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29.08.2010

The Duchess

Tja, da waren 2 Wochen Urlaub auch schon wieder vorbei.
Ab morgen geht das übliche Chaos wieder los, aber vorher nehme ich mir noch 10Minuten, um von meinem Souvenier-Buch zu erzählen: The Duchess von Amanda Foreman

Ja, richtig, das auf dem Cover ist tatsächlich Keira Knightley, was daran liegt, dass man hier quasi die Vorlage zum gleichnamigen Film (das Buch wurde zum Republish umbenannt) in Händen hält. Ich habe The Duchess noch nicht gesehen, aber als mir das Buch bei den Non-Fiction "Hot of the Press" in die Hände fiel, dachte ich mir, es kann vielleicht nicht schaden zuerst ein wenig Wissen anzusammeln, bevor man sich antut, was Hollywood damit anstellt.

Leider liest sich Ms Foreman weniger dramatisch, als es der Buch-Untertitel "There were three people in her marriage." vermuten lässt, auch wenn die Anspielung auf Lady Di durchaus ihre Berechtigung hat: Lady Georgiana, Duchess of Devon kam ursprünglich als Lady Spencer zur Welt und ist damit die Ur-Ur-Ur-Urgroßmutter des zukünftigen König William von England.
Man merkt dem Buch eben sehr an, dass es ursprünglich mal eine Ph.D. Arbeit war - meint, die Charakterstudie der Hauptperson bleibt oft hinter politischem Zeitgeschehen und Analysen der gesellschaftlichen Zusammenhänge des frühen 19. Jahrhunderts zurück.
Das an sich ist ziemlich schade, denn wenn man das ewige Hin und Her der Parlamentskoalitionen über sich ergehen lassen kann, ergeben sich in den Zwischenräumen recht spannende Einblicke auf eine vielschichtige Persönlichkeit, die mit 100%iger Wahrscheinlichkeit auch im Film nicht gewürdigt werden wird - da scheint es schon fast eine Verschwendung, dass dieses ganze wunderschöne Charakter- und Konfliktpotential an ein Sachbuch "verschwendet" wird.;)

Wie es so schön auf dem Cover heißt: Georgiana, Duchess of Devonshire was an icon of her age; she was also a compulsive gambler, an influential political operator, a drug addict, a doting mother and an adulteress.
Ständige Geldnot, der Zwang einer Gesellschaft vorzustehen, deren Oberflächlichkeit sie selber leider zu gut durchschaute, ihre Unzufriedenheit mit den beschränkten Möglichkeiten weiblicher, politischer Aktivität und ein unglückliches Gefühlsleben - ihre einzig "wahre" Freundin hatte 2 Kinder von ihrem Ehemann und ihr eigenes uneheliches Kind, aus der vielleicht einzigen echten Liebesbeziehung ihres Lebens, musste sie zu Pflegeeltern geben - beschleunigten vermutlich den körperlichen Verfall und frühen Tod der D. of D..Und auch wenn ihre verfilmte Biographie ein wenig trockener ist, als sie es vielleicht hätte sein müssen, hatte ich trotzdem oft diesen "Oha und was passierte dann?"-Effekt - und das kann man nun wirklich nicht von jedem Sachbuch behaupten.;)

Ich vergebe 3 von 5 Haarlocken für ein Sachbuch, das vielleicht doch besser ein Roman geworden wäre - genug dramatisches Potential wäre vorhanden gewesen!;)
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