Publikationen, Projekte, Persönliches

22.05.2011

Her Majesty is not amused...

Wir alle konnten ja letztlich noch die allerletzte "Märchenhochzeit" der britischen Royals beobachten und vielleicht hat sich außer mir noch jemand gefragt, wie man eigentlich Monarchieexperte wird und warum eigentlich Millionen von Menschen ausflippen bei einem Kuss, der gerade mal 1,irgendwas Sekunden dauert (und warum zur Hölle man bei sowas die Zeit stoppt!;)?

Leider weiss ich immer noch nicht, wie man Adelsexperte wird - vielleicht mache ich da mal eine Fortbildung nach meiner Promotion!;) - aber das mit der Monarchie verstehe ich schon irgendwie. Minister und Parlamente mögen vielleicht die besseren Regierungsorgane sein, aber mal ehrlich, spannend sind sie nicht gerade. Monarchie hat sich seit Jahrtausenden vor allem deshalb gehalten, weil sie vermittelt, was man seit 5 Jahren Human Interest nennt und vorher 5000 Jahre Glorifizierung genannt hat - früher hat man für eine royale Hochzeit deswegen Ochsen geopfert, heutzutage bläst der komplette Medienzirkus zum Hallali. Ich überlasse es der kontroversen Diskussion welches das grausamere Ritual ist!;)

Passend zum Ereignis habe ich daher eins meiner "Entspannungs-Sachbücher" aus den Regal geholt:
Englands Königinnen von Marita A. Panzer


Man kann ja Vieles gegen Übersichtsdarstellungen haben, aber dieses Buch kann ich eigentlich vorbehaltlos empfehlen. Es liefert einen soliden Abriss über die Königinnen der englischen Neuzeit und widmet sich vor allem den Königsgattinen, von denen man ja naturgemäß ziemlich wenig weiss. Dabei ist es angenehm geschrieben, faktensicher und nicht überladen mit unnötigem Detailwissen.

Vielleicht nicht das richtige Buch für die wissenschaftliche Bibliothek, aber absolut geeignet für den Nachttisch, den verregneten Sonntagnachmittag, oder den Urlaubskoffer!
Von mir gibt es dafür 5 von 5 Kronjuwelen! *höhö*

15.05.2011

Die Hure Babylon?

Der eine oder andere mag es vielleicht bereits wissen, aber ich bin Religion im Allgemeinen und den ganzen Jesus-Sekten im Besonderen gegenüber sehr skeptisch eingestellt.
Nicht weil ich denke, dass nett zueinander sein irgendwie eine schlechte Idee wäre, sondern weil ich irgendwann zu der Überzeugung gekommen bin, dass ich auch nett zu meinen Mitmenschen sein kann, ohne gleich das ganze Unfehlbarkeits-WahrerGlaube-Ministrantenbelästigungs Paket dazuzubuchen. Trotzdem - oder gerade deswegen - habe ich mich aber vor meinem Austritt aus dem Team Jesus mit der ganzen Glaubenschose intensiv beschäftigt und habe damit glaube ich vielen "eingebronenen" Katholiken einiges voraus. Das an sich finde ich immer wieder erstaunlich, denn mir ging es nur darum meine Ablehnung mit möglichst vielen Argumenten zu untermauern - kenne deine Widersacher und so - aber gute Christenmenschen wollen (oder sollen?) sich wohl eher selten mit den auseinandersetzen, was sie da so glauben. Wer das so macht "weil man das schon immer so gemacht hat" oder "weil's halt dazu gehört" soll das ja mit meinem Segen gern tun - geht ja nicht um meine Seele;) - aber manchmal muss man sich als aufrechtes Heidenkind schon wundern...;)

Da besuchte ich doch letztlich mit meinen Franzosen den Dom zu Aachen und der dazugehörigen Schatzkammer und musste wieder einmal feststellen, dass mir die Feinheiten christlichen Brauchtums einfach nicht nahezubringen sind. Ich kann beispielsweise die Kunstfertigkeit und Goldschmiedekunst durchaus würdigen, aber trotzdem sind Reliquien irgendwie fies - man kann noch soviele Edelsteine auf ein Glas kleben, aber wenn darin ca. 1qm getrocknete Menschenhaut aufbewahrt wird, stellt sich bei mir die notwendige Ehrfurcht nicht ein.
Aber was ich noch weniger verstehe, sind die Eigenheiten kirchlicher Finanzierung: Habt ihr euch mal die neuen Domfenster angesehen? Ich gebe offen zu, dass Kirchenfenster einfach schön sind - buntes Glas, Lichteinfall, die alten Baumeister wussten schon auch was sie tun! Nur mussten die Domfester wohl in der Neuzeit durch diverse Kriegsschäden erneuert werden und man hat daher für die Seiten der gothischen Kapelle ein modernes Design gewählt, was ja an sich nichts Schlimmes ist.
Nur war ich doch sehr schockiert, dass sich nun an der Basis jedes Fensters der Name des Sponsors gesetzt ist - zwar in einheitlich gefärbten Glas, aber trotzdem ein Mahnmal des weltlichen Kapitalismus.;)

Und jetzt muss ich doch mal die kontroverse Frage aufwerfen: Bin ich eigentlich die Einzige, die sowas stört? Ich meine, ich finde das schon störend, weil es mir den Kunstgenuss verdirbt, aber nun stelle ich mir vor, ich würde wirklich ernsthaft versuchen in so einem alten Kasten zu beten und müsste dabei ständig auf Saint Gobain Werbung starren - ist das nicht irgendwie...falsch?

Ich lasse das mal zur Diskussion gestellt und beschließe meine Erzählung mal mit der Anmerkung, dass ich es ziemlich nachlässig von unseren kleinen Reiseführer fand, dass er uns zwar 20Zahlen und Fakten zur Domtür erzäheln konnte, die lustige Geschichte mit dem Teufel und dem Daumen aber erst noch nachgeliefert hat, nachdem ich ihn explizit darum bitten musste (für sowas reicht mein Französisch nun wirklich nicht;) - Studenten können ein so schrecklich langweiliges, kopflastiges Völkchen sein!;D

11.05.2011

Hören ist das neue Lesen

Heute in der Kategorie "Auch mal was anderes als Pratchett" - das Hörbuch zu The Historian, geschrieben (wie bereits erwähnt) von Elisabeth Kostova, gelesen von Joanne Whalley, Dennis Boutsikaris, Rosalyn Landor, Martin Jarvis, Robin Atkin Downes, und Jim Ward.

Ich hatte dem Buch zum Hörbuch ja schon 5 Punkte gegeben, aber muss das im Nachhinein ein wenig relativieren - hinterher ist man ja immer schlauer.;)
Wie man vielleicht an dem etwas überlangen Line-Up der Sprechen schon feststellt, hat man sich hier gegen das traditionelle Ein-Mann-Hörbuch entschieden und so schon fast eher ein Hörspiel produziert - wobei allerdings trotzdem kein Text gekürzt wurde, ich h-a-s-s-e gekürzte Hörbücher!

Erst durch die Verteilung von verschiedenen Sprechern auf die insgesamt 5 oder 6 Ich-Erzähler der Geschichte ist mir dabei nochmal aufgefallen wie furchtbar verwirrend diese Erzählsituation beim Lesen teilweise sein kann. Irgendwann steckt man so tief in "Der Geschichte, wie ich das Tagebuch meines Vaters las, der die Briefe seines Professors gefunden hat, der beschreibt, was ihm ein anderer Typ erzählt hat...", dass man kaum noch weiß wer eigentlich grade was erzählt.;)

Durch die "ausgelagerten" Sprechrollen wird das plötzlich alles viel klarer und ist daher viel entspannter zu konsumieren - deswegen muss ich im Nachhinein dem Buch ein tinsywinsykleines bisschen abziehen, damit noch 5 von 5 Bibliotheksausweisen für das Hörbuch übrig bleiben.
Hören ist manchmal eben das bessere Lesen!;)

08.05.2011

Königin Victoria

Ich habe an anderer Stelle schon mal darauf hingewiesen, dass die Kunst der Biographie vor allem in der Liebe zur dargestellten Person zu finden ist.
Besonders spannend wird es aber dann, wenn diese Begeisterung für die Person oder das Thema den objektiven Blickwinkel nicht verstellt - eine fast spagatische Übung, die gerade deswegen umso wichtiger zu würdigen ist.;)
Deswegen gibt es heute eine meiner Lieblingsbiographien zum immer wieder lesen: Königin Victoria von Carolly Erickson


Bisher hat es kein englischer und auch sonst laum ein König geschafft länger zu regieren, als die gute Queen Victoria, nach der nicht umsonst ein ganzes Zeitalter benannt ist. 64 Regierungsjahre von 18 bis 81 im Dienste des Commonwealth sind an sich schon eine umfangreiche Biographie wert. Was ich aber bei der Darstellung von Carolly Erickson mag, ist der persönliche Blickwinkel auf Personen und Charaktere, der die geschichtlichen Fakten bereichert und sich so wunderbar aus den sentimentalen Überbleibseln victorianischer Nostalgie rekonstruieren lässt - Briefe, Tagebücher, Reiseberichte, Hausfrauenlyrik, der ganze wunderbare Quellentand den uns die Frühe Neuzeit so beschert.;)

Dabei schafft es die Biographie tatsächlich, dass der geneigte Leser (oder zumindest ich;) auf der einen Seite denkt: "Auweiah, mit der hätte ich es aber nicht ausgehalten!" und 20Seiten später doch zum dem Schluss kommt, dass die alte Schachtel ja eigentlich ganz niedlich war, bevor dieser Kreislauf dann wieder von vorne losgeht.;)

Von mir gibt es daher voller Überzeugung 5 von 5 Krinolinen für ein Sachbuch zum immer wieder lesen!

01.05.2011

Bewegungsselbsstudium - erstes Fazit

Man wird sich vielleicht erinnern, dass ich mir vor einziger Zeit mal in einem Zuge spontaner Begeisterung ein paar Übgungsfächer für Tanz und Tai-Chi gekauft hatte?
In letzter Zeit ist die Beschäftigung damit eher dem Entspannungszwang zum Opfer gefallen, aber vorher hatte ich schon ein wenig damit herumgespielt.;) Nachdem jetzt auch mein Yang-Tai-Chi Lehrvideo angekommen ist (das irgendwie nur sehr unregelmäßig in Deutschland zu bekommen ist, wewegen es auch schon letztes Jahr auf meiner ToDo Liste stand;), habe ich heute offiziell mal ein neues Selbstexperiemt gestartet: Kann man etwas regelmäßig tun, ohne sich verpflichtet zu fühlen es regelmäßig machen zu müssen...
 Ich weiß, das klingt furchtbar kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht und ich glaube die meisten Menschen mit einem vollen Stundenplan und mehr Hobbies, als sie in einem Leben unterbringen können, werden verstehen was ich meine.;)
Der Plan ist also regelmäßig ca. eine Stunde an meinen zu kurzen Wochenenden für die Bewegungskunst zu investieren, ohne sich dadurch irgendwie gestresst oder verpflichtet oder unter Erfolgsdruck gesetzt zu fühlen. Hat für heute (Tag 1) schonmal funktioniert *juhu*!;)

An sich ist Tai-Chi eigentlich perfekt geeignet sich nicht gestresst zu fühlen, zumal wenn man es entweder schon kann, oder mit HomeTrainer ganz ohne Termindruck praktizieren kann. Dazu muss ich allerdings in meinem ersten Praxisfazit mal Folgendes festhalten: Trotz der durchaus positiven Kritiken, die dieses Lehrvideo bei Amazon und Ebay so bekommt, für Anfänger ist das leider AB-SO-LUT nicht geeignet! Ich will ja nicht behaupten, ich wäre der Crack schlechthin, aber in den paar Jahren, die ich zumindest unter freundschaftlicher Anleitung ein paar Formen gelaufen bin, habe ich zum Glück schon ein paar grundlegende Dinge gelernt - zum Beispiel über die prinzipiellen Bewegungsabläufe, Sinn und Zweck mancher Bewegungen etc.
Ohne dieses Vorwissen hätte ich glaube ich das mit der 37er Fächerform gleich wieder sein gelassen, denn die einzelnen Bewegungen werden im "Detail" Bereich zwar mehrfach, auch langsam, wiederholt, sind mir aber a) teilweise immer noch zu schnell und werden b) eigentlich kaum kommentiert. Also muss man sich aus den 3 Wiederholungsläufen für jede Bewegung fast jede Kleinigkeit (und die sind ja nun manchmal eben doch entscheident) selber zusammensuchen: Wo macht welcher Körperteil gerade was und wie fließt das dann in einer Bewegung zusammen?

Nachdem ich die irritation darüber überwunden hatte, dass man fast keinerlei "Bewegungserklärung" an die Hand bekommt, konnte ich mir das zumindest für mich zufriedenstellend zusammenreimen, aber als Anfänger wäre ich komplett hilflos gewesen - ab und zu wird zwar mal erwähnt auf welchen Fuß gerade das Gewicht liegt, ansonsten beschränkt sich der Audiokommentar aber leider oft auf Dinge wie "Jetzt laden wir den Fächer mit unserer erdbezogenen Enegie auf und machen unsere Präsenz spürbar."
Ja. Danke. Es hätte mir mehr geholfen, wenn man mir mal eine Rechts-Links Hilfe an die Hand gegeben hätte, denn dann hätte ich nicht die ersten 30Minuten mit dem falschen Bein angefangen und bei Position 3/37 nicht völlig perpelex festgestellt, das die Bewegung so gar nicht funktionieren kann...

Wie gesagt an dieser Stelle kam mir zu Gute, dass ich aus langer Erfahrung wusste, wie sich Bewegungsabläufe im Tai-Chi aufbauen und ablaufen und dass ich irgendwo was falsch gemacht haben musste, wenn sich eine Bewegung plötzlich total verkrampft und falsch anfühlt. Wie gessagt, hier war es die prinzipielle Rechts-Links Schwäche, die noch erschwert wird dadruch, dass man ja den Fernsehbildschirm eigentlich Seitenverkehrt kopiert. Zum Glück fallen solche Dinge schnell auf, bevor sie sich einfahren können, aber ärgerlich fand ichs trotzdem, vor allem, weil ich erstmal 10Min wie die Kuh vorm Berg stand und den Fehler suchen musste.;)

Fazit also bisher: Die DVD bemüht sich zwar, aber der Audiokommentar ist mir zu schwach, die Bewegungsstudien könnten noch ausführlicher sein (und vor allem könnte beides zusammenkommen und tatsächlich mal ERKLÄREN was da grade passiert, statt es nur 3-4x zu ZEIGEN) und für Anfänger ist das nichts. Wenn man sich erstmal durchgewurschtelt hat - heutiges Pensum Figur 1-3 von 37 und das hat schon mehr als eine Stunde gedauert! - macht das dann auch wieder Spaß.
Nur hatte ich leider völlig vergessen wie sauanstrengend das ist, alter Falter war ich fertig mit der Welt!!! Meine Oberschenkel werden mich morgen umbringen und mein Handgelenk sicher auch...aber ein bißchen Schwitzen hat ja noch niemandem geschadet!;)

In diesem Sinne einen entspannten Sonntag euch allen!

Reaper Man

Und dann zur wissenschaftlichen Abhandlung, gleich noch was Entspannsames hinterher - das nächste Hörbuch (nein, das habe ich nicht in einem Tag gehört, die Rezi zum Letzten hab ich nur zu lange verschleppt):
Reaper Man von (ratet mal;) Terry Pratchett, gelesen von (wie könnte es anders sein) Stephen Briggs

Mir ist durchaus bewusst, dass meine Hörbuchliste für Pratchett-Verweigerer ein wenig langweilig sein muss, aber da kann ich leider nichts dran ändern (ihr könntet euch ja auch mal einen Literaturgeschmack zulegen! *duck*;)). Nichtsdestoweniger ist aber meiner Meinung nach Reaper Man wirklich ein Buch, das nun wirklich kaum noch was mit Fantasy und dafür ganz viel mit ewigen Weiheiten zu tun hat.

Mir persönlich gefällt vor allem die Hintergrundmythologie um Tod und Azrael und der - auch in anderen Büchern durch präsente, aber hier doch irgendwie dominierende - philosophische Tonfall des ganzen Haupthandlungsstrangs, der von der unheimlichen und unheimlich witzigen Geschichte um das Larvenstadium eines Einkaufszentrums wunderbar komplettiert wird.;)

Insagesamt eins von Pratchetts einfallsreichsten und tiefsinnigsten Büchern, das von mir 5von5 Mähdreschern bekommt.
And remember: What can the harvest hope for, if not for the care of the Reaper Man?

Propaganda im JustauCorps

Ich gebe es ja ungern zu, aber ich habe nicht alle Bücher gelesen, die so auf meinen diversen Examensbibliographien aufgetaucht sind - oder zumindest habe ich sie nicht so gelesen, wie es ihnen zugekommen wäre.;)
Manchmal muss man eben Prioritäten setzen und - gerade für mündliche Prüfungen - auch das mentale Fassungsvermögen berücksichtigen. Man (bzw. ich;) kann sich nicht immer alles merken, grade in Geschichte...
So kommt es, dass ich erst letztlich auf die Idee kam einigen dieser Bücher, die leider im Maelstrom der ganzen Magisterlernerei untergegangen sind, ein wenig nachträgliche Aufmerksamkeit zu widmen.
Den Anfang macht heute damit eine interessante Abhandlung von Peter Burke: Die Inzenierung des Sonnenkönigs
Man kann sich vielleicht vorstellen, warum so ein spezialisiertes Thema im Lernprozess zum Sammelsurium "Ludwig XIV" ein wenig zu kurz kommen muss. Aber gekauft habe ich es mir trotzdem, denn an sich finde ich es sehr interessant wie sich Methoden und Mechanismen verändern - oder gleichen!

Auch wenn ich mir den alten Ludwig zum Einschlafen neben das Bett gelegt habe (sorry, Sonne macht albern;), habe ich mich aktiv gegen das Label "Bettleküre" entschieden, denn hier findet man wirklich kaum noch Zugeständnisse an ein Amateurpublikum und sollte sich daher dieses Buch nur dann kaufen, wenn man a) schon ein wenig Vorkenntnisse in europäischer Geschichte hat und/oder b) sich WIRKLICH für die barocke Versailles Theaterkulisse interessiert. Ich sage das nicht, um meinem Akademiker-Vorurteil zu entsprechen und nicht-Historiker von historischen Abhandlungen fernzuhalten, sondern nur, um zu verhindern, dass mich irgendwann entrüstete Rückmeldungen erreichen, wie ich denn ein so verklausuliertes, komplexes Buch als Nachttischlektüre empfehlen könnte! Tue ich hiermit nicht, aber ein gutes Buch ist es trotzdem!;)

Auch wenn ich der Meinung bin, man kann auch wissenschaftliche Abhandlungen ein ganz klein wenig weniger akademisch verfassen - ja, ich bin eine Schande für die Wissenschaft, aus Überzeugung!;) - und ein klein wenig mehr berücksichtigen, dass sich vielleicht nicht alle Menschen mit Absolutismusforschung auskennen, muss ich doch sagen, dass ich viele interessante Erkenntnisse von Herrn Burke übernehmen werde.
Was mir besonders an dieser Art von Kulturgeschichte gefällt, ist der durchaus weitgefasste Ansatz: Hier fließen munter Mediengeschichte, Herrschaftsforschung, Soziologie, Numismatik, Literatur- und Theaterwissenschaften zusammen und es wird tatsächlich versucht ein umfassendes Gesellschaftsbild zu konsturieren, in dem ein solcher Personenkult tatsächlich funktionieren kann.
Besonders interessant sind dabei auch gerade die vergleichenden Seitensprünge zu anderer großen Herrschern/Diktatoren und deren Propaganda.
(Besonders schön: Im Gegensatz zu beispielsweise der "ewigen Jungfrau" Elisabeth I. durfte Ludwig auf seinen Porträts "diskret altern" und wurde irgendwann sogar zahnlos dargestellt. Alles eine Frage der Interpretation, denn natürlich hat er seine Gesundheit und seine Lebenskraft nur seinem Land geopfert, man muss das nur richtig hinbiegen!;)

Auch für Freunde einer eher gegenwartsorientierten Geschichte müsste zumindest das interessant sein - überraschend viele "moderne" Herrscher wollen nämmlich immer noch Alexander der Große oder Herkules, die Sonne oder Mars oder sonstwer sein - Zeiten ändern sich, Menschen eher weniger!;)
Und natürlich ist auch die Anti-Propaganda eine große Freude - damals waren politische Karrikaturen tatsächlich noch witzig, da durfte man sich nämlich noch völlig politisch-unkorrekt über persönliche Verfehlungen lustig machen. Mein persönlicher Liebling hier ist das Bild von einem alten Cäsar, der in einem Streitwagen von seinen 4 Frauen vom matschigen Schlachtfeld gezogen wird...Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!;)

Insegesamt vergebe ich für meinen intellektuellen Lesespaß, der an einigen Stellen für mich aber weniger akademisch vollgestopft hätte sein dürfen, solide 4 von 5 Ehrenmedallien!

27.04.2011

Soul Music

Eigentlich (!;) wollte ich auch schon lange mal das nächste Hörbuch nachliefern, also nutze ich mal die Tatsache, dass mich heute statt Allergie die allgemeine Erkältung vom Arbeiten abhält und hole das noch kurz nach:

Thematisch passend zur letzten Geschichte um Holy Wood, habe ich mal das nächste Discworld meets Reality Buch hinterhergeschoben: Soul Music geschrieben von Terry Pratchett, gelesen von Stephen Briggs


Über die Vor- und Nachteile von Stephen Briggs als Hörbuchsprecher, habe ich mich ja glaube ich schonmal ausgelassen, daher kann man das hier ganz kurz machen. Der Vorteil der langen Reihe von Pratchett Büchern, die ja im englischen Original alle von Briggs gelesen werden, ist dass er natürlich die Materie und Charaktere gut kennt und konsequent liest. Der kleine Nachteil ist leider, dass andere Sprecher ein bißchen mehr Variation hinkriegen - das ist vermutlich einfach nicht jedem gegeben.;)

Die Geschichte an sich ist der von Moving Pictures insofern ähnlich, als dass wieder ein bekanntes Phänomen aus einer neuen, teilweise überraschenden Perspektive präsentiert wird - nur statt der Filmindustrie kriegt jetzt die Rockmusik ihr Fett weg!;)
Garniert wird das Ganze mit zwei meiner Lieblingsfiguren: Tod (der eine seiner Sinnkrisen schiebt) und seine Enkelin Susan (hier noch in ihren Teenagerjahren)

Insgesamt finde ich die Mischung von neuen und altbekannten und vielgeliebten Charakteren und Umständen etwas gelungener und vergebe 4 von 5 Band-Shirts.

Eigentlich...

Heute fangen wohl alle Posts mit eigentlich an, denn eigentlich koche ich nicht gerne nach Kochbuch - irgendwie ist mir da das Multi-Tasking zu anstrengend...;). Aber da mir mein neuer Kollege dieses hübsche Büchlein hier extra aus Manchaster ins regnerische Aachen mitgebracht hat, muss ich das wohl dringend mal ausprobieren - schon aus Höflichkeit versteht sich!;D


Man darf auf die Ergebnisse gespannt sein!:)

Kleine Bastelstunde

Eigentlich beschäftige ich mich ja selten mit Schere, Kleber und bunten Papierchen und ich kann auch nur ein einziges Bastelrezept im Schlaf: Kisten falten
Da ich aber im Büro und in meiner Freizeit immer wieder von Menschen umgeben bin, die völlig fasziniert davon sind, dass man tatsächlich aus einem Blatt Papier ein praktisches Kistchen für Büroklammern, Schlüssel, Geschenke oder sonstwas falten kann, habe ich mich mal der Nachfrage gebeugt und das kurz mal abfotografiert.
Hier also die erste und vermutlich letzte kleine Bastelstunde unter dem Motto "Was man in der Grundschule nicht alles fürs Leben lernen kann"!;)

Schritt 1: Man nehme oder produziere ein quadratisches Stück Papier - je sauberer hier die Kantenlängen sind, desto leichter faltet es sich später - und falte einmal diagonal in beide Richtungen.
 Schritt 2: Als nächstes falten wir horizontal, wieder in beide Richtungen, so dass dieses hübsche Sternmuster entsteht.
 Schritt 3: Durch die vorangegangenen Schitte haben wir das Zentrum des Papiers sichtbar gemacht und falten als nächstes jede Ecke einmal zur Mitte.
 Schritt 4: Als nächstes flaten wir wieder jede Ecke und zwar so, dass die Spitze auf der obersten gegenüberliegenden (zuletzt entstandenen) Kante aufliegt. Wenn man das alles bis hierher richtig gemacht hat, müsste das ganze Papier jetzt schon in kleine Quadrate aufgeteilt sein.:)
 Schritt 5: Als letztes flaten wir jetzt jede Ecke nochmal um, so dass die Spitze auf der nächstliegenden Kante aufliegt. Damit entsteht dann noch ein letztes Quadrat auf jeder Seite.
 Schritt 6: Die 4 Quadrate im Zentrum das Papieres bilden zum Schluss den Boden des Kistchens. Um die Seiten zu falten, muss jetzt zuerst einmal an zwei gegenüberliegenden Ecken das Papier eingeschnitten werden. Man kann sich hier auch an den Faltquadraten orientieren und den Schnitt jeweils 2Quadrate weit rechts und links der Ecke ansetzen.

 Schritt 7: An den langen Seiten falten wir jetzt die Ecken jeweils zweimal ein, so dass zwei feste Kanten entstehen.
 Schritt 8: Jetzt beide Kanten hochklappen und die überstehenden Ecken einschlagen.
 Schritt 9: Zum Schluss die beiden keilförmigen Enden über die eingeschlagenen Ecken falten und andrücken.
Schritt 10: Wenn die übergeschlagenen Enden nicht recht halten wollen, hilft ein kleines Stückchen Tesafilm, oder ein hübscher Sticker in der Mitte, um die ganze Geschichte zusammenzuhalten.

So schnell hat man eine Aufbewahrungsmöglichkeit für alles mögliche - natürlich lassen sich diese Kästchen in allen möglichen Größen falten - wenn man noch einen Deckel möchte, muss man dazu einfach zwei verschieden große Papierbögen falten.
Damit wäre das Mysterium aufgeklärt und ich hoffe euch ist diese Allround-Technik genauso nützlich wie mir!;)

26.04.2011

Die Letzten werden die Ersten...oder so ähnlich!;)

Wo ich grade dabei bin, möchte auch die letzten 5 Songs noch nachschieben - und danach gibt's noch was zum Basteln!;)

26. A song that you can play on an instrument
Öhhh...ich nix Instrument, das wird dann schwierig...;) Aber vom dem Song konnte ich mal die Drumline, als ich noch Trommel-Unterricht hatte (lang lang ist's her...).

Steppenwolf - Born To Be Wild - MyVideo

27. A song that you wish you could play
Ich nix Instrument und daher siehe oben!;) Aber ich würde gerne Taiko können!

Tentekko Taiko/Daiko live, Taiko drummers - Taiko … - MyVideo

28. A song that makes you feel guilty
Die Kategorie verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Hat sich schonmal jemand "schuldig" gefühlt beim Musik hören? Ich nehme einfach mal einen Song, den ich nicht ohne Weiteres bei offenem Fenster laut hören würde.;)

Show Me Your Genitals 2: E=MC Vagina - MyVideo

29. A song from your childhood
Das war ja einfach!;)

Die Muppet Show - Intro eng. - MyVideo

30. Your favorite song at this time last year
Schon wieder ein Filmsoundtrack, aber die Szene ist einfach nur großartig!:)

Fable 3. Oder: Mein Leben ohne Spielberater...

Wie man sich vielleicht erinnern wird, bin ich immer noch mit meiner selbstverordneten Sinnlosigkeits-Kur beschäftigt und habe es mit Hilfe meines momentanen Lesestoffs (dazu vielleicht im Laufe der Woche mehr) und unserer XBox sogar geschafft mein Background Processing auf (fast) Null runterzuschrauben. Man mag das jetzt für sinnvoll halten oder nicht, aber ich finde es sehr beruhigend und eigentlich auch ganz angenehm - meine hohe Allergietablettendosis mag aber an dem geistigen Leerlauf auch nicht ganz unschuldig sein.;)

Um also meine überbordende Freizeit *husthust* irgendwie anzufüllen, habe ich einfach mal das nächste Fable eingeschmissen und mich jetzt die letzten 2 Wochen damit beschäftigt - vor die Tür gehen fällt ja eh aus, da kann man auch Monster schnetzeln.;)
Nur um das mal vorwegzunehmen, ich habe das Spiel in dieser Zeit sogar 2x durchgespielt und zwar, weil ich es beim erstem Mal völig verkackt habe - bzw. das Spiel es mir, aber dazu gleich. Vorher noch der gut gemeinte Ratschlag: Wer nicht auf Spoiler steht, bitte HIER aufhören zu lesen. Danke!;)

Die Story von Fable 3 fängt eigentlich da an, wo man bei Fable 2 aufgehört hat - wenn man in Teil 2 genug Immobilienbesitz angesammelt hatte (bzw. reich genug war, um sich das Schloss zu kaufen) wurde man zum König/Königin ausgerufen und alles war schön und rosarot.
Genug Geld für dieses Schloss aufzubringen war dann auch meine Hauptbeschäftigung nachdem ich den Ober-Bösewicht geschlagen hatte - wer will schließlich nicht Königin werden?!?;)
Fable 3 springt also 50Jahre in die Zukunft, vom Spätmittelalter in so eine Art Dickensches Industriezeitalter und man fängt quasi im selben Schloss an, wo man eben noch seinen alten Helden verabschiedet hat. Nur spielt man jetzt die nächste Generation, darf sich also aussuchen, ob man seinen eigenen Sohn, oder seine Tochter spielen will - der Typ sah mir zu tuckig aus, also musste es das Mädel wieder richten.;)
Als Sidekick hat man diesmal nicht nur Hund, sondern auch einen Butler (dafür, dass man in Fable 2 noch als Gossenkind anfängt, gar nicht mal schlecht, oder?;) und Kampftrainer.
Leider hat man nicht selber die Krone geerbt und der "große Bruder" ist leider ein nicht sehr netter Mensch...oder auch völlig kaputt, wenn man denn direkt sein möchte.

Also heißt es Untertauchen in den Untergrund und mit dem neuentdeckten väterlichen/mütterlichen Erbe (je nachdem was man bei Fable 2 gespielt hat - sehr schöne Übernahme der alten Spielstände an der Stelle!) eine Revolution anzetteln. Das Ganze ist gespickt mit den üblichen Gimmicks: Die alte "Seherin" aus Teil 1&2 geistert immer noch durch die Heldengilde und mischt sich überall ein (das der diese Unsterblichkeit nicht langweilig wird...), kleine Nebenjobs bringen Geld (wobei ich Laute spielen aber lustiger fand, als das ewige Schmieden oder Holzhacken aus Teil 2), und wenn drauf steht (so wie ich;) kann man sich auch relativ schnell eigene Häuser einrichten, Familien gründen und inzwischen sogar Kinder adoptieren (sowohl als Hetero-, als auch Homo-Paar). Die üblichen Side-Quest sind auch ähnlich geblieben, man sammelt weiter Silberne Schlüssel und schießt auf nervige, sprechende Mauerverzierungen - allerdings ist die Karte durch eine Wüstenprovinz ergänzt, die es so in Teil 2 noch nicht gab.

Bis dahin also alles kein Problem - auch wenn ich das Spiel nach 20Minuten nochmal neu gestartet habe, weil ich "aus Versehen" in der ersten Moralentscheidung die gute Option gewählt hatte, was aber im weiteren Spiel heißt, dass man NICHT seine Jugendliebe heiraten kann (die wird nämlich dann dummerweise hingerichtet). Das konnte ich mit meinem letzten Funken Romantik nicht vereinbaren!;D Danach lief das Spiel aber ganz flüssig und irgendwann - überraschend schnell - war ich dann mal Königin. Nach dem ersten "Öh...ok!" Moment bekommt man dann die eigentliche Aufgabe des Spiels zu hören: Die Welt vor der Dunkelheit retten in 365 Tagen!
Alrigthy Then, dachte ich mir so, kann ja nicht so schwer sein! Denkste. Zur Rettung der Welt (bzw. der Bevölkerung) braucht es nämlich eigentlich nur eins: Geld.
Also besteht der königliche Alltag daraus moralische Schwarz-Weiß Entscheidungen zu treffen, die entweder Geld bringen (durch Kinderarbeit, Ausbeutung der Bürger und Zerstörung der Natur), oder Geld kosten. Zwischendurch darf man dann mal ein oder zwei Missionen erledingen, bis das Spiel plötzlich ohne Vorwarnung von Tag 120 auf Tag 0 springt und man vor vollendeten Tatsachen steht.

Jetzt erklärt sich vielleicht der Titel dieses Posts und auch warum ich das Spiel zweimal spielen musste? Ich hatte natürlich an Tag 120 nicht mal annährend genug Geld in meiner tollen Schatzkammer, aber war darüber auch nicht wirklich besorgt - ich hatte ja noch Zeit. Ja....nee. Also Endkampf, juchee, die Bedrohung abgewendet (das darf/muß man dann natürlich wieder selber machen^^), aber alle Einwohner tot. Leere Städte und ein paar Questrelevante Figuren, die dich alle hassen. Groß-ar-tig!
Nun kann man ja einwenden, dass man sich hätte informieren können, wann denn der ultimative Point-of-no-Return erreicht ist, und man hätte auch irgendwie Recht damit. ABER.
Ich war es gewohnt Fable ohne Spielberater zu spielen und empfand das eigentlich als ganz angenehm - die einzige andere Spielereihe, die ich je sonst gespielt habe, ist Final Fantasy, die nicht umsonst zusammen mit einer Telefonbuchdicken Komplettlösung veröffentlicht wird. Diese Spiele kann man (meiner Meinung nach) kaum ohne Spielberater gewinnen, aber bei Fable war das eigentlich nie notwendig.
Bis jetzt.

Nachdem ich nach diesem epischen FAIL das genauso epische Frustschmollen hinter mir gelassen hatte, habe ich diese ganze Chose also nochmal mit Komplettlösung gespielt. Und siehe: Wenn man die Story schon kennt und von Anfang an alles tut, um möglichst viel Geld zu scheffeln, ist das mit den 365Tagen am Ende überhaupt kein Problem und man kann ganz entspannt die Umwelt schützen, den Volkstanz einführen und nett zu kleinen Waisenkindern sein. Da hat das dann auch wieder Spaß gemacht. Nur war natürlich sie Spannung weg, weil man ja wusste worauf das alles hinauslaufen muss.

Muss sowas wirklich sein? Ich finde das ein wenig schade, denn einige der Neuerungen in Teil 3 gefielen mir wirklich, wirklich gut - allen voran, die Tatsache, dass es endlich mal ein paar gute Cutszenes gab und die eigene Figur EINE STIMME HAT! Dieses Gesten-Gegrunze war mir immer schon unheimlich!;) Und auch die Begleiter im Unter- und Obergrund von Albion haben ein paar ganz berühmte Paten abgegriffen - so spricht euer Butler in der englischen Version mit der Stimme von John Cleese, der ewige Widerling Reaver (den man schon wieder nicht umbringen kann *grr*) wird von Stephen Fry (!!!!!) gesprochen und Ben Kingley spricht den alten, schießwütigen Nomadenführer. Ich willwillwill die englische Version!!!;)
Aber das man eigentlich nur entspannt durchspielen kann, wenn man das Ende schon kennt, stört mich dann als Rollenspieler doch - und ICH lese letzte Buchseiten zuerst, also heißt das schon was!;) - auch wenn mir der 2. Durchlauf dann doch Spaß gemacht hat.

Ich ziehe mal allergnädigst nur einen Punkt ab (aber auch nur, weil ich noch im Retter-der-Welt-Modus bin;) und vergebe für ein schönes Spiel mit Tragic Flaw 4 von 5 Gartenzwergen!

Neue Musik

Es ist ja eigentlich überhaupt nicht in meinem Sinne das zuzugeben, aber langsam entwickelt sich der iTunes Shop zu meiner neuen Geldgrube (zum ver- nicht ausgraben versteht sich;) und hat damit fast schon ebay und amazon abgelöst...
Es gibt einfach so viiieele Hörbücher, es ist furchtbar! (Letztlich durfte ich übrigens auch festellen, dass auch andere Menschen Hörbücher zum Fitnessprogramm bevorzugen, ich bin also nicht allein!!!)

Aber letztlich war mir nochmal nach neuer Musik und nachdem ich gekauft hatte, was ich kaufen wollte (Pink Best Of - ich stehe dazu, ich mag die Frau;), bin ich leider der "andere Kunden kauften auch" Falle erlegen und musste daher in zwei Alben reinhören, von denen ich eigentlich nicht erwartet hatte, dass sie mir gefallen - aber manchmal siegt eben die Neugier.;)

Der erste neue Sound auf meiner Playlist ist daher seit neustem Deleted Scenes from the Cutting Room Floor von Caro Emerald - momentan berühmt aus Film und Fernsehwerbung. Man muss diese Art von Retro Sound mögen, damit es sich überhaupt lohnt da reinzuhören, aber mir gefiel dieser 30er Flair irgendwie. Und zu Sonne und Sommer passt er übrigens auch sehr gut - fast schon schade, dass wir kein Cabrio haben, das wäre genau die richtige Musik dafür!
Das ganze Album von vorne nach hinten durchzuhören, ist zwar dann leider doch ein klein wenig eintönig, aber das geht mir bei fast jeder Musik so - ich steh nun mal auf meine Alles-Durcheinander-Playlisten, das wird sich dieses Leben auch nicht mehr ändern.;) Trotzdem sehr angenehme Sommer-Picknick Untermalung, ich empfehle vor allem That Man, Just One Dance und (mein persönlicher Favorit) The lipstick on his collar  doesn't seem to macht mine...;). Von mir gibt es 4 von 5 Tanzschuhen für meinen Sommersoundtrack 2011.

Das zweite Album, dass ich quasi schon aus nostalgischen Gründen mal durchzappen musste, ist Bel Air  die neue Comeback CD der Guano Apes - auch bekannt aus schlechten TVWerbungen der letzten Zeit. Ich bin zwar mitnichten der Meinung, dass diese Band eine Generation geprägt, oder den Alternative neu erfunden hat (danke liebe Werbetexter, manchmal ist auch weniger mehr^^), aber als ich so 16 oder 17 war, war das eine meiner absoluten Lieblingsbands. Ich habe die Geschichte bestimmt schonmal erzählt, aber als ich Teenager war, gab es noch die Freizeitbeschäftigung des Star-Hoppings. Meint, man hängt mal bei irgendwelchen Hotels und Großveranstaltungen rum, um zu sehen wer da so rumläuft.;) Mein persönlicher Track-Record ist dabei nicht so hoch, da sich das Suchgebiet auch nur auf Köln und Umgebung beschränkte, aber immerhin nenne ich ein Autogramm von Smudo mein eigen und wurde fast mal von Herbert Feuerstein überfahren...wenn das nichts ist.;) Zu meinem ersten (und einzigen) Apes Konzert bin ich dann auch eher zufällig während einer Popcom in Köln gekommen (leider habe ich den Block mit den Autogrammen verloren, wer hätte auch ahnen können, dass diese Schrammelbande mal berühmt werden würde;).
Jedenfalls fand ich die Musik damals ziemlich hilfreich, um nach durchgefeierten Nächten im ersten Bus nach Hause nicht wegzupennen...wenn das mal kein Qualitätsmerkmal ist!;)
Das neue Album muss leider ohne diese Alkoholdunst umschwebten Kindheitserinnerungen auskommen und kommt daher bei mir an frühere Hochgefühle auch nicht so richtig ran. Ich kann zwar verstehen, dass man nach 10 Jahren vielleicht mal was anderes machen möchte als Lords of the Boards, aber so richtig übergesprungen ist der Funke bei mir nicht...vielleicht werden wir eben alle älter (und nüchterner...). Ein paar Tracks gefielen mir natürlich schon (Trust, oder All I Want z.B.), aber als Ganzes kann ich dem Album leider nur 3 von 5 Fledermäusen geben.
Es ist eben nicht einfach an alte Nostalgie anzuknüpfen!;)

15.04.2011

Fast letzte Worte fast ohne Worte

Ohne große Vorrede die vorletzten Fünf und dann weiter zum nächsten Arbeitsstapel:

21. A song that you listen to when you’re happy
Ohh da gibt es viele...ich pick einfach mal einen aus der Zufallsliste.;)

Aerosmith/Walk This Way/Live - MyVideo

22. A song that you listen to when you’re sad
Best heartbreak song ever.;)

Counting Crows - Colorblind - MyVideo

23. A song that you want to play at your wedding
Einfach. Nur bitte das Video ignorieren, war die einzige Version, die sich verlinken ließ...;)

fields of gold - eva cassidy - MyVideo

24. A song that you want to play at your funeral
Auf meiner Playliste ist es tatsächlich nicht, aber bei meiner Beerdigung dürftet ihr das trotzdem gerne spielen - nur bitte nichts Trauriges!!!

Nelly Furtado - Im Like A Bird - MyVideo

25.  A song that makes you laugh
Song und Grund in einem!;)

Supernatural - Jensen Ackles in: Eye of the Tiger - MyVideo

Und nun auf zu neuen Ufern und arbeitsamen Wochenenden! *juhu....blähhh*;)

Immer wieder Freitags...

Hurray its me! And Friday! And überhaupt!;)

Noch ein kleiner Arbeitstag steht zeischen mir und meinem leider wieder mal nicht arbeitsfreien Wochenende - aber immerhin darf ich morgen auuuuuusschlaaaafen, ooohhhja!
Das Schreit doch glatt noch dem guten Einstieg in den Tag: Der Freitags-Füller

1. Ich muss unbedingt darauf achten nicht mehr so spät am Abend zu essen - man träumt nur Grütze.^^
2. Ich bin ja sooo müde, aber das bin ich ja schon seit einiger Zeit.
3. Mein Lieblingsfrühstück am Wochenende ist selbstgemachter Erdbeerquark.
4. Ich glaube, ich verzichte mal auf unnötige Aufenthalte im Freien bis auf weiteres. Meine Nase bringt mich um!;)
5.  Es ist immer schön wenn die Sonne scheint - auch wenns nur auf der anderen Seite vom Fenster ist.
6. Heute Nacht hab' ich vom Meer geträumt, da wäre ich jetzt gerne!!!
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Sofa/Bett, morgen habe ich Haushalt und Lesen geplant und Sonntag möchte ich einfach mal frei haben!

Und jetzt mal los!

11.04.2011

Last but not least: Die nächsten 5!

So und bevor ich jetzt mit der Veröffentlichung der gesammelten Blogposts aus der letzten Woche wieder zu meinen Büchern verschwinde, hier noch kurz zur Mittagspausenabrundung: Teil 4 der lustigen Song-Challange!

16. A song that you used to love but now hate
Schwierig, aber den hier mochte ich vor dem Radio-Overkill eigentlich mal. Inzwischen kann ich darauf verzichten, denn zu oft durchgenudelte Songs verlieren ihren Charme. Schon wieder ein Grund kein Radio zu hören!;)

Milow mit "Ayo Technology" - MyVideo

17. A song that you hear often on the radio
Furchtbares Lied - ging mir schon in der Werbung auf die Nerven und das Video ist auch eher pseudo-avantgarde.

Empire Of The Sun - We Are The People - MyVideo

18. A song that you wish you heard on the radio
Das ist meine Idee von Gute-Laune-Musik!;)

Dropkick Murphys -  Warrior's Code


19. A song from your favorite album
Öhhh...habe ich ein Lieblings-Album? Ich glaube fast nicht...Ich nehm einfach mal einen Soundtrack, Filmmusik ist immer gut!;)

AC/DC - Back in Black

20. A song that you listen to when you’re angry
Hmm wenn ich wirklich, wirklich angepisst bin (was zum Glück selten vorkommt;), dann hab' ich meistens gar keine Lust irgendwelche Geräusche um mich rum zu haben...aber für die "Bäh-Scheißtag-Stimmung" hilft sowas hier schonmal:

Queen - Bohemian Rapsody

So und nun Frisch auf ans Werk!....blähhh...;)

Gespräche mit dem Zensor. Oder: Fable II

Ich weiß, manchmal sind meine Post-Überschriften ganz furchtbar kryptisch - ich würde gerne sagen, dass das so nicht beabsichtigt ist, aber das wäre gelogen!;P

Ich weiß nicht, ob das so Common Knowledge ist, aber mir wurde letztlich in einem Gespräch das Prinzip der Internal Personalities nahegebracht, mit dem man scheinbar in der Psychologie häufig arbeitet. Ich finde das insofern interessant, als das ich schon immer gerne meinen verschiedenen Handlungsimpulsen Namen gegeben habe.;) Das Innere Kind kennt man ja schon, aber es gibt zum Beispiel ja auch noch die berühmte Stimme der Vernunft, den Inneren Genußmenschen (seeeehr ausgeprägt;) und den Inneren Schweinehund (zum Glück nur ein kleiner Welpe;).
In letzter Zeit habe ich mich aber immer öfter mit einem anderen inneren Impuls beschäftigen müssen, den vielleicht auch manche kennen - eine sehr weise Freundin hat ihn meinen Inneren Zensor getauft.

Bevor jetzt schon die Ersten die Schnellwahltaste für die Geschlossene Anstalt anvisieren, lasst mich schnell mal erklären, wie ich darauf komme:

Ich habe eine Innere Stimme (nicht DIE, nur eine;), die es nur schwer verkraftet, dass ich manchmal völlig unproduktive Dinge tun möchte. Und sie hat eine seeehr weit gefasste Definition von "unproduktiv".
Fernsehen beispielsweise ist völlig unproduktiv (Ausnahmen sind Dokus und einige wenige gute Serien/Filme, bevorzugt aud DVD, denn Werbung ist per Definiton unproduktiv), genau wie schlechte/langweilige Bücher lesen, die nicht mit Arbeitsbezogenen Dingen befasst sind. Computerspielen und im Internet surfen ist völlig unproduktiv und nur in bestimmten Ausnahmesituationen zu erwägen (z.B. während der 60Min Mittagspause pro Tag). Bloggen ist glücklicherweise "erlaubt", da es mich davon abhält mein deutsches Vokabular völlig zu verlieren.;)
Einfach nur auf dem Sofa liegen und nichts tun, ist fast schon ausgeschlossen, ginge es nach dem Zensor - es gibt schließlich so viele Dinge zu tun, die auch "Spaß machen", aber trotzdem ein messbares Ergebnis haben: Schreiben, Nähen, Kochen, Lesen, Sport...man sieht wo das hingeht.;)

Ich erzählte mal in einer Runde von diesem Phänomen und bekam daraufhin zu hören: "Na, du hast ja ein Luxusproblem, wenigstens kannst du dich da immer zum Arbeiten motivieren."
Ja. Richtig. DAS ist tatäschlich keines meiner Probleme. Ob es allerdings ein Luxusproblem ist, dass "Spaß haben" oder "Sich entspannen" von einer Inneren Stimme als unproduktiv abgelehent werden und daher (oft) mit einem hibbeligen, schlechten Gewissen verbunden sind, dass einen dazu treibt immer "im Betrieb" zu sein...das lasse ich mal offen. Oder lieber nicht: NEIN es ist KEIN Luxusproblem!!!;)

Seit ich mich aber mit meinem Personifizierten Arbeitseifer ausnandersetze, kommen wir schon viel besser miteinander aus. So konnte ich beispielsweise mir selbst erklären, warum das mit dem "Ich schreibe mal Kurzgeschichten, das ist nicht so festgelegt auf ein "großes Ziel" wie ein Roman" nicht funktionieren KONNTE. Weil so vor sich hinzuschreiben ohne Ziel extrem unproduktiv ist.;) Die Idee eine Kurzgeschichtensammlung daraus zu machen ist also eine Zensor-Idee und die dazugehörigen Gedanken über Layout, Quantität und Zusammenhang der Geschichten sind Zensor-Aktivitäten, die ich leider nicht schnell genug unterdrücken konnte...Mist!;)

Um dem Zensor also mal zu zeigen wo sein Platz ist, habe ich mir selbst momentan eine Sinnlosigkeits-Kur verordnet - auch wenn ich den Kulturschock dann doch in Grenzen halten musste;) - und spiele momentan mit Überzeugung X-Box, statt irgendetwas produktives mit meiner Freizeit anzufangen (falls man sich z.B. gefragt hat, warum momentan die Schreib-. Näh- und Kochposts ausbleiben...;).
Ich musste es allerdings in sofern dem Zensor recht machen, als das ich mich auf ein Spiel festlegen musste und daher spiele ich jetzt Fable!
Den 2. Teil habe ich schon durch, Teil 3 und 1 stehen noch aus. Warum ist das aber nun etwas womit mein Zensor (und damit ich;) gut leben kann?

Weil es keine beliebige Aktivität ist UND außerdem Rollenspieltechnisch sehr viele interessante Ideen umsetzt. Für mich ist es die perfekte Symbiose aus Monster-Schnetzeln und SIMS (Familien gründen, Häuser einrichten usw. ich liebe es;). Für interessierte Konsolenspieler habe ich hier mal eine Rezension verlinkt: Wer es noch nicht kennt - unbedingt Anspielen! 6 von 5 möglichen Fehdehandschuhen!

Ich glaube allerdings, auch dieser Einigung sind Grenzen gesetzt. Ich werde nie guten Gewissens mitten am Tag Hartz-IV-TV kuken können, aber das empfinde ich dann auch nicht mehr wirklich als Belastung. Manchmal ist so eine Stimme, die dich vom Zeitverschwenden abhält, eben doch zu was gut!;)

04.04.2011

Regeln ignorieren Teil 3. Mittagspause!

Je mehr Arbeit darauf wartet getan zu werden, deto wichtiger sind bekanntlich wohlverdiente Mittagspausen, um die geistige Leistungsfähigkeit zu regenerieren!;)
Bevor wir uns also dem Projekt Abschlusspräsentation weiter widmen, hier die nächste Runde Hirnentkrampfung:

11. A song from your favorite band
So ganz, ganz eigentlich habe ich gar keine Lieblingsband, aber trotzdem war der ziemlich schnell entschieden.;)

Die Ärzte - Männer sind Schweine

12. A song from a band you hate
Muss das wirklich sein? Na gut...

Justin Bieber - Love Me

13. A song that is a guilty pleasure
Auch da kann es nur einen geben, auch wenn ich lange an Dirty Dancing rumüberlegt habe. Aber das ist eigentlich nicht peinlich genug, immerhin fanden den Film damals viele Meeedchen gut.;) Aber nichts schlägt The Hoff!

David Hasselhoff - Looking For Freedom - MyVideo

14. A song that no one would expect you to love
Hmm...was würde denn jetzt nach dieser Kraut und Rüben Mischung noch überraschen???...Oh ja! Der hier vielleicht - ein Klassiker!;)

Rage - Straight to Hell - MyVideo

15. A song that describes you
Da K. mir mit dem Goldenen Handwerk schon zuvorgekommen ist, nehm ich mal das nächst Naheliegende.;)

Besserwisserboy - MyVideo

Hirn erfolgreich entkrampft - nun kanns weiter gehen!

02.04.2011

Moving Pictures

Für alle, die sich fragen, was eigentlich aus meinen Hörbüchern geworden ist - ich habe tatsächlich in letzter Zeit viel Musik gehört, das kommt tatsächlich manchmal vor.;) Vor allem bei der Arbeit, oder wenn ich dringend wach bleiben muss...was manchmal ein und dieselbe Situation beschreibt...

Jetzt habe ich aber wieder mal eine kleine Rezi zu verbreiten: Moving Pictures von Terry Pratchett, gelesen von Toni Robinson.


Moving Pictures als Geschichte ist, denke ich, ein Grund warum Pratchett inzwischen nicht mehr wirklich als Fantasy geführt wird (abgesehen davon, dass Marketing Abteilungen scheinbar immer noch denken, wer Bücher mit Zwergen liest, ist ein unsozialer Freak...). Das Pähnomen Holy Wood, eine neue Technologie mit Bewegten Bildern und die neue Lebensform des Stars könnte auch eine Sozialstudie aus den 30-40Jahren sein - dass Zwerge und Trolle darin vorkommen, ist mehr ein Detail.;)

Leider ist die Geschichte stärker als die Hauptfiguren, weswegen es Moving Pictures nie in die Top Fünf meiner persönlichen Discworld-Favorites geschafft hat, aber allein für das wunderschöne Bild einer 50Meter großen Frau, die einen kreischenden Affen auf einen hohen Turm schleppt, lohnt es sich immer wieder!

Die Hörbuchumsetzung mit Toni Robinson (Baldrick, für alle Blackadder Fans;) ist dagegen äußerst gelungen, auch wenn er die Hexen noch besser liest!;)

Für Buch wie Hörbuch vergebe ich daher mal voller Überzeugung 3 von 5 Salamandern.

Historische Romane, Probleme mit...

Wer sich einige Zeit lang meine LibraryThing Liste ansieht, wird feststellen, dass ich prinzipiell nicht viele Probleme mit Historischen Romanen habe.;) Im Gegenteil, trotzdem viele Mit-Historiker kein gutes Haar an diesen fiesen literarischen Enstellungen guter, langweiliger Fakten lassen können, finde ich es immer gut sich mit Geschichte zu beschäftigen, egal in welcher Form. Solange man nicht alles glaubt, was man so liest - und das sollte man sogar bei Sachbüchern nicht tun - sehe ich da kein größeres Problem.
ABER...

Natürlich muss ein Aber kommen, sonst würde ja der Titel dieser kleinen Exkursion keinen Sinn machen. Man sollte nicht so blauäugig sein, anzunehmen, dass es einfacher wäre ein Buch über Dinge zu schreiben, die tatsächlich passiert sind - eigentlich eher im Gegenteil. Je weiter die Geschichte von der Realität entfernt ist, desto mehr Spaß kann man als Autor damit haben (übrigens der Hauptgrund, aus dem ich Fantasy mal ausprobieren wollte - da muss man sich schlussendlich an gar nichts mehr halten, nicht mal Physik oder so;). Historische Romane haben sehr schnell das Problem, dass sie zu einer mehr oder minder nachvollziehbaren Motivationsstudie verkommen - frei nach dem Motto: Jeder weiß schon WAS passiert ist, wir schreiben jetzt noch das WARUM.

Meine Bettlektüre in der letzten Woche war eines dieser schwierigen Bücher: Die Sonne des Königs von Sandra Gulland.
Zunächst mal müssen wir eine wichtige Tatsache festhalten: Es ist unheimlich schwer einen Titel für eine Liebesgeschichte zu finden, der nicht völlig kitischig klingt. Das diese schwere Aufgabe hier also nicht wirklich gut gelöst wurde, soll uns also nicht gleich abschrecken.;)
Wie Coverbild und Titel uns vielleicht schon verraten haben, begegnen wir hier einer Motivationsstudie um Ludwig XIV. und seiner ersten Mätresse Louise de la Vallière (to the Land of Thruth, this way).
So weit ist das nicht überraschend, immerhin hat die Geschichte an sich einen gewissen romantischen Flair - ein großer König und die einzige Frau, die ihn je aufrichtig geliebt hat blabla und so weiter.
Die Geschichte und Personen in dieser komplizierten Hofscharade werden auch einigermaßen glaubwürdig präsentiert, auch wenn mir die ewige Gegenspielerin Mme de Montespan etwas zu sehr als das Ur-Böse stilisiert wird...aber irgendwo muss ja die Hexe vorkommen.;)

Worin sich das Buch allerdings furchtbar verrennt, ist die Kindheitsgeschichte einer Frau zu konstruieren, von deren Leben man vor ihrem Erscheinen bei Hof eigentlich nichts weiß. Also füllt man die Lücke mit Zigeunern, Knochenzaubern, mysteriösen Pferden, einem Kindheitstrauma und einem toten Vater, bis man sich als geneigter Leser fragt, wie viele Renaissance Klischees man denn bitte bis zum zarten Alter von 12 durchlebt haben kann. Und das bringt uns zurück zum eigentlichen Problem: Entweder man schreibt über das, was man schon weiß, oder man denkt sich etwas aus...die Kombination aus beidem, der "Historische Fantasyroman" ist zu Recht noch nicht erfunden worden, denn meistens geht es eben doch schief...

Von mir gibt es ein paar Pluspunkte für erstaunlich unkitschige Liebesszenen, aber das rettet die Bewertung leider nur unerheblich. Insgesamt 2,5 von 5 Spitzenhandschuhen.