Publikationen, Projekte, Persönliches

25.03.2015

Mr G. & Positiv Denken II (Wochengedanke VI)

Disclaimer: Diese Annekdötchen sind kurz zusammengebastelt und sollen/können keine erschöpfende Darstellung von irgendwas sein! Anregungen, Kritik und eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Letzte Woche wollte ich eigentlich was über Dinge in Büchern erzählen, aber so im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich was zum Positiv Denken erzählt habe. Das an sich ist ja aber eigentlich nicht verkehrt, denn auch wenn viele Menschen so eine reflexartige "Och nö, das ist mir zu Liebe-Licht-Weichgespült" Reaktion zeigen, wenn irgendwo der Ausdruck Positiv Denken auftaucht, ist es einfach eine Tatsache, dass unsere Realität in unserem Kopf entsteht.
Die Sache mit dem Positiven Denken ist also irgendwie nicht, dass uns, wenn wir das versuchen keine ärgerlichen, nervenden, beängstigenden Dinge mehr passieren, sondern die Forschung legt nahe, dass wir unser Gehirn dazu umpohlen können das Ganze nicht so schwarz zu sehen und dann kommt es uns weniger schlimm vor. Meine Realität entsteht in meinem Hirn und es ist doch eine gute Nachricht, dass ich darauf ein wenig Einfluss nehmen kann, oder?;-)

Wenn es mir also so vorkommt, als würden mir irgendwie keine grantigen Kassiererinnen mehr begegnen, dann mag das damit zu tun haben, dass es mir weniger auffällt, weil ich mich jetzt ein paar Wochen darin trainiert habe mir und anderen gegenüber nachsichtiger zu sein - falls es interessiert, der Anstoß dazu kam von Mr. Neil:
Be kind to yourself in the year ahead. 

Remember to forgive yourself, and to forgive others. It's too easy to be outraged these days, so much harder to change things, to reach out, to understand.
Ich halte nicht viel von guten Vorsätzen, aber ich verbuche das mal eher unter guter Rat fürs Leben und habe mir daher eine neue "Stimme" überlegt, die ich gerne meinem Zensor entgegensetze. Ich nenne sie "Mr. G." (warum nur?;-) und sie hat die Aufgabe mir in regelmäßigen Abständen  und einer angenehmen Tonlage zu sagen: Relax! Stop worrying! Be Happy! Love! Enjoy!
Ich glaube daran, dass es hilft mit seinen kleinen Spleens zu spielen - einer von meinen ist die Tendenz meinen inneren Antrieben Stimmen zu geben. Und während mein kleiner Zensor zuverlässig dafür sorgt, dass ich Zeit mit produktiven, gesunden Dingen verbringe, ist Mr. G. dafür da, dass nicht 100% meiner begrenzten Lebenszeit der produktiven Selbstoptimierung geopfert werden.

In der letzten Zeit sind viele talentierte Menschen gestorben - unter anderem Terry Pratchett, dazu schreibe ich dann vielleicht nochmal gesondert was - und wenn uns das eins zeigt, dann dass der Tod nicht arbeitslos wird, wenn wir nur alle brav unser Gemüse essen (ja, liebe EDEKA-Werbung, ich sehe in deine Richtung^^) und dass die nächste Diagnose, oder der nächste Autounfall uns immer unvorbereitet treffen.
Bei aller wertvollen Arbeit an unserem Vermächtnis und der Rücksichtnahme auf unser Zukünftiges Ich, ist es also nicht verkehrt auch ab und zu mal einfach loszulassen - und sei es nur, damit unser Zuküntiges Ich uns nicht irgendwann in den Hintern beißt, weil wir das Leben nicht mehr genossen haben, als noch Zeit dazu war.
Und wenn man zu sich selbst ein bißchen weniger streng ist und sich ein bißchen mehr Verständnis entgegenbringt, fällt das auch nach außen leichter - zumindest ist das bei mir so, ich empfehle es mal drauf ankommen zu lassen?

Und guess what? Wenn man sich überlegt, was für ein ätzender Job Kassiererin bestimmt manchmal ist, fällt ein nettes Lächeln und ein "nur die Ruhe, wir sind nicht auf der Flucht!" gleich viel leichter. ;-)

21.03.2015

How To: Sommerkleid Konzept

Manchmal ist es ja ein Fluch nicht genau zu wissen was man will - manchmal ist es aber auch genauso schwierig, wenn man ZU genau weiß was man will, es aber nirgendwo findet!

Ja, zu diesem kryptischen Einstieg gibt es tatsächlich eine total logische Geschichte. Ich nenne sie: Wie ich versuchte ein Sommerkleid zu kaufen.
Mein Problem in dieser Storyline ist der Konflikt zwischen "Ich weiß ganz genau welchen Schnitt ich will und welchen Stoff" und der simplen Tatsache, dass scheinbar niemand anderes dasselbe wollte, weswegen es kein Kleid gab, das meine Vorgaben erfüllte. Das fand ich faszinierend, denn eigentlich wollte ich (so dachte ich) gar nicht viel:
- Einen ausgestellten Rock (in A-Form) in Knielang (weil Sommer)
- Einen V-Ausschnitt vorne und hinten (weil warm - und sieht gut aus;-)
- Satinstoff, am liebsten in dunkelgrau oder schwarz (Satin, weil Sommer/warm und außerdem Abendkleidfähig und grau/schwarz, weil man damit nix falsch machen kann)

Und habe ich sowas gefunden? Nope...
Entweder stimmte der Rock nicht, oder der Rückenausschnitt, oder die Ärmel waren häßlich (Puffärmel, echt! nicht! mein! Ding!) oder der Stoff war blöd und die meisten "Bridesmaids" Kleider waren außerdem so lachhaft teuer, dass man sich das sparen konnte.
Also wird dieses Jahr die Nähmaschine nochmal herhalten müssen, denn nach 2 oder 3 Stunden verschwendeter Internet-Shop-Lebenszeit hatte ich die Faxen dicke und habe mir überlegt, dass ich ja eigentlich schon weiß, wie man einen ausgestellten Rock macht und im letzten Jahr auch gelernt habe, wie man ein Oberteil aus 4 Stoffbahnen macht.

Diese beiden Konzepte hoffe ich jetzt also wie auf dieser wunderschönen Zeichnung hier zusammenzufügen - das Oberteil besteht aber diesmal nur aus 2 Stoffbahnen, ich will mal versuchen zu wickeln, statt eine Schulternaht zu machen.
Den Stoff dazu (Oberstoff in dunkelgrau Satin, Futterstoff in Schwarz) gab's für nicht mal 20€, da war sogar noch Budget für einen Reißverschluss (30cm) und eine halbwegs passende (für meine Körperform) Scheiderpuppe (bei Ebay für 40€), damit ich das mit dem Zusammenführen von Rock und Oberteil nicht an mir selebr stecken muss - danach fühlt man sich immer so Fakirmäßig...;-)

Mit ein paar früher schonmal erklärten Maßen und ein bißchen Mathe bin ich also zu meinen beiden Geometrischen Formen gekommen, die jetzt mein Schnittmuster sein sollen.

Bisher bin ich über das Zuschneiden noch nicht hinausgekommen und bei einigen Dingen bin ich mir noch nicht sicher, aber ich werde berichten, wie das Projekt sich entwickelt hat - ich bin ziemlich sicher, dass man damit tatsächlich etwas Abendtaugliches machen kann, Nähen ist gar nicht so schwer, wie ich immer dachte, da kann das mit den Schnittmustern auch nicht so wild sein. ;-)

18.03.2015

Dinge aus Büchern & Positiv Denken I (Wochengedanke V)

Disclaimer: Diese Annekdötchen sind kurz zusammengebastelt und sollen/können keine erschöpfende Darstellung von irgendwas sein! Anregungen, Kritik und eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Interessante Tatsache: Ich bin ein Mensch, der Bücher und Geschichten liebt, aber ich kenne viele Menschen (und mit den meisten davon komme ich super zurecht;-), die "Dinge, die in Büchern passieren" total unwichtig finden und der Meinung sind man müsse "Fiktion" im weitesten Sinne nicht so ernst nehmen.

Ich finde das wiederum faszinierend, denn für mich sind "Dinge, die in Büchern passieren" seit meiner Kindheit total real und wichtig - Lebenshilfe? Habe ich aus Büchern. Alltagsflucht? Bücher. Entspannung, wenn die Welt blöd ist? Bücher. Tipps für meine Beziehungen? Bücher. Unsichtbare Freunde? Bücher. Lachen, Weinen, Allesdazwischen? Frag mich nicht nach Filmen, aber Bücher kann ich dir ein paar nennen.;-)

Dinge, die in Büchern passieren, haben also einen direkten Einfluss auf mein Leben - zum Beispiel das hier:
I'll tel them how I survive it. I'll tel them that on bad mornings, it feels impossible to take pleasure in anything because I'm afraid it could be taken away. That's when I make a list in my head of every act of goodness I've seen someone do. It's like a game. Repetitive. Even a little tedious after more than twenty years.
But there are much worse games to play.
Für alle, die sich fragen, das ist der letzte Passus aus Mockingjay und auch wenn ich mit der Konzeption des Epilogs so meine Probleme hatte, ist der letzte Absatz im Kontext der Reihe großartig. Natürlich gibt es auch wieder Menschen, die darüber diskutieren wollen, dass das keine adequate "Therapie" für PTBS ist, aber damit will ich gar nicht anfangen. ;-)

Der Punkt ist: Man kann das wirklich mal ausprobieren!
Ich habe mir das über die Weihnachtsferien mal überlegt, als Gegenmaßnahme zu stressigen Feiertagen und so und es funktioniert. Man muss es jetzt nicht so repetetiv übertreiben, aber wie lange verbringt "man" zum Beispiel damit sich über die grantige Kassiererin zu ärgern und wie lange verbringt man damit sich über die nette Kassiererin zu freuen?
Ich stelle bei mir fest, dass das Zeitverhältnis unverhältnismäßig in Richtung der negativen Erfahrung ausschlägt und wenn man etwas festgestellt hat, dann kann man es auch abstellen (mag manchmal schwerer, manchmal leichter sein, zugegeben;-).
Das heißt ja nicht, dass man jetzt ständig so Bienen und Blümchen trällernd durch die Gegend laufen muss, aber ich stelle fest, dass es hilft sich ab und zu mal über kleine positive Dinge zu freuen - das nette Lächeln des Mädels an der Kasse, jemand, der dir die Tür festhält, ein freundlicher Servicemitarbeiter, oder oder oder, vor allem wenn es grade grau ist und regnet, oder die Welt sonst irgendwie doof ist. ;-)

Und lustigerweise, seit ich versuche mich ab und zu mal positiv umzukonditionieren (ist ja jetzt kein konstanter Kriegszustand, nur ab und zu mal ein innerer Reminder), passieren mir grantige Kassiererinnen auch irgendwie nicht mehr - oder ich nehme sie nicht mehr wahr, was irgendwie noch cooler wäre. (dazu schreibe ich dann vielleicht nächste Woche was, die Sicht nach Außen ändert ja auch oft was nach Innen und wir wollen ja nicht wieder unbalanciert werden, no?;-)

Jedendfalls wollte ich das mal als kleine Geschichte zum Thema "Dinge, die in Büchern passieren" erzählen. Manche Menschen in Büchern sind sehr weise und man kann sich von ihnen noch was abschauen! ;-)

14.03.2015

Rivers of London

Irgendwie bin ich gerade bei Büchern mit Harry Potter Vergleichen hängen geblieben, stelle ich fest - erst The Magicians, also Harry Potter mit Sex, Drugs und Rock'N'Roll, jetzt Rivers of London geschrieben von Ben Aaronovitch, beworben mit "What if Harry Potter grew up and joinded The Fuzz?". ;-)

Ich muss sagen, ich fand den HP Vergleich für Rivers of London nicht ganz so naheliegend - klar es geht auch irgendwie um Geister, Magie, Vampire und den ganzen Kram, aber der Zauberlehrling-Aspekt ist eigentlich nicht so groß. Ich habe gerade erst einer Freundin bei ihrer Examsarbeit über britische und amerikanische Krimi-Literatur geholfen und für mich war die Frage eher "Wie würde Supernatural aussehen, wenn es ein Buch von Agatha Christie wäre?".;-)


Im Gegensatz zu den Magicians, hat das Buch sogar einen Klappentext!;-)
Detective Constable und Zauberlehrling Peter Grant steht vor einer großen Herausvorderung. Nicht nur muß er sich mit Vampiren, Werwölfen und einer Menge Papierkram rumschlagen. Noch dazu gärt etwas im Herzen von London, ein bösartiger und rachsüchtiger Geist, der gewöhnliche Menschen in groteske Abbilder ihrer selbst verwandelt und ein Drama aus Verzweiflung und Gewalt schürt.
Man muss natürlich die Grundidee -  es gibt eine Supernatural-Polizeistelle der Londoner Polizei und die ermittelt in Fällen mit übernatürlichem Einschlag - irgendwie mögen, also sowohl mit Magie, als auch mit Krimigeschichten irgendwie klar kommen, ansonsten lohnt sich das Buch nicht.

Kann man beides aber mehr oder minder gut leiden - bei mir fällt normalerweise der Krimi-Aspekt ein wenig raus, das sehe ich lieber im Fernsehen, als auf Buchseiten;-) - dann kann man hier sehr gut unterhalten werden.
Mir persönlich war die Einleitung etwas lang, was vermutlich daran liegt, dass man mir den Magie-Aspekt der ganzen Geschichte nicht so lange hätte schmackhaft machen müssen - vielleicht war das eine Maßnahme für die "normalen" Krimi-Leser.
Wenn die Handlung dann aber mal in Fahrt kommt, muss man sich nur noch mit den Beschreibungen exzessiver Gewalt und den ständigen Frauenproblemen des Hauptcharakters abfinden - zugegebenermaßen hat mich Letzteres eher gestört.;-)

Ich vergebe trotzdem mal solide 3,5 von 5 Polizeihelmen, denn die Story gefiel mir wirklich gut - extrem unschönes Ende auch, ich mag sowas! - und hoffe, dass das Nachfolger-Buch noch ein wenig drauflegt.

11.03.2015

Die Generation Dagegen (Wochengedanke IV)

Disclaimer: Diese Annekdötchen sind kurz zusammengebastelt und sollen/können keine erschöpfende Darstellung von irgendwas sein! Anregungen, Kritik und eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare. 

Eigentlich war mein Post für diese Woche schon fertig und sollte was mit Dingen aus Büchern zu tun haben - aber das verschiebe ich mal auf nächste Woche, denn eine andere Geschichte vom Montag Morgen beschäftigt mich grade mehr:
Es begab sich, dass ich am Montag Morgen ins Wohnzimmer geschlurft kam, als die Nachrichten gerade vorbei waren und das Morgenprogramm des Frühstücksfernsehens weiterging (nein, ich will an dieser Stelle nicht darüber sprechen wie schlecht das deutsche Fernsehen ist, oder wie ungerechtfertigt GEZ Gebühren sind, oder wie "neutral" unsere Nachrichten sind - einfach weiterlesen, ok??;-). Thema eines ungefähr 10-minütigen Beitrags war so etwas wie "Der Shitstorm der Woche", den sich laut Aussage des Voice-Overs in dieser Woche 2 Männer teilen: Sebastian Edathy und Andreas Kümmert.

Nun mag es ja Menschen geben, die aus verständlichen Gründen keine Medien konsumieren, also fasse ich das nochmal ganz kurz zusammen:
Andreas Kümmert war Sieger von The Voice of Germany 2013, ist beim deutschen Vorentscheid des ESC 2015 angetreten und hat gewonnen - und daraufhin kurzfristig aufgrund von körperlichen, seelischen, wasweißichwas-Gründen erklärt den Sieg an die 2. Platzierte weiterreichen zu wollen. Das finden einige Menschen ärgerlich, weil es den Wettbewerb verzerrt und man die Belastungen der Situation (vermeintlich) vorher hätte absehen können.
Sebastian Edathy war Mitglied des Bundestages, war angeklagt Kinderpornographie zu besitzen und konnte aufgrund mangelnder Beweise in der letzten Woche gegen eine Geldauflage den Prozess gegen sich abwenden. Das ärgert viele Menschen, da nicht klar werden konnte wann/woher er über die Ermittlungen gegen eine Kinderporno-Webseite, bei der er "Kunde" war, informiert war, ob/in welchem Umfang ihm sein "Politiker-Netzwerk" geholfen hat Beweise aus der Welt zu schaffen und nicht zuletzt seinen Arbeitslaptop - von dem nachgewieserweise verdächtige Webseiten angesteuert wurden - als gestohlen zu melden, weswegen er nicht als Beweismittel genutzt werden konnte. Zu guter Letzt ärgert man sich darüber, dass er nur deshalb behaupten kann vielleicht etwas moralisch fragwürdiges, aber nichts illegales getan zu haben, weil die Gesetzgebung zur sexuellen Ausbeutung von Kindern in Deutschland vor dieser Geschichte zu wünschen übrig ließ.

Und diese beiden Umstände sind nun also die "Shitstorms der Woche".
Ich muss gestehen, da ist mir doch erstmal das eine oder andere aus dem Gesicht gefallen - nicht zuletzt, weil ich an Stelle von Herrn Kümmert überlegen würde, ob ich in einem Atemzug mit einem potentiellen Kinderschänder in den Medien erscheinen will und ob ich dagegen rechtlich vorgehen wöllte - aber dann habe ich mich ein wenig zurück genommen und mir ist der Gedanke gekommen, dass das eigentlich Problem vielleicht nicht ist, dass diese beiden "Fälle" nicht vergleichbar sind, sondern eben die Tatsache, dass es wenn man sich Twitter, Facebook und Konsorten ansieht, eben tatsächlich keinen Unterschied zu machen scheint?

Man verstehe mich nicht falsch, ich bin absolut allergisch auf diese ganzen "Die Welt hat doch wohl wichtigere Probleme"-Ausreden nie für irgendwas einzustehen und es anderen auch gleich madig zu machen - ich weiß nicht wozu das gut sein soll, es sei denn man geht tatsächlich davon aus, dass irgendwann ein Höheres Wesen aus den Wolken niedersteigt, um der Welt ein für allemal zu verkünden, was denn nun DAS wichtigste Problem der Welt ist, das wir alle angehen dürfen, ohne uns vor solchen Typen rechtfertigen zu müssen.

Aber in Zeiten des "Shitstorms der Woche" scheint mir doch viel von der eigentlichen sozialen Treibkraft der Social-Media-Idee verloren zu gehen, weil es beinahe dieselben unangemessenen, beleidigenden und hasserfüllten Kommentare erzeugt, ob oder nicht jemand zu einem Gesangswettbewerb fahren will, oder ob oder nicht jemand Fotos von nackten Kindern konsumiert. Irgendwas läuft doch da schief, oder?

Ich bin ein Optimist und halte das Internet für eine der größten Errungenschaften der Menschheit, aus vielen verschiedenen Gründen, aber es beunruhigt mich ein wenig, dass große Teile des Internets scheinbar nur noch zum "Flamewar des Tages" genutzt werden, ohne jegliche Relation, fernab von "die Welt hat wichtigere Probleme!", hin zu "warum ist das überhaupt ein Problem?".

Mir sind btw. alle Schwächen dieser Argumentation bewußt, angefangen bei "was ich als problematisch empfinde und was nicht" hin zu den mit Sicherheit deutlich erkennbaren Unterschieden im Kern der beiden Debatten.
Aber die Medien, die wir erschaffen, bilden unsere Relaität ab und wenn diese beiden "Fälle" wie selbstverständlich nebeneinanderherlaufen, muss man sich Fragen, ob das Phänomen Shitstorm eigentlich noch irgendwer ernst nimmt? Man könnte und kann damit nämlich auch positive Dinge anstoßen, aber so beliebig und reflexartig wie es genutzt wird, ist es nur Ausdruck der "Generation Dagegen".

Ich finde das ermüdend und nicht nur ein bißchen enttäuschend.

07.03.2015

How to Train your Dragon

Ja, ich gebe es zu, manchmal brauche ich wiiiiiirklich lange, um völlig offensichtliche Dinge wahrzunehmen.
So habe ich mich z.B. gefragt, als was die ganzen Kinder zu Karneval verkleidet waren, die für mich irgendwie nach Zelda-Link mit falscher Haarfarbe aussahen. Stellt sich heraus, ich habe einfach den Witz nicht verstanden, weil ich How to Train your Dragon nicht gesehen hatte.

Jetzt habe ich dieses Versäumnis nachgeholt und mir drängt sich wirklich die Frage auf, wie in aller Vikinger-Götter Namen ich diesen Film bisher verpassen konnte?! ;-)
Zum einen ist die englische Tonspur großartig, auch wenn ich mich fragen muss, warum eigentlich nur die beiden Hauptfiguren einen amerikanischen Akzent haben, aber der Rest könnte aus Merida sein! (und ich hätte Gerard Butler den Vikinger Häuptling gar nicht zugetraut, aber sein schottischer Akzent ist zum Knutschen ;-) 
Aber zum anderen sind die Drachen wie Katzen!!!
Ich kann gar nicht beschreiben wie lustig das war den Film mit drei Fellbällen auf den Füßen zu kuken, die alle 5 Minuten genau dieselben Gesichtsausdrücke hatten, wie der kleine süße Drache ... und ich meine ... ich ... Katzen ... Drachen ... hallo?!? Wir konnte ich diesen Film erst jetzt sehen?!? ;-)

Naja anyway, versuchen wir mal noch irgendwas produktives zu dem Film zu sagen, den vermutlich wieder jeder außer mir schon vor Jahren gesehen hat:
Die Idee mit den Katzendrachen fand ich - man merkte es vielleicht ein ganz kleines bißchen - ziemlich großartig. Ich denke aber auch als Nicht-Katzen-Besitzer sind die Gags noch witzig.;-) Außerdem ist es ansonsten ein Kinder-Film aus der "Unangepasster Teenager findet seinen Mut" Schiene - ja, hat man alles schon mal gesehen, ja, Charaktertiefe nicht wirklich, ja, ein bißchen weniger rumgereite von allen Seiten auf dem "Loser-Außenseiter" Thema hätte den Punkt auch rüber gebracht.
Aber es ist eben ein Kinder-Film und er hat Vikinger mit schottischem Akzent und Katzendrachen. Was will man da noch machen?! ;-)

Ich ziehe ein winziges, kleines, halbes Pünktchen für das Archetypen-Rumreiten ab, aber 4,5 Drachenschuppen sind tortzdem großartige Abendunterhaltung!
Und jetzt muss ich dringend mal den zweiten Teil irgendwo ausgraben...;-)

04.03.2015

Von Möchtegern-Trollen (Wochengedanke III)

Disclaimer: Diese Annekdötchen sind kurz zusammengebastelt und sollen/können keine erschöpfende Darstellung von irgendwas sein! Anregungen, Kritik und eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Ich bin seit letzter Woche noch ein wenig an dem Concern Trolling Thema hängen geblieben, weil ich über einen Artikel von Ragen gestolpert bin, der mich wieder daran erinnert hat, dass ungewollte und "gut gemeinte" Ratschläge uns nicht nur beim Arzt einholen können.

Zur Begriffsklärung - falls der Begriff nicht so geläufig sein sollte, das Prinzip kennt vermutlich jeder!;-) - concern trolling findet immer dann statt, wenn wir jemandem Ratschläge erteilen, um die er/sie nicht gebeten hat. Diese Ratschläge können mehr oder minder mit unseren eigenen Vorurteilen gespickt, oder auch neutral gemeint sein, aber der springende Punkt ist, dass wir unterstellen jemand würde irgendwas falsch machen (und wir hätten irgendwie das Recht das zu entscheiden). Der concern kommt daher, dass die meisten Menschen das aus (echtem oder vorgetäuschten) Interesse an "unserem Besten" tun und das impliziert die Erwatungshaltung, dass wir deswegen darauf positiv zu reagieren haben. Um das mal zu verdeutlichen:
"Man, seit dem Training gestern tut mir aber der Arm weh!"
"Welche Übung hast du denn gemacht? Vielleicht belastest du ja einseitig, oder hast eine Verspannung an der Stelle? Wenns eine Verspannung ist, kannst du mal XY versuchen, das hilft mir immer."
= Kein Problem
"Frauen, die Muskelaufbau trainieren sind so unattraktiv. Du wärest viel hübscher, wenn du mehr Cardio machen würdest." (nicht mir, aber einer Freundin wirklich so passiert!)
= Problem!
1. Hat keiner darum gebeten zu wissen, was der Sprecher als attraktiv empfindet, 2. ist es einfach unangebracht jemandem zu unterstellen, dass er nur Sport macht, um dadurch "hübscher zu werden" und einfach unfassbar unhöflich damit zu unterstelen, dass man es jetzt nicht ist.

Ich habe inzwischen wenig Geduld mit concern trolling, denn es ist einfach unnötig. Gut gemeint oder nicht, der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten und ich bin ein reflektierter, halbwegs intelligenter, erwachsener Mensch und wenn ich etwas tue, kann man davon ausgehen, dass ich mir der Konsequenzen bewußt bin und sie wissentlich in Kauf nehme. Sollte ich also Informationen, Tips oder Erfahrungsberichte in irgendeiner Form brauchen, werde ich danach fragen, Punkt.

Die schlimmste Art von concern trolling (meiner Meinung nach), ist aber nicht einmal die, die unseren Lebenswandel in Frage stellt - "Musst du das jetzt wirklich essen?", lässt sich ziemlich einfach mit einem überzeugten Ja! oder überzeugten Nein! abbügeln und danach kann man seinen Kuchen oder seine Pizza weiter genießen. Viel schlimmer sind die Menschen, die uns "zu unserem eigenen Besten" unsere Ziele und Träume wegnehmen wollen (darum geht es ja auch in dem Artikel).
Hier ein paar Beispiele mit denen ich bestimmt nicht alleine bin:

Zum Thema Studium:
"Willst du wirklich weiter Geschichte studieren? Damit kann man doch nur Taxifahrer werden."
- Nope, habe keinen Führerschein.
"Mach doch wenigstens Lehramt, das hat ja noch irgendwie einen Sinn."
- Danke, dass du mich darauf hinweist, dass du mein Studium sinnlos findest. Das hat jetzt was genau mit mir zu tun?
"Wen interessieren denn diese ganzen toten Leute/Bücher? Haben wir nicht schon genug nutzlose Menschen auf der Welt?" (kein Witz!)
- Leider gefallen mir Bücher besser als Diesel-Motoren. Wenn das bei dir anders sein sollte, ist das für mich ok, warum nicht für dich?

Zum Thema Schreiben und Hobbies allgemein:
"Wenn du kein Geld mit deinen Büchern verdienst, warum machst du das dann?"
- Bekommst du eigentlich Geld für dein Marathon-Training? Nicht? Warum machst du's dann?
"Wenn du nichtmal genug Motivation aufbringen kannst, dir einen Verlag zu suchen, kann das mit der Schriftstellerei nicht so wichtig für dich sein."
-  Weil Dinge nur einen Wert haben, wenn sie "erfolgreich" sind, schon kapiert.
"Warum willst du soviel Zeit und Energie mit irgendwas verschwenden, das nacher niemand liest?"
- Weil ich will!
"Warum gibst du soviel Geld für Malkram/Bastelkram/Nähkram aus, wenn du selber von dir sagst, dass du nicht besonders gut in diesem Kram bist?"
- 1. siehe oben und 2. Weil es mein Geld ist.
"Wieviel Geld du schon für irgendwelche Kostüme ausgegeben hast, die du nie wieder anziehen wirst!"
- 1. Schön, dass du in die Zukunft sehen kannst, wie wäre es mal mit Lotto-Zahlen? und 2. siehe oben.

Ich habe die wenigstens Antworten wirklich so gegeben, denn ich glaube fest an aggressive Freundlichkeit im Umgang mit meinen Mitmenschen - einfach Lächeln, Nicken, Arschloch denken, kürzt diese Disskussionen einfach ab!;-) - aber manchmal denke ich, es wäre vielleicht besser gewesen auf die eine oder andere Auseinandersetzung mal einzusteigen, um mal die naheliegenden Fragen zu stellen:
Warum willst du mich von etwas abhalten, dass ich gerne tun will?
Was ist das Schlimmste, das passieren kann?
Das ich scheitere an etwas, das ich tun will? Na und?
Dann lebe ich damit, versuche es nochmal, oder mache etwas anderes!
Wie ist das schlimmer, als es gar nicht erst zu versuchen?

Ich leihe mir dazu mal das Zitat von Theodore Roosevelt:
"It is not the critic who counts; not the man who points out how the strong man stumbles, or where the doer of deeds could have done better. The credit belongs to the man who is actually in the arena, whose face is marred by dust and sweat and blood, who strives valiantly; who errs and comes short again and again; because there is not effort without error and shortcomings; but who does actually strive to do the deed; who knows the great enthusiasm, the great devotion, who spends himself in a worthy cause, who at the best knows in the end the triumph of high achievement and who at the worst, if he fails, at least he fails while daring greatly. So that his place shall never be with those cold and timid souls who know neither victory nor defeat."
 Besser kann ich es auch nicht sagen!:-)

28.02.2015

Frühlingserwachen

Jetzt habe ich eine Fotobearbeitungs-App für mein Smartphone. Ho Ho Ho! ;-)

25.02.2015

Mich gibt's nur in Wohlfühlgröße (Wochengedanke II)

Teil 2 von 52 - mal sehen, ob ich das wirklich zusammen bringe, aber bisher ist die größte Frage, wie man eine 52 in römischen Ziffern schreibt...aber es wäre ja auch ein langweiliges Jahresprojekt, wenn man dabei nichts lernen würde!;-)

Hier also eine kleine Geschichte aus der letzten Woche - Disclaimer: Diese Annekdötchen sind kurz zusammengebastelt und sollen/können keine erschöpfende Darstellung von irgendwas sein! Anregungen, Kritik und eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Ich hatte in der letzten Woche einen ganz langweiligen Routine-Untersuchungs-Termin bei meiner Ärztin, über den ich mich seitdem ein wenig amüsiere, denn der Auftakt des Gespräches verlief so:
- "Ach Frau Sonntag, Sie habe ich ja lange nicht sehen!"
- "Öhm ja, seit 6 Monaten nicht, wie immer..."
- "Tatsächlich? Das kommt mir aber länger vor."
- "Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich im September noch hier war."
- "Ach ja, hier steht's auch. Na dann habe ich Sie einfach sehr vermisst!"

Man möchte jetzt bitte nicht annehmen, dass ich von meinen Ärzten gestalkt werde, oder so oft in irgendwelchen Sprechstunden auftauche, dass das negativ auffällt, wenn ich mal gesund bin - beides trifft absolut nicht zu!;-)
Tatsächlich scheine ich bei dieser Ärztin nur einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben und das ist in sofern für mich ein kleiner Erfolg, weil es eine Geschichte aus dem Kommunikations-Buch "Stand Up for Yourself" ist, die tatsächlich erfolgreich verlaufen ist. Und die Idee, dass man mit einem erwachsenen, Argumentbasierten Gespräch tatsächlich Probleme auf eine positive, rationale Weise lösen kann, ist ja schon ein aufbauender Gedanke, wenn man sich in der Welt manchmal so umschaut...;-)
Was war passiert?

Vor 2-3Terminen äußerte ich ihr gegenüber im Vorbeilaufen, dass ich überlegte mir nochmal Akkupuntur für meine Nackenverspannungen verschreiben zu lassen - das lag daran, dass wir schon öfter über Akkupuntur gesprochen hatten, die sie auch anbietet, aber nicht als Kassenleistung, weswegen ich dachte sie könnte mir vielleicht einen Kollegen empfehlen (bei meinem Hausarzt ginge das auch, aber die Terminwartezeiten sind chronisch ewig.)
Diese nebensächliche Bemerkung artete dann in eine Diskussion aus, in der sie mir zu verstehen geben wollte, dass ich ja "nur 10 oder 15 Kilo abnehmen müsste", um mich wieder besser zu fühlen.

Zunächst mal, kann man unterstellen, dass es vielleicht eher mein 8-Stunden/Tag Bürojob ist, der zu Nackenverspannungen führt, aber selbst wenn sie irgendeine Wahrscheinlichkeit auf ihrer Seite gehabt haben könnte, hat sie das leider in einem Worst-Case-Scenario zu vermitteln versucht. Es fielen Sätze wie "In Ihrem Alter verzeiht Ihnen Ihr Körper Ihren Lebenswandel vielleicht noch, aber wenn sie älter werden..." und "Wenn Sie Ihr Gewicht unter Kontrolle gebracht haben, werden Sie bestimmt viel zufriedener mit sich sein und dann hat man auch weniger Schmerzen.". Das Ganze gefolgt von der Story ihrer neuen Diät, ihren Diätzielen und ihrem Wunschgewicht blablabla.

Vermutlich muss man nicht unbedingt Size Acceptance Aktivist sein, um zu verstehen, warum mir da erst einmal der Mund offen stehen geblieben ist, aber ich schlüssele es trotzdem gerne nochmal auf:
1. Es war NIE Thema zwischen uns was mein "Lebenswandel" ist - weder was ich esse, noch wie/wie oft ich mich bewege, war irgendwie mal angesprochen worden. Ihre Überzeugung, dass ich ungesund lebe, hing also einfach nur mit ihrem Vorurteil zusammen, dass niemand übergewichtig sein kann, der nicht jeden Tag eine Sahnetorte vor dem Fernseher verputzt. Und ich bin mir sicher, dass auch sie in ihrem Freundeskreis Menschen haben wird, die sich gesund ernähren ohne davon "dünn" zu werden und Menschen, die "dünn" sind, obwohl sie sich nie bewegen und den größen Mist in sich reinfressen. Aber unsere geliebten Vorurteile hängen uns nach, egal ob es um Dicke, Hartz4-Empfänger oder Ausländer oder sonst eine beliebige Gruppe geht - und so wurde dann auch jeder (zugegebenermaßen zunehmend einsilbige) Protest meinerseits, dass ich mich sehr wohl genug bewege und gesünder esse, als so manch dünne Person mit so einem "ja das kann ja wohl nicht sein" abgetan.

2. Ich bin mir bewußt, dass nicht jeder Arzt einen Abschluss in Psychologie hat, aber den habe ich auch nicht und trotzdem erkenne ich Projektion, wenn ich sie sehe. Mir also zu unterstellen ich könne nicht "zufrieden" mit mir sein solange ich nicht dünn bin, ist also eher eine Geschichte über sie und ihre Diät und ich empfinde es übrigens als persönlich ziemlich beleidigend, wenn man mir sagt, ich könne nicht zufrieden sein "so wie ich aussehe".
Ich bin zufälligerweise ziemlich zufrieden mit meinem Körper, meinem Trainingspensum und meiner Ernährung und das ist nicht zufällig immer so gewesen, sondern ist das Ergebnis jahrelanger Disziplin, Recherche, Monate- und Jahrelangem Trial & Error in allen möglichen Bereichen, etlichen Arztbesuchen in allen erdenklichen Richtungen und einem nicht unerheblichen Maß an De-Konditionierung. Man mag es mir daher vielleicht nachsehen, wenn ich ein klitzekleines bißchen angepisst bin, wenn nach all dieser harten Arbeit irgendwelche anderen Menschen ihren "Nie Gut Genug"-Angst-Müll wieder vor meiner Tür abladen wollen - ich habe in jahrelanger Mühe meinen Kopf davon freigemacht und diese Arbeit kann ich niemand anderem abnehmen, ich bin nicht die Seelenputzfrau der Nation!;-)

Im Gegensatz zu ihr bin ich also zufrieden mit all den wichtigen Dingen, die mein Körper für mich tut - wir haben eine gute Beziehung in unserer ZwangsWG und ich empfinde ihn nicht als "Hindernis", das ich überwinden muss, sondern als Freund, der meine Pflege und Wertschätzung verdient hat, auch wenn wir vielleicht nicht immer einer Meinung sind (aber dafür sind Freunde ja da;-). Das sie noch nicht an diesem Punkt ist, ist zwar schade, aber es ist in meiner Vorstellung nicht die Aufgabe eines Arztes das Selbstwertgefühl seiner Patienten in Frage zu stellen - man möge mich verbessern wenn ich mich irre, aber nach meiner Erfahrung hat Selbsthass noch niemanden gesünder gemacht?

Aus diesem Grund war ich ziemlich angefressen, als ich aus der Praxis ging und war wirklich überzeugt, dass ich mir eine andere Ärztin suchen würde und habe mich natürlich erstmal lautstark aufgeregt. ;-)

Von Tine bekam ich dabei die Rückmeldung, dass sie eine im Prinzip ganz ähnliche Situation mit einem behandelnden Arzt hatte und sich die Mühe gemacht hat ihm/ihr per Mail nach dem Gespräch diesen Artikel zukommen zu lassen, um darauf hinzuweisen, dass es nicht mehr zeitgemäß ist Menschen Gewichtsreduktion als Allheilmittel verkaufen zu wollen und dass er/sie mal darüber nachdenken könnte Patienten eine gesündere Lebensweise ans Herz zu legen, egal ob sie davon dünner werden - gesünder (und darum sollte es beim Arzt gehen, no?) werden sie nach heutigen Forschungsstand nämlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit trotzdem.

Ich bin nicht so der Typ, der sich auf Research-Battles einlassen will - nicht weil ich dumm bin, aber weil ich mir meine Kämpfe gut aussuche ;-) - aber andererseits hatte ich auch eigentlich keine Lust schon wieder einen neuen Arzt zu suchen.

Also bin ich mit ein paar Vorgedanken zu meinem nächsten Termin und konnte so auf die Frage "Und? Haben Sie ein bißchen abnehmen können?" einen Dialog anfangen, der vor allem für mich klarstellen sollte, dass ich ihre Aussagen im vorherigen Gespräch unangemessen fand. Ich habe freundlich darauf hingewiesen, dass mein Körpergewicht seit 20 Jahren stabil ist, also nicht "unter Kontrolle" gebracht werden muss, dass ich sehr wohl mit mir zufrieden bin und es daher begrüßen würde, wenn sie nicht von sich auf andere schlösse, um mir dabei unterschwellig vorzuwerfen, ich würde mich und andere anlügen. Ich habe weder das eine noch das andere nötig (und ich glaube sie war ehrlich erschrocken, dass das so negativ rübergekommen war, aber dass wir es "nicht böse gemeint" haben, ist nicht immer eine Entschuldigung^^).
Zum Schluss habe ich ihr noch ans Herz gelegt in den besagten Artikel mal reinzulesen, weil ihr das vielleicht dabei helfen würde ihre eigene Ernährungsumstellung weniger kritisch zu hinterfragen, nur weil sie damit nicht soviel oder soschnell abnehmen würde, wie gehofft/versprochen - eine gesunde Lebensweise ist eine gesunde Lebensweise ist eine gesunde Lebensweise, an deren "Effektivität" auch ihr willkürlich gesetztes und vielleicht nicht erreichtes Wunschgewicht nichts ändert. Das war im übrigen ein freundlich gemeinter und völlig optionaler Hinweis, sollte man mir da jetzt irgendwie Gernzüberschreitendes Verhalten unterstellen wollen.;-)

Ich weiß daher auch nicht, ob sie den Artikel je gelesen hat, aber ich finde es positiv, dass meine Botschaft scheinbar angekommen ist und wir uns seitdem gerne über leckere Rezepte für Obstsalat, oder unsere Workout-Präferenzen unterhalten können. Dagegen hatte ich ja auch nie etwas einzuwenden. ;-)

22.02.2015

Fantasysprech und Disskussionsführung (Zwichenstände)

Es ist ja ein nicht besonders geheimes Geheimnis jedes längerfristigen Projektes, dass man sich Zwischenziele setzen und diese dann auch entsprechend abfeiern sollte, wenn man mal wieder einen Motivationsschub braucht.
Ich feiere also heute offiziell die Vollendung von Kapitel 10 von 20 von Elysion, auch bekannt als Ende von Teil I!
Ich habe es erfolgreich geschafft die Welt an den Rand des Untergangs zu bringen, jetzt muss ich mir in den nächsten 10 Kapiteln überlegen, wie ich den Karren wieder aus dem Dreck ziehe.;-)

Bevor ich aber mein Background Processing darauf ansetze (als bräuchte es dazu irgendwie Anleitung...;-), wollte ich noch kurz 2 kleine Beobachtungen teilen, die sich aus diesem letzten Überarbeitungszyklus ergeben haben und die ich zumindest sehr interessant fand:

1. Fantasy und liebgewonnene Redewendungen
Es ist ja ein genauso ungeheimes Geheimnis, dass ich mit "traditioneller" Fanatasy eigentlich nichts anfangen kann und sie auch nicht lese - das merke ich vor allem immer dann, wenn es darum geht gewöhnliche Begriffe und Redewendungen in einen Fantasykontext zu übernehmen. Wer würde schon 2x darüber nachdenken in einem normalen Text sowas zu schreiben wie "Irren ist menschlich"? Jeder, der sich mit einer nicht ausschließlich menschlichen Gesellschaft rumschlagen muss!
Und als wäre es nicht schon schlimm genug, dass viele unserer Redewendungen nicht auf eine Zwerge-Elfen-Irgendwas Welt ausgerichtet sind, nein, man muss sich auch noch mit Fantasysprech rumschlagen, ein Konzept, das ich aus dem kernigsten Kern meines innersten Ichs ablehne, aber mich trotzdem immer wieder beschäftigt.;-)
Ich haaaaasse dieses "Haltet ein, fieser Schurke!" Blabla - niemand in der Geschichte der Menschheit hat jeeeemals so geschwollen dahergeschwallert, es ist ein dummes Mittelalterklischee, das meinen kleinen inneren Historiker auf die Barrikaden treibt, aber das nur am Rande.;-) Selbst wenn man sich mit solchen übertriebenen und unnötigen Auswüchsen gar nicht abgibt, gibt es doch immer wieder Stolpersteine in einem fantasyesken Umfeld, die sich nicht so einfach lösen lassen. Ich habe mich also nach Rückmeldung meiner Beta-Leser damit angefunden, dass Worte wie "Professor" oder "Patrytrick" vielleicht ein wenig modern sind - Professoren gibt es zwar bei Pratchett auch, aber nur in einer umrissenen akademischen Hierarchie und außerdem darf Pratchett auch Dinge wie Forensik sagen *sfz*;-) - aber dabei bleibt es ja nicht. Irgendwann wenn man auf diese Denke einmal eingestiegen ist, fragt man sich plötzlich selbst, ob man Worte wie "effektiv" oder "Routine" verwenden kann? Ich habe diese Überlegungen jetzt aktiv wieder abgestellt - bei dem Partytrick sehe ich die Entwicklung dahinter, die diesen Ausdruck vielleicht für eine Mittelalter/Renaissance angelehnte Gesellschaftsform ein wenig merkwürdig wirken lässt. Bei allem anderen weigere ich mich einfach, und gebe meiner inneren Abneigung nach - warum sollte eine fiktionale Gesellschaft nicht das Wort effektiv erfunden haben und warum sollte ich mir jetzt Mühe geben eine klischeemittelalterhafte Entsprechung zu finden, obwohl ich das gar nicht für sinnvoll halte?!;-)

2. Mehrheitsentscheidungen - ein Kreuz!
Ich erwähnte es glaube ich schonmal, aber ein Hauptproblem von weltbedrohenden Handlungssträngen ist irgendwann immer, dass man (für meinen Geschmack) zuviele Leute einbauen muss, die dazu vielleicht was zu sagen haben. Ein anderer Grund, warum ich nie Fantasy lese, ist der, dass ich ewig lange Plots mit 1000 Charakteren und Nebenschauplätzen irgendwann einfach nur gähnend langweilig finde - ein Problem, dass aber auch andere Genres haben, ich erinnere da an meine Otherland Schwäche, oder die einschläfernden Sargnägel, die teilweise in der "Historienroman"-Ecke so produziert werden.
Um aber meinen unvermeidlichen Kriegsrat ein wenig auf die Spur zu bringen, habe ich mal was Neues ausprobiert - ich weiß nicht, ob mir die Idee selber gekommen ist, oder ob ich sie irgendwo im Internet aufgeschnappt habe, aber das ist ja auch weniger entscheident;-). Jedenfalls geht es darum, dass es wichtige Dinge gibt, die gesagt werden müssen, aber man hat noch keine Ahnung wer was und wie, oder die Argumentation ist schon so kompliziert, dass man gar nicht weiß wo man anfangen soll. In diesem Fall kann man mal ausprobieren, ob es besser wird, wenn man erst einmal nur aufschreibt was gesagt werden muss - also reine wörtliche Rede, Argument, Gegenargument, vielleicht die ein oder andere Erklärung oder Frage dazwischen.
Nachdem ich das für meine Szene durchexerziert hatte, hatte ich schon über eine Seite Text und während des Runtertippens der eigentlichen Problempunkte stellte sich irgendwie auch klarer dar, wer z.B. was einwerfen könnte und welche Einwände/Fragen usw. beispielsweise zu keiner der Hauptfiguren passen würden und wo also noch eine oder mehrere Nebenfiguren her müssen.
In einem großen vollen Raum in einer großen Gruppendiskussion muss ja glücklicherweise nicht jeder was zu sagen haben, die reale Erfahrung zeigt, dass es sich meistens auf nur wenige Gesprächsführende Stimmen beschränkt.
In einem zweiten Schritt kommen dann also die Inquits dazu, Beschreibungen etc. etc und dann ist die Szene plötzlich auch schon fertig, obwohl man sich vorher wochenlang den Kopf darüber zerbrochen hat. Man reiche mir ein Handtuch!;-)

Ich bin nicht sicher, ob diese Herangehensweise jetzt eine neue Arbeitsweise wird (ich habe nicht vor diese Art von Kriegsrat-Szenen überzustrapazieren, weil sie mir zu antrengend sind;-), aber wenn es hakt, kann man es ja mal ausprobieren?

In diesem Sinne ein schönes Restwochenende!:-)

18.02.2015

My Phoneless Me (Wochengedanke I)

Ich habe jetzt lange genug an Ideen zum neuen "Jahresprojekt" rumgenuckelt, es wird Zeit sich mal für eines zu entscheiden und ich habe beschlossen, dass es diesmal ein "Blog-Projekt" wird.
Ich bin ja ein Freund kleiner Blog-Spielchen, vom Freitags-Füller bis zur Montagsfrage oder sinnlosen Fragebögen, aber die  "Wochengedanke" Idee ist eigentlich weniger ein Zeitvertreib, sondern eher eine Möglichkeit die kleinen alltäglichen Annekdoten mal einzufangen, für die man sonst nie einen Blogpost anfängt, obwohl das eventuell interessant sein könnte. Man könnte jetzt einwenden, dass ein Twitter-Account sowas auch könnte, aber ich versuche meine Online-Zeit zu beschränken (dazu gleich mehr;-) und irgendwie scheint mir ein weiterer Online-Account dabei kontraproduktiv...;-)

Hier also eine kleine Geschichte aus der letzten Woche - Disclaimer: Diese Annekdötchen sind kurz zusammengebastelt und sollen/können keine erschöpfende Darstellung von irgendwas sein! Anregungen, Kritik und eigene Erfahrungen gerne in die Kommentare.:-)

Ich hatte in der Woche vor meinem Urlaub einen Termin mit meinem Chef wahrzunehmen und war daher eine Zeit nicht im Büro. Der Termin betraf mich in keinster Weise, ich war nur als Übersetzer unterwegs, und daher hatte ich meine Tasche im Büro gelassen. Folgender Austausch ergab sich bei unserer Rückkehr:
- "Oh no, you forgot your phone!" (lag am Strom auf meinem Schreibtisch)
- "No worries, I did not forget it, I left it."
- "But then noone can call you?"
- "Ähm...so?"
- "Oh..."
Ich kann leider den völlig verständnislosen Gesichtsausdruck nicht wiedergeben, aber ich denke man sieht worauf ich hinaus will? ;-)

Der Punkt ist, bis zu diesem Zeitpunkt wäre es mir NIE im Leben eingefallen, dass es irgendwie...problematisch sein könnte mein Telefon nicht zu jeder Tageszeit mit mir zu führen. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine Notfall-Anrufe erwarten muss - kein Kindergarten, der mich braucht, kein Pflegeheim, das irgendwas dringend von mir wissen muss - oder daran, dass alle meine Kollegen wußten wo ich war und meine Familie und Freunde wissen, dass ich tagsüber arbeite und eh nicht erreichbar bin.

Aber vielleicht ist es auch eine (wenn auch in dem Moment unterbewußte) Grenzziehung. Ich sprach gerade auf Thomas Blog darüber - ich bin ein chronischer Multi-Tasker. Mein Hirn ist immer (wirklich immer) mit irgendeiner Idee oder irgendeinem Plan beschäftigt, der sich in dem Dreieck aus Müssen, Sollen und Wollen bewegt. Das führt dazu, dass ich mit kleinen inneren Zensortypen darüber verhandeln muss, ob wirklich einen ganzen Nachmittag "nur" ein Buch lesen oder einen ganzen Abend wirklich "nur" irgendeine Serie ansehen tatsächlich erlaubt sein kann, weil man eigentlich ja noch mindestens 3 andere Dinge machen könnte, wenn man wöllte.
Das Problem ist, das diese Idee der "Ausfüllung von Lebenszeit bis zum produktiven Maximum" mich schonmal fast in die Klapse gebracht hat, weil das Dreieck irgendwann nur noch aus Müssen (unvermeidlich) und Sollen (echte oder eingebildete Ansprüche einer inneren und äußeren Umwelt) bestand und das Wollen völlig ausgeblendet war. Und da hilft es dann irgendwann auch nicht mehr, dass man die Dinge, die man muss oder soll vielleicht eigentlich sogar gerne tut - sobald es zu einem "du solltest wirklich noch XY" wird, nimmt der Spaß an so ziemlich allem rapide ab.

Ich habe daher lange daran gebarbeitet mir eine neue Definition von Zeitverschwendung anzutrainieren, die darauf ausgerichtet ist das Sollen zu eliminieren, wenn denn die Zeit nicht für alles reicht (und das tut sie doch nie;-). Mein großer Aha-Moment war in dem Zusammenhang einfach festzustellen, dass wir alle irgendwie, irgendwann funktionieren müssen, aber den ganzen wunderbaren Rest der Zeit können wir mit Dingen füllen, die wir wirklich tun wollen - und wenn das Schlafen ist, obwohl "man" eigentlich aufräumen, Gewichte stemmen oder das nächste Paradise Lost schreiben sollte, dann ist das eben so!
Lebenszeit ist begrenzt und das Gefühl von "nicht genug" kann ganz schön beängstigend sein, aber andererseits kaufen wir doch irgendwie alle den Slogan "Qualität schlägt Quantität", oder?
Was bringt es mir also, wenn ich beim Fernsehen noch die letzten 10 Push-Ups mache, wenn ich dabei weder den Film richtig mitbekomme, noch genug Konzentration für mein Workout habe? ;-)

Und was hat das jetzt mit meinem Telefon zu tun?
Eigentlich alles - Telefone mit Internet-Anschluss sind die höchste Form des Multi-Taskings, die ich kenne. Wenn man ständig jeden erreichen und jederzeit alles im Internet herausfinden könnte, müsste man das dann nicht tun?
Ich bin dafür, dass man das nicht muss. Wenn das Internet brauche, brauche ich es, wenn ich erreichbar sein muss, bin ich es, aber zu allen anderen Zeiten, kann das Ding auch schonmal auf mich warten.
Vielleicht nenne ich es den Anti-Multitasking-Zen! ;-)

04.02.2015

Geschichte für Zwischendurch

Ich bin gerade dabei nach einem neuen Jahresprojekt zu suchen - nicht schon wieder Papier falten, das hatten wir jetzt ;-) - aber bis die paar vagen Ideen, die ich dazu habe, irgendwie spruchreif sind, schiebe ich noch kurz mein Trittbrett-Buch zu nordischer Geschichte dazwischen: Geschichte Skandinaviens von Harm G. Schröter


Wie ich sicher schon mehrfach erwähnte, sind Übersichtswerke großartig - selbst wenn sie nicht besonders wissenschaftlich oder anspruchsvoll sein sollten, was aber hier durchaus der Fall ist - wenn man sich irgendwie immer mal gefragt hat "Was/Wer/Wie war eigentlich XY?".

Was Geschichte angeht, kann ich die Becksche Reihe da vorbehaltlos empfehlen, manche Bücher mögen jetzt nicht so sonderlich spannend geschrieben sein, aber am Ende hat man zu seinem Thema der Wahl eine ungefähre Idee und kann sich ja dann immer noch all die aufregenden Bücher zu den Themengebieten aussuchen, die wirklich fazinierend sind. ;-)

Ich nehme zum Beispiel aus dem Buch einige interessante Aspekte mit:
1. Wikinger waren die ersten Schutzgelderpresser der Menschheit.
2. Norwegisch lernen ist sogar noch komplizierter, als ich dachte, weil es 2 Arten von Norwegisch gibt. (Ich würde da mal die Einlassung eines geneigten Linguisten zu schätzen wissen, den Grund hab' ich nämlich nicht verstanden...;-)
3. Lange bevor alle nordischen Könige Gustav, Harald oder Christian heißen mussten, hatten Könige noch wirklich coole Namen, so wie Gabelbart, Blauzahn oder auch "Der Sieger" (der eine berühmte Schlacht verloren hat - ich liebe es;-).

Insgesamt also ein lohnendes, wenn auch stellenweise ein wenig trockenes Übersichtswerk, ich denke da müssen also noch ein paar andere Bücher her, aber bis dahin vergebe ich schonmal 4 von 5 Äxte! :-)

25.01.2015

How To: Aquarell nach Vorlage

Ich bin nicht sicher, ob ich es schonmal erwähnt habe, aber ich kann wirklich nicht Zeichnen.
Immer mal wieder legt man mir nahe, dass sich sowas lernen lässt und das mag auch stimmen, aber meine Hand-Auge-Koordination ist einfach furchtbar und daher bezweifle ich einfach mal, dass sich in meinem Fall große Erfolge erzielen ließen. Man muss ja auch nicht alles können und völlig talentfrei mit Farben panschen, kann ja auch Spaß machen!;-)

Da es aber auf der anderen Seite Menschen gibt, die gerne und gut zeichnen, ergab sich bei Facebook letztlich die Idee, dass man ja Farben Matschen und Gut Zeichnen kombinieren könnte, als Gemeinschaftswerk quasi - eine Übung, die ich als Geburtstagsgeschenk gleich mal ausprobieren musste und die auch sehr lustig war, auch wenn aus mir kein großer Künstler mehr wird.;-)

Schritt 1: Arbeitsfläche vorbereiten
Ich besitze leider keinen beleuchtbaren Tisch, aber manchmal (man glaubt es kaum) scheint auch in Aachen die Sonne und dann braucht man eigentlich nur ein wenig Klebeband, die Vorlage, die man verwenden will (hier Ausdruck vom Facebook Bild, nachbearbeitet mit Kantenschäfer), ein geeignetes Papier für die Farbe, die man verwenden will (hier Aquarell) und ein erreichbares Fenster.

Schritt 2: Übertragen
Dafür kann man natürlich Bleistifte nehmen, aber Aquarellstifte haben den entscheidenden Vorteil, dass man die Linien im Wasser verwischen kann. Außerdem kann man sich so schonmal ein paar Gedanken zur Farbgebung machen, auch wenn hier am Gedanken "je bunter desto besser"nicht so viel falsch zu machen war. ;-)






Schritt 3: Malen nach Zahlen ohne Zahlen
Danach kann man eigentlich nur noch Spaß mit Farben haben - zuerst einmal mit dem Hintergrund (viiieel Wasser in dem Fall mit ein wenig grün und blau) und dann eigentlich mit allem anderen. Die Basisidee ist, dass man die Vorlage am Ende noch erkennen sollte (wozu sonst die ganze Mühe?;-), aber so ganz genau muss man es dafür dann auch wieder nicht nehmen.
Für die Linienführung kann ich übrigens auch wieder die Aquarellbuntstifte empfehlen - auf getrockneten Farben kann man ein paar "verrutschte" oder übermalte Linien damit ganz einfach wieder hervorheben.

Und schon haben wir völlig ohne Zeichentalent ein buntes Bild fabriziert - faszinierend, no?;-)

21.01.2015

Dragon Age Inquisition. Oder: Die letzen Atmenzüge der Last-Gen...

Nach ewigen Zeiten mal wieder ein Gaming-Post und dann leuten wir schon das Ende der Last-Gen Konsolen ein? Irgendwie schon, aber mit Abstrichen.

Am 20. November 2014 konnte man endlich - mit fast einem Jahr Verspätung - den nächsten Teil Dragon Age kaufen und wer sich erinnert, wie sehr ich Teil 1 (DAO) und auch Teil 2 (DA2) mochte, der wird vielleicht verstehen, warum ich nicht noch ein Jahr warten wollte, bis mein Sparschwein fett genug wäre mir eine Next-Gen Konsole UND das neue Spiel zu spendieren. ;-)
Trotzdem habe ich - gemessen daran wie unbedingt ich das Spiel spielen wollte - noch ziemlich lange gezögert die XBox360 Version zu kaufen, denn was man über Ladezeiten und Grafikdowngrades im Netz so lesen konnte, war doch einigermaßen besorgniserregend.
Am Ende war die Neugier dann aber doch stärker und wie immer muss man festhalten: Auch wenn manche Kritikpunkte schon irgendwie gerechtfertigt waren, sind Gamer doch eine Gemeinschaft von Motzpocken, die man nicht unbedingt immer ernst nehmen sollte.;-)
Ja, die Ladezeiten sind manchmal doof (vor allem für Cut-Scene-Fans wie mich) und ja, manchmal ist es etwas seltsam, wenn in Cut-Scenes noch Texturen nachladen, aber ehrlich, man kann das ignorieren, wenn es einem hauptsächlich um die Story geht.
Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Next-Gen Grafik einfach unfassbar viel besser aussieht und sich die Anschaffung derselben nicht auf ewig wird vermeiden lassen, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden. Jetzt erstmal Dragon Age Inquisition, wie wars?

1. Wir alle sind Skyrim?
Ich bin immer noch der Meinung, dass alle Motzer, die DA2 so furchtbar fanden, keine Rollenspieler sein können, aber wie man sich vielleicht erinnert, habe ich einem einzigen Kritikpunkt zustimmen müssen: Immer wieder durch dieselben Karten laufen, macht einfach keinen Spaß.
Das haben wir jetzt in Teil 3 (DAI) geändert und weil wir ja inzwischen alle Skyrim sein müssen, gibt es jetzt also auch Open-World in Minimalform - heißt große Karten, wenn auch nicht zusammenhängend, mit Springen, Klettern und Reiten, was man halt so braucht.
Ich muss sagen das Kartendesign ist wirklich gut - auf der Next-Gen noch viel mehr, aber auch in der Downgrade Grafik gibt es Wälder, Wüsten, Eisfelder, Wiesen mit Kaninchen, Rehen, Blumen, was auch immer, an denen man ziemlich lange beschäftigt sein kann. Allerdings reite ich auch nicht viel, weil das automatisch dazu führt, dass sich deine Party in Luft auflöst - was bringt denn durch die Wildnis joggen ohne lustigen Party-Banter im Rücken? Da könnte ich auch wieder Skyrim spielen und das wird sicher nicht passieren.^^ Hier hätte man sich auch was Besseres einfallen lassen können - so nett es ist mit meiner Elfe auf einem Elch durch die Gegend zu hüpfen, hätte man das meinen Gefährten nicht auch gönnen können? ;-)

2. Diversification
Kritikpunkt 2 aus DA2: Man kann nur Menschen spielen. Das hat mich nicht wirklich gestört, denn die Story in Teil 2 gehört einfach dazu - aber ich bin halt auch Rollenspieler, mir ist eine gute Geschichte im Zweifel lieber als 1000&1 Möglichkeit meinen Charackter zu gestalten. Trotzdem ist es nett, dass man jetzt wieder Elfen, Zwerge und sogar Qunari spielen kann. Grade auf den Run-Through als Qunari bin ich sehr gespannt - wenn man mich schon ein ganzes Jahr länger warten lässt, um das noch einzubauen, dass sollte es sich besser lohnen!;-)
Dafür beschweren sich jetzt natürlich wieder die Motzpocken darüber, dass es zum ersten Mal nicht nur strikt Hetero-Charaktere gibt, sondern auch stirkt Nicht-Hetero-Figuren - ein bißchen weniger Kontrollzwang und ein wenig mehr Gefühl für realistische Charaktergestaltung würde manchen Gamern da vielleicht weiterhelfen.

3. Doom upon all the World
Aus irgendwelchen Gründen fanden es viele Leute blöd, dass die Geschichte von DA2 in der Scheiße anfängt und in der Scheiße aufhört, egal was man tut. Diese Leute haben scheinbar keine Ahnung wie 2. Teile funktionieren und für konsequente Erzählweise auch keine Wertschätzung, aber ich muss sagen, mir gefällt es doch in DAI wieder mal das "große Böse" zu bekämpfen. Ich bin da halt einfach gestrickt - ich hatte auch Spaß an der Guerila-Straßenkampf Variante in 2, aber der Held sein und das Böse erschlagen ist doch etwa,s das wir alle gerne mal tun, oder?
Mit dem Bösewicht haben sie sich außerdem einen schönen "WTF??!?" Moment einfallen lassen, zumindest, wenn man den DA2 DLC gespielt hat. Dieser Moment lässt sich zwar bei den Re-Runs nicht wiederholen, war aber trotzdem super!;-)

Fazit:
Man hat offensichtlich viel getan, um die Kritikpunkte aus Teil 2 auszubügeln und meiner Meinung ist ein gutes Spiel dabei herumgekommen. Ich mag meine neuen Gefährten, die Romance-Options sind ein wenig "erwachsener" und weniger Klischeehaft als in DAO (es gibt sogar Sex ohne Unterwäsche, skandalös sowas;-) und die Verflechtung mit Handlungssträngen aus Teil 1 und Teil 2 macht das "nochmal spielen" für mich spannend. Das Dragons-Keep funktioniert gut, auch wenn die Game-Importe früher einfacher waren.
Unterm Strich kann man hier also alles haben, was man bei Skyrim nicht haben kann: Deine Entscheidungen interessieren tatsächlich wen, mit deinen Nebenfiguren kann man tatsächlich interessante Nebengeschichten verfolgen und die Cut-Scenes haben wieder diesen DAO-Epik-Faktor - Kloß im Hals und Gänsehaut inklusive, aber dafür muss man vermutlich talentiert darin sein sich in solche Geschichten ein wenig "einsaugen" zu lassen.;-)
Ich ziehe ein klitzekleines halbes Pünktchen ab, weil die Erzählweise nicht mehr so kreativ ist, wie noch in Teil 2 - scheinbar bin ich in der Minderheit, aber ich fand Varric als Erzähler und die Stilmittel dazu großartig, jetzt ist man wieder bei der "traditionellen" Teil 1-Fantasy-Erzählstruktur, die scheinbar mehr Leuten gefiel, aber das hier ist ja mein Blog, also zählt was mir besser gefiel.;-)

Ich bin mal gespannt, wie man daran anküpft - eventuell schiebe ich dann den Revisited Post hinterher, wenn es die ersten Storyrelevanten DLCs gibt.
Bis dahin vergebe ich überzeugte 4,5 von 5 Drachenschädeln für ein Spiel, dass mich die nächsten Monate glücklich und zufrieden durch faule Nachmittage bringen wird.

16.01.2015

The Magicians

Ich bin ein furchtbar langsamer Leser momentan - was man auch an der Seitenleiste absehen kann, die Skandinavische Geschichte hatte ich eigentlich auf dem Kreuzfahrtschiff lesen wollen, aber dann kam mir das doch irgendwie prätentiös vor und nun lag das Buch auch nur ein halbes Jahr im Schrank (und ich hab' dann Machiavelli auf dem Sonnendeck gelesen, über diese Logik muss ich nochmal nachdenken....;-).

Aber nach mehreren Anläufen habe ich dann doch noch "geschafft" The Magicians auszulesen - das an sich weist schon darauf hin, dass das nicht so einfach war, aber ich hatte tatsächlich einen Grund es bis zur letzten Seite zu lesen, der besser war als "jetzt hab' ich's einmal angefangen" (jeder, der mich kennt, wird wissen, dass ich keine Hemmungen habe Bücher wieder wegzulegen;-).

Aber mal von Anfang an, worum geht es denn in The Magicians von Lev Grossman?


Einen wirklichen Klappentext zu finden, der diese Frage in Ansätzen beantworten würde, ist gar nicht so einfach, man geht ja inzwischen dazu über die Back-Cover lieber mit Presse- und Review Stimmen vollzukleistern, als mir einfach zu sagen was denn der Inhalt des Buches ist und nicht nur die Meinung für mich irrelevanter Menschen (aber das ist ein Rant für ein anderes Mal;-), also versuche ich das mal anders:
Was ich denke, was sich der Autor gedacht haben könnte, als er dieses Buch konzipiert hat, war vielleicht irgendwas sowas wie "Was würde wirklich passieren, wenn ein grenzwertig depressiver und orientierungsloser Teenager rausfinden würde, dass er ein Magier ist und auf eine Magie-Eliteschule geschickt wird?".
Falls es aus dieser Art der Fragestellung nicht genügend deutlich wird: Das Ergebnis ist leicht anders, als bei Harry Potter, was übrigens als Pop-Culture Anspielung auch auftaucht.

Und damit wären wir gleich dabei warum ich das Buch zuende gelesen habe - ich liebe die Idee und ich habe absoluten Respekt vor der Kompromisslosigkeit des Autors.
Als Leser von Harry Potter und Narnia und Fan von konsequent erzählten Geschichten muss man hier einfach mal Hochachtung davor haben, wie The Magicians jedes einzelne Fantasy-Klischee unter eine sehr kalte Realitätsdusche stellt, bis wir einfach mal festhalten müssen, dass man bei fabulösen Abenteuern ganz schnell auch einfach mal tot sein kann, auch wenn man eine Hauptfigur ist und dass einem manchmal an riesigen Feuerdämonen als erstes ihr riesiges Gemächt auffällt.
Bei den Hunger Games gab es so eine ähnliche Konsequenz in der Erzählung und ich glaube dass viele Fans der Autorin ihre "Skrupellosigkeit" gegenüber liebgewonnen Hauptfiguren durchaus übel genommen haben - ich möchte mir gar nicht vorstellen, was der arme Druchschnitts-Fantasy-Fan durchmachen muss, wenn hier jede einzelne Konvention gebrochen wird. Vermutlich ein Grund warum viele Menschen dieses Buch furchtbar finden und gleichzeitig der Grund warum ich es mochte.

Aber - es kommt noch ein aber (wie immer;-). Ich fand es auch sehr anstrengend zu lesen und das hat teilweise damit zu tun, dass konsequent erzählte Figuren einem leider völlig auf die Nerven gehen können. Bei Katniss geht das ganz gut - sie nervt auch manchmal und ist oft nicht die Hellste, aber man kann sich irgendwo noch mit ihr solidarisieren - aber bei Quentin hört das wirklich auf. Depressive, quasi-allmächtige, gelangweilte Teenager ohne Ziel im Leben, aber dafür mit magischen Fähigkeiten - mir ist durchaus bewußt, dass es ziemlich wahrscheinlich ist, dass das in Drogen, Alkohol, personal drama und willkürlichem Sex endet, aber das macht mir die Leute nicht symphatischer.;-)
Der einzige halbwegs ertragbare Charackter stirbt dann auch noch und übrig bleiben eine Menge Typen, mit denen ich wirklich nicht befreundet sein müssen wöllte und ein paar, die mir egal sind....hm!

Ich gebe dem Buch mal 4 von 5 Gänsefedern für Punkt 1, aber Punkt 2 bedingt (leider), dass ich nicht wirklich das Bedürfnis habe das Buch nochmal zu lesen, oder die Nachfolgebücher (zumindest in naher bis mittlerer Zukunft) anzufassen. Schade eigentlich nur ein einziger netter Mensch hätte mir die Geschichte vielleicht gerettet, aber konsequent erzählt ist halt nicht für jeden, das liegt im Prinzip der Sache...;-)

11.01.2015

Kommunikation für Fortgeschrittene (Zwischenstände)

Mir ist aufgefallen, dass ich lange nichts "kreatives" mehr von mir gegeben habe - wenn man mal vom Advent-Basteln absieht, das immerhin noch erhellend war. ;-) Ok schlechter, Witz, nächter bitte!

Hauptsächlich hat das damit zu tun, dass ich momentan nicht so motiviert bin kurzfristige Projekte zwischenzuschieben und "wieder eine neue Szene geschrieben" ein wenig langweilig als Update ist, oder?
Damit aber nun nicht der Eindruck entsteht, dass gar nichts passiert, sei mal vermeldet, dass ich die ersten 5 Kapitel inzwischen von allen Testlesern zurückbekommen habe und mit den aufkommenden Kommentaren sehr zufrieden war - das best-case Szenario für Feedback ist ja, dass man Hilfe für die kleinen hakenden Punkte der Erzählung bekommt und dabei vorzugsweise gleichzeitig die Rückmeldung, dass man im großen und ganzen auf einem guten Weg ist. :-)

Nun geht es darum die ersten 50% und gleichzeitig den ersten halbwegs in sich geschlossenen Teil der Geschichte abzuschließen und wie so oft im wahren Leben: Abschlüsse erreicht man oft nur mit vielen Gesprächen.
"Normale" Dialoge schreiben ist an sich eine Übung, die halbwegs gut von der Leber weg geht, man ist ja als Mensch normalerweise ein bißchen geübt in alltäglicher Kommunikation.;-) Je schwieriger das Thema allerdings wird und vor allem je mehr "Stimmen" an der Unterhaltung beteiligt sein müssen, desto schlimmer wird es (finde ich zumindest).
Und so kam es, dass ich mich tatsächlich mal hinsetzen musste, um mir einen Weg zu überlegen diese "Oh weiah wie soll ich das bloß jemals alles zusammenbringen"-Szene einigermaßen aufzudröseln.
Ich habe dabei auf 2 Prinzipien zurückgegriffen, die vielleicht auch für andere hilfreich sein könnten:

1. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
Meine Art Geschichten und Szenen zu konzipieren, würde vermutlich jeden "ernsthaften" Autoren in den Wahnsinn treiben. Meistens habe ich so ca. 1-5 Zeilen Stichworte und ein Anfangsbild im Kopf und dann lasse ich das einfach mal laufen. Meistens fällt mir dann hinterher, wenn die Szene fertig ist, auf was für viele kleine Dinge das jetzt für meinen Handlungsverlauf geregelt und gelöst hat...;-)
Und wenn mir nichts einfällt, halte ich Mittagsschlaf, im Schlaf kommen mir die besten Ideen...anyway, was ich damit sagen will: Ich bin nicht der Typ, der großartige Pläne aufschreibt und/oder sich stundenlang über irgendwelchen Notizen den Kopf zerbricht.
Aber: Ich stehe auf Diagramme! Diagramme sind super und man kann sie für fast alles gebrauchen, so zum Beispiel auch für Diskussionen mit 7 verschiedenen Personen, die alle irgendwas anderes zur Unterhaltung beitragen sollen.
Auf so einem weißen Zettel kann man zuerst mal festhalten wer die Personen sind, wo sie sich z.B. in dem Raum aufhalten, den man vielleicht konzipiert, oder aber auch wie sie sich zueinander positionieren - in einer Gruppe gibt es immer Untergruppen, dazu später. Dann brauchen wir drei Dinge:
1. Welche Stimmung bringt jede Person mit in das Gespräch (Wut, Verwirrung, Neugier, Angst...?)
2. Mit welcher Stimmung möchte ich sie aus der Situation entlassen?
3. Was muss passieren, damit wir von 1 zu 2 kommen? (Eine Entschuldigung, eine Erklärung, eine offene Auseinandersetzung usw.)

Ich habe mal versucht mein abschließendes Bild zu fotografieren, aber leider sind die Bleisiftstriche überhaupt nicht zu erkennen und am Ende waren es auch so etlich viele Pfeile, dass man mir kaum glauben würde, dass mir das wirklich weitergeholfen hat, aber es hat, ehrlich!;-)

2. Divide and Conquer
Noch so eine Beobachtung aus dem echten Leben: In jeder Gruppe gibt es Untergruppen, je größer die Gruppe, desto komplexer wird das.
Um also große, komplizierte "Wir müssen jetzt das Leben, das Universum und den ganzen Rest in einer riesen Versammlung ausdisskutieren" Szenen ein wenig überschaubarer zu machen, kann man beliebig viele Untergruppen Teile dieser Diskussionen schonmal in anderen Szenen haben lassen. Wenn keiner eine Lösung weiß, bilden wir nen Arbeitskreis oder so...;-)
Man (ich) muss sich aber überlegen, wie man dann die Einzeldiskussionen so zusammenbringt, dass das noch was wirklich "Neues" beiträgt - aber da muss ich nochmal drüber schlafen!;-)

In diesem Sinne ein schönes Restwochenende!

04.01.2015

Sea Queens. Oder: Geschichte ist das bessere Märchen!

Irgendwie tue ich mich immer schwer mit Wünschen zum Neuen Jahr - Alles Gute ist meistens mein Default, der ja auch eigentlich immer passt;-) - aber Mr. Neil ist großartig darin, daher klaue ich mir mal kurz seine Inspiration für 2015:
Be kind to yourself in the year ahead. 
Remember to forgive yourself, and to forgive others. It's too easy to be outraged these days, so much harder to change things, to reach out, to understand.
Try to make your time matter: minutes and hours and days and weeks can blow away like dead leaves, with nothing to show but time you spent not quite ever doing things, or time you spent waiting to begin.
Meet new people and talk to them. Make new things and show them to people who might enjoy them. 
Hug too much. Smile too much. And, when you can, love.
Sofern ich überhaupt sowas wie Gute Vorsätze entwickeln möchte, sollte das eigentlich ein guter Wegweiser sein und daher fange ich mal das neue Jahr mit einem Thema an, das ich noch nie hatte:
Geschichtsbücher für Kinder

Der Ehrlichkeit halber muss ich gestehen, dass der Vorschlag von Tine kam, die mich einfach zu gut kennt und genau weiß, dass ich Kinderbücher und Frauengeschichte toll finde - was könnte also besser sein, als die Kombination?;-)
Den ersten gemütlichen Samstagnachmittag in 2015 habe ich daher mit diesem wunderhübschen Buch verbracht: Sea Queens, geschrieben von Jane Yolen, illustriert von Christine Joy Pratt



Zuerst mal: Ich liebe Kinderbücher auch deswegen, weil die Illustrationen oft so hübsch sind - es gibt inzwischen Ausgaben von Ronja Räubertochter ohne Bilder von Rumpelwichten...was für einen Sinn macht das?!?
Leider gibt es bei Amazon keinen Blick ins Buch, die Holzschnitte sind nämlich sehr hübsch - ich habe mal ein paar Fotos versucht.

Ich muss zugeben ich war sehr erstaunt, dass das Thema "weibliche Piraten in der Geschichte" tatsächlich soviel hergibt, aber ich muss sagen, ich finde es super!;-)
Natürlich liest sich ein Geschichtsbuch für Kinder eher wie ein Märchenbuch und auf Fußnoten oder Quellenkunde kann man hier auch verzichten, aber wenn man seinen Kindern nette Geschichten über Piraten vorlesen will, warum dann nich mal historische belegte weibliche Piraten?

Ansonsten ist Frauengeschichte in "Märchenform" ja oft eher zwangverheiratete Prinzessinnen oder vielleicht noch weise Nonnen oder so. Aber Piratinnen? Großartig!
Wer seinen Kindern also dringend mal Geschichten vorlesen will, in denen die Frauen nicht auf irgendeinen Prinzen warten müssen, der kaufe dieses Buch, es hat hübsche Bildchen und liest sich auch nicht blutrünstiger als Grimms Märchen.;-)
Ich habe allerdings noch nicht rausgefunden, ob es eine deutsche Übersetzung gibt...

5 von 5 Rumfässern in jedem Fall!

02.01.2015

Des Hobbits Dritter Teil (bestimmt wieder irgendwo Spoiler)

Merke: Den Neujahrstag im Kino zu verbringen, ist nicht ganz so einsam, wie man sich das vielleicht vorstellt! Wir hatten darauf spekuliert, dass alle außer uns Sofa-Helden bestimmt ihren Kater auskurieren müssen, aber haben dabei ein paar soziale Gruppen vergessen - Senioren, Familien mit Kindern und Studenten im Prüfungsstress und andere IchbinzualtfürdiesenScheiß-MittDreißiger zum Beispiel...;-)

Aber was solls, ein leeres Kino ist nett, aber ein volles Kino macht normalerweise Filme auch nicht besser oder schlechter, solange sich das Publikum benimmt - ich schicke allerdings den unbestimmten Spoiler Alert voraus, da der dritte Hobbit Teil noch nicht so lange läuft und es mir zunehmend schwer fällt mich in Spoiler einzudenken (vor allem bei Verfilmungen von Büchern, die schon so uralt sind) - wer also igendwie fürchtet durch irgendwas gespoilert zu werden, der lese bitte einfach HIER nicht weiter, dann kommen mir keine Klagen und mein kleines Spoiler-Autisten-Ich muss sich nicht so verbiegen. Danke!;-)


Irgendwann nach dem ersten Film hatte ich mal angekündigt mir abschließend Gedanken zu machen, ob das mit den 3 Filmen jetzt wirklich sein musste - aber jetzt habe ich den dritten Teil gesehen und finde in dieser Art von Spekulation eigentlich gar keinen sittlichen Nährwert, also werde ich mir das sparen. Irgendwann wurde die Entscheidung getroffen die Geschichte so zu erzählen und da ich die Vorlage weder zu Ende gelesen habe, noch irgendwie toll finde, muss ich mich auch nicht mit Fan-Rage über irgendwelche Änderungen aufhalten (und mir fehlen auch mindestens 5 Nerd-Gene, um sowas wie Fan-Rage irgendwie sinnvoll zu finden;-). Ich fand manches zu lang und manches nicht gut gemacht, aber das hätte man auch besser machen können, ohne dabei 1-2 Filme einzusparen.

Aber fangen wir mal mit was Positivem an (und ich versuche mich kurz zu fassen, versprochen!;-):
- Bilbo Superstar
Martin Freeman ist und bleibt mein Lieblings-Hobbit. Es gibt ungnädige Menschen, die behaupten, er spielt Bilbo vor allem wie Martin Freeman und manchmal hat er eventuell ein bißchen was von Arthur Dent, aber was solls? Wenn man es recht betrachtet, haben Bilbo und Arthur Dent so einiges gemeinsam... Bilbo ist jedenfalls einer der weniger mehrdimensionalen Charaktere (dazu später), so eine Art Sam, Merry & Pipin in einer Person mit keinerlei Ähnlichkeit zu Frodo - kurzum best Hobbit ever!;-)
- How to kill a dragon?
Der Drache hat den schönsten Tod überhaupt - Smaug ist so eine kleine, miese Drama-Queen und der Operntod inlusive Wilhelm-Tell-Deluxe Schuss war das kleine melodramatische Tüpfelchen auf dem I - und außerdem fand ich es nett, dass der Drache noch so gefühlte 2 Filmminuten vorkommt, aber das lag vermutlich daran, dass ich das Buch nicht kenne. Trotzdem eine nette Szene und der Beweis, dass ich übertriebene Effekte nicht per se doof finde (dazu gleich mehr).
- Nicht alle Elfen sind Rassisten
Da ich Tolkien schon für einen furchtbaren Autor halte, mache ich mir eh meistens keine Freunde, da muss es mich auch nicht stören, dass Tauriel & ihr Zwerg mir den Film retten, auch wenn das allen Fangirls vermutlich die Hassröte ins Gesicht treibt. Aber ehrlich, die Elfe ist die einzige brauchbare Frau in der ganzen Reihe - nur weil bei Tolkien Frauen nicht stattfinden, muss man das noch nicht hinnehmen^^ - und neben 0-Gesichtsausdruck-Legolas und seinem überkandidelten Rassisten-Arschloch-Vater kann man die Spitzohren auch echt nur zum Abgewöhnen finden. Charakter 2, der irgendwie echt wirkt und gerade deswegen nehme ich es dem Film unfassbar übel, dass die Frau am Ende von Mr. Anti-Schwerkraft-Poser gerettet werden muss. Man hätte ihr einen Heldentod gönnen können, aber neeeeiiiin...

Und das führt uns dazu, was ich furchtbar fand:
- Warum einen Charakter haben, wir haben doch Computereffekte?
Das Motto der ganzen Reihe war Höher, Schneller, Weiter, das konnte man an den ersten beiden Filmen schon irgendwie absehen - und ich habe prinzipiell nichts gegen Effekt-Popcornkino, ich mochte sogar Iron Man 2 und der Film besteht nun wirklich nur aus Explosionen und AC/DC Musik... - aber man kann Effekte haben, um damit einen Effekt zu erzielen, oder einfach nur weil man sie bezahlen kann.
Man kann Effekte und Szenen haben, die etwas zeigen - einen Chrakterzug einer Figur, eine Dynamik zwischen zwei Figuren, ein Detail der Situation, irgendwas. Und man kann Effekte haben, die Höher, Schneller, Weiter sind und dabei die Geschichte um 0% voranbringen.
Der dritte Hobbit ist leider (noch mehr als Teil 2) mit letzteren Effekten gespickt und meine flache Hand hat sehr oft meine Stirn getroffen (zum Glück waren unsere Sitznachbarn nachsichtig;-). Vielleicht hätte es geholfen, wenn viele Dinge nicht so CGI-unecht ausgesehen hätten - Grond war ein metallbeschlagener VW-Bus, den man vor eine Holztür gedonnert hat, Thorin hat seine gefühlt 10Minuten lange Seelenkrise umgeben von einem computeranimierten Goldfußboden...sieht man was ich meine? - aber eigentlich denke ich weniger wäre wirklich mehr gewesen.
Während nämlich Legolas 5 Stunden Zeit bekommt wirklich unnötiges und dummes Elfenposing abzuziehen und wir Thorin ewig lange dabei zusehen müssen, wie er eine nicht sonderlich komplexe emotionale Krise bewältigt, bleiben alle anderen Charaktere völlig auf der Strecke.
Klar, Thranduil ist ein Arschloch, das an sich ist ja ok, aaaaber Denetor war auch ein Arschloch und dabei war er ein echtes Arschloch - man konnte nachvollziehen warum und irgendwie sogar Mitleid mit ihm haben. Boromir darf eine Seelenkrise haben und einen Heldentod sterben, der einen wirklich berührt in 50x weniger Screentime als Thorin und bei dem Zwerg fragt man sich am Ende nur warum er so dämlich sterben muss...

Das ist meine einzige, aber leider schwerwiegende Kritik, denn in diesem Punkt fällt es mir schwer den HdR-Erfahrungshorizont abzuschalten - wenn ich nicht wüßte, dass Peter Jackson eine Liebesgeschichte in 10 Sekunden Blickkontakt erzählen kann, würde ich es ihm weniger übel nehmen, dass er die Hobbit Figuren so lieblos und belanglos mit seinen tollen Computereffekten zusammenwürfelt.

Ich gebe dem Film trotzdem 4 von 5 Ork-Keulen - denn seien wir ehrlich, im Vergleich zu Blockbuster-Kino wie Transformers und ROTS sind alle Hobbit Filme wirklich, wirklich gut^^ - aber hoffe trotzdem, dass wir jetzt nicht noch das Simarillion in 7 Filmen auswalzen müssen.
Den vermutlich nie wieder erreichbaren Erfahrungshorizont der HdR-Filme ständig aktiv ausblenden zu müssen, um zu einer halbwegs fairen Bewertung zu kommen, strengt mich an und "Anstrengung" und "Popcornkino" sind zwei Dinge, die ich lieber nicht kombiniere.;-)