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18.03.2010

I am Legend

Wie war das? Es gibt das Buch zum Film, den Film zum Buch, Musik zum Film und so weiter...
Und dann gibt es manchmal auch Drehbuchautoren, die irgendwann ein Cover und einen Titel cool fanden und dann mal kurz den Klappentext überfliegen, um eine "Verfilmung" zu produzieren...

Ich muss ja sagen, dass ich vom Film I am Legend ziemlich enttäuscht war. Die Idee vom letzten Überlebenden in einer verlassenen Stadt hatte viel Potential und die verschobene Routine und die mentalen "Aussetzer", die aus dieser völligen Isolierung entstehen können, werden auch im ersten Teil des Films ganz gut dargestellt...aber dann lässt das alles doch ziemlich schnell nach und spätestens das Ende ist nur noch grauenvoll schlechtes Hollywood Zuckerguss Kino.
Vielleicht sollte man einfach nicht versucht sein Blockbuster mit einem großen Namen in der Hauptrolle mit Sinn füllen zu wollen, denn jeder, der nicht nur Will Smith halbnackt sehen wollte, bleibt sowieso völlig gefrustet auf dem Sofa zurück.
Was genau sind die Indizien dafür, dass die Infizierten keine "menschlichen Gefühle" mehr haben? Wie kann er von ungezügelter Agression auf nicht mehr vorhandene Intelligenz schließen? Wie erklärt es sich, dass die tumben Tiere ihm trotzdem eine ausgefeilte Falle stellen können, die genau seiner Methode abgeschaut ist? Warum hat diese Erkenntnis keinerlei Einfluss auf die moralische Fragwürdigkeit seiner Experiemente?
Wozu das kleine Mädchen, dass mit Gott spricht??? Und warum das süßliche Happy End, dass uns doch nur zeigen soll, dass die Wissenschaft im Zweifel nicht überlebt, der wahre Glaube aber schon???
Das sind nur die Fragen, die mir jetzt spontan einfallen, es gab noch viel mehr Ungereimtheiten, die mich furchtbar geärgert haben. Und das Lustige ist: Im Buch kommt NICHTS davon vor.

Das macht das Buch I am Legend von Richard Matheson sehr viel besser als den Film, weil es tatsächlich logisch ist UND auch noch eine spannende Geschichte erzählt. Ich hab mal überflogen, was das Drehbuch des Films tatsächlich übernimmt:
- es gibt eine Krankheit, die die Menschheit "ausrottet"
- der Hauptcharakter heißt Robert
- seine Frau und seine Tochter sind tot (bei der Ursache haperts dann schon wieder)
- es kommt irgendwo ein Hund vor, der irgendwann auch stirbt
- er trifft gegen Ende der Geschichte eine Frau, die er zuerst recht ruppig behandelt
Das war's. Wirklich.

Die Original Geschichte erzählt von Vampirlegenden, was in der "Zukunft" daraus wird und der seltsamen Verkehrung von Aberglauben und Wissenschaft. Natürlich geht es auch um Isolation, allerdings noch eindringlicher und bedrückender als das Hollywood Format sich umzusetzen traut. Ein Happy End gibt es nur bedingt - soviel muss ich verraten - dafür wird wenigstens der Titel erklärt!;)

Von mir gibt es 4,5 Knoblauchknollen für eine der besten Vampirgeschichten, die ich kenne und den Abzug gibt es auch nur, weil das Buch leider so kurz ist!;)
Allerdings ist Quantität ja nun wirklich kein Maßstabfür Qualität...*husthustTwilightMisthust*...
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