Publikationen, Projekte, Persönliches

30.01.2016

Kreative Achterbahn. Oder: Normalität zu der Tips wirklich mal nützlich wären.

Eigentlich (muss ich immer noch die Studie vorantreiben wieviele meiner Einträge mit "eigentlich" anfangen....;-) müsste ich mir dringend mal ein paar Worte zum Ende von Elysion abringen, aber momentan versuche ich mein Hirn aktiv davon fernzuhalten, und warum?
Weil - man höre und staune - ich tatsächlich einen Handlungshinweis ausprobiere aus den von mir vielbescholtenen Schreibtipps aus On Writing.
Man könnte jetzt meinen, es geschähen noch Zeichen und Wunder, aber ich kann alle vom Glauben Abfallenden gleich wieder beruhigen - der ursprüngliche Tipp war:
Beende den ersten Draft, schreibe dann solange an irgendeinem anderen Projekt, bis du beinahe vergessen hast, worum es eigentlich ging und überarbeite dann Draft 2 unter der Vorgabe mindestens 10.000 Worte einzusparen.

Außer dem vagen Hinweis mal ein paar Wochen ins Land ziehen zu lassen, bevor man sich der ersten "globalen" Überarbeitung widmet, halte ich jeden einzelnen Ansatz in dieser Handlungsanweisung für mich persönlich für undurchführbar und die meisten für ziemlich verallgemeinernden Bullshit, also sei hiermit die Realität wieder hergestellt, in der mir Schreibratgeber immer noch nicht viel bringen, von minimalen Ausnahmen mal abgesehen.;-)
Tatsächlich habe ich sogar vor um die 10.000 Zeichen hinzuzufügen und noch so ein paar andere vage Ideen, die sich mit Plot-Driven Stories beschäftigen, aber dazu dann mehr wenn es das Hirn wieder hergibt.;-)

Zwischendurch ist mir aber als Plauderthema im Kontext von "Wie man zu Schreiben anfängt" und "Was man tut wenn es hakt" noch ein dritter Teil des kreativen Triptychons eingefallen: Wie man den Kreativen Prozess verkraftet.
Bevor wir jetzt in zu allgemeinen Bullshit abgleiten, sei erwähnt, dass ich nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen kann - erschließt sich eigentlich von selbst, ich war noch nie in einem anderen Kopf als meinem und ich denke diese Tatsache zumindest lässt sich gut verallgemeinern.;-)

Meine Kreative Achterbahn bewegt sich ungefähr so:
Allein die Tatsache, dass es dazu ein Meme gibt, lässt glauben, dass ich nicht die Einzige bin, die an dieser Art von Krise schonmal verzweifelt - die vielen Widmungen, die ich so über die Jahre gelesen habe und in denen erstaunlich oft irgendwelchen Familien, Assistenten, Lektoren und Verlegern für Gedult mit Kreativen Krisen gedankt wird, sind ein weiterer Hinweis, der mich hoffen lässt.;-)

Fakt ist, manchmal läuft es einfach nicht. Das kann sich lange im Voraus ankündigen, wie meine "Ich habe keine Ahnung wie man Endschlachten schreibt" Krise, es kann sich Lawinenmäßig ausbreiten, wenn irgendeine kleine Änderung A zwangläufig eine Änderung B erwzingt, aus der sich eine weitere ergibt, bis im schlimmsten Fall ganze Fundamente einer Handlung ins Rutschen geraten, oder es kann unverhofft und unvermittelt hereinbrechen, wenn sich z. B. ohne Vorwarnung ein Logikloch auftut oder ein bis dahin übersehenes Paradox plötzlich seine fiese Grimasse hebt.
Und dann ist es (bei mir) oft so, dass sich Punkt 1-3 mit Option auf 4 ganz schnell ausbreiten.;-)

Was macht man aber nun dagegen? Ich habe kein Patentrezept und hätte wirklich gerne einen Hinweis dazu aus On Writing mitgenommen, aber leider hat Mr. King dazu wenig zu sagen, außer "Schreib schnell genug, dann holt dich der Zweifel nicht ein." Hilfreich? Nicht wirklich...

Was allerdings hilft, ist schon mal die Tatsache, dass es ein Meme gibt, sprich: Du bist nicht allein.;-)
Jahrelange Erfahrung hilft außerdem bei Punkt 4 - "alles was ich je geschrieben habe ist Mist!", mag man sich immer noch manchmal denken, wenns ganz krumm läuft, aber je öfter man die Achterbahn auch wieder raufklettert, desto mehr gelassenen Fatalismus kann man (aka ich;-) aufbringen, wenns wieder bergab geht.
Ansonsten bleibt nur sich immer wieder daran zu erinnern, warum man irgendwann mal beschlossen hat mit genau dieser Geschichte, diesen Charakteren und dieser Idee seine Lebenszeit zu verbringen.

Es gibt bestimmt immer eine Idee, eine Szene, eine Beschreibung, eine Metapher, eine Figur, einen Plotpoint, von dem man immer überzeugt ist. Tine nennt das, glaube ich, Zucker-Szenen zum immer wieder lesen und sich daran erfreuen. Und daran muss man sich dann eben mühsam wieder hochziehen - Punkt 5 und 6 kommen auch wieder in Sichtweite normalerweise. Man wird vielleicht ein wenig verhaltensauffällig zwischendurch, aber irgendwo muss man ja sein künstlerisches Ich ausleben!;-D

Und ansonsten hilft natürlich was immer hilft: Sich selbst ab und zu mal ein bißchen unauffällig abfeiern, wenns gut läuft (und man z.B. endlich eine Lösung für die blöde Endschlacht gefunden hat;-). Das ist ja nun nicht selbstverständlich!

23.01.2016

Listening to: Mozart

Ich räumte vor den Weihnachtsferien noch mein Bücherregal aus und verteilte ein paar Schätzchen unter Freunden, da fiel mir eine Mozart-Biographie in die Hände, die ich mir irgendwann mal in einem Anfall von Urlaubs-Serendipity gekauft hatte, aber dann so unfassbar nervig fand, dass ich sie nie wirklich gelesen habe.
Wen es interessiert, es war die Bio von Hildesheimer, die irgendwie als "Standartwerk" zu gelten scheint, aber meiner Meinung nach nur ein furchtbar verschwurbeltes Akademiker Geschreibsel ist, das man unmöglich entspannt lesen kann. Es gibt ja Menschen (auch wenn ich nicht weiß, ob Herr Hildesheimer einer davon ist, es mag ein böses Vorurteil meinerseits sein), die sich absichtlich diese verkopfte Schreibweise aneignen, damit auch ja kein zu dummer Mensch ihren Ausführungen folgen kann, aber diese Ausprägung von widerlichem Elitarismus geht mir furchtbar auf den Keks - ich bin vollkommen in der Lage diese ganzen pompös-lächerlich geschraubten Formulierungen und Fremdworte zu verstehen, aber ich definiere damit nicht mein Selbswertgefühl und empfinde es statt dessen einfach nur als schrecklich unnötig komplizierten Stil, der mein Bedürfnis für Information beleidigt. So Rant over.;-)

Also habe ich meine Englische Hörwolke befragt und bin dabei auf die Biograpie von Marica Davenport gestolpert, die mich irgendwie ins gegenteilige Extrem geworfen hat.


Hier ist man ziemlich weit entfernt von jedem Elitarismus, denn die Autorin erklärt erstmal, dass sie auf Fußnoten verzichtet, weil das ihr Nicht-Wissenschaftliches Zielpublikum nur stört. Hm.
Ich empfand diese Einleitung einerseits als ok - immerhin weiß man worauf man sich einlässt, wenn gleich zu Anfang erklärt wird, dass man keine Quellenangaben bekommt und wie "fiktive Dialoge" als solche kenntlich gemacht werden.
Andererseits kann man sich fragen, warum ein Sachbuch fiktive Dialoge braucht? Ich habe das mal gelten lassen in dem Bezug zu TV Dokus, in denen ja auch immer nachgespielte Szenen vorkommen - solange es kenntlich gemacht ist und einigermaßen gut gemacht, sollte das als Nicht-Wissenschafltiche Arbeit ok sein.;-)
Die Sache mit den Quellenangaben lasse ich allerdings nicht gelten, denn das Argument, dass ein kleines Endnoten-Zählchen am Ende eines Zitates den Text "nur wieder in eine Quelle zurückwirft" und damit verhindert, dass "die Figuren ihre eigene Geschichte erzählen", kommt mir reichlich unlogisch vor - ich war lange genug Doktorant, um der Autorin zu unterstellen, dass sie auf dezidierte Endnotenvermerke einfach keine Lust hatte, weil die viel Arbeit machen und sie - vermutlich zu Recht - davon ausging, dass ihr Zielpublikum das eh nicht interessiert. Aber man könnte auch einfach mal so ehrlich sein, dass so zu sagen und sich keine komische pseudo-künstlerische Ausrede ausdenken, no?

Und was den Anspruch der Autorin angeht keine Quellenkritik, sondern "die Wahrheit" erzählen zu wollen - das ist so unfassbar vermessen, dass ich's eigentlich nur lustig fand.;-)

Trotzdem habe ich mich mal auf das Ergebnis eingelassen und wenn man immer den Disclaimer "Dramatisiert, muss nicht stimmen!" im Kopf behält, dann kann man sich hier auch bequem zurücklehnen und sich eine Geschichte erzählen lassen. Ob die dann mit der "historischen Wahrheit" mehr oder weniger zu tun hat, kann man ohne andere Sichtweisen nicht entscheiden, aber wer einfach nur ein paar Basisfakten möchte und sich nicht daran stört, dass die manchmal in nicht schlecht geschriebene Fiktion eingebettet werden, dann kann man hier auf jedenfall entspannter zum Ziel kommen, als in der verschwurbelten Grützenvariante.;-)

Ich vergebe mal subjektive (hat seinen Zweck für mich erfüllt, trotz amüsant unwissenschaftlicher Methode) 3,5 von 5 Partituren. Das Sachbuch 2016 haben wir hier wohl auch noch nicht gefunden, aber das Jahr ist ja noch lang.;-)

16.01.2016

Hollow City

Eigentlich habe ich ja sogar 3 Bücher Serien in 2015 für mich entdeckt, wenn man die Peculiar Children noch dazu zählt - da ich das zweite Buch aber erst in 2016 gelesen habe, nehme ich das mal als Auftakt fürs neue Jahr, man muss ja auch Ende 2016 noch ein paar Bücher zur Auswahl für das Buch des Jahres haben.;-)


Der zweite Band, Hollow City, hat mich zwar weiterhin ganz gut unterhalten, ich denke aber nicht, dass er wirklich Chancen auf die Krone 2016 hat. Dafür lässt sich die Story dann doch etwas ruckelig an, in der ersten Häflte des Buches habe ich mich gefragt, ob dem Autoren zwischendurch die Idee ausgegangen ist, wo seine Handlung hinlaufen soll - nicht weil ich immer ein total furioses Erzähltempo brauche, aber weil der erste Band das vorgab und daher die Flaute etwas überraschend kommt.

Ansonsten kann an diesem Buch durchaus gefallen, dass man keine wirklichen "Helden" Figuren hat, die auf Krieg, Tod und Gewalt total badassig reagieren, sondern tatsächlich völlig überfordert und shell-shocked durch die Gegend laufen. Ist mal erfrischend!

Ein bißchen strapaziert wurde allerdings zwischendurch meine Gedult mit endlos unbeweglichen Figuren (es ist ja ok, wenn einer der Optimist und einer der Pessimist und einer der Beschützer und einer der Clown ist, aber man sollte das nicht in jeder Diskussion überstrapazieren;-) und mit "irgendwie überleben wir immer alle" Siutationen.
Ich bin ja eher ein Fan der Herangehensweise von The Magicians oder Hunger Games - auch Hauptiguren müssen und können nicht immer alles überleben, aber hier ist das halt so. Oh well.

Als Fortsetzung im Sinne von "fängt in der Scheiße an und endet in der Scheiße" ist das schon machbar, aber ich hoffe doch, dass mich der nächste Band wieder so fesselt, wie das erste Buch...
Bis dahin vergebe ich mal 3,5 von 5 Eiszapfen. Ich denke 2016 wird noch besser werden!;-)

09.01.2016

Star Wars Reborn (keine Spoiler-Rücksicht, wie immer)

Jaja, Star Wars hier, Star Wars dort, ich kann es total verstehen, wenn es Manchen schon total auf die Nerven geht - aber man muss einfach mal fairerweise sagen, dass ein Film (und da geht es James Bond, oder den Minions oder allen anderen Mega-Franchises auch nicht besser) auch nichts dafür kann, dass einen die Dauerbeschallung aus Werbung, Licensing und Product Placement schon überfordert, bevor besagter Film überhaupt in die Kinos gekommen ist.
Versuchen wir also fair zu bleiben, ok?;-)

Apropos Fairness, das ist ein gutes Thema für Star Wars Episode 7, denn irgendwie geht es ja immer wenn irgendwas "Nostalgisches" mit riesiger Fanbase wieder ausgegraben wird auch darum, dass wieder alle was zu meckern haben und/oder völlig überzogene Erwartungen kundtun, nur um dann in selbst-erfüllender Prophezeiung total enttäuscht zu sein.
Es ist scheinbar ein Zeitgeist Phänomen, dass es heutzutage vor allem Leute ins WWW treibt, die aus ihrer Unbegeisterungsfähigkeit für alles einen Lebenstil machen wollen, der sich darin erschöpft, dass sie an alles mit einem "ich suche nach jedem kleinen Fehler und dann motze ich darauf herum" herangeht.
Ich finde das ein wenig deprimierend - ja, es gibt schlechte Filme, schlechte Bücher blablabla, aber als Kreativ-Schaffender finde ich es sehr beleidigend, dass man an ein Werk mit dieser Einstellung herangeht - als wäre jeder Hinz im Publikum entiteled dazu, dass man seine Geschichte an diese eng gestecken Erwartungen anpasst (mal ganz davon abgesehen, dass das nicht geht, weil man sich ja in seiner Unbegeisterungsfähigkeit eh mit niemandem einig sein will).

Aber das Entitlement-Denken von Fans und Fantum ist vielleicht ein Thema für einen anderen Post, bei Star Wars kann ich da wenig zu sagen, da ich mich zwar mit freudiger Nostalgie an die 3 Original Filme erinnere, aber mich nie als Fan bezeichnen würde - was mich allerdings auch vor überzogenen Erwartungen geschützt hat, wie schon bei Star Trek übrigens, denn in beiden Fällen waren meine letzten Begegnungen (RotS und Nemesis) so unfassbar übelst schlecht (meine persönliche Meinung), dass ich eigentlich nur noch bergauf sehen konnte.;-)


Und was das angeht, muss ich sagen: Ja, tut's.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, meine Nostalgie Gefühle wurden an einigen Stellen gefüttert (ich sage nur Vorgeschichte zum Nachlesen - großartig, vermutlich wird heute überall gelehrt, dass man einen Film nie nie nie nie so anfangen sollte;-), aber der Fan-Service kam mir nicht übertrieben vor. Und ich liiiiebe kleine, fiepende Roboter, ganz ehrlich!!;-)

Ich habe mir die Mühe gemacht mal nach Logik-Löchern oder schmerzhaft schlechten Dialogen Ausschau gehalten, weil ich das nach Episode 1-3 erwartet habe, aber auch da, habe ich nicht wirklich etwas gefunden, was die übliche Suspension of Disbelief nicht abdecken könnte - ich musste mich ein wenig daran gewöhnen, dass das Nazi-Imperium in dieser Ausführung (warum sind eigentlich alle bösen Imperien an denen ausgerichtet, es gab auch noch andere?;-) von General Weasly und Imperator Gollum angeführt wird, aber naja, Bösewichte sind halt schwierig. Und es ist immerhin konsequent, dass der kleine Teenie-Vader genauso Impulsgestört und Emo-mäßig drauf ist, wie Anakin seinerzeit - das soll wohl eine Familienähnlihckeit darstellen und ich bin zu begeistert davon, dass der neue jugendliche Held ein Mädchen ist, da lasse ich das einfach mal so stehen.;-)

Alles was "man" als Kritik vorzubringen hat - Chrakterentwicklung im Zeitraffer Tempo, wenig tiefsinnige Dialoge, unrealistische Heldin, die sich alles selbst beibringt blablabla - ist dem Genre geschuldet und meiner Meinung nach unzulässig, denn wenn man sich erinnern will (und seine verklärende Nostalgie bitte mal beiseite lassen kann), war Star Wars im Original vor allem Eines: Ein Märchenplot mit Aliens. Es gab den Bösen Zauberer, die Prinzessin in Not, den Jugendlichen Helden in Ausbildung, den Weisen Lehrmeister und den Schneidigen Rouge mit Witzigem Sidekick.
Das ist weder tiefsinnig noch "realistisch", noch muss es das sein, weil es funktioniert, wenn man es einfach mal lässt.

Generation Unbegeisterungsfähig behauptet vielleicht was anderes, aber ich stehe dazu, dass ich lieber einen gut gemachten Film voller Archetypen sehe, als eine auf Teufel komm Raus auf "realistisch" oder "dramatisch wertvoll" getrimmte Grütze. Love your Fairy Tales, dann kann man sich hier gut unterhalten lassen.;-)

Ich ziehe also nur für die leider immer wieder mal Super-Schwelligen Bösewichte einen halben Punkt ab und habe mit 4,5 von 5 Lederjacken einen guten Kandidaten für den Film 2016 - mal sehen was noch kommt, ich habe noch Hunger Games ausstehen und Ant-Man.;-)

03.01.2016

Mass Effect 3. The End of all Things.

Man muss ja den machern von Mass Effect zugestehen, dass sie das Wort Katastrophenkurve gut verstanden haben.
Das geht in Teil 1 noch relativ harmlos los - da wird nur in der ersten Mission das halbe Ground Team erschossen - zieht dann in Teil 2 mächtig an, wenn es schon damit anfängt, dass Schiff und Hauptcharakter drauf gehen. Was macht man dann aber als Auftakt zu Teil 3?
Ach ja, man jagt einfach den halben Planeten in die Luft und tötet gefühlte 10.000 NSC mal in den ersten 10 Minuten. Richtig.

Ich muss sagen Mass Effect 3 hatte was das Spielerlebnis angeht einen gewissen Katharsis-Effekt. Man ist es aus Dragon Age Zeiten so gewöhnt der Held zu sein, der alles bewältigen kann und zu dem alle immer aufblicken, da ist es mal eine wirklich interessante Erfahrung in ein Szenario geworfen zu werden, in dem zwar immer noch alle irgendwie erwarten, dass man den Tag rettet, aber gleichzeitig jedem bewußt ist, dass das eigentlich unmöglich ist. Da kommt einem die besagte Suicide Mission total harmlos vor, denn hier geht es tatsächlich merklich bergab, rechts und links sterben die Companions und NSC wie die Fliegen und es gibt einfach Situationen, in denen die Bösen gewinnen, Punkt. Achso, und die ganze Zeit geht eigentlich niemand davon aus, dass man den unvermeidlichen Showdown überleben kann - es ist beinahe befreiend.;-)

Das Ganze könnte einen ziemlich runterziehen, daher empfielt es sich die diversen DLCs mitzunehmen - nicht nur, um wichtige War Assets zu sammeln und eine Fighting Chance für das eigene Überleben zu haben, sondern vor allem, um im Citadel Landurlaub noch ein wenig Quality Time mit dem Team zu verbringen. Ich hoffe ja persönlich, dass Trespasser sowas für DAI sein wird, aber dazu dann irgendwann mehr, wenn unsere XBox One installiert ist.;-)

Bis dahin muss ich ein klitzeklitzekleines halbes Pünktchen abziehen, weil es mich aus Prinzip ein wenig nervt, dass das einigermaßen überlebbare (also für die Menschheit, nicht unbedingt für den Commander) Ende eigentlich fast nur mit DLCs machbar ist - das riecht mir ein wenig nach Geldmacherei und dafür gibt es Abzüge in der B-Note, auch wenn das 0 mit dem Spiel zu tun hat; denn das ist einfach großartig, von den Companions, über den echt beeindruckenden Score (habe ich mir für das letzte Kapitel von Elysion reingezogen, ich denke man merkt es;-) und London als wirklich gruseligen Last Stand Schauplatz.
4,5 von 5 Omni-Blades mit ausschließlichen Abzügen in der B-Note. Sehr zu empfehlen!

Und jetzt, wo die Shepard-Saga auf jeden Fall vorbei ist, freuen wir uns schonmal auf ME Andromeda - Neue Galaxie, neues Glück, oder so.;-)

31.12.2015

Berühmte letzte Worte 2015

Uuund da ist das Jahr auch schon wieder vorbei - furchtbar, dass man im Winterurlaub eigentlich immer nur von Feiertag zu Feiertag schlittert und alles so an einem vorbeischwimmt...oder auch nicht, man kann sich schlimmer beschäftigen, als mit Essen, Trinken, Schlafen, Wiederholen.;-)
Bevor aber 2015 einfach mal so in der Versenkung verschwindet, haben wir noch eine kleine Bestandsaufnahme hinter uns zu bringen!
Bring it on.;-)

Vorherrschendes Gefühl für 2016?
Undefiniert. Ich bin ausnahmsweise mal ziemlich Ereignislos durch ein Jahr gekommen - keine großen Veränderungen, Aufträge, Katastrophen, einfach mal business as usual für 12 ganze Monate. Kann wieder anders werden, vielleicht auch nicht, wir werden es erleben!

2015 zum ersten Mal getan?
Hmmmmm.... ist jetzt mit dieser Vorrade natürlich eine schwierige Frage!
Ich entscheide mich für: Dschungel-Klima ausprobiert und festgestellt, dass ich nie nie nie nie nie nie in ein Land reisen möchte, wo es dieses Klima gibt. Ist ja auch schonmal eine wichtige Erkenntnis für den weiteren Lebensweg.;-)

2015 nach langer Zeit wieder getan?
Mich mit meinen Beta-Lesers ausgetauscht - es ist wieder Überarbeitungszeit! Außerdem haben wir die Ankündigung aus 2014 endlich aufgegriffen und einen Großangriff auf IKEA gestartet. Also gibt es jetzt endlich wieder ein kleines Bastel/Näh/Schreib-Nest nur für mich. Yeiii!:-)

2015 leider nicht getan?
Viele lang anstehende Baustellen beiseitigt: Kaputte Heizung, unzuverlässiges Internet und eventueller Providerwechsel für Kabel und Telefon stehen leider immer noch auf meiner To Do Liste und weigern sich von alleine zu verschwinden...Neues Jahr neues Glück!

(Un)wort des Jahres?
Alles was mit Heizungssystemen und KfW Förderungen zu tun hat! 6 Wochen meiner Lebenszeit verschwendet, um mich durch diese !$@& Webseiten durchzuwühlen, nur um festzustellen, dass das in unserem Haus alles nicht verbaut werden kann. Groß-ar-tig. Nicht!

Allgemeinzustand?
Überraschend gut. Vor den Feiertagen musste ich Migränebedingt mal das Kino sausen lassen und den Heiligen Abend habe ich mit einer Wärmflasche auf dem ausgerenkten Steißbeinwirbel verbracht, aber an sich würde ich das unter "Zipperlein" verbuchen. Nerven einen manchmal, gehen auch nicht weg, aber könnten wirklich wirklich schlimmer sein. Nur der Magen hat mir im Winter keinen Spaß gemacht, aber die Weihnachtsfresserei hat er brav gemeistert, ich denke also wir haben diese schwierige Zeit in unserer Beziehung gut überstanden - und ein bißchen (unfreiwilliges) Fasten direkt vor Feiertagen ist ja nun auch nicht sooo verkehrt.;-)
 
Partys?
Unser Yul-Dinner muss dieses Mal nachgeliefert werden, die Geschenkezusteller haben es nicht rechtzeitig geschafft, aber Zombies, Sushi, Sensationen gab es dafür ja an Halloween!:-)

Haare länger oder kürzer?
Hmm ich würde sagen ein paar Zentimeter kürzer, aber wer kann da schon sicher sein...

Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
Ach ja, noch ein To Do Punkt, der sich hartnäckig geweigert hat in 2015 erledigt zu werden - mal nachsehen lassen, warum ich so schlecht auf dem Fernseher lesen kann. Kann am Fernseher liegen, aber vielleicht bin ich auch einfach Maulwurfiger geworden...;-)

Mehr Kohle oder weniger?
Glücklicherweise mehr, ansonsten wäre die kaputte Heizung nicht unter "hmpf muss ich noch machen", sondern unter Katastrophe verbucht worden.;-) Nächstes Jahr habe ich sogar die Schulden aus meinem Studium abgetragen - faszinierend, dass man noch für Sachen zahlt, die sich 20 Jahre entfernt anfühlen.^^

Mehr ausgegeben oder weniger?
Neues Schlafzimmer, IKEA, ich glaube ich brauche dazu nichts sagen.;-)

Mehr bewegt oder weniger?
Gleichbleibend 2-4 Stunden in der Woche, aber mit mehr Yoga und weniger HIIT - mein Asthma will das nicht und mein Rücken ist der Meinung, dass Beweglichkeit im Alltag eine total tolle Sache ist, während man vermutlich nie in die Verlegenheit kommt 50 Burpees für sein Überleben zu brauchen.;-)

Film des Jahres?
Ich hatte mir diese Kategorie mal offen gelassen und auf Star Wars gehofft, aber Migräne sei Dank (s.o.) muss dieser Kinobesuch jetzt vermutlich der erste in 2016 werden und wir sprechen nächstes Jahr darüber. Ansonsten bleibt mal festzuhalten, dass ich tatsächlich in 2015 nur 3 aktuelle Filme gesehen habe, von denen sich der 3. Hobbit mit Sicherheit nicht als Film des Jahres anbietet (sogar innerhalb der Hobbit Filme, war der so naja) und Jurassic World zwar nette Saurier hat, aber ein so unfassbar stumpfsinniges Drehbuch, dass es eigentlich ein "wie man es nicht macht" Beispiel sein könnte.;-) Also muss ich mich für 2015 auf die 2 Days of Ultron festlegen - da war wenigstens nur der Titel irreführend, aber die Charaktere ok.;-)

Buch des Jahres?
Im Gegensatz zu Filmen immerhin war 2015 ein gutes Jahr für Bücher. Mit den Rivers of London und dem Tearling habe ich gleich 2 Serien angefangen, die mich lange beschäftigt und gut unterhalten haben und auch im Sachbuch Bereich gab es wirklich viele Zufallsfunde, die mich sehr gefesselt haben. Ich hebe daher mal die Unterscheidung zwischen Buch und Hörbuch auf - da ich nur ungekürzte Hörbücher kaufe, ist der Inhalt ja derselbe - und vergebe mein Buch des Jahres an The Serpent Garden (suprise;-) und das Sachbuch an The Creation of Anne Boleyn (more suprise;-).

Erkenntnis des Jahres?
Manchmal kann man es nicht erzwingen. Habe ich in vielen Konfigurationen in diesem Jahr durchexerziert, sei es mental, körperlich, kreativ, motivational. Wenn man grade keine Ressourcen hat, muss man manchmal einfach damit leben, sich selbst in den Hintern treten bringt einen einfach nicht immer weiter, so gerne man das hätte.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ach, immer diese furchtbare Frage, die ich immer so schwer beantwortbar finde...Ich entscheide mich einfach mal für ein Geschenk, das ein paar Stunden Lebenszeit gekostet hat - Zeit zu verschenken, ist ja immer gut. :-)

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Die Krone muss leider dieses Jahr an den Ehemann gehen, der mir zu Weihnachten das unfassbar großartige Mystery Science Theater 3000 auf DVD geschenkt hat, obwohl er den Film abgrundtief hasst und meistens in ein seltsames Lalalalalala verfällt, wenn die Filmzitate anfangen zu fliegen. Etwas zu verschenken, das anderen Freude macht, obwohl man es selbst furchtbar findet - da muss einfach der goldene Gummipunkt hingehen, oder?;-)

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Ich muss niemandem etwas beweisen, außer mir selbst.
Ging nicht um mich, aber ist einfach eine ewige Weisheit für alle Lebenslagen.

Die größte Enttäuschung?
Hmmm...ich stelle fest, dass 2015 ein Höhen- und Tiefenarmes Jahr war. Das an sich ist ja nich schlecht, aber ich denke ich entscheide mich für das Bedauern, dass unserer alten Puschelkatze nicht mehr Zeit mit uns vergönnt war (Darmkrebs) - aber ich denke mit 10 schönen Jahren und einem schnellen, aber dafür großteilig Leidensfreien Abgang muss man sich zufrieden geben.

Beste Idee/Entscheidung des Jahres?
Brügge zum Hochzeitstag. Reisen ist immer gut und wir hatten ein bisschen Zeit und Ruhe wirklich nötig - und außerdem können die Belgier wirklich gutes Bier und leckere Schokolade, was will man mehr?!;-)

Vorsatz fürs neue Jahr?
Ich halte ja bekanntlich nicht viel von guten Vorsätzen, außerdem habe ich irgendwie jeden Dezember dieselben (weniger Essen, Trinken, Schlafen nach dem Wintergelage z.B.;-), aber ich hoffe sehr, dass 2016 ein gutes Jahr wird, um Projekte abzuschließen, die noch so halbfertig herumliegen.:-)

2015 war mit einem Wort?
Angenehm. Kann so bleiben, muss aber nicht.;-)

In diesem Sinne ein hoffentlich glückliches und erfolgreiches Jahr 2016 für uns alle!:-)

28.12.2015

Schoko-Käsekuchen Dessert mit Wintergrütze (ohne Backen)

Man erinnert sich vielleicht noch, dass ich Backen hasse - trotzdem esse ich gerne Dessert, was manchmal ein kleines Dilemma sein könnte, wenn es nicht so viele wunderbar leckere Dinge gäbe, die man ganz ohne backen zusammenrühren kann.;-)

Dieses Jahr zu den Feiertagen haben wir uns also mal an ein Schicht-Dessert gewagt, dass man wunderbar vorbereiten, in ganz normalen Saftgläsern sehr hübsch anrichten und ganz ohne backen zusammenstellen kann.

Man braucht (für 8 normal große Saftgläser):
- 2 Packungen Schoko-Kekse (hier American Cookies)
- 400g Mascarpone
- 200g Frischkäse
Vanillezucker
Milch
- 300g Grütze (hier gab es grade Wintergrütze zu kaufen, aber Kirschgrütze oder ganz normale Rote Beeren Grütze geht bestimmt genau so gut)

Als unterste Schicht haben wir je 2EL zerbröselte Kekse in die Gläser gegeben (so ca. 3/4 der ersten Packung). Dann wird die Mascarpone mit dem Firschkäse, dem Zucker (nach Geschmack) und ein Paar EL Milch zu einer glatten Masse verührt und schon kann das Schichten beginnen:
Keksbrösel
Frischkäsemasse
Grütze
Keks
usw...

In unsere Gläser haben nur 5 Schichten gepasst, aber man hätte natürlich ein bißchen dünner schichten, oder mehr Kekse zwischenschichten können.
Das Schöne ist, dass das immer lecker ist und immer gut aussieht, egal wie mans macht.;-)

Damit die Kekse nicht so hart sind, haben wir das Dessert morgens vorbereitet und danach so 5-6Stunden in den Kühlschrank gestellt, das ergab eine gute Konsistenz. Kann man aber auch natürlich halten, wie man will.;-)

Guten Appetit!

26.12.2015

Mass Effect 2. Oder: Suicide Missions und wie man sie überlebt.

Wir sprachen doch schon häufiger davon, dass 2. Teile in der Scheiße anfangen und in der Scheiße enden, no? Ich muss sagen, diese Theorie bestätigt sich tatsächlich immer wieder, denn auch der 2. Teil von Mass Effect passt sich nahtlos in dieses Schema ein.

Wenn man immer schonmal ein Spiel spielen wollte, in dem man zu Auftakt erstmal mit seinem Raumschiff in die Luft gesprengt wird, hier ist man da richtig.;-)


Anlaufschwierigkeiten hatte ich diesmal tatsächlich kaum, an die Sache mit den Feuerwaffen gewöhnt man sich irgendwann und die bessere Menuführung und Grafik helfen auch schon - außerdem muss man nicht mehr so viel Auto fahren, das kann ich weiterhin einfach nicht.;-)

Was für mich aber Teil 2 tatsächlich zu einem signifikanten Fortschritt macht, sind die gefühlten 100 Companions, die man unterwegs so einsammelt. Endlich mal wieder ein paar interessante Leute, mit denen man sich unterhalten kann! Auch wenn die DLC companions ein wenig einseitig bleiben  - schade, ich hatte eine Schwäche für das kleine, japanische Hacker-Girl;-) - haben sich die Autoren mit dem Rest zumindest Mühe gegeben. Singende Wissenschaftler, notgeile Ingenieure und Psychotic Biotics inklusive.

Ach so ja, und die Suicide Mission, die nicht umsonst so heißt - da muss man sich tatsächlich ein bißchen Mühe geben, damit alle (incl. Hauptcharakter) das überleben, bei Dragon Age kriegt man ja teilweise eher einen Gott-Komplex, weil man irgendwann irgendwie alles übersteht, ohne ins Schwitzen zu geraten.

Was die DLCs angeht, empfehle ich vor allem den Shadow Broker Auftrag noch mitzunehmen, daran hatte ich wirklich mächtig Freude- ich sage nur Auto-Verfolgungsjagdt in einem Hover Taxi, full Fith Element Mode, ich habe noch nir soviel Geflucht während ich so viel Spaß hatte.;-)

Insgesamt haue ich nur ein halbes Pünktchen runter für die manchmal ein bißchen eingeschränkten Interaktionsmöglichkeiten (ehrlich, jeder hält dich für tot und du kannst nicht mal deine Mama anrufen? Im 1. Teil ging das noch für unwichtigere Dinge!;-), aber 4,5 von 5 Raum-Taxis sind ja schon in Dragon Age Größenordnungen. Mal sehen wie das große Finale sich so spielt!:-)

21.12.2015

A fucking fairytale zur Rosenhochzeit

Brügge im Winter - was soll ich sagen?
Die Bahn fuhr planmäßig, die Stadt ist einfach immer toll, und wir konnten ein neues "Türme auf die wir raufgeklettert sind" Häkchen auf unserer Urlaubsliste abhaken. A fucking fairytale halt - Beweisfotos gefällig?;-)






 Prädikat? Sieht gut aus!;-)
Noch mehr Fotos gibt es hier.

14.12.2015

Invasion of the Tearling

Ich umgebe mich momentan ein wenig mit Welt-Endzeit-Szenarien, stelle ich fest - Hunger Games auf meinem Quatschkopf, Mass Effect in der X-Box und Invasion of the Tearling auf dem Nachttisch.

Vielleicht hilft das ja alles ein wenig dabei mich auf das Ende von Elysion einzustimmen, denn wenn man was über ausweglose Situationen und wie man ihnen begegnet, lernen möchte, ist man im Tearling ganz gut aufgehoben.;-)

With each passing day, Kelsea Glynn is growing into her new responsibilities as Queen of the Tearling. By stopping the shipments of slaves to the neighbouring kingdom of Mortmesne, she crossed the Red Queen, a brutal ruler whose power derives from dark magic, who is sending her fearsome army into the Tearling to take what is hers. And nothing can stop the invasion.
But as the Mort army draws ever closer, Kelsea develops a mysterious connection to a time before the Crossing, and she finds herself relying on a strange and possibly dangerous ally: a woman named Lily, fighting for her life in a world where being female can feel like a crime. The fate of the Tearling – and that of Kelsea’s own soul – may rest with Lily and her story, but Kelsea may not have enough time to find out.
Ich muss sagen mir gefällt weiterhin sehr, dass diese "Fantasy" sich nicht um Orks und Krieg dreht, auch wenn eine riesige Armee auf die Hauptstadt zieht, sondern um die Beziehungen zwischen Figuren, in einem sehr reduzierten Cast. Da passt es dann auch irgendwann sehr gut, dass die Böse Königin sich in diese Reihe nahtlos einpasst - böse ja, aber nicht unnachvollziehbar.

Ich mag unperfekte Helden und was das angeht, kann man sich hier sehr wohlfühlen.;-) Ich bin allerdings noch nicht so sicher, ob mir diese 2. Lily-Storyline wirklich so gut gefällt - zum Ende hin wird ein bißchen Crossing Hintergrund damit eingewoben, aber zu Anfang wirkt dieses "wir erzählen jetzt mal noch eine andere, völlig unverbundene Geschichte, weil unsere Heldin einfach Schlafwandelt" etwas gewollt und fremdartig...ich denke man wird abwarten müssen, ob es einen vernünftigen Abschluss im dritten Band gibt, bevor man sich dazu ein Urteil bilden kann.
Ansonsten habe ich nur das übliche zu meckern - zuviele Geheimnisse, die auf Teufel komm raus kryptisch bleiben sollen. Tut das Not?;-)

Für den "2. Teile fangen in der Scheiße an und enden in der Scheiße" Teil vergebe ich daher mal dieselben 4 von 5 Belagerungsmaschinen, wie für den 1. Teil und beinahe aus denselben Gründen. Ich hoffe mal auf den 3. Band was ein paar Antworten angeht - ich mag es wenn wenig Hintergrundwelt erklärt wird, aber wenn zu wenig Story erklärt wird, wirds irgendwann anstrengend.;-)

09.12.2015

Listening to: Stephen King - On Writing. Oder: Noch mehr Gedanken zum Schreiben (vorsicht lang!)

Ich habe schonmal erwähnt, dass ich keine Schreibratgeber lese, weil die mir Blutdruck machen, oder?
Es zeigt sich, dass unzulässige Verallgemeinerungen immer falsch sind und ich manchmal eine Ausnahme von meinen eigenen Regeln mache.;-)
Nein, im Ernst, ich stolperte in meinem Hörbuch-Abo über das Halb-irgedwie-Biographie, halb-Schreibratgeber Buch von Stephen King, ein Mensch, den ich schon sehr oft Dinge über Schreiben und Geschichten habe sagen hören, die ich sehr nachvollziehen konnte und mit dem ich meine beinahe pathologische Abneigung für zu viel Notzien teile.
Was läge da also näher, als sich das englische Hörbuch mal von ihm selber vorlesen zu lassen?
Nicht viel, ausser, dass der Blutdruck Faktor natürlich auch wieder zugeschlagen hat, aber der Reihe nach.;-)


Erstmal hat mir der autobiographische Teil sehr gut gefallen, auch und vor allem, weil ich viele der grundlegenden Prinzipen nachvollziehen kann:
1. Schreiben ist einsam
Das mag man nicht so bedenken, wenn man grade erst anfängt, oder es mag einen nicht stören, wenn man eher der introvertierte Typ ist, aber mich hat dieser Aspekt nach meinen Jahren Schreibpause und Theaterspielen sehr hart getroffen. Ich bin nicht so der Archetyp Einsiedler Poet und so ein Theaterstück auf die Füße zu stellen, mit allem Stress und allen Disskussionen und allen ständigen "auf engem Raum mit immer denselben Leuten eingepfercht sein" hatte einfach eine ganz andere euphorisierende Wirkung, wenn man es denn dann vors Publikum trägt, als in seinem stillen Kämmerlein eine weiße Seite zu füllen. Ich versuche das heutzutage ein wenig auszugleichen, in dem ich einen Chat-Kanal für meine Beta-Leser habe, in den ich schonmal ein bißchen Kommunikation pusten kann, wenn mir allzueinsam wird, aber ich versuche das nicht überzustrapazieren.;-)
Der Punkt ist, wenn man niemanden hat, der jeden Gedanken, jede Entwicklung und jede "innere" Diskussion in einem laufenden Projekt immer mitverfolgt (Co-Autoren vielleicht, oder seeeehr interessierte Freunde, Partner, Eltern;-), dann ist es sehr schwer im Gespräch zu bleiben - je mehr man erklären muss, desto schwieriger wird das und desto seltener macht man (aka ich) sich die Mühe.
Über kurz oder lang muss man also vermutlich damit leben, dass Schreiben bedeutet vor seinem Monitor zu sitzen, während andere Kinder in der Sonne spielen. Das muss man nicht schrecklich finden (im Gegenteil, wenn man das schrecklich findet, sollte man vielleicht ein anderes Hobby suchen;-), aber man sollte sich mental darauf einstellen.

2. Man kann nicht schreiben wenn man nicht liest und wenn man nicht schreibt
Ich habe letztlich noch gesagt, dass wir Geschichten nicht nur in Büchern finden. Das stimmt! Was man aber vor allem in Büchern findet, sind Grammatik und Vokabular und Mr. King & ich sind uns immerhin in dem Punkt einig, dass man ohne Grammatik und Vokabular schwer schreiben kann. Es kann ein Stilmittel sein, wenn ein Ich-Erzähler furchtbare Grammatik hat - ich denke so an The Knife of Never Letting Go - aber um es zum Stilmittel zu machen, muss man erstmal wissen wie es richtig geht. Und der Thesaurus bringt einen nur bedingt weiter - man findet immer ein hochtrabendes Synonym, aber ist das dann noch das, was man wirklich sagen will?
Über das Learning by Doing sprachen wir ja schon - jeder Autor schreibt in seinem Leben vermutlich 5x mehr Worte, als nacher auf der Seite übrig bleiben. Das ist einfach die Realität des Lebens.;-)

3. Schreib was du kennst oder dir ausdenken kannst
 Lange Zeit hörte man ja immer nur "Schreib was du kennst" und das ist Schwachsinn, wenn man es wörtlich nimmt. Wenn man es wörtlich nimmt, könnte niemand über Science-Fiction, oder Steampunkt, oder Elfen, oder auch nur historische Figuren schreiben. Schreib was du kennst ist (und war, glaube ich, immer schon) auf die tiefen Prinzipien von Geschichten gemünzt. Wie es in dem Buch heißt: Wenn man Klemptner ist und fasziniert von Space Travel, warum nicht einen Hauptcharakter wählen, der in irgendeiner Zukunft zum Wartungsteam eines Raumschiffes gehört?
Die meisten Geschichten bestehen aus uralten Prinzipien - Liebe, Hass, Gefahr, Konflikt, Macht, Trauer und und und - wenn man weiß, oder erlebt, oder beobachtet hat, wie Menschen auf diese Dinge reagieren, dann kann man darüber schreiben was man kennt, auch wenn die Hauptfiguren in der Geschichte alle blaue Navi vom Planeten XY sind.

4. Aufschreiben ist 30%, Überarbeiten 70%
Ich fand es sehr erfrischend einen unleugbar erfolgreichen Autor mal sagen zu hören, dass man weder Symbol noch Leitmotiv braucht, wenn man eine gute Geschichte zu erzählen hat. Ich wußte das immer schon, aber als Hobbyist hat man weniger Gewicht, wenn man sowas rausposaunt.;-) Was ich interessant fand, war die Herangehensweise eine Geschichte zu erzählen, danach zu schauen, ob sich irgendwelche Symbole und Motive drin verstecken und falls nicht, ok, aber falls ja, die - wenn man denn will - noch ein wenig rauszuarbeiten. Ich bin nicht so ein großer Freund von Symbol und Leitmotiv und halte sie meistens für ziemlich überbewertet, daher würde ich jetzt nicht die Hälfte meiner Geschichte nochmal umschreiben, nur um darauf hinauszuwollen, dass der Pfannkuchen eigentlich immer schon die Metapher für Jesus war, aber das bleibt ja jedem selbst überlassen.
Was ich auf jeden Fall gut kenne - vermutlich eine Krankheit von Notizenarmen Autoren;-) - ist, dass mir erst im Nachhinein auffällt wie wunderbar sich manche Dinge, die einfach so im Schreibfluss laufen, in das Große Ganze einpassen, auf vielen verschiedenen Ebenen, auch auf Motiv und Symbolebene.

Das sind die "großen" Prinzipien, an denen ich nicht rütteln kann, weil sie einfach so sind. Schwierig wird es für mich dann immer bei den "praktischen Tipps", über die ich mich unweigerlich ärgere und mich auch hier wieder geärgert habe.
Ein Beispiel? Stephen King hasst Adjektive. Man soll sowenig davon benutzen und in der Inquit schonmal bitte gar nicht. Am besten bleibt man bei Er sagte, Sie sagte, Er sagte. Wenn das Gesagte und die Situation nicht klar machen wie jemand etwas sagt, dann ist das halt schlecht und kein Adjektiv kann das retten. Und überhaupt Beschreibungen. Sowenig wie möglich und Adjektive sowieso.
Ich liebe Adjektive. Ich benutze hunderte davon, teilweise denke ich sie mir selber aus, um genau das zu beschreiben, was ich beschreiben will und meine Inquits? Haben manchmal sogar 2 davon auf einmal, weil man tatsächlich etwas amüsiert und herablassend sagen kann. Und sagen als alleinstehendes Verb? Ich hasse sagen. Niemand, in meinem Weltbild, "sagt" jemals irgendwas einfach so. Wir erklären, wir flüstern, wir stellen fest, wir beurteilen, wir lachen, weinen, schreien, zischen, bemerken, aber sagen? Nope.
Ich bilde viele meiner Figuren oft nur von außen ab und wie sie Dinge sagen, gibt wichtige Hinweise darauf was in ihren Köpfen vorgeht. Natürlich könnte ich das weglassen, damit Mr. King und Lesern wie ihm das besser gefällt, aber ich bin ziemlich sicher, dass dann hundert andere Leser die Geschichte irgendwann zur Seite legen, weil sie nicht mehr wissen was sie mit den Figuren anfangen sollen. Wörtliche Rede ohne Bühnenanweisungen ist hart, jeder der schonmal Shakespeare inziniert hat, weiß das. Und wieviele Menschen lesen zur Entspannung Shakespeare? Ok gut, ich, aber trotzdem!;-)
Und Beschreibungen? Sind mein Pride & Joy, ich bilde mir ein, dass ich ziemlich gut in sowas bin und ich liebe Bücher, die ein detailiertes Bild in meinem Kopf malen. Erinnert sich irgendwer an die Kirchentür in Der Name der Rose? Ich bin überzeugt, ich bin nicht die Einzige, die dieses Buch nicht trotz der Beschreibungen mochte, sondern wegen.

So und nun? Stepehen King sagt *haha* nicht "In meinen Geschichten mache ich das so" oder "Für mich funktioniert das so am besten" - ok doch, das sagt er manchmal, aber eben nicht gefolgt von "bei euch kann das anders sein", sondern von "also macht das so". Tut das, tut das nicht, oder sogar "Tut das um Gottes Willen nicht!".
Er sagt aber auch, dass man seinen eigenen Stil entwickeln soll und nicht versuchen wie jemand anderes zu schreiben. Hm.
Und das ist dann in jedem Schreibratgeber der Punkt, an dem unweigerlich ein kleines Mantra in meinem Kopf anfängt zu trällern, das da heißt "This is bullshit!". In Endlosschleife.
Ich denke, würde ich Mr. King jemals treffen und dürfte mich 5 Minuten mit ihm unterhalten, dann würde ich ihm genau das sagen und zu seiner Ehrenrettung (und meiner;-) denke ich sogar keiner von uns beiden hätte ein Problem damit.

Mein kleines Bullshit-Mantra zieht sich deshalb so konsequent durch den ganzen zweiten Teil des Buches, weil es - vielleicht ein Feature von Ratgebern aber für mich trotzdem ein Bug - die für mich wichtigste Regel des kreativen Arbeitens verletzt: ES KOMMT DARAUF AN!

Wenn jemand am besten arbeitet, wenn er 4-6Stunden am Tag an einem Schreibtisch mit dem Gesicht zu einer blanken Wand sitzt, jeden Tag nicht von diesem Tisch aufsteht und nicht die Tür aufschließt, bis die 2000Worte runtergerissen sind und keine größeren Schreibpausen als 1 Tag machen will, weil ihm sonst die Geschichte entgleitet und deswegen auch keine Ausnahmen für Geburtstage, Weihnachten und Trauerfälle machen kann und niemals Fernsehen würde, weil das Teufelszeug ist - ok, gut, fein, von mir aus.
Aber was hat das mit mir zu tun?
Ich bin nicht in der (glücklichen?) Lage meinen Tag frei einzuteilen, mein Arbeitszimmer hat keine Tür und eigentlich wandere ich mit meinem Rechner sowieso am liebsten von Zimmer zu Zimmer, mein Schreibtisch kukt durch ein großes Fenster in meinen Garten und feste Schreibzeiten und Wortziele bringen mir gar nichts, wenn ich keine Lust habe, kommt da nur Mist bei raus, den ich nacher unter "nutzlosem Aktionismus" verbuchen und komplett löschen kann. Schreiben ist einsam genug, ich nehme mir gerne Zeit für Geburtstage und andere Soziale "Verpflichtungen" und manchmal schwimmt mir eine Szene erst nach mehreren Wochen in den Fokus und meine Figuren und Plots kommen mir klarer vor den je. Und dieses pseudo-intellektuell-elitäre "Iih Fernsehen, wie kann man nur?" kann ich echt nicht mehr hören - wißt ihr wieviele großartig hilfreiche Ideen ich aus Serien und Dokus habe? Bleibt mir bloß mit dem Statussymbol "Fernsehablehnung" vom Leib, I know what I'm doing! (Obwohl ich zugestehe, dass in den späten 90ern, in denen dieses Buch entstand, vielleicht noch nicht sooo viel an TV Budget ausgegeben wurde, aber selbst da gab es schon den History Channel!;-)
Seine Arbeitsweise zu teilen, ist nett, aber daraus Regeln abzuleiten halte ich für tiefgreifend problematisch, denn: Es kommt IMMER darauf an.

Jede! einzlene! Regel! "wie man Dinge tut" kann und darf und muss von irgendwem irgendwo gebrochen werden, ansonsten bleibt jede Kreativität auf der Strecke.

Es fällt mir auf, dass ich sehr Beratungsresistent rüberkomme und in gewissem Sinne bin ich das auch. Der fundamentale Unterschied zwischen mir und Mr. King ist vielleicht der: Mir ist es ziemlich egal, ob jemand anderes mag was ich mache.
Ich glaube, es wäre kein großes Drama zuzugestehen, dass ich nicht mag was Stephen King schreibt (tue ich nicht und jetzt weiß ich ein wenig besser warum;-) und dass er vermutlich absolut hassen würde, was ich schreibe. Aber durch seine Ratschläge zieht sich eine generelle Leser-Orientierung, die man als Berufsautor vielleicht braucht, aber die mir komplett abgeht.
Ich sage meinen Beta-Lesern immer, dass sie nicht bis zum Ende "dranbleiben" müssen, wenn ihnen die Geschichte partout nicht gefällt. Ich muss/will meine Geschichten nicht verkaufen, was irgendein späterer Leser, irgendein Kritiker, oder irgendeine Zielgruppe, oder irgendein Zeitgeist von meinem Stil und meinen Figuren hält, ist mir ziemlich schnuppe.
Um im Wortschatz des Buches zu bleiben: Ich bin absolut überzeugt davon lieber ein mittelmäßiger Autor zu meinen eigenen Bedingungen zu bleiben, als ein "guter" oder "großartiger" nach der Definition von jemand anderem zu werden.
Und ich glaube auch damit hätte Stephen King kein Problem - das macht es besser.;-)

Unterm Strich kann ich trotzdem nur 3 von 5 Schreibmaschienen vergeben, denn außer der Erkenntnis, dass ich mit meiner im Selbstversuch entwickelten Arbeitsweise ganz zufrieden bin (das ist ja schonmal 3 Punkte wert, no?), war das nicht wirklich hilfreich und geärgert hab ich mich auch wieder, das ewige ZEN ist also mal wieder weg.*seufz*;-)

06.12.2015

Weihnachtsbäkerei 2015

Manchmal muss einfach ein Foto mehr als 100 Worte sagen - dank A.s Back-Talenten habe ich mal wieder "selbst" gebackene Kekse zu verschenken gehabt.

 Ich bitte besonders auf die Big Ben Kekse zu achten, die ganz großaritg aussehen - die Ausstechform war mein Geburtstagsgeschenk, man könnte also einen durchdachten Plan unterstellen.;-)


Schönen 2. Advent!

02.12.2015

Mass Effect 1. Oder: Das generische Lagerhaus. In Space.

Ich muss zugeben, ich leide unter extremen Entzugserscheinungen. Die letzten beiden Story DLCs für DAI sind nur und ausschließlich für die NextGen Konsolen rausgekommen - eine Entscheidung, die einigermaßen Sinn macht, wenn man sich erinnert, dass die downscale Version nicht sooo überzeugend war was die Grafik anging;-) - und nun muss ich also erstmal darauf warten, dass wir uns sowas irgendwann mal leisten können und wollen, bis ich endlich rausfinden kann wie die Geschichte ausgeht.
Ich bzw. wir haben ja auch nur...3? 4? Jahre auf diese Fortsetzung gewartet, also was solls, kein Problem, ich bin überhaupt nicht kribbelig oder ungeduldig oder so....*arrgh* ;-)

Um uns abzulenken, haben wir uns daher mal in den anderen epischen Story-Zyklus von Bioware geschmissen - Mass Effect - um mal zu sehen, ob die Storytelling und Charakterentwicklung auch drauf haben, wenn keine Elfenohren in Sicht sind.


Ich muss sagen, ich hatte extreme Anlaufschwierigkeiten mit dem Science Fiction Ding, meine bewährte Strategielose Dampfwalzen Kampfstrategie funktioniert mit einem Schwert besser als mit einer Laserkanone und ich fand die Dialoge zum Weglaufen. Das war einigermaßen ungewöhnlich, weil es wie immer bei Bioware natürlich eine riesige Hintergrundwelt gibt, etliche Comics, Bücher etc., die die Charaktere entwickeln (und die man - eine Leistung an sich - alle nicht kennen muss, um den Spielen zu folgen) - ich war also irritiert, dass das hier gar nicht klappte.
Irgendwann bin ich dann auf die glorreiche Idee gekommen mir mal ein paar Youtube Videos bei meinen bevorzugten DragonAge Kanälen anzusehen, die alle englischsprachig sind und siehe da: Die Dialoge im ersten Teil sind gar nicht so schlecht, das ist nur die Synchro.
Also haben wir die deutsche Version für ein paar Euro gegen einen gebrauchten UK Import eingetauscht und schon konnte ich ohne Gruselgefühle den Storyarcs folgen.;-)

Mit der Kampfdynamik hatte ich dann weiterhin meine Probleme, aber Übung macht den Meister und wenn die Story überzeugend ist, bin ich bereit einiges an Gedult aufzubringen - nur den Mako lenken, war bis zum Schluss eine unqualifizierte Katastrophe, ich sollte auch im Weltraum lieber nicht Auto fahren.;-) Und mit ein bißchen Gedult haben mich die Hintergrundwelt und die Charaktere dann doch irgendwann "gekriegt" - immer noch ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn man aus so Fantasy lastigen Spielen kommt, sich an die ganze "Commander"-Chose zu gewöhnen, ich hatte irgendwann eine Romance Option ausgekukt, aber aus den Dialogen die daraus entstehen, hätte ich jetzt nicht geschlossen, dass diese beiden Menschen zusammen sind...muss wohl so ein Militär Ding sein.;-)

Aber eine Sache muss ich dann doch mal anmerken: Es ist mir ein ständiges Rätsel, warum DA2 so verschrien ist - meine Theorie ist, dass "Gamer" eine gute Geschichte nicht erkennen, wenn sie sie in den Arsch beißt und sich lieber darüber aufregen, dass man kein Power Gaming betreiben kann und es manche Entscheidungen gibt, in denen man nicht "gewinnen" kann, aber das mag ein böses Vorurteil sein;-) - außer dass es mich wirklich gestört hat, ständig duch das selbe generische Lagerhaus zu laufen.
Andererseits habe ich noch nie gehört, dass sich irgendwer über die generische Space Station beschwert hat und das wundert mich dann doch, denn Weltraum oder nicht, ständig durch dieselben Container zu laufen, in denen es nur den Unterschied gibt, ob der Plotpoint dieses Mal im rechten oder linken Raum ist, war jetzt auch nicht spannender.^^

Ich bleibe also bei meinem Vorurteil, dass DA2 einfach unbeliebt ist, weil Gamer keine Rollenspieler sind und ziehe trotzdem für das generische Lagerhaus in Space einen Punkt in der B-Note ab.
Aber 4 von 5 Space-Panzer sind ja auch schonmal nicht schlecht, um sich abzulenken.;-)
Ich bin schon zu ME2 übergegangen inzwischen und da scheint man sich mit dem Design ein wenig mehr Mühe gegeben zu haben, aber dazu dann mehr, wenn ich es durch habe.

29.11.2015

Advent Advent 2015

Leider muss an dieser Stelle der übliche Bastel-Post mal entfallen - ich war nicht so fit in den letzten 2 Wochen und der 1. Advent im November überfällt mich sowieso immer ein wenig unverhofft...;-)

Zum Glück haben die Götter den Supermarkt erfunden und mit 2/3 zusätzlicher, frischer Tannenzweige und ein bißchen zusätzlichem Kram aus der Grabbelkiste wird auch in unter 10Minuten und für unter 10€ der Lichtspender zum Advent ein netter Anblick (und Tannen riechen sooo gut!:-).

In diesem Sinne einen schönen 1. Advent euch allen!!


21.11.2015

Listening to: The Creation of Anne Boleyn

Ich gebe es zu, ich suche immer noch nach einer Anne Boleyn Biographie, die mich nicht enttäuscht zurücklässt, was die "objektive" Betrachtungsweise angeht. Es scheint, dass manche historische Figuren einfach so tief in einer Art von "Kulturkampf" eingebettet sind, dass es schwierig ist - oder sich wenige Autoren die Mühe machen - Fakten und Propaganda zu unterscheiden.
Bei den Borgias ist das ähnlich, aber da hatte ich ja bekanntlich früh das Glück über eine wirklich ausgewogene Betrachtungsweise zu stolpern.

Bei Queen Anne suche ich noch danach, aber habe mit The Creation of Anne Boleyn von Susan Bordo zumindest eine interessante Alternative gefunden: Eine kulturhistoirsche Analyse warum es so schwierig ist in diesem Fall eine unvoreingenommene Darstellung zu finden.


Zunächst muss ich darauf hinweisen, dass man hier keine klassische Biographie findet - Kulturhistorie beschäftigt sich traditionell weniger mit dem Leben historischer Figuren, als eher mit ihrem "Vermächtnis", den Legenden, Archetypen und Feindbildern, die man so aus ihnen konstruiert hat und dem Warum & Wozu.
Daher finden sich hier auch nur in Teil 1 von 3 ein paar biographische Hinweise und auch dafür sollte man zumindest mit der grundlegenden "Story" vertraut sein - oder mal The Tudors gesehen haben.;-)
Teile 2 und 3 gehen dann nahtlos über zu Büchern, Theaterstücken, Serien und Filmen und wie sich die Darstellung und "Rezeption" der geköpften Königin mit den Jahrhunderten verändert, welche Einflüsse Victorianismus, Feminismum, freie Liebe und Neo-Konservatismus so auf unsere Vorstellungen von Tudor England nehmen und welche Autoren sich welcher Sichtweise verschreiben.

Das kann man total langweilig finden, aber ich finde es ziemlich großartig. Bis irgendjemand mal eine Zeitmaschine erfindet - und vermutlich nicht mal dann - werden wir manche Dinge und Zusammenhänge einfach nicht zu 100% sicher rekonstruieren können und was das angeht ist diese Art von "Konstruktionsgeschichte" auch eine nette Übung in Skeptizismus - wie ich schon sagte, man sollte nicht immer alles glauben was man liest, ist tatsächlich auch einer der Überschriften in diesem Buch.;-)

Überhaupt konnte ich mich sehr mit den Einstellungen der Autorin zu vielen Aspekten der Anne Boleyn Geschichte identifizieren: Wir teilen eine gewisse Faszination für diese ganze "doomed Love" Geschichte, die unbeantwortete Frage wie eine Beziehung, die sich Jahrelang "unerfüllt" hinzieht so endgültig auseinanderbrechen kann. Dazu gemischt werden so viele Melodrama Aspekte - die unglückliche Ehe & die andere Frau im Gegensatz von braver Hausfrau und freidenkerischer Mätresse - und politische Entwicklungen - Protestantismus, Absolutismus, die Gegensatz von Kirche und König - das man am Ende gar icht mehr weiß, wo die Biographie aufhört und die Legendenbildung anfängt.
Außerdem ist der Autorin und mir gemeinsam, dass wir und als Feministinnen sehen und einen vagen Impuls daraus ableiten eine "unkonventinelle" Königin vor dem unfairen, misogynen Urteil ihrer Zeitgenossen rechtfertigen zu müssen - klingt albern, ist aber so.;-)

Ich habe jedenfalls viel aus diesem Buch mitgenommen, auch wenn mir eine Biographie, die denselben Ansatz der Fakten und Legendentrennung unternimmt, immer noch fehlt. Unter anderem habe ich mir Anne of the Thousand Days noch einmal angesehen und kann mit einer neuen Sichtweise tatsächlich die Faszination der Autorin ein wenig nachvollziehen. Außerdem teilen wir die pathologische Abneigung gegen Philippa Gregory (aka "Alles in meinen Büchern ist die Wahrheit und wo sie es nicht ist, sollte sie es sein"^^) und The Other Bolyen Girl - ich war schon vorher überzeugt, dass dieser Film medioker ist, auch ohne die furchtbare Vergewaltigung historischer Fakten, aber es hat mich doch einigermaßen enttäuscht, dass die Darsteller des Films (von denen ich zumindest Natalie Portman und Scralett Johanson durchaus mag) sich ehrlich dazu bekennen sich nicht mit den historischen Figuren beschäftigt zu haben, die sie darstellen, weil "Historiker sind sich ja eh nie einig, also ist das ja egal". Ähm ja. I beg to differ and so does the author of this book.;-)

Ich könnte noch 100 andere Dinge erzählen, die ich interessant fand, aber das will vermutlich keiner mehr lesen, also sei noch kurz darauf hingewiesen, dass die Sprecherin des Hörbuchs auch einen sehr guten Job macht, bevor ich meine unvermeidbaren 5 von 5 Perlenketten vergebe.
Ein guter Kandidat für mein Sachbuch des Jahres, auch wenn das Cover ein wenig merkwürdig aussieht...;-)

14.11.2015

Wie man zu Schreiben anfängt

Vor gar nicht allzulanger Zeit, hatte ich darüber geschrieben wie man sich vielleicht behelfen kann, wenn es in einem Schreib-Prozess irgendwo hakt.
So nützlich ich das finde, habe ich damit natürlich ein wenig das Pferd vom Schwanz aufgezäumt, wie mir seitdem in 2 Kaffeepausen Gesprächen klar wurde, in denen es mehr oder minder um sowas ging wie "ich hab ja immer schon mal überlegt irgerndwas zu schreiben, aber" - ziemlich egal ob es darum ging seine eigenen Haikus, oder seine eigene Episode Walking Dead oder eine eigene Geschichte mit Zauberern und Dinosauriern für die Kinderparty zu schreiben, dieses 'aber' hat mich interessiert.
Wenn man eine Idee hat, warum macht mans dann nicht einfach?
Ich muss zugeben für mich ist das vielleicht einfach gesagt, weil ich mich nicht mehr aktiv erinnern kann, wann ich den Impuls hatte mit dem Aufschreiben von Dingen anzufangen, aber es gibt ja Menschen, die in einem verständigen, reflektierten Alter von irgendeiner Idee am Kopf getroffen werden und dann trotzdem nicht anfangen. Und da kam mir der Gedanke, vielleicht hätte ich mal mit ein paar Tipps zum Anfangen anfangen sollen *haha*, bevor ich vor mich hin salbadere über Tips zum Weitermachen.;-)

Thomas hatte sowas ähnliches mal gepostet, also werde ich versuchen mich wenig zu wiederholen - da wir scheinbar sehr unterschiedlich arbeiten (ich bin eher so der Stephen King Typ;-), dürfte das aber klar gehen, denke ich.

1. Anfangen
Ist eigentlich selbst evident, aber ich führe das gerne noch etwas aus: Wenn man eine Idee hat, die man gerne umsetzen würde, dann sollte man das tun.
Das sagt sich sehr einfach und man erwischt sich dabei, dass man sich denk "Well Duh", aber an irgendwas muss dieses erwähnte Aber ja liegen. Manche versuchen erstmal alles durchzudenken, durchzuplanen und zerreden sich eine Idee im Anfang, weil sie noch nicht jedes Detail sehen können.
Ich bin ein Fan davon Dinge laufen zu lassen - eine gute Idee ist erstmal ein Anfang, aber wenn man sie im Keim Verkopft, wird nie was draus.

2. Keep it simple
Eine andere Übersprungshandlung, die mir oft begegnet ist die "Materialsuche" - ich habe einfach noch nicht genug recherchiert, nicht das richtige Schreibprogramm, nicht das richtige Kartenmaterial, nicht genug Ahnung von meinem "Thema".
Ich will nicht sagen, dass Recherche nicht wichtig ist und man sollte eine ungefähren Ahnung davon haben, dass Wasser bergab fließt und Berge grau sind, wenn man ein Alpenpanorama mit Flusslauf beschreiben will, aber um wirklich einfach mal anzufangen braucht man das alles nicht. Entweder arbeitet man mit Platzhaltern, oder konzentriert sich erstmal auf Dinge, die nicht soviel Background brauchen, denn sonst wird "ich habe noch nicht die richtigen Infos, Software, Planung etc." auch so ein Verkopfen, das einen vom anfangen abhält.:-)

3. Ideen sucht man nicht, man findet sie
Eine einzelne Idee (es sei denn es ist eine grooooße Idee) reicht meistens nicht, um eine Handlung zu tragen - um bei Mr. King zu bleiben, meistens müssen 2 Ideen mit einem Bang kollidieren ;-) - aber auch das sollte kein Grund sein nicht anzufangen. Einfach nichts zu machen, um mehr Ideen zu suchen, funktioniert in meiner Erfahrung überhaupt nicht. Der Appetit kommt beim Essen und Ideen kommen beim Schreiben vereinfacht es vielleicht ein wenig zu sehr, aber um wirklich das Background Processing anzuwerfen, muss man ihm was zu frickeln geben.;-)

4. Umgeben von Geschichten
Der letzte Punkt, der mir einfällt (es gibt sicher noch mehr), und vom Anfangen abhält, ist dieses "Aber ich weiß doch nicht wie das geht". Dagegen gibt es wenig zu sagen, außer: Wer weiß das schon?
Die Tatsache ist doch die: Wir lernen in der Schule lesen und wir leben in einer Welt voller Geschichten, selbst wenn wir nie ein Buch anfassen. Wir alle wissen welche Geschichte der letzte Kinofilm erzählt hat, den wir gesehen haben, oder die letzte Serie, oder das letzte Computerspiel, oder eben das letzte Buch. Ich weiß nicht wie das geht, hat also nur damit zu tun vom Konsumieren zum Machen zu kommen. Fanfiction ist ein netter Einstieg, oder Geschichten, die in einem vertrauten Umfeld spielen (für Rollenspieler sind die 'vertrauten' Umfelder schon mal etwas ungewöhnlicher;-).
Learning by Doing ist auch so ein alter Hut, der einfach immer noch aktuell ist.

Der Punkt ist: Ohne Anzufangen, fängt man nichts an.:-)

07.11.2015

Marie Antoinette. Oder: Essays in Buchform

Ich hatte noch einen Folge-Artikel zum Thema "Man muss manchmal mehrere Sichtweisen kennen" versprochen und hatte mir zu diesem Zweck nochmal Marie Antoinette geschrieben von Joan Haslip auf den Nachttisch gelegt.


Eine wichtige Unterscheidung, die man im Bereich Biographien (oder eigentlich bei jeder Art von Sachbuch) treffen muss, ist diese:
Ist es die Intention des Autors uns eine neue Sichtweise aufzuzeigen? Falls ja, macht er das gut? Für Beispiele dazu siehe nochmal die Borgias (gut) und Anne Boleyn (naja).
Die andere Art von Buch, die gerade im Bereich Biographie auch oft anzutreffen ist, nenne ich mal "Interpretationswerk", weil es hier wenig um neue Erkenntnisse geht, sondern es ein Autor unternommen hat die vorhandene Literatur zu lesen und sich ein eigenes Bild zu machen, das er jetzt hier aufgeschrieben hat.
Im wissenschaftlichen Bereich, nennt man diese Art von Zusammenschreiben oft "verdienstvoll", was als Euphemismus von "ideenlos" zu verstehen ist. ;-)

Trotzdem kann ich an Interpretationsbüchern nicht wirklich etwas Schimmes finden WENN und FALLS man sich immer darüber im Klaren ist, dass man eben genau das liest: Eine Interpretation historischer Quellen durch einen Autor, die nicht zwingend mit der Realität übereinstimmen muss.
Ich teile daher nicht unbedingt die instinktive Ablehnung mancher Historiker für Bücher, die komplett ohne Fußnoten oder Quellenangaben auskommen - für manche Menschen ist diese Art von Sachbuch genau der Baby-Step weg vom "Historischen Roman", der vielleicht ein Interesse an besser belegter Literatur weckt. Und selbst falls nicht, so what? Ein Interpretationsgefärbtes Annekdotenwissen ist besser als gar kein Wissen und wir können ja nicht alle langweilige Geschichtsbücher mögen.;-)
Trotzdem kann ich Bücher aus dieser Kategorie natürlich nicht in demselben Maß "ernst nehmen" was den wissenschaftlichen Kontent angeht, das ist einfach eine Defintionssache und nicht abwertent gemeint.

Was die Interpretation der Autorin in diesem Fall angeht, wären mir ein wenig weniger Eigenurteile "Sie fühlte sich so und so" und mehr O-Töne (Zitate aus Briefen etc, ich erwähnte es ja schon, es gibt aus dieser Zeit Tonnenweise Material im Vergleich zu anderen Epochen!) lieber gewesen.

Trotzdem kommt man vielleicht in der Kombination ein wenig weiter, denn so einige Dinge, die andere AutrorInnen gerne und oft entschuldigt haben, kommen hier wenig gut weg - vielleicht auch zu Unrecht, darüber kann man sich dann ein Urteil bilden, wenn man mehrere Stimmen gehört hat (oder nicht, ist ja kein Muss;-).

Im Kontext vergebe ich mal 3,5 von 5 Seidenpantoffel, ein bißchen mehr Quelle und weniger Meinung hätte es für mich besser gemacht.

02.11.2015

Improvisationen in Steampunk. Halloween 2015

Es ist eine Frage, die sich jedes jahr aufs Neue stellt: Was mache ich eigentlich zu Halloween? Vielleicht haben andere Leute dieses Problem zu Karneval, oder zu Silvester oder so, aber ich denke die Frage ist immer ähnlich - was wird mein Kostüm und was muss es "aushalten"?
Eines meiner Lieblingskostüme ist und bleibt Miss Tudor, aber damit kann man nicht wirklich an Kostümparaden oder ähnlichen Dingen teilnehmen, die draußen stattfinden sollen.;-)

 In diesem Jahr wollten wir uns den Aachener Zombiewalk anschauen und mein erster Impuls war wirklich nochmal den Abandon Look aus dem letzten Jahr zu recykeln, denn Jeans und Lederjacke sind wirklich outdoor geeignet - aber andererseits hat man nur einmal im Jahr die Möglichkeit ein Halloween Kostüm zu tragen, da scheint es Verschwendung dasselbe Outfit 2x auszuführen, wenn man noch soooviel anderes Zeug in den Kostümkisten hat...;-)

Nicht so besonders durchdacht was den "zu Fuß gehen" Aspekt angeht, kam ich also auf den Trichter, dass man (ich) mit relativ wenig Aufwand irgendwas viktorianisch/steampunkiges machen könnte. Gekauft habe ich dafür eigentlich nur einen Karnevals-Zylinder für ein paar Euro und ein paar Zahnrad-Metallic-Klebetattoos, aber wenn man nicht so viel Zeug rumliegen hat, wird man außerdem noch folgendes brauchen:
- 1 weiße Bluse und schwarze Weste (sollte noch machbar sein)
- 1 Rock am besten mit Zugband
Ich habe mir sowas mal irgendwann als Unterrock für meinen Reifrock für ein paar Euro bei Ebay gekauft, aber man kann auch einfach 2-3m leichten, blickdichten Stoff kaufen und einen langen Schlauch mit Zugband nähen - dann für den richtigen Tournüre-Look einfach den Großteil des Stoffes nach hinten schieben, schon braucht man kein Popo-Polster mehr.;-)

Um das noch ein wenig schicker aussehen zu lassen, habe ich eine Tournüren-Schürze dazu kombiniert - ich sehe ein, dass sowas nun wirklich nicht mehr jeder so rumfliegen hat, aber meine war tatsächlich mehr eine Fingerübung, um meine neue Nähmaschine zu testen, nach einem Schnittmuster von Truly Victorian und das war wirklich easy. Wenn man sich also die Mühe machen will, ist es das sicher wert, ich fand es sah wirklich besser aus.




Um jetzt damit rumzulaufen, muss der Rock in den meisten Fällen noch ein wenig gerafft werden - Stadt-Straßen im Herbst/Winter sind meistens nicht so geeignet für Bodenlange Schleppen, auch wenn keine Kinder mit rohen Eiern werfen.^^
An den Rockseiten helfen Stecknadeln mit der "Lauflänge", den gerafften Teil am Hintern kann kan mit einer großen Stecknadel fixieren und dann mit einer kleineren Stecknadel, durch die erste Nadel haken und das ganze am Bund feststecken. Hält einwandfrei und auch hier hilft die Schürze dabei, dass man nacher nix mehr davon sieht.;-)

Dann noch einen schnellen Dutt (seitlich funktioniert besser mit Hut), ein paar Zahnräder und ein bißchen dramatisches Augen-Make-Up (ich hatte Hife dabei...;-) und einen Schal um den billigen Hut wickeln und schon ist das Ausgehfeine Victorianische Outfit fertig und überlebt sogar den Zombie-Walk.






 Vielen lieben Dank an der Stelle für das tolle Gruppenfoto an Hidden Butterfly: Arts by Jenny


Man sollte allerdings darauf gefasst sein, dass man noch eine ganze Woche glitzert - die Metall-Tattoos gehen mit genug Nagellack Entferner zu 90% schnell wieder runter, aber Glitter ist hartnäckig...;-)
Noch mehr Fotos gibt es hier.

31.10.2015

All Hallows Read 2015

Ich bin ja ein großer Fan von regelmäßig wiederkehrenden Blog-Themen - ok, gut, das mit den wöchentlichen hochtrabenden Gedanken hat sich kein ganzes Jahr gehalten, aber jährlich wiederkehrende Blog-Themen zumindest!;-)
Da bietet es sich doch an eine Blog-Tradition zu übernehmen, auf die mich Thomas grade gestoßen hat - den All Hallows Read, eine Idee von einem meiner Lieblingsautoren (Neil Gaiman) zu einem meiner Lieblingsfeiertage. Ich muss dazu jetzt nicht unbedingt jedem Bücher an den Kopf werfen, aber zumindest ein paar Hinweise für die langen Rauhnächte sollten ja drin sein!

Ich beschränke mich mal auf 3, da ich nicht soooviel aus dem Fantastik-Grusel-Spannungs-Bereich lese, gehen mir sonst schnell die Titel aus...;-)

1. The Oracle Glass
Jaja, ich weiß, gleich mal der erste "Grusel"-Roman und schon ist es nicht wirklich aus der Grusel Ecke, aber ich kann mir eben nicht helfen, das Buch ist seit 20 Jahren mein Liebenslingsbuch und hat alles was man so braucht: Hexen, vorlaute Dämonen, Seancen und Intrigen. Das es dabei eigentlich ein "historischer Roman" ist, empfinde ich jetzt mal mehr als Bonus, denn als Ausschlusskriterium, vielleicht lernt man am Ende noch was.;-)

2. Loreley
So das ist nun wirklich aus genau der Ecke, aus der es sein soll, Sagen und Legenden, böse Geister im Mittelalter, ein wenig Spielmanns-Mythologie und ein absolut gruseliges Psychokind. Wenn man das Buch schräg hält, läuft Blut raus und der Showdown hat mir Alpträume gemacht - absolut zu empfehlen!;-)

3. Das Daedalus-Labyrinth
Ja, ich weiß, noch ein Buch vom selben Autor und ja, ich weiß, inzwischen heißt das anders, aber ich nehme es trotzdem, denn a) geht es hier um völlig anderen Spannungsaufbau und b) ist der neue Titel grauenvoll.
Dieses Buch war eines der wenigen, das ich ausgelesen, umgedreht und wieder von vorne angefangen habe, denn es ist wirklich so spannend!;-)
Außerdem hat es wunderschöne KULTeske Ideen, Städte unter Städten, das Verirren im Vertrauten, alte Geheimnisse in Kunstwerken (diesmal nur in gut^^) und auch ein paar wirklich böse, böse Mindfuck-Szenen - was kann man mehr wollen? ;-)

In diesem Sinne Happy Halloween und angenehmes Gruseln!

24.10.2015

Lightnung Returns. Oder: On a mission from God.

Erinnert man sich noch an meinen Beschwerdebrief über Final Fantasy XIII-2?
Nachdem ich jetzt Monate und Monate ziemlich zufrieden meine verschiedenen Optionen in DAI ausgelotet hatte, wollte ich dann doch mal feststellen, ob sie mir nach diesem ewig langen "Wir retten die Welt - Ooops doch nicht" Fiasko im letzten Teil wenigstens noch irgendwas zu bieten haben, das es wieder rausreißt.

Da ich mich wie immer nicht im Spoiler scheren werde, sage ich dazu schonmal: Hmjoh war ok, aber der erste Teil ist alleine immer noch am geilsten.;-)
Damit kann jetzt jeder, der mag hier aufhören zu lesen und sich einfach ein bisschen den Trailer ansehen. Für die Funktionalitäten der Last Gen Konsolen ist die Grafik wie immer Zucker, also ruhig ein paar Filmszenen mitnehmen!;-)



Nach dem alten Prinzip - 2. Teile fangen in der Scheiße an und enden in der Scheiße - hatten wir es also erfolgreich vermasselt im 2. Teil irgendwas zu verhindern, was passieren sollte. Das an sich versöhnt mich immer noch nicht mit einem Spiel, dass mich 60 Stunden meiner Lebenszeit kostet und bei dem ich am Ende festhalten muss: Ok wenn ich einfach gar nix gemacht hätte, wäre das Ergebnis dasselbe. Groß-ar-tig.
An Teil 3 bin ich also unter der Prämisse herangegangen "Wenn mich das Happy End nicht weghaut, kommt das in die Tonne!".;-)

Und ich muss sagen, die Eröffnungsszene flasht einen schon etwas - die Grafik ist cool, die apokalyptische "500 Jahre später" Welt, in die man so unvermittelt reingeschmissen wird, ist wunderschön dekadent und düster und die alten Bekannten und neuen Gesichter, denen man gleich mal so begegnet haben einen netten "Hä? Was geht denn hier ab?" Effekt.

Leider hält sich dieser Effekt aber nicht ganz so durch, denn dieses "Du hast nur noch ein paar Tage, um soviele Seelen wie möglich zu retten." wird irgendwie vom Spiel selber ein bißchen sabotiert. Zum einen ist es natürlich cool, on a mission from God um die Welt zu retten und so, aber leider beißt sich die Geschichte mit dem "Gott versteht keine Emotionen, also nimmt er seinen Dienern selbige einfach mal weg, damit sie effektiver werden" Charakterdesign irgendwie selbst in den Arsch. Dieses ganze emotionslose, hochfliegende Monologing über Seelen Retten, Chaos, Verzweiflung, Hoffnung und Errettung in der neuen Zukunft wird halt irgendwann ein kleeeeiiiin wenig langweilig. Im ersten Teil wurde auch schon viel über Schicksal und Hoffnung und Freundschaft und Bla diskutiert, aber wenigstens waren da alle Figuren emotional voll dabei, da nimmt man das nicht so schwer.;-)

Das mit dem Seelen retten funktioniert außerdem nur über Nebenmissionen - was an sich nicht das Problem ist, ich habe nichts gegen Nebenmissionen;-) - die außerdem der einzige Weg sind zu leveln, weil es nur für abgeschlossene Missionen Erfahrungspunkte gibt. Das macht es etwas nervig, dass man trotzdem immer wieder Monster schnetzeln muss und trotzdem nicht einfach mal vor einem wichtigen Kampf ein paar Runden Monster Farming einschieben kann - warum sollte ich das tun, wenn ich dafür nix kriege?!?;-) - aber vor allem läuft halt in der oberen Bildecke immer die Uhr mit und DAS ist wirklich nervig. Nicht so sehr, weil man sich ständig unter Zeitdruck fühlt, im Easy Modus hat man ewig Zeit alles in den 13 Tagen zu erledigen, sondern weil man meistens mit 50 offenen Nebenmissionen gleichzeitig rumläuft und Charakter A ist nur zwischen 9 und 10 Uhr morgens anzutreffen, Charakter B aber nur von Mitternacht bis 5 Uhr morgens und Charakter C nur von Mittag bis 2 Minuten nach Mittag und alle must du ablaufen, um eine Mission abzuschließen. Ich übertreibe ein wenig, um zu demonstrieren wie sehr mich das genervt hat, aber nicht viel...

Man nehme also ein ziemlich nerviges System Nebenmissionen zu gestalten und einen emotionslosen Hauptcharakter, der jetzt auch nicht wirklich sooooo motivierend ist irgendwas nerviges zu unternehmen. Groovy... In den meisten Fanblogs schimpfen die Kinder lieber über das Kampfsystem, aber das fand ich nach ein wenig Eingewöhnung eigentlich ziemlich ok, man muss halt ein bißchen schneller an den Knöpfen werden, wenn man nicht mehr Rundenbasiert spielt, aber im Easy Modus war das meistens kein großes Problem.;-)

Die Happy End Filmszene (hatte Star Ocean Qualitäten, ich glaube fast ne halbe Stunde oder so;-) war dann auch etwas kitschig, aber ansonsten voll ok und wer wollte nicht schon immer mal Gott so richtig in den Arsch treten? Jaja Spoiler, aber wer am Anfang des Spiels noch nicht weiß, dass es am Ende darauf hinauslaufen wird, hat Teil 1 und 2 nicht kapiert.;-)

Ich bleibe weiter dabei, dass Teil 1 als abgeschlossene Geschichte gut funtioniert und eigentlich der einzige Teil ist, den ich mehrfach spielen würde (und schon getan habe), aber Teil 3 hat zwischendurch in den Hauptmissionen nette Ideen - sich spontan was ausdenken müssen, um zum Hauptdarsteller in einer Theateraufführung befördert zu werden, damit man in einem hübschen Kleidchen in einen Palast einbrechen kann, war so mein favorite;-) - und da verzeihe ich mal ein wenig von dem schwermütigen Tod und Chaos BlaBla.
Mehr als 3,5 von 5 Moogles werdens aber trotzdem nicht, Zeit, dass FF mal wieder mit anderen Charakteren was Neues macht. Auf der Next Gen Grafik dürfte das sehenswert werden! :-)