Publikationen, Projekte, Persönliches

26.02.2014

Die Prinzessin im Eis. Oder: Warum zickige Prinzessinen keine Eisbären erschießen sollten...

Ich gebe es ja gern und offen zu: Oft bin ich ein furchtbarer Kulturmuffel!
Das liegt nicht so sehr daran, dass ich Theateraufführungen oder gar klassischer Musik nichts abgewinnen kann, sondern oft leider daran, dass ich keine Lust auf moderne Inszenierungen habe...
Man mag mich spießig nennen, aber für mich braucht die Zauberflöte keine halbnackten Frauen und Hamlet keine Badewannen voller Kunstblut - und ich bin leider auch keiner der Menschen, die sich damit trösten, dass es wohl Kunst sein muss, wenn sie es nicht verstehen.
Wer nicht weiß was ich meine, schaue sich mal Hape Kerkelings Hurz an - genau so!;-)

Trotzdem kann man mir nicht vorwerfen, dass ich nicht manchmal auch etwas riskiere, also hatten wir an diesem Wochenende Karten für Die Prinzessin im Eis, eine "dystopische, moderne Oper" am Theater Aachen.
Die Vorschau zum Stück, sagt dazu Folgendes:
Irgendwo im ewigen Eis Grönlands (oder den Resten, die noch übrig sind), irgendwann in einer fernen Zukunft:
Ein multinationales Forscherteam sucht nach einem sicheren Ort für die Aufbewahrung von Genproben
ausgestorbener Tiere und Pflanzen. Plötzlich stoßen die Wissenschaftler auf einen riesigen Hohlraum im Eis und finden darin eine gefrorene Frau, die offenbar aus einer anderen Epoche stammt. Sie entpuppt sich bald als außergewöhnlich schöne, aus der Zeit gefallene Prinzessin, die weder die fröhlichen Russen Vlad und Vitaly noch Kalombo, den Klimatologen, kalt lässt. Nun geht es hoch her und nicht nur die Damen der Expedition müssen sich warm anziehen …
Die Idee an sich klingt ja erst einmal recht lustig - ein Forscherteam aus dem Heute (2015 ist nicht die "ferne Zukunft" meine lieben Theaterschreiber!;-) trifft auf ein schlafendes Dornröschen, dessen Prinz scheinbar ausgeblieben ist und die deswegen der menschlichen Entwicklung gefühlte 1000 Jahre hinterherhechelt.
Ganz zu Anfang begegnen wir außerdem einem ziemlich skeptischen "Chor" aus Eisbären auf einer verschneiten Bühne, was sehr vielversprechend wirkt.

Leider hat sich der erste positive Eindruck nicht gehalten - Bühnenbild und Kostüme waren großartig und auch der Griechische Chor ist ein Stilmittel, dass ich gerne öfter wiederbelebt sähe - denn wo sich die Vorankündigung einfach nicht bestätigt, ist die Einschätzung das Ganze wäre "ironisch" und "lustig"...
Was wir zu sehen bekamen waren eigentlich nur laufende Klischees (die Kettenrauchende Französin, der waffenverrückte Ami, der Regelversessene Deutsche, die betrunkenen Russen, den Vodoo-Afrikaner blablabla) und eine ziemlich zickige Prinzessin, die wohl als "Methaper" auf den Hochmut der ganzen Menscheit gedacht ist, keine anderen Meinungen und Bedürfnisse als die eigenen gelten lässt und als selbsterklärte Krone der Schöpfung auch mal Eisbären erschießt, weil das ja nur dumme Tiere sind.
Lustig ist das leider nicht wirklich, denn jede einzelne dieser Abziehbildchen-Figuren ist unfassbar unsymphatisch und die "Message", dass alle Menschen irgendwie Iditioten sind und die Umwelt mies behandeln wird so mit dem Holzhammer eingeprügelt, dass ich darüber nur sehr bedingt lachen konnte.
Da half es auch nicht, dass sowohl Libretto, als auch Musik dieses ständige Gegeneinander der Charaktere und die unablässigen Streitereien und Konkurrenzen (irgendwann fangen sie auch noch an sich über die Rechte am ausströmenden Gas zu streiten - als ob das noch nötig gewesen wäre) in teils sehr sperrigen Texten und sehr disharmonischen Kompositionen reflektiert.

Auch hier, man darf mich altmodisch nennen, aber ich finde 2 Stunden Disharmonie einfach anstrengend anzuhören, ich bevorzuge Arien, die man auch mal mitsummen kann!;-)

Unter dem Strich also leider eine Produktion unter dem Titel "gut gedacht, aber schlecht gemacht" - als Theaterstück (ohne die anstrengende Musik), oder als Operette mit ein wenig weniger krassen Figuren und ein bißchen mehr Leichtigkeit, wäre das wirklich lustig gewesen. So hat aber leider die "Message" (so wahr sie auch ist, Menschen sind Idioten!;-) alles andere erschlagen.

Wen das aber nicht stört, dem empfehle ich die Aufführung trotzdem, denn die Bühe und die Kostüme sind wirklich super!;-)

24.02.2014

Unnatural Creatures

Ich fürchte, Menschen, die mit den Büchern und Geschichten von Neil Gaiman nicht so viel anfangen können, müssen in dieser Woche sehr stark sein - oder sich einen anderen Blog suchen;-) - denn ich habe noch 2 Post auf Halde und auch noch The Ocean at the End of the Lane auf meinem To-Read Stapel...Ich würde ja gerne sagen, dass mir das leid tut, aber das wäre absolut gelogen, also sag ich's lieber nicht!;-)

Zum Auftakt des lustigen Reigens, eröffne ich mal eine neue Weltsicht - ich nehme hiermit endgültig zurück, dass ich nicht so sehr auf Anthologien stehe!
Unnatural Creatures ist zwar keine Anthologie im Sinne von Fragile Things, denn hier gibt es eine vielschichtige Mischung aus Autoren und einen roten Faden in der Thematik - fantastic beasts and where to find them, quasi.;-)


Ich muss wirklich sagen, dass ich nicht erwartet hatte, dass die Qualität gleichbleibend so hoch sein würde - mir fallen auf Anhieb 4 oder 5 Geschichten ein, die ich besonders mochte: Von überforderten Wissenschaftlern und Einhörnern, über menschenfressende Blobs, kartographierenden Bienen, verhinderten Werwölfen, bis hin zur Abendeinladung für den Tod. Dagegen gab es nur ganz selten mal einen Moment, in dem ich dachte "ok für diese Geschichte bin ich wohl die falsche Zielgruppe" (Kindermärchen) oder "Oh schade, daraus hätte man mehr machen können" (geschwätzige Meerjungfrauen;-).

Wie so oft muss ich also auch hier dem Geschmack von Mr. G. ein großes Lob aussprechen und vergebe 5 von 5 Drachenschuppen für absolut lohnenswerte Kurzgeschichtenunterhaltung!

19.02.2014

How-To: Haussocken einfach gemacht

Manchmal ist das Internet wirklich zum Verzweifeln- grade hat man noch ein total tolles Tutorial-Video an der Hand und 10 Tage später findet man es einfach nicht mehr wieder...

Naja, ich versuche also mal zu rekapitulieren, was ich gelernt habe und hoffe, dass es trotzdem hilft.;-)
Sinn und Zweck dieses Projektes war es Socken zu erzeugen und zwar auf die einfachste erdenkliche Art und Weise, weil ich keine Lust hatte Stricken zu lernen und warme Socken wollte, die ich übrigens zu jeder Jahreszeit und eigentlich jeder Tages- und Nachtzeit trage - bei dem Verbrauch ist es also quasi opportun den Nachschub selber sicherzustellen!

Schritt 1: Die Wolle
Diese Formschöne Sockenwolle habe ich beim ALDI gekauft und kann daher nicht wirklich sagen welche Marke da irgendwann mal hinterstand. Aber ich denke die generellen Parameter sind vermutlich entscheidend - in diesem Fall 50g zu 210m Lauflänge, was für 1 Socken/Knäuel völlig ausreicht.
Kostentechnisch (so behauptet eine kurze Internetrecherche) liegt man damit bei ca. 4-8€ pro Paar +  Arbeitsaufwand...zum Glück müssen sich Hobbies nicht rechnen!!;-)

Schritt 2: Die Stelle wo normalerweise das Video steht...
Gut wir haben aber kein Video diesmal, also muss ich das zu erklären versuchen....au weiah...
Zum Glück ist das Rezept denkbar einfach (war ja auch Sinn der Sache), denn....man lässt bei dieser Art von Socken einfach die Ferse weg!
Wer sich also nie getraut hat sowas zu machen, weil er keine Ahnung hat, wie man eine Ferse strickt - ich kenne dieses Problem und die Lösung ist erstaunlich einfach!;-)

Zuerst fabriziere man also eine Luftmaschenkette in einer Länge, die bequem um den breitesten Teil von Fuß und/oder Knöchel passt (was auch immer grade breiter ist). Wie man aus so einer Reihe einen Kreis formt, hatte ich ja schon bei Haarnetz und Blümchen verlinkt, das ist also auch schon ein alter Hut...tja und dann häkelt man sich munter immer im Kreis, so dass ein langer Schlauch dabei herauskommt. Natürlich kann man dabei sämtliche Muster verwenden, die einem so einfallen - oder die man bei Youtube finden kann, sofern man denn die Videos findet^^ - aaaber ich hatte ja gesagt so einfach wie möglich, also hier die Variante in "pur".;-)

Schritt 3: Mathe ist ein Arschloch
Mit diesem Schlauch-Rezept kann man vermutlich total toll Stulpen oder Fingerlose Handschuhe machen, aaaaber es sollten ja Socken draus werden, also muss der Schlauch irgendwo geschlossen werden. Und da wird es jetzt ein wenig mathematisch, denn die Formel zu dieser Übung lautete im Video wie folgt:
(Maschenanzahl - 8) : 8
Fragt mich bitte nicht wieso, ich befolge nur Anweisungen!;-)
Meine Knöchel sind 60Maschen dick, also lautete meine Rechnung:
(60 - 8)  : 8 = 6,5 = aufgerundet 7

Das bedeutet, dass wir an irgendeinem Punkt den "Anfang" unseres Häkelkreises markieren (Büroklammer funktioniert gut, kann man danach einfach wieder ausfädeln) und von da an in der 1. Runde jede 7. Masche überspringen. In der nächsten Runde machen wir das mit jeder 6. Masche, danach mit jeder 5. usw usw.
Am Ende sind wir dann dabei jede 2. Masche zu überspringen und an diesem Punkt können wir dann unsere Spirale einfach durch ein Einhäkeln in eine feste Masche zuende bringen und Voila - Strumpf ist zu!
Natürlich sind die Maschen ein wenig grober zum Schluss, wegen der ganzen Überspringerei, aber da wir ja noch unser Fadenende einweben müssen, fällt das nacher eigentlich gar nicht mehr auf...oder?


 Schritt 3a: Restwolle?
Ich habe festgestellt, dass ich sehr schlechtes Augemaß habe, also hatte ich beim ersten Socken noch ziemlich viel Wolle übrig, aber meine Sockenspitze war schon fertig. Aber das macht ja gar nichts, denn man kann die Restwolle einfach oben wieder ans Fadenende anknoten und den Socken nach oben noch was verlängern. Hat den angenehmen Nebeneffekt, dass meine erste Luftmaschenreihe normalerweise total krumm und schief ist, aber wenn die plötzlich mitten im Strumpf ist, fällt das nicht mehr auf - eine Win-Win-Situation quasi!;-)

Und siehe da: Auch ohne Ferse sieht das nach Socken aus - in Schuhen vermutlich ziemlich knubbelig, aber als Hausinterne Fußbekleidung
einwandfrei. Angeblich soll sich die Passform noch verbessern, wenn man die feuchten Socken direkt nach der ersten Wäsche "einträgt" - ich werd's mal abwarten!:-)

17.02.2014

WWZ. Oder: Zombies zum Valentinstag

Ja, ich weiß, was kommt als nächstes? Erst Explosionen, dann Zwerge, jetzt schon Zombies...aber hey, man muss die "Feste" feiern, wie sie nunmal fallen und ein Film mit Brad Pitt qualifiziert doch sicher als Frauenfilm...oder?...doch ich denke schon!;-)


Ich muss ganz zuerst mal vorweg schicken, dass ich mir von diesem Film - vielleicht naiverweise - etwas zuviel versprochen hatte, weil sich die Vorlage sehr gut anhört. Man möge also alle folgenden Aussagen vor diesem Hintergrund bedenken - außerdem gibt es bestimmt wieder für irgendwen irgendwo einen Spoiler, ich glaube das brauche ich inzwischen schon fast nicht mehr erwähnen, oder? Dann ist ja gut!

Also was passiert mit Brad Pitt und Zombies? Zuerst mal fahren wir mit der Kamera durch Glasgow und behaupten das wäre Philadelphia - an sich nur eine kleine Randnotiz im "Hollowood belügt uns" Schema, aber für uns witzig, weil die Dreharbeiten noch liefen, als wir 2011 in Glasgow waren - aber live gesehen haben wir davon leider nichts, was mir bei den großen Massenszenen fast leid tut...und wegen Brad Pitt natürlich!;-)

Also große und teilweise großartige Bilder kann man dem Film nicht absprechen - visuell funktioniert das über die gesamten 2 Stunden einwandfrei, egal ob in "Philadelphia", Jerusalem (vermutlich Downtown Detroit, oder so^^), oder Wales (sah tatäschlich nach Wales aus). Nur mit der Logik der Handlung hatte ich teilweise meine Probleme...
1. Die Dauer des Films verhält sich exponential zur Anzahl der Nebendarsteller - heißt Brad Pitt ist bad news für alle Soldaten und andere Menschen in seinem Umfeld, denn die dezimieren sich meist innnerhalb von 2 Minuten auf 0 - immer wieder.
2. Die Gattung Zombies auf die wir hier treffen, ist eine der schnellen Zombies, die gruselig aussehen und klingen wie die Raptoren aus Jurassic Park, aber leider noch dümmer sind, als das Wort schon vermuten lässt - ich nenne sie liebevoll Lemming-Zombies;-) - und scheinbar ausschließlich Gehörgepohlt. Wenn also die Geräuschquelle auf die wir zulaufen ein Helikopter ist, schmeißen wir uns voller Elan über die Dachkante und warten dann, bis am Boden genug zermatschte Zombies aufgelaufen sind, als das der Rest überleben kann...Ob das Schwarmtechnisch Sinn macht, weiß ich jetzt nicht, aber es führt dazu, dass die Hautpfiguren des Films versuchen Geräuschfrei durch Zombiehorden zu pirschen, bis irgendwer wieder was umwirft, ein Handy klingelt, oder sonstwas schief geht - immer wieder. Was dann übrigend zu Punkt 1 führt!;-)
3. Von Wissenschaftlern hält der Film nicht viel - es gibt genau einen, der sowas wie einen Plan hat und der fällt schon nach 5 Minuten Punkt 1 zum Opfer. Man könnte also sagen, der Film dauert nur deswegen 2 Stunden, weil Brad Pitt kein genialer Wissenschaftler ist und für die Lösung des Problems leider etwas länger braucht - aber macht ja nichts, ich bin sicher 2% der Weltbevölkerung konnten trotzdem noch gerettet werden. In Nova Scotia übrigens - da kann es ja auch keine Zombies geben, wer soll denn da wen anstecken und wer soll da Lärm machen? Ob es Zombie-Bigfoots gibt...?
4. Geräuschfixierte, dumme Zombies können sich unauffällig in Flugzeugen verstecken und trotz einer Inkuabtionszeit von gerade mal 10Sekunden kann man Menschen noch den gebissenen Arm abhacken (gut, kann man sowieso, aber "funktioniert" auch noch;-). Zombieblut zu schlucken ist außerdem nicht ansteckend, nur gebissen werden - allen Menschen die Zähne ziehen schützt also vor Verbreitung von Zombies. Wie das geht? Tjaaa... Da fragen sie doch mal die Leute in Jerusalem, die eine Mauer bauern, aber sie nicht bewachen, können und die von 2. Verteidigungslinien auch noch nie gehört haben.

Von der wissenschaftlichen Haltbarkeit des "Heilmittels" möchte ich mal nicht reden, denn a) ist es bestimmt auch nicht unlogischer als der Rest und b) ist man an dem Punkt des Films eigentlich froh, dass überhaupt mal wieder was passiert!;-)

Das klingt jetzt alles sehr negativ, was aber, wie eingangs gesagt, vor allem an meinen höheren Erwartungen lag - was die Bilder, Action etc. angeht kann man den Film durchaus spaßig finden, auch wenn so einem Uno-Investigator der letzte coole-Sau-Schliff fehlt, den Bruce Willis normalerweise hat. Aber sein Hirn sollte man nicht über Gebühr dabei anstrengend, das führt zu nichts!;-)

Ich habe das Buch auf meinem Weihnachtsstapel liegen und bin sehr gespannt - das Making Off der DVD hat uns ja zumindest noch verraten, dass außer der Idee "globaler Zombiekriege" eigentlich nichts aus der Vorlage übernommen wurde, das lässt ja hoffen. Der Autor war auch am Set, ihn hat das Drehbuch scheinbar nicht gestört, was soll man sagen?
Das Film vs. Vorlage kann man sich unter der Prämisse aber schon fast schenken.;-)

Zusammenfassend vergebe ich mal 3 von 5 Blauhelmen, weil einige der Bilder wirklich gut waren. Für einen Popcorn-Abend vermutlich völlig ausreichend!

11.02.2014

How To: Patchwork-Bilder

Dieser How-To Post ist eigentlich etwas schwierig zu beginnen, denn eigentlich müsste der erste Schritt lauten: Man habe alte Bilder Zuhause rumliegen, die man irgendwann mal gemacht und dann vergessen hat...
Da ich aber davon ausgehe, dass sich die Grundidee auf viele Dinge übertragen lässt - zum Beispiel auf alte Poster, Kalenderblätter etc. etc., für die man nie im Leben einen Pinsel angefasst haben muss -  überspringen wir einfach mal diese Prämisse und tun so, als wäre das von Anfang an so geplant gewesen!;-)

Schritt 1: Die Idee
Die Grundidee für diese Bilderserie war irgendwann mal die Tatsache, dass ich ganz viel Malzeug geschenkt bekommen hatte und mal ausprobieren wollte, wie es sich damit arbeiten lässt. Klingt nicht sooo aufregend, ist es vermutlich auch nicht, aber wir wollen ja bei der Wahrheit bleiben, oder?
Um also die verschiedenen Vor- und Nachteile meiner damals neuen Farben auszuprobieren, habe ich erstmal ein Urlaubsfoto in eine Skizze umgesetzt, was ja so ziemlich immer am Anfang steht - und schon fast eigenständig als Bild durchgeht manchmal...;-)

Schritt 2: Multiplizieren
Diese Grundskizze ließ sich dann auf 2 verschiedene Untergründe übertragen - ich arbeite bei sowas eher pi-mal-Daumen, aber mit Pauspapier geht das wohl auch, wenn man vorsichtig ist (zu dicke Linien sehen unschön aus, es sei denn man integriert sie irgendwie in das fertige Bild). Für die beiden Bilder auf normalem Zeichenpapier habe ich einfach die Skizze und ein Blatt ans Fenster gehalten und ein paar Grunddetails übertragen, damit die Proportionen ungefähr gleich waren. Bei den 2 Bildern auf Aquarellpapier ging das leider nicht - wie man der Skizze noch ansieht, habe ich es sogar mit sehr dicken Bleistiftstrichen versucht, aber kein Gegenlicht kam durch das dicke Gewebepapier, also ist hier noch ein wenig mehr pi-mal-Daumen als sowieso schon.;-)
Das fertige Endprodukt kann man hier in Serie sehen:
- Bleistifte
- Buntstifte
- Aquarell-Stifte (wie Buntstifte, lassen sich aber mit Wasser "vermalen")
- Aquarell-Farbe
Wenn man mit Fotodrucken, Poster etc. arbeiten möchte, könnte man zum Beispiel mehrere Farbfilter-Varianten desselben Bildes drucken, das sieht sicher auch sehr interessant aus.

 Schritt 3: Ab hier Optional?
Eigentlich hatte die Idee damit ihren Zweck ja schon erfüllt und eiiigentlich kann man die Bildserie auch so schon für mehr oder minder fertig halten - große Kunst sieht sicher anders aus, aber eine Weile hing das in 4 einigermaßen gleichgroßen Rahmen auch bei uns an der Wand. Irgendwann war mir das aber zu langweilig, also sind Idee und Bilderbögen in der Mappe verschwunden und erst wieder aufgetaucht, als ich letztlich was ganz anderes gesucht habe.
Irgendwie dachte ich, muss doch aus dieser Uralt-Idee noch was anderes rauszuholen sein und rein zufällig fielen mir bei derselben Such- und Aurfräumaktion auch meine Origami-Schablonen in den Schoß - bis zum Patchwork-Bild war es da gedanklich nicht mehr weit!

Schritt 4: Schablonieren
Falls das noch kurz einer Erklärung bedarf: Mit Origami-Schablonen meine ich die vielen quadratischen Pappstücke, die ich mir irgendwann mal zurechtgeschnitten habe, um aus jeder Art von Papier (zum Beispiel Geschenkpapier) Origamifähige Stücke auszuscheiden, ohne immer messen zu müssen. Diese Schablonen haben sich nach und nach vervielfältigt und für dieses Projekt ist sogar noch eine dazugekommen - die in 5x5cm.
Um sich sowas schnell und einfach herzustellen, braucht man also eigentlich nicht mehr als ein bißchen Pappe, ein Lineal, eine Schere und für die Anwendung auf Papier ein Teppichmesser (meins ist schon ziemlich abgenutzt, da muss bald mal ein neues her...;-).

Schritt 5: Schweizer-Käse-Kunst
Man ahnt es vermutlich schon, wie jetzt die Ideen zusammenfinden, aber ich sage es trotzdem nochmal:
Zuerst habe ich alle Bilder auf ungefähr dieselbe Größe gestuzt, für das einheitliche Endergebnis. Dann nehme man eine Schablone, suche sich eine Stelle in einem Bild aus, löse diese vorsichtig(!) und präzise(!) aus dem Bild, suche sich ein anderes Bild aus, wiederhole den Vorgang an möglichst genau derselben Stelle und tausche die Quadrate gegeneinander aus.
Nach Belieben wiederholen!;-)

Schritt 6: Ein bißchen Frankenstein?
Je präzieser man so vorgeht, desto witziger sieht nacher das Endergebnis aus - mein Teppichmesser hat sich an dem dicken Aquarellpapier sehr schwer getan, diese Quadrate musste ich noch mit einer großen Nagelfeile nachbehandeln. Das funktioniert übrigens auch gut, wenn an den Schablonen noch kleine Kanten-Unebenheiten stören - Pappe raspeln macht nur ziemlich viel Dreck...;-)
Ich habe die Patchwork-Teile zuerstmal mit ein wenig Tesafilm fixiert, für den letzten Schliff empfehle ich aber das gegenkleben auf ein anderes Stück Papier, oder hier Aquarellpapier.
Warum habe ich das jetzt noch angemalt?
Ich war etwas skeptisch was meine eigene ruhige Hand beim Auslösen der Teile anging und rein-weiße Untergründe hätten die unebenen Kanten unschön betont - also ein bißchen Aquarellstifte und Wasser und schon fällts keinem mehr auf!:-)

Vor und nach dem Aufkleben habe ich wieder mal ein paar schwere Bücher bemüht - ein Glück, dass wir so viele haben...;-) - um die welligen Papiere und den Klebstoff schön platt zu drücken. Die kleine Katze hat allerdings nur Dekoeffekt, die ist viel leichter als so ein dickes Buch!;-) 


Die Farbgebung ist dabei ziemlich unwichtig, wobei ich glaube, dass man evt. auch Patchwork Bilder übereinander legen könnte - also ein "unversehrtes" Bild unten, eins oben und dann die Quadrate ein wenig versetzt wieder aufsetzen...
Ein andere Idee für ein anderes Mal!

Für heute bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden - nun muss sich nur noch ein Platz finden, wo man die kleinen Frankensteine aufhängen könnte...unsere Wohnung ist schon ziemlich voll und Rahmen sind mir auch ausgegangen...;-)

 

07.02.2014

Kreativ kommt später...;-)

 Jaja eiiigentlich steht seit über einer Woche ein How-To Post in meiner Liste, unfertig aber nicht ungeliebt, und krankt daran, dass ich einfach keine Zeit habe den Stand des letzten Arbeitsschrittes zu überprüfen...

Also gibt es heute nur eine kryptische Ankündigung - es geht um Blumen und Quadrate!;-) - und ansonsten nur ein bißchen freie Assoziation mit dem Freitags-Füller:

1.  Ich erinnere mich genau, dass ich letztes Jahr um diese Zeit noch mehr oder minder schwer an der Fertigstellung der letzten B(r)uchstücke Texte gearbeitet habe. Ich hätte nicht gedacht, dass die "Post-Production" nochmal fast ein Jahr dauern würde, aber manche Dinge lassen sich eben nicht hetzen - Kinder und Bücher zum Beispiel! :-)

2.  Ich muss sagen, dass mich das Wetter ein wenig irritiert - die ganze Zeit über denke ich mir, dass ich eigentlich schon mit der Gartenarbeit anfangen könnte, aber jedes Mal schrecke ich zurück, weil ich befürchte, dass es genau dann nochmal richtig kalt wird, wenn ich alle Winterschäden beseitigt habe... Also lieber Frühling, von mir aus, pack die Sonne aus und los geht's!

3.  Unglaublich nervt mich momentan die Sportberichterstattung - normalerweise bin ich ein Olympia-Fernseher (will heißen außerhalb von Olympia interessiert mich Sport eigentlich wenig;-) - aber irgendwie finde ich diese fatalistische Medienhaltung "Ja, nun, es gibt alle diese guten Gründe gegen die Spiele in Russland zu sein, aber jetzt sind sie nunmal da, also freuen wir uns halt drauf" ziemlich deprimierend. Ich bin nun wirklich kein Weltverbesserer, aber durch schlichtes Aussitzen von Kritik kann man heutzutage scheinbar fast alles durchbringen...wenn der Gewinn stimmt zumindest.^^

4.  Mit Gedult und Spucke geht alles? Behaupte ich jetzt einfach mal!;-)

5.  Sagen wir mal der Winter wäre wieder vorbei - oder dieses Jahr einfach ausgefallen;-) - dann könnte man ja fast wieder über Sommerurlaub nachdenken, oder? Bei uns sieht das alles sehr unsicher aus in diesem Jahr, ob es terminlich überhaupt zu sowas wie Urlaub abseits von Balkonien kommen kann, also beschäftigt sich mein Hirn statt mit Reiseplanungen erstmal mit Eigenheimsverbesserungen. Bisher ganz oben auf meiner Liste: Endlich mal den Gartenweg anlegen und Regale im Keller aufstellen - beides steht allerdings auch schon seit 2012 auf meiner Liste, also schauen wir mal....;-)

6.   Letztlich bin ich aufgewacht und habe festgestellt, dass es keine so gute Idee war denVanille-Schoko-Fla einen Monat nach dem Verfallsdatum trotzdem noch zu essen - ich bin ein großer Verfechter der Haltung, dass man Lebensmittel nicht wegen einem "best before" Datum verschwenden sollte, aber in diesem Fall war mein Magen mit meiner Entscheidung nicht einverstanden...man lebt und lernt!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Death on the Mississippi, morgen habe ich Lasagne essen mit Freunden geplant und Sonntag möchte ich bitte nicht schon wieder in die Verlegenheit kommen einen Zombie mit einem Weihrauchfass erschlagen zu müssen - ein kleiner Hinweis an die KULT-Mitstreiter!;-)

Und wo wir gerade dabei sind, viel Spaß mit dem Video der Woche!

05.02.2014

Angehört: Der Medicus

Lustig, lustig, da musste ich doch ein wenig stuzen und mal nachdenken, wie ich denn die Überschrift für ein deutschsprachiges Hörbuch einleiten will - scheinbar ist das noch nie vorher vorgekommen...;-)

Prinzipiell stehe ich ja auch dazu, dass ich bei meiner täglichen Klangwolke das "Original" bevorzuge, auch und oft übrigens, weil in Übersetzungen der Reflex Hörbücher zu kürzen besonders weitverbreitet zu sein scheint und ich kann gekürzte Hörbücher einfach nicht ertragen.

Das war im Übrigen auch der Grund, warum mich vor ein paar Jahren die gekürzte Hörbuchfassung von Noah Gordon's Medicus fast dazu gebracht hätte, meinen iPod an die Wand zu werfen. Die Kürzungen dieser Hörbuchfassung waren (man verzeihe mir das Wortspiel) wirklich unfassbar schlecht - eigentlich muss man von Verstümmelung reden, zumindest war es ziemlich schmerzhaft da zuzuhören.^^
Eine englische Fassung gab es allerdings nicht, also habe ich mich lange Jahre damit abgefunden, dass dieser Klassiker meiner Jugend einfach nicht auf meine MP3 Liste kommt.

Dann allerdings ist der Autor (leider) doch noch weich geworden und hat nach 30 Jahren die Filmrechte an seinem Text verkauft, was zu einem (von dem was ich bisher sehen konnte) ziemlich überflüssigen "nach sehr vagen Motiven von" Film geführt hat, ABER zu meiner persönlichen Freude auch dazu, dass irgendwem mal aufgefallen ist, dass ein ungekürztes Hörbuch sich vielleicht im Zuge des Marketings gut verkaufen ließe.

Also lag in diesem Jahr ein Audible-Download unter dem Weihnachtsbaum - oder zumindest die Papierform desselben;-) - und ich muss sagen, das hat sich schon gelohnt!
Hörbuch auf Deutsch war zwar erstmal ziemlich gewöhnungsbedürftig, aber da ich das Buch auch immer in der Übersetzung gelesen habe, war der Kulturschock abgeschwächt. Frank Arnold liest einige Figuren ein wenig zu pointiert für meinen Geschmack, leistet sich aber keine größeren Ausrutscher (man muss ja dankbar sein, dass Ibn Sina nicht mit schlechtem arabischen Akzent gesprochen wird, wenn man sich manche Hörbücher so anschaut;-).

Insgesamt bleibe ich also bei meinen 5 von 5 Schachbrettern für entspannte - endlich ungekürzte - Comfort Zone Unterhaltung :-)

03.02.2014

Ein Kranich für jeden Tag - Teil I

Ich gebe es gern zu Anfang mal zu: Das mit der täglichen meditativen Selbstversenkung klappt vielleicht nicht ganz so gut, wie erhofft. Oder vielleicht kollidiert meine Zeitplanung da auch nur noch am Winterschlaf-Syndrom - einmal auf dem Sofa, immer auf dem Sofa oder so...;-)

Trotzdem habe ich an meinem kleinen Me-Time Projekt eigentlich recht viel Spaß - nur weil man nicht jeden Tag dazu kommt und dann manchmal 3 auf einmal anfallen, ist ja die Zeit, die man sich nimmt, an sich nicht geringer, nur anders verteilt...;-)

Irgendwann (recht schnell...) hatte ich aber, wie man sieht, keine Lust mehr auf weißes Papier, also habe ich mir (Asche auf mein Haupt;-) ganz speziell noch bunte Notizzettel besorgt. Die letzten 2 Monate waren rot, jetzt geht es über in rosa und bis zum Ende des Experiments am 01.11.2014 werden dann auch noch grüne, blaue, gelbe dazukommen.

Nur habe ich noch keine Ahnung, was danach aus den Papiervögelchen werden soll - ein Freudenfeuer jedenfalls nicht...;-)
Aus den 1000 Kranichen macht man meist so Gardienenähnliche Vorhangdingsis, aber irgendwie glaube ich 365 sind dafür a) zu wenig und b) sind Papiervorhänge nicht so mein stil und c) wohl auch nicht Katzentauglich.

Wer also einen Vorschlag hat, immer gerne her damit - so in 2-3 Monaten poste ich dann nochmal ein Bild vom wachsenden "Nest"!:-)

20.01.2014

Listening to: A Vision of Light

So und jetzt noch schnell ein Hörbuch hinterher und schon haben wir den "Weihnachts-Nachwehen"-Berg schon wieder abgearbeitet und müssen uns neue Dinge für den Blog überlegen...mal sehen!;-)

Das Schöne an meinem Audible-Abo, wie ich immer wieder feststelle, ist ja, dass man auch relativ einfach mal ein Risiko eingehen kann, denn im allerschlimmsten Fall setzt man höchstens ein Guthaben von ein paar € in den Sand und nicht den Komplettpreis des Hörbuchs.
So sind auch schon Hörbücher auf meinem MP3-Player gelandet, die es nicht über das erste Hören hinaus geschafft haben - prominentestes Beispiel die unglaublich schmerzhafte Version von The Oracle Glass.
Das war wirklich schmerzhaft, weil es natürlich auch eines meiner absoluten Lieblingsbücher verunstaltet, aber leider scheint die Autorin es bei der Produktion ihrer Hörbücher nicht besonders gut getroffen zu haben - mein zweites Buch aus derselben Feder war so auch ein Risikokauf, denn bei der Hörprobe dachte ich schon wieder "Muss das sein?"

Zuerst aber will ich mal kurz festhalten, dass A Vision of Light, geschrieben von Judith Merkle-Riley auch ein Jugendklassiker in meiner Sammlung ist, den ich eigentlich immer wieder gerne mal vorkrame.
Die Produktbeschreibung sagt dazu:
An appealing novel about Margaret of Ashbury, a 14th-century Englishwoman, who is inspired in a "vision of light" to write her memoirs and tell a woman's story. Unable to write, she hires Brother Gregory to record her memories. He is contemptuous of her ambition, but hungry enough to accept her offer. Riley's ingenious plot then alternates between Margaret's and Gregory's clashes in their present and her telling of her past. The story is fast paced, and the medieval setting is authentically portrayed, whether Riley is describing life on London Bridge, alchemy, or the Black Death. The touch is light, and the characters are charming. Margaret's refusal to accept the place to which her society condemns her rings as true in our century as it does in hers.
Und besser kann ich es auch nicht sagen!;-)

Die Hörbuch-Version - gelesen von  Anne Flosnik - war allerdings dann schon wieder gewöhnungsbedüftig, auch wenn ich vermelden kann, dass man sich zum Glück daran gewöhnen kann, dass die Sprecherin teilweise extrem langsam spricht, was wohl daran liegt, dass sie ein klein wenig lispelt...
Anfangs hielt ich das noch für eine Marotte das "einfache Landmädchen" zu lesen - manche Sprecher kommen ja auf komische Ideen, wenn es darum geht ihren Erzählerstimmen Profil zu geben... - aber da das Buch einen auktorialen Erzähler hat und die Aussprache-Auffälligkeiten auch in den Passagen auftauchen, in denen es nicht im Margareth selbst geht, muss ich davon ausgehen, dass das wohl angeboren ist?

Wie gesagt, zum Glück gewöhnt man sich nach einer Weile daran, aber warum jemand mit einer etwas gezwungenen Aussprache ausgerechnet Hörbuchsprecherin werden muss, ist mir trotzdem nicht ganz einsichtig...

Ich vergebe also mal 4 von 5 Schreibfedern für ein wirklich gutes Buch mit einer etwas merkwürdigen Hörbuchumsetzung - vielleicht doch lieber erstmal selber lesen, wer es noch nicht kennt!;-)

12.01.2014

Alexander VI.

So jetzt wird es wieder ein wenig normaler hier - keine großartigen Bastelprojekte, keine experimentellen Feiertagsessen, keine Pixel-Schnetzel-Orgien, einfach mal das erste Buch des neuen Jahres!;-)

Ich bin nicht sicher, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber ich versuche immer mal wieder zum Einkaufen auch mal vor die Tür zu gehen und dabei vor allem in der Buchwelt Dinge zu kaufen, von denen ich bisher noch nie gehört habe. Gerade in der Sachbuch-Ecke habe ich so schon viele Schätzchen aufgetan - siehe The Swerve, oder auch Darwin's Island, zwei unerwartete Favoriten in meiner Bibliothek.
Der erste diesjährige Spontankauf ist aber zugegebenermaßen ein wenig weniger unerwartet - mein Mann hielt das Buch hoch und wußte eigentlich da schon, dass ich das bestimmt lesen würde;-) - aber das soll es ja nicht schlechter machen. Mein Begleiter ins neue Jahr war daher Alexander VI. Borgia von Volker Reinhardt, erschienen in der Beckschen Reihe.


Man mag gerne bemerken, dass ich den Untertitel einfach mal ignoriert habe - das ist kein Zufall, weil ich finde ihn furchtbar und irgendwie auch angestückelt und er klingt auch eher nach BILD Zeitung, als nach Sachbuch...man möge gerne anderer Meinung sein.

Trotz dieses - vielleicht auch vom Verlag erdachten - Versuchs irgendwie eine sensationsverdächtige Überschrift zu finden, war das Buch (zum Glück) sehr entspannt und solide geschrieben.
Ich mag die Becksche Reihe sowieso sehr gerne, aber auch da gibt es natürlich solche und solche Bücher - man sollte eben nie etwas nach seinem Einband beurteilen!;-)

In dieser nicht überlangen, aber gut recherchierten Biographie findet sich aber alles was man braucht - Fakten, ein wenig wohldosierte Spekulation und vor allem zwei meiner Lieblingsdinge: Ein gut sortiertes Anmerkungs- und Quelllenverzeichnis und jede Menge gründliche Quellenkritik.
Im Gegesatz zum leicht gewollten Untertitel versteigt sich also der Text überhaupt nicht in irgendwelche sensationslüsternen Höhen, sondern sagt uns was historischer Fakt ist, was noch als plausibel gelten kann (und warum) und welche Quellen wohl eher ihre eigene politische Propaganda betreiben und wieso.

So stelle ich mir das vor, so sollte das sein! Und vielleicht wirkt der Untertitel auch grade deshalb so komisch, weil er nicht zum Rest des Buches passt...?

Wer also immer schonmal wissen wollte was hinter Vatikanmauern wirklich so alles abgehen konnte in der schönen italienischen Renaissance, der kann das hier sehr nüchtern betrachtet nachlesen - das macht die unbestritten wahren Borgia-Geschichten um Sex, Crime & Corruption ja nicht weniger spannend, eigentlich bildet es sogar einen netten Kontrast!;-)

Nur an manchen, sehr kleinen, Stellen hätte ich mir ein wenig mehr Hintergrundinfos außerhalb der Biographie gewünscht, daher vergebe ich mal 4,5 von 5 Weinfässer.

09.01.2014

LotR: War in the North

Ich habe mir überlegt, mit was fängt man denn den Weihnachtsgeschenke-Reigen so an und dachte, ich schiebe mal zu Anfang einen Gaming Post ein, davon gibt es ja nie soviele und Bücher und Hörbücher können wir dann gewohnheitsmäßig nacharbeiten, das ist ja schon busniess as ususal.;-)

Ich hatte es in meinem Jahresrückblick schon erwähnt, mein neues Spieldingsi macht mir sehr viel Freue und das liegt vor allem daran, dass jetzt wieder Funktionen, die eigentlich normal sein sollten, endlich wieder funktionieren - das Ruckelfreie Wiedergeben von Cut-Scenes zum Beispiel.^^
Da hatte ich mir zum Winter hin extra nochmal FF XIII eingeworfen, weil ich Lust auf große Epik auf großem Fernseher hatte und was pasiert? Schneckentempo und ewige Ladezeiten - not fun!
Das lässt sich mit "der neuen" und HDMI Verbindung schon viiiel besser aushalten.;-)

Außerdem hat das Selbstbeauftragte Christkind noch einen zweiten, funktionstüchtigen Controller aus seiner Geschenketasche gezogen - auch das gab es im Haushalt lange nicht^^ - und da stellte sich gleich mal die Frage: Was kann man denn im Co-Op Modus gut spielen?

Sicher, wir haben es auch geschafft Dragon Age mehr oder minder zusammen zu spielen, aber wenn nur einer spielt und einer kommentiert, macht das weniger Spaß, als wenn beide was zu schnetzeln haben!;-)
Als ersten Test-Ballon im Hinblick auf Split-Screen und Co-Op Spiele haben wir uns daher vom Weihnachtsgeld War in the North gegönnt - ein kleines LotR Franchise, dass in der Beschreibung recht spaßig klang.

Bisher kannte ich co-op Spiele nur als "Mitläufer" - heißt es gibt ein Spiel, das der Hauptspieler spielt und der zweite Spieler morpht quasi seine Figur aus einem eigenen Spielstand dazu und läuft hinterher (so zu sehen bei Fable III).
Hier dagegen muss man sich gleich zu Anfang festlegen welchen der drei vorgegeben Charaktere man denn übernehmen möchte - das an sich war etwas unvorhergesehen, ich hatte gehofft ich könnte mir meine eigene Schildmaid basteln. Ich war ja schon immer ein Rohan-Fan, man reiche mir ein Schwert und ein Pony!;-)
Da allerdings jede der drei Figuren ihre eigene Hintergrundgeschichte mitbringt, kann ich schon auch irgendwie verstehen, dass man hier den Individualitäts-Faktor sehr weit zurückgedreht hat - so fängt man eben mitten in der Story an und muss sich nicht noch mit Vorgeschichten und Gruppenzusammenführung aufhalten.

Der Split-Screen war für mich auch erstmal gewöhnungsbedürftig - auf unseren alten Fernseher wäre das vermutlich mega-nervig gewesen, aber auf den 42" ging's ;-) - aber sich völlig autonom durch die Maps bewegen zu können, war definitv ein besseres Gefühl als das anonyme Mitläufertum. So kann man auch schonmal zum Händler-Hobbit, während der andere noch beim Schmied nach neuen Waffen sucht.

Apropos Hobbits, das ganze Spiel steht und fällt natürlich damit, ob man mit der HdR Fantasy was anfangen kann, oder nicht. Die Entwickler haben sich auf dem ihnen gegebenen Raum große Mühe gegeben viele Details stimmig zu machen, aber wenn man die Filme doof fand (wer tut das bitte?;-), wird man das Spiel auch nicht mögen. Die Handlung allein fesselt jedenfalls nicht genug, meistens bewegt man sich relativ stringent dahin wo Saurons Schergen halt gerade Ärger machen. Und da man vorgegebene Charaktere spielt, ist jetzt an wirklich tiefsinnigem Ropllenspiel auch nicht soviel zu erwarten.;-)
Aber mit Bilbo über Gedichte schwadronieren, mit Radagast durch Mirkwood turnen, auf Drachenjagdt in die Grey Mountains pirschen, mit Aragorn im Prancing Pony rumhängen (wo er auf ein paar seltsame Hobbits wartet, die irgendiwe in Schwierigkeiten sind...;-), und mit den Adlern fliegen, das hat schon was an sich - und natürlich schnetzelt man sich durch Unmengen Orks, Trolle und Urukhai... ich weiß gar nicht wie da am Ende für Minas Tirith noch genug übrig sein können?;-)

Als Einzelspieler, glaube ich, macht das Spiel daher vermutlich weniger Spaß - die Handlung ist sehr kurz, an einem Wochenende kann man das bequem durchnudeln, die Charakterentwicklung ist quasi nicht existent und die Nebenquesten beschränken sich auf search&fetch - aber als lustiges Schnetzelspielchen für Freunde der Hintergrundwelt macht das schon Laune!

Ich ziehe allerdings einen Punkt für die irreführende Karte ab! Da gibt es Unmengen bekannter Schauplätze, die man aber nicht zu sehen bekommt, weil sie nicht freigeschaltet werden - warum sie dann auf der Karte haben??
So hat uns das Ende dann doch sehr überrascht - auch weil wir Spiele von 40 Spielstunden aufwärts gewohnt sind - und die Erwartung noch viel mehr Orte und Dinge zu entdecken bliebt leider unerfüllt. Schon klar, dass das Ding "Krieg im Norden" heißt und man nicht unbedingt bis nach Mordor muss, aber waaarum dann überhaupt auf der Karte anzeigen wo man noch hinkönnte, wenn man dürfte??;-)

Naja, wir werden das irgendwann mit unseren aufgemotzten Level 20 Charakteren nochmal durchspielen, dann sind wir ja vorbereitet und können noch die letzten Missionen zuende bringen, die uns jetzt durch das unerwartete Auftauchen - und den schnellen Tod *ha* - unseres Endgegners entgangen sind.
Für ein gemütliches Wochenende auf jeden Fall zu empfehlen und daher mit Sicherheit 4 von 5 Ork-Köpfe wert!

07.01.2014

- o + Teil 53

Und da waren sie auch schon wieder vorbei, all die schönen Feiertage, von denen man sich vorher immer soviel verspricht - und dann verpuffen 2 Wochen Weihnachtsferien wieder mal schneller, als man sich umschauen kann.
Zum Glück habe ich schon während meines Studiums gelernt, dass der Selbstbetrug "Über die Feiertage kann ich ja xyz endlich mal erledigen" eigentlich nur deprimiert - also stehen meine Feiertagswochen eigentlich seit Jahren mehr oder minder unter dem Motto "Winterschlaf für den Weltfrieden". Schließlich kann wer schläft, auch keinen Schaden anrichten!;-)

Und man glaube es kaum, ein bißchen was habe ich sogar schon von meinen Weihnachtseinkäufen zu erzählen - schließlich gab es eine neue selbstgesponsorte XBox 360 zum Frohen Fest und die neue Bücherschrankwand muss ja nun auch weiter gefüllt werden... Seit wir umgebaut haben, könnte man fast meinen, wir besäßen wenig Bücher!;-)

Aber bevor wir dazu kommen, hier erstmal ein kleiner Befindlichkeits-Check zum Jahresumschwung:

-
Man glaubt es kaum, aber gute Vorsätze können echt schädlich sein! Zumindest meine heroischen Vorhaben mich mehr und vor allem an frischer Luft zu bewegen, haben mir über die Feiertage eigentlich nur Ärger mit der Gesundheit eingehandelt - Spazieren bei Wind und Regen macht bei lantenter Bronchitis Nahtod-Erfahrungen wegen Sauerstoffmangel und vom  Intervall-Training nach dem ganzen Weihnachts-Festessen kann man auch schonmal eine Gastritis kriegen, zumindest wenn man ich ist.^^
Silvesterfeierei minus Alkohol, plus Magentabletten ist da die Folge, was für ein Glück, dass große Festivitäten eh nicht geplant waren. Trotzdem hätten die Schmerzen in Lunge und Magen/Rücken nicht sein müssen, vielen Dank liebe Eingeweide!
Ich hoffe einfach mal, sie haben es nur gut gemeint, um mich daran zu erinnern, was ich Eingangs sagte: Über die Feiertage kriegt man eben nichts abgearbeitet, da sollte man besser schlafen!;-) Und mit den guten Vorsätzen sollte man vorsichtig sein - zuviel des Guten ist auch Schlecht.

o
Ich glaube im letzten Jahr regte ich mich an dieser Stelle noch über die Bahn auf, no? Naja wenn nicht, dann bestimmt wannanders, sich über die Bahn aufregen, gehört ja fast schon zur schönen Feiertagsroutine. ;-)
Um so erstaunlicher, dass ich in diesem Jahr nicht ein negatives Wort zu verlieren habe - normalerweise bin ich ja eigentlich immer schon darauf eingestellt, dass die erste von zwei Urlaubswochen eigentlich erholungstechnisch in die Tonne zu treten ist, weil man bei dem ganzen hin und her und Familiengedöns nicht wirklich von Entspannung reden kann vor dem 27.12.. Aber in diesem Jahr war tatsächlich jeder Zug pünktlich, überall gab es bequeme Sitzplätze, keine plärrenden Kinder, keine plärrenden Jugendlichen, ein paar Fußballfans zwischendurch, aber sogar die waren eigentlich zu ertragen...fast schon gruselig!;-)

+
Man mag es ein wenig vermessen finden, aber irgendwie freue ich mich schon total darauf in den nächsten Wochen und Monaten meine Weihnachts-Stapel abzuarbeiten und dann viele schöne Blogposts regnen zu lassen - es gibt viiiiele Bücher, ein paar neue Spiele, neue Filme und neue Hörbücher...alles sehr aufregend! :-)
Da muss ich fast überlegen, ob zwischendurch noch ein kreativer Post dazwischen passt - momentan sind alle Geschenk-Gelegenheiten erstmal abgearbeitet, jetzt muss mir erstmal wieder was zu tun einfallen...;-)
Aber der Frühling kommt bestimmt und dann gibt es ja wieder Gartenarbeit, Sommerkleider zum Selbermachen und andere angedachte Dinge. Da kann man bis dahin ruhig noch ein wenig mit der medialen Weihnachtsausbeute auf der Couch verbringen!:-)

In diesem Sinne eine schöne Woche und auf ein entspanntes neues Jahr!


04.01.2014

Nachtrag: Hunger Games & Catching Fire

Ich weiß, ich weiß in den letzten Tagen von 2013 ging es hier plötzlich Schlag auf Schlag, aber es gibt einfach noch Vieles nachzuholen und wie immer muss man bei 2 Wochen Weihnachtsurlaub nicht davon ausgehen, dass man vor dem 28.12. zu irgendwas kommt...;-)

Der erste Eintrag in 2014 ist damit also ein Nachtrag aus 2013 zu den ersten 2 von 4 Hunger Games Filmen, die wir zufällig innerhalb von wenigen Wochen gesehen haben (der 1. lief zum Kinostart des 2. im Fernsehen;-).
Wie ich schon erwähnte, habe ich mir letztlich erst die Bücher zugelegt und ich muss gestehen, dass das zu 100% daran lag, dass ich den ersten Film sehr viel besser fand, als ich erwartet hätte.
Bestseller-Jungendbuch-Verfilmung ist ja heutzutage leider ein Label, dass mich vor allem an Twilight (Bücher und Filme zum Abgewöhnen!) oder Harry Potter (Bücher ganz nett, aber Filme kann man vergessen) erinnert und mich nicht wirklich ins Kino treibt.


Aber der erste Film war - wenn auch inhaltlich bestimmt kein Psychodram - stringend erzählt, hatte einige wirklich überraschend gute Darsteller und großartige Kulissen und Kostüme. Und vor allem: Hier hat sich jemand offensichtlich Mühe gegeben ein gutes Drehbuch zu schreiben, dass viel mit kurzen, prägnanten Szenen arbeitet, die entweder ganz ohne oder nur mit sehr wenig Dialog auskommen. Das an sich ist schon lobend erwähnenswert, denn man muss ja leider feststellen, dass Franchise-lastige Teenie-Filme nicht unbedingt gute Dialoge oder Darsteller brauchen, um erfolgreich zu sein. Jeder Aufwand in dieser Richtung kann also fast als "unwirtschaftlich" gelten.

Natürlich kann man einwenden (und viele Kritiker tun das auch), dass die Idee von Brot und Spielen, Diktatur durch Demütigung, Sklaven in der Arena und Unterdrückung durch Medienmanipulation nicht wirklich neu sind. Das ist sicher richtig. Andererseits habe ich weder von den Filmemachern, noch der Autorin bisher eine Aussage gelesen, in der sie behaupten völlig neue, noch nie dagewesene Dinge zu präsentieren - und unter dem "das gab's doch schonmal" Vorwand könnte man dann auch (gerne!) 99% der Boy-meets-Girl Filme und Bücher aussortieren!;-)

Und wer sich bei Hunger Games noch daran gestört hat, dass die Story noch ziemlich vorhersehbar und gradlinig war, dem empfehle ich dringend Catching Fire anzusehen.
Wie schon gesagt, Einleitungsfilme sind meine Sache nicht wirklich und das Diktum "Zweite Filme fangen in der Scheiße an und enden in der Scheiße" war, glaube ich, sogar für diesen Film gemünzt worden - und es stimmt!!;-)
Für einen "Jugendfilm" schon erstaunlich düster zu Anfang, wird das nicht besser - manche Szenen haben mich auf der großen Leinwand tatsächlich mitgenommen und das will schon etwas heißen, ich bin normalerweise nicht sehr leicht zu beeindrucken. Aber ich habe eine Schwäche für Filme, denen man ansieht, dass sich hier jemand (Drehbuchautor, Regisseur, werauchimmer) wirklich Mühe gibt eine gute, stringente Geschichte zu erzählen, auch wenn man damit vielleicht nicht den Melodram-des-Jahres-Preis gewinnt.

Und ich habe lange keinen Action-Film mehr gesehen, der sich zwischendurch so vergleichsweise viel Zeit für seine Figuren nimmt. Auch hier sind Darsteller und Drehbuch wieder sehr gut ausgewählt - zur Verfilmung vs. Vorlage werde ich dann später was schreiben, wenn ich die Bücher gelesen habe, aber gerade die Szenen, die aus der Ich-Erzähler-Perspektive der Bücher herausfallen, bereichern im ersten Film die Geschichte durch prägnante, nicht zu dominante, Einblicke in das "Hinter den Kulissen", also gehe ich mal davon aus, dass das im zweiten Film wohl auch so ist.
Das an sich ist schon eine kleine Kunstform, denn ein Ich-Erzähler Buch in ein Drehbuch umzusetzen, stelle ich mir schwieriger vor, als die "normale" personale Erzählperspektive...

Aber dazu dann irgendwann in den Buch-Posts mehr!
Bis dahin vergebe ich 4,5 von 5 Kohleschaufeln für beide Filme und ziehe in beiden Fällen dieses minimale Pünktchen auch nur deswegen ab, weil manchmal die "Konfliktbewältigung" der Figuren und Kitchigkeit des Soundtracks ein wenig weniger Teeniemäßig für mich hätte sein dürfen- aber die Hauptfiguren sind eben alle so um die 17, da kann man nichts dran machen.;-)

31.12.2013

Berühmte letzte Worte 2013


Letztlich erst habe ich in einem Artikel gelesen, dass Zeit nur dann einfach so verfliegt, wenn wir zu viel Routine in unserem Alltag zulassen - gemessen daran halte ich es mal für ein gutes Zeichen, dass mir der Dezember 2013 ziiiemlich lang vorkam diesmal...immer erstmal das Positive sehen!;-)
Bevor wir also das neue Jahr und den neuen Trott betrachten, schauen wir mal zurück.

Vorherrschendes Gefühl für 2014?
Erwartungsvoll. Jahr 1 nach dem uneingetretenen Weltuntergang war schonmal (von kleinen Ausreißern mal abgesehen) ein ruhigeres und zufriedeneres - ein paar Dinge sind aber dann doch noch unentschieden und vage angedacht, man braucht ja auch noch ein wenig Ungewissheit, damit es nicht langweilig wird.

2013 zum ersten Mal getan?
Hmmm...nicht so eindeutig, wie in den letzten Jahren, aber ich entscheide mich, glaube ich, für das Elefanten-Füttern! Nicht ganz so spektakulär, wie die erste Flugreise oder so, aber Elefanten sind super und die Rüssel kitzeln ganz lustig auf der Hand!:-)

2013 nach langer Zeit wieder getan?
Sowas wie einen wirklich geregelten Tagesablauf entwickelt - man glaubt es kaum, aber Routine ist nicht nur schlecht. Regelmäßige Bewegung, regelmäßiges Essen, regelmäßige Arbeitszeiten haben viel Schönes an sich, wenn man gesundheitlich ein wenig Nachholbedarf hat. Ein wenig weniger Arbeiten wäre zwar jetzt noch das Nonplusultra an Zufriedenheit, aber man kann eben nicht alles haben.

2013 leider nicht getan?
Die Bruchstücke veröffentlicht. Das hatte ich eigentlich vor dem berühmten "Weihnachtsgeschäft" machen wollen, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt - schon der Beta-Lauf mit meinen tapferen Testlesern hat länger gedauert als geplant und die Grippewelle im November/Dezember hat dann endgültig alle Hoffnungen für 2013 weggeschleimt. Aber was dabei rauskommt, wenn man Veröffentlichungen übers Knie bricht, wissen wir ja alle und eigentlich hetzt uns ja auch niemand, also wozu der Stress?;-)


Die teuerste Anschaffung?
Irgendwie war das nicht das Jahr der spektakulären Anschaffungen, aber ich denke die neue Schrankwand für's Wohnzimmer wird wohl das Rennen machen - die neue XBox freut mich allerdings mehr.;-)

(Un)wort des Jahres?
Puh schwierig...letztes Jahr war hier noch vom Weltuntergang die Rede, aber in diesem Jahr gab es kein so dominantes Thema, das mich so genervt hätte. Ich entscheide mich daher mal für das tolle, neue Unwort Shitstorm - es gibt viele Menschen, die viele dumme Dinge in der Öffentlichkeit verbreiten, aber dieses Phänomen hat sich in meiner Wahrnehmung ausgeweitet zur künstlich aufheizten Aufregung über alles und jedes, dass irgendein theoretisch existierender Mensch in irgendeiner theoretisch existierenden Situation als beleidigend empfinden könnte. Manche Menschen empfinden Toleranz als beleidigend, man kann nicht auf jedes beleidigte gefühl Rücksicht nehmen.

Zugenommen oder abgenommen?
Hmmm minimal zugenommen, zumindest wenn ich meine Klamotten so befrage - ich weigere mich eine Waage zu besitzen - aber noch im Rahmen von Winterspeck und guten Vorsätzen!;-)

Alkoholexzesse?
Keinen einzigen. Ich musste mir zwar ein paar Mal vorbeten lassen, dass meine 3-4Gläser Wein/Bier pro Woche viiieel schlimmer sind, als sich alle paar Monate mal richtig abzuschießen, aber ich kann das nicht so richtig glauben - solange meine Leber und ich gut damit leben können, bleibe ich mal bei der Prämisse, das die Dosis das Gift macht.;-)

Haare länger oder kürzer?
Meine Frisur ist wie ein Gemälde - zeitlos und manchmal etwas restaurationsbedürftig. (unveränderte Übernahme aus den letzten 4 Jahren;-)

Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
Gleichbleibend kurzsichtig.

Mehr Kohle oder weniger?
Ein wenig mehr, aber ausbaufähig.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Ein wenig mehr - aber auch ein wenig gespart immerhin!

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr oder weniger ist schwer zu sagen, aber auf jeden Fall regelmäßiger. Ca. 15Minuten Work-Out pro Tag (inklusive Dehnen allerdings) funktioniert momentan besser, als stundenlanges Rumhängen im Fitness-Studio. Sport ist eben einfach nicht mein Ding, also will ich nicht so viel Zeit daran verschwenden, aber als psychologisches Equivalent zu Dingen wie Putzen oder Kochen funktioniert es ganz gut - man muss es nicht mögen, aber man muss es machen!;-)

Film des Jahres?
Ein ganz klarer Gewinner dieses Jahr - Iron Man 3!

Buch des Jahres?
Das muss ich mal aufteilen, weil das Buch mit dem höchsten Score in 2013 ist The Swerve und das ist definitiv nicht was ich als Mainstream-Tauglich bezeichnen würde...;-) Als besten Roman dieses Jahr würde ich vielleicht den ersten Band Hunger Games durchgehen lassen, den ich gerade ausgelesen habe, aber weil ich mir da die finale Rezi aufheben will, bis ich die Triologie komplett habe, entscheide ich mich in der Zwischenzeit für Fragile Things - ein bißchen Gaiman ist nie verkehrt!:-)

Erkenntnis des Jahres?
Planbarkeit ist gut, solange sie mit neuen Erfahrungen durchsetzt ist.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Das ist immer so schwierig zu entscheiden...ich gebe mir immer Mühe mit meinen Geschenken und, wie ich gerade erst schrieb, manchmal funktioniert so eine Geschenkidee sogar besser als erwartet, aber ich glaube in diesem Jahr entscheide ich mich mal für das Gemeinschafts-Kunstwerk zum 30. Geburtstag - irgendwas gemeinsam machen, ist schließlich immer ein added-bonus!

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Hmmm...ich habe dieses Jahr viele schöne Dinge geschenkt bekommen, aber wenn ich mich für ein(e Art) Geschenk entscheiden muss, dann würde ich sagen, die diversen Einladungen zum Essen! Essen ist immer gut, aber das eigentliche Geschenk ist ja die Zeit, die man mit netten Menschen verbringt.:-)

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
"Du bist immer schon so furchtbar organisiert" - Kommentar einer Kollegin zur Tatsache, dass ich dieses Jahr tatsächlich schon alle Weihnachtsgeschenke Anfang Dezember zusammen (oder zumindest geplant hatte...ich wahr selber stolz auf mich!;-)

Die größte Enttäuschung?
Den Spitzenplatz müssen sich leider nervige Nachbarn und nervige Ärzte teilen. Es kann ja nur besser werden.^^

Beste Idee/Entscheidung des Jahres?
An meinem 30. Geburtstag nicht Zuhause sein - wenn man schon älter werden muss, dann wenigstens irgendwo, wo's schön ist!:-)

Vorsatz fürs neue Jahr?
Die Winterpfunde wieder loswerden - sollte drin sein, sobald es wieder mehr frisches Gemüse gibt... - und ein wenig mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens haben.

2013 war mit einem Wort?
Routiniert - wo wir gerade dabei sind. Im letzten Jahr hatte ich gehofft, dass mal ein wenig "Ankommen" angesagt sein könnte und so gesehen, kann ich mich ja nicht beschweren.;-)

In diesem Sinne ein hoffentlich glückliches und erfolgreiches Jahr 2014 für uns alle!:-)

30.12.2013

Ein Raclette zum Dessert

Ja, ich weiß, die Feiertage sind fast schon wieder vorbei, aber was wäre denn ein Jahresende ohne dazu passenden Koch-Post?;-)

In diesem Jahr haben wir uns pünktlich zu Weihnachten ein neues Raclette geleistet, daher war die Frage "Was kochen wir nur an Heiligabend??" kein großes Problem - und wie immer hatte Raclette natürlich den Vorteil, dass jeder tun und essen konnte, was immer er/sie wollte.

Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass man zum Jahresende noch irgendwas Neues ausprobieren sollte - wo wäre denn sonst der "Essen bis man umfällt" Feiertags-Spaß??;-)

In diesem Jahr haben wir daher zwei Rezepte für süßes Raclette ausprobiert:

Calvados-Äpfel und Birne mit Vanillecreme

Für beide Rezpte brauchen wir nicht wirklich viel:
3-4 große Äpfel (nicht zu sauer!)
3-4 große Birnen
1 Becher Creme Fraiche
Zucker und Vanille-Zucker
Calvados (wir haben uns da beraten lassen;-)
Schokolade (optional)

Die Äpfel werden in schmale Stücke geschnitten und für 2-3Stunden vor dem Essen in Calvados eingelegt (alle 30Minuten sollte man mal umrühren, es sei denn man möchte die ganze Flasche drüberschütten;-).

Das war schon die komplette Vorarbeit - beim Raclette selbst kommen dann nur noch ein paar Schnitze in das Pfännchen und dann wahlweise mit einer Prise Zucker, 1-2Stückchen Schokolade, oder (laut Rezept) einer Scheibe Käse unter die Oberhitze.
Die Variante mit dem Käse ist bei uns geschmacklich druchgefallen, aber Zucker, Pur und Schokolade waren sehr lecker - man sollte allerdings dem Alkohol ein wenig Zeit geben zu verdampfen, bevor Schoki oder Zucker dazukommen, Calvados ist schon ein wenig dominant im Geschmack ansonsten. Sind die Äpfel dann allerdings gut durchgegart, schmeckt das sehr nach Bratapfel, vor allem mit dem leicht karamelisierten Zucker.:-)

Die Birnen in Creme lassen sich auch hervorragend schon Stunden vorher vorbereiten - einfach das Obst stückeln und mit der Creme Fraiche und Vanille-Zucker nach Geschmack verrühren, schon fertig!
In die Pfännchen kann das dann auch ohne weitere Vorbereitung und muss/soll unter der Oberhitze nur ein wenig anbräunen und karamelisieren.
Sehr lecker! Schmeckt allerdings auch kalt.;-)

Für beide Rezepte ist es natürlich vorteilhaft, wenn man einen zweiten Satz Pfännchen hat, oder sich mitbringend lässt - Vanillecreme mit resten von Käse oder Knoblauchöl ist nicht sooo lecker und wer will schon zwischendurch noch spülen?;-)

Aber ansonsten eine Idee, die ich für die weiteren Festivitäts-Planungen nur empfehlen kann - Silvester ist ja auch noch eine gute Zeit für Raclette!:-)

28.12.2013

How To: Winter-Mobile. Oder: Wenn schon kein Schnee, dann wenigstens Flocken!;-)

Soooo nachdem mein Smartphone in einem Anfall von weihnachtlichem Enthusiasmus diesen Post schon vor 3 Tagen ohne Inhalt veröffentlichen wollte, machen wir das jetzt nochmal richtig und mit Gefühl!;-)

In diesem Jahr - es wird vielleicht schon aufgefallen sein - ist die Weihnachts-Bastelstube nicht ganz so üppig ausgefallen, wie noch 2012. Zum einen liegt das daran, dass ich mir denke, dass niemand soviel Papier-Nippes haben will und zum anderen war in diesem Jahr das Budget für Saturnalien-Geschenke tatsächlich auch etwas größer.;-)
Ein bißchen Do-it-yourself muss aber dann doch sein und da durfte es auch wieder etwas aufwendiger werden - das Ergebnis hat sogar mich überrascht, so überzeugend hatte ich es mir gar nicht vorgestellt!;-)

Für dieses winterliche Mobile habe ich daher erstmal folgende Zutaten zusammengetragen:
 1 großer Ast
(hier eine Spende des Vogelschutzgebietes Langerwehe zu meinem Kirschblütenzweig, was sehr nett ist, da er jetzt quasi dahin zurückgekehrt ist - man soll im Leben eben nie was wegschmeißen!;-)
Transparentpapier in schwarz und weiß
Weißes Geschenkbank (hier aus Papier, weils mal was anderes ist)
Nadel und Faden (weiß)
Wollreste (optional)
Außerdem Teppichmesser, Schere, Tesafilm und eine Häkelnadel

Schritt 1: Folge den Anweisungen
Wie immer steht am Anfang jedes Projektes mindestens ein Anleitungsvideo und diesmal sind es sogar 3 - für die Vögel, für die Flocken und für die Blumen. Befor man mit den Transparentpapier allerdings vernünftig arbeiten kann, sollte man die Quadratischen Grundformen (hier in 20x20, 15x15, 12x12 und 10x10cm Varianten) erst einmal mindestens einen Tag unter ein paar dicken Büchern pressen - Transparentpapier kommt meist in Rollen und sich ständig aufwickelnde Papierstücke sind nervig zu falten.


Wie man sieht, ist der Rabe ein ziemlich einfaches Model, was für das Transparentpapier aber auch notwendig ist, weil es sich nicht gut präzise falten lässt - beim Abmessen und Ausschneiden der quadratischen Grundformen sollte man daher so präzise wie möglich sein (deswegen das Teppichmesser).


Wie man sieht, ist auch das Schnipseln der Schneeflocken nicht umbedingt Dragon-Magic, aber man sollte schon darauf achten (finde ich), dass jede ein individuelles Muster hat - wo wäre sonst der Sinn von Schneeflocken?;-) Die Strahlen die noch vor der Faltkante enden, stehen so nacher hübsch ab, wenn man die Faltkante intakt lässt, ergibt sich ein Kreismuster - damit kann man hervorragend experimentieren und viele verschiedene Abfolgen und Muster erzeugen.
Ich musste die fertigen Flocken danach allerdings nochmal 2 Tage pressen, damit sie wieder schön flach hingen - man sollte sowas also niemals als Last-Minute Idee verwenden wollen!;-) 


Schritt 2: Resteverwertung
Die Häkelblumen sollten von meinem ersten Schal-Experiment noch bekannt sein, aber ich gebe trotzdem nochmal das Video dazu - die rote Wolle vom Monsterschal passte einfach so schön zu den Schwarz-Weißen Grundtönen.:-)




Schritt 3: Improvisieren ist der halbe Spaß
Eigentlich hatte ich geplant noch echte Misteln an die Astzweige zu binden, um dem ganzen einen noch "Baumartigeren" Anstrich zu geben - aaaber es gab keine Misteln, die mir gefielen und außerdem sind die für Haustiere etc. ja auch nicht so gut, also musste als Füllmaterial ganz viel weißes Geschenkband herhalten - Schneeersatz quasi. ;-)
Teilweise habe ich das nur an die Zweige geknotet und zu beiden Seiten abstehen lassen, aber mit dem Rest der Restwollte ließen sich auch noch ein paar hübsche Schleifen legen - einfach Schlaufen von Band übereinander legen und irgendwann in der Mitte zusammenbinden. Es hilft wenn man dabei ein zweites paar Hände hat, aber zur Not geht es auch ohne.;-)


Schritt 4: Zusammenfügen und genießen
Die Aufhängung des Astes an sich war ziemlich einfach (weißes Band an beiden Enden verknotet und mit anderem Kram kaschiert), aber auch essentiell - so ein natürlich gewachsenes Ding hängt niemals gerade, also sollte man sich beim Anbringen der Vögel etc. darauf einstellen.

Die Vögel haben ziemlich große Füße, was beim Befestigen hilfreich ist - ich habe meist einen Streifen Tesafilm benutzt, um Füße und Ast zu umwickeln und danach nochmal mit Geschenkband nachgearbeitet - doppelt genäht hält bekanntlich besser und die ganze Konstruktion ist schon fragil genug.;-)

Apropos fragil, bevor die Schneeflocken mit Nadel und Faden eine Aufhängung erhalten, empfielt es sich sehr (!) die beabsichtigte Stelle mit Tesafilm zu verstärken - einfach von vorne und hinten an einer Ecke gegenkleben und überstehende Ränder mit einer kleinen Schere wieder wegschneiden.

Die Blumen und Schleifen lassen sich aber dann einfach anknoten, also kann man sich nach diesem letzten, etwas frikeligen, Schritt endlich am Endergebnis erfreuen!
Und auch wenn Eigenlob nicht mein Ding ist, ich persönlich finde die Arbeit hat sich gelohnt! :-)

22.12.2013

Frauen die Geschichte machten

Man wird es dem Thema vielleicht nicht anmerken, aber dieser Post ist sowas wie eine kleine Premiere und zwar mein erster Quid-pro-Quo Post, wenn man so will.

Wie man vielleicht weiß, treibt sich mein Mann im Buchhandel herum und wird in dieser Funktion auch schonmal zu Promotion-Events eingeladen, bei denen Verlage ihre neusten Bücher unter das "Fachpublikum" werfen - und alles was man als Gegenleistung zu erbringen hat, ist eine Rezension des Buches online zu stellen. Das war, wie man sich vielleicht schon denken kann, für mich jetzt kein so harter Deal, immerhin mache ich das auch für Bücher, für die ich tatsächlich bezahlen musste.;-)

Also war mein Schatzi so nett mir ein Buch auszusuchen, bei dem er sich ziemlich sicher sein konnte, das mich das interessiert:  Frauen die Geschichte machten ein Begleitbuch mit historischen Essays zur Gleichnamigen ZDF History Doku-Reihe, herausgegeben von Peter Arens und Stefan Brauburger


Wer sich das "line-up" der ausgewählten Frauen ansieht, wird schnell 2 Dinge feststellen:
1. Hier geht es um Basisfakten zu großen Namen der Geschichte, nicht wirklich um die "Heldinnen, von denen man noch nie gehört hat"
und
2. Mit den Ausnahmen Jeanne d'Arc und Sophie Scholl kann man zu jedem einzelnen Namen eine ganze Biographie in meinem Archiv finden.;-)

Auf der einen Seite ist das natürlich etwas schade, aber nun wirklich nichts, wofür die Herausgeber etwas können - mit den berühmtesten Namen beschäftigt man sich eben immer zuerst.
Zu der eigentlichen Dokureihe kann ich allerdings nicht viel sagen - die paar kurzen Ausschnitte aus den Folgen Cleopatra und Luise, die ich beim Zapping mitbekommen habe, sahen mir allerdings ein wenig zu sehr nach "over acted history" aus...

Das Buch ist allerdings sehr nett zusammengestellt - ein wenig wie die Seminarhandbücher, die ich früher zum Lernen gerne verwendet habe, mit kleinen Info-Kasten-Einschüben zu wichtigen Entwicklungen, die am Rande miterklärt werden müssen und vielen, vielen Abbildungen von Originalquellen und Bildmaterial.
Ein Historiker-Minuspunkt sind die fehlenden Endnoten - ich habe bekanntlich was dagegen, wenn man mir nicht sagt, wie man darauf kommt, was man schreibt. Ich schaue es nicht immer nach, aber ich hätte gerne die Möglichkeit!
Andererseits ist das vermutlich eine Historiker-Krankheit und wird niemandem sonst negativ auffallen - die Fakten und Zitate sind allerdings gut recherchiert, soviel weiß ich ja glücklicherweise durch die Bücher, die ich schon gelesen hatte.;-)

Alles in allem würde ich sagen ein nettes Buch für Zwischendurch für alle Fans von starken Frauen und sicherlich 4 von 5 Flugblättern wert!;-)