Publikationen, Projekte, Persönliches

17.01.2020

Listening to: Bill Bryson's Shakespeare

Wir haben einen neuen Eintrag im WWINI Register, aber ich fange das ganze Fangirling und Ranting nicht wieder von vorne an, denn offensichtlich habe ich ja das Hörbuch gefunden, wenn auch nur aus Versehen... ;-)

Wer sich also erinnert, Bill Bryson liefert normalerweise verlässlich Dokutainment, das ich großartig finde und jetzt geht es um Shakespeare?! Ich meine...halloo??
Ok bevor das jetzt doch wieder in Quietschen vor Begeisterung endet, worum geht es in Shakespeare geschrieben und gelesen von Bill Bryson.

William Shakespeare, the most celebrated poet in the English language, left behind nearly a million words of text, but his biography has long been a thicket of wild supposition arranged around scant facts. With a steady hand and his trademark wit, Bill Bryson sorts through this colorful muddle to reveal the man himself.
Bryson documents the efforts of earlier scholars, from academics to eccentrics. Emulating the style of his famous travelogues, Bryson records episodes in his research, including a visit to a bunker-like basement room in Washington, D.C., where the world's largest collection of First Folios is housed.
Bryson celebrates Shakespeare as a writer of unimaginable talent and enormous inventiveness, a coiner of phrases ("vanish into thin air", "foregone conclusion", "one fell swoop") that even today have common currency. His Shakespeare is like no one else's: the beneficiary of Bryson's genial nature, his engaging skepticism, and a gift for storytelling unrivaled in our time.

 Muss ich wirklich noch sagen, dass ich dieses Buch großartig fand? Naaa, dachte ich auch nicht...

Aber das wäre eine ziemlich lahme (um nicht zu sagen sehr kurze...) Rezension, also hier noch ein paar persönliche Anmerkungen in Listenform, aber in keiner besonderen Reihenfolge!;-)

1. Anti-Stratfordian Bashing for much fun and no profit
Ich finde Bill Bryson macht einen hervorragenden Job darin zu erklären woher dieser Eindruck kommt, dass "wir wissen ja nichts über Shakespeare und vielleicht gab es ihn ja gar nicht und blablabla". Je älter ich werde, desto weniger Gedud habe ich mit Anti-Stratfordians, denn ihre Argumente "gegen die Existenz von Shakespeare" kochen meistens zu genau 2 Punkten zusammen:
1. Ein völliges Unverständnis von historischer Quellenlage
und
2. Kunst-Snobbismus
Im ersten Punkt finden sich all diese "wir wissen ja so wenig" Menschen wieder, denen man einfach mal sagen muss...ja, wir wissen weniger, als wir wissen wollen, aber wir wissen mehr über Shakespeare als über so ziemlich *jeden anderen* Menschen im 16.Jahrhundert, der kein König, Bischof oder sonstwie wichtig war. Nicht-Historikern verzeihe ich diese Ignoranz gegenüber den Realitäten von historischer Forschung, aber Historiker, die diesen Mist für Click-Bait behaupten? Bläch...
Und sorry "Menschen ohne adelige Abstammung oder Hochschulbildung können unmöglich Meisterwerke schreiben"? DAS ist dein Argument...? Wirklich...? Das heißt kluge Menschen und reiche Menschen schreiben automatisch "Kunst"? Wirklich...??
Ich lasse das hier mal offen, denn ich kriege schon wieder Blutdruck...;-)

2. Literatur ist Mannschaftssport
Eine der schönsten Erkenntnisse aus diesem Buch ist die Geschichte rund um das 1st Folio. Einer der Hauptgründe warum wir so viele Stücke (eigentlich fast alle, was unglaublich ist, gemessen an der Zeitspanne, siehe oben) von Shakespeare überliefert haben, obwohl er zu seiner Zeit eigentlich eher so ein mittelmäßig beliebter und bekannter Autor war, ist die einfache Tatsache, dass sich zwei seiner Freunde nach seinem Tod die Arbeit gemacht haben diese Stücke zu sammeln, zu editieren und zu veröffentlichen...
Was ein wenig diesen "Awww" Faktor hatte, denn auch damals war es schon absolut notwendig bis hilfreich Freunde und ein Support Network zu haben, der Mythos vom einsamen Künstler ist damit wohl endgültig debunked!;-)

3. Das mit dem Sprecher...
Bill Bryson ist kein schrecklicher Hörbuchsprecher, aber man merkt ihm immer noch an, dass das nicht seine Berufung ist...Ich ziehe deswegen jetzt keinen Punkt ab, weil es könnte so viel schlimmer sein, aber ich stelle immer wieder fest, dass Autoren nicht unbedingt die beste Wahl sind ihre eigenen Texte vorzulesen...kann sein, aber ist kein Auto-Erfolg.

Außerdem gibt es natürlich auch wieder etliche Anekdoten die sich mit der Rezeptionsgeschichte von Shakespeare befassen, angefangen von viktorianischen Literaten, die der Meinung waren, dass Romeo & Julia eigentlich "immer schon ein Happy End hatte" oder auch familienfreundliche Versionen von Hamlet...

Es ist eine Wundertüte an Spaß und Fakten und daher vergebe ich selbstverständlich 5 von 5 Federkiele!

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Vielen Dank!