzt doch noch ein bißchen Zwischenstand/Allgemeines:
Die Versammlung befindet sich auf der Zielgerade, 7 von 10+Epilog Kapiteln sind auf der Seite und auch wenn das noch nichts heißt, weil ich laaaaangsam arbeite, ist es doch wahrscheinlich, dass ich irgendwann im Sommer zu dem berühmten "The End" Punkt vordringen werde.
Das heißt aber andererseits, ich werde vielleicht ein paar Montags-Posts auf dem Blog auslassen, wenn ich sonst die Zeit und die mentalen Kapazitäten nicht finde , die es braucht so ein Ende hinzukriegen - Bücher abzuschließen ist fast schlimmer als sie anzufangen seriously...;-)

Also wird der Blog eventuell ein bisschen ruhiger, dafür gibt es dann hoffentlich Ende des Jahres ein neues Papierbaby zu windeln...und wenn das keine gute Nachricht ist, einen Zwischenstände Post zu beenden, dann weiß ich es auch nicht!;-)

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