Publikationen, Projekte, Persönliches

28.07.2010

Dinge die einfach unnötig sind III

Vielleicht sollte ich eine Serie aus diesen schönen Einträgen basteln: Dinge, die die Welt nicht braucht!

Hochschulbibliotheken zum Beispiel.
Ich bin ja prinzipiell einer dieser Nestbeschmutzer, die sich im Laufe ihren Studiums - zu Recht - immer mal wieder böse über ihre ehrwürdige Alma Mater beschwert haben. Mal ging es darum, dass es etwas übertrieben fand 6Semester Grundstudium veranschlagen zu müssen, nur weil man 3Semester auf sein erstes Proseminar warten muss ("Sie haben ja noch Zeit, die anderen brauchen das dringender"), oder dass man mir Exkursionen nicht anbieten wollte, die ich aber dummerweise zum Studienabschluss brauchte ("Sie können sich ja von ihren Eltern ein Auslandssemster bezahlen lassen, das kann ja nicht unser Problem sein"), oder mein Hauptfachwechsel/Studienabschluss in den Grabenkämpfen kompetenzgeiler Sachbearbeiter(Innen) unterging ("Wie können Sie denn damit zu Frau X. gehen, nur weil die dafür bezahlt wird, ist die noch lange nicht zuständig!").
Aber in unserer schönen neuen Bildungswelt gehören solche Schwierigkeiten ja auch irgendwie zum Studium dazu - Kernkompetenz Eigeninitiative, Authoritätsmisstrauen und Frustrationsresistenz vielleicht.

Nun kann man einwenden, dass es so schlimm nun auch nicht gewesen sein kann, immerhin arbeite ich immer noch teilweise für die Uni - trotzdem muss die eine oder andere Kritik ja wohl mal erlaubt sein oder?
Wie kann es beispielsweise sein, dass ich nichtmal mit einem Promotionsausweis Fernleihbücher mit nach Hause nehmen darf, die immerhin ganz normal mit der Post versand werden konnten?
Und wie lässt es sich erklären, dass das Arbeiten mit diesen Büchern in den Leseräumen der Zentralen Bibliothek unmöglich ist, weil von morgens 8 bis abends 20Uhr nicht davon auszugehen ist, dass man a) ein Schließfach für seine Tasche (im Lesesaal verboten) und b) einen Sitzplatz haben kann?

Nun bin ich ja vielleicht ein schwieriger Fall, weil ich mich erdreiste tatsächlich Berufstätig zu sein, weswegen mir arbeiten vor 8 und nach 20Uhr etwas schwerfällt, aber ein Zustand kann das nicht sein oder?
Nachdem ich also in der letzten Woche 2x umsonst den Bus Richtung Bib bestiegen hatte, war meine vorerst letzte Chance Montag. Ich also nach dem OP Termin bei meinem Hautarzt (Muttermal rausstanzen) unter Narkose dahin - keine Chance. Plan B: Wertsachen in die Anglistik Bib (5Min entfernt) bringen, meine lieben Kollegen bitten darauf aufzupassen und dann nur mit Kopierkarte bewaffnet - und inzwischen mit Schmerzen, weil ohne Narkose - wieder hin.
Hätte funktionieren müssen - tat es aber nicht. Zitat: Das Buch hat ein Kopierverbot, das können Sie nur scannen, wenn sie Ihren eigenen USB Stick mitbringen.

Ich habe darauf verzichtet darauf hinzuweisen, dass zwischen Kopieren und Scannen der Unterschied meiner Meinung nach marginal ist und mich damit abgefunden, dass das Buch (2,50€ Fernleihkosten) am Freitag in seine angestammte Bibliothek zurück geschickt wird, ohne das man es mir irgendwie ermöglicht hätte damit zu arbeiten.
Kann das sein? Ich glaube nicht, Tim!!!
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