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03.10.2010

Manchmal ist auch wichtig, was man drunter trägt!

Eigentlich hatte ich ja die Umsetzung meiner wunderschönen ToDo-Liste zum Ende des Jahres schon wieder abgesägt, weil mir für manche Dinge die Möglichkeit, für andere Dinge die Lust und für viele Dinge einfach das Geld fehlte.
Nun kommt es aber nun manchmal anders als man denkt, und manchmal fällt ein bescheidener Geldsegen auch vom Himmel (oder aus dem Sparbuch, wie auch immer;) und plötzlich erinnert man sich wieder daran, was man eigentlich noch machen wollte. Eigentlich ist meine Liste sowieso fast abgearbeitet - und das obwohl ich offiziell aufhören wollte an der Abarbeitung zu arbeiten...strange things happen!;)

Dank neuer Finanz- und Motivationsspritze konnte ich mir also endlich den "richtigen" Kimono (aka den für respekable verheiratete Damen *husthust*) für mich kaufen und den Stoff für ein vernünftiges Unterkleid gleich dazu - der Unterrock aus der Xenos-Gardiene war zwar für Halloween ok, aber so richtig edel ist anders...also frisch ans Werk!;)

Schritt 1: Schnittmuster - same shit, different day...
Irgendwann möchte ich mal ein Schnittmuster besitzen, dass keine Krallenlöcher hat, aber dieser fromme Traum wird wohl nie in Erfüllung gehen.;) Das Simplicity Schnittmuster für Geisha Kostüme hat leider nicht viel mit tatsächlichen Kimono zu tun - das merkt man schon an der Größentabelle und dem Obi zum zuknöpfen;) - aber als grobe Richtline ist es durchaus brauchbar.

Schritt 2: Öfter mal was anders machen
Als ich die Nähanleitung für die Ärmel durchlesen wollte, musste ich mir erstmal ein Wörterbuch dazuschalten - ich halte mein Englisch ja für einigermaßen gut, aber das war wirklich fast Raketentechnologie;) - und schließlich feststellen, dass ich die 2fach gesäumten, abgesetzen Taschenärmel, die für Kimono so bezeichnend sind eigentlich gar nicht brauche - schließlich wollte ich ja nur was zum drunter tragen haben. Also einfach die länge der Ärmel auf 1/3 gekürzt, 2x Vorder- und Rückseite ausgeschnitten, das Ganze dann mit dem Futterstoff nochmal wiederholen - fertig.

Schritt 3: Zusammen wächst, was zusammen gehört
Lange gerade Stoffbahnen zusammennähen, hat eigentlich mit Können nichts zu tun, aber viel mit Geduld - es empfiehlt sich aber tatsächlich noch eine weitere Arbeitsstunde darein zu investieren Ober- und Futterstoff aufeinander zu legen und gleichmäßig beizuschneiden - man hat selten ein so gutes Augenmaß, dass die Nahtzugabe immer gleich bemessen ist und wenn der Futterstoff nacher 2cm weiter/länger oder enger/kürzer ist, als das eigentliche Kleidungsstück, macht das nur unnötig Probleme!;)
Danach braucht man eigentlich nur noch Vorder und Rückseiten zu verbinden, an den Ärmelaussparungen die Ärmel einsetzen - wie immer das Ganze nochmal mit dem Futterstoff wiederholen und dann die beiden Einzelteile verbinden. Auf den Saum für die schlussendliche zusammenführung von Futter- und Oberstoff sollte man etwas Zeit und Sorgfalt verwenden - im Gegensatz zu den anderen Nähten sieht man die ja tatsächlich.;)

Schritt 4: Trial and Error
Manchmal verläuft eine finale Anprobe ja gut, machmal allerdings auch nicht. So geschehen bei dieser Anprobe. An sich war der Morgenmantel - sagen wir es, wie es ist, so sieht es aus;) - bequem und hübsch, als Unterkleid aber leider überhaupt nicht zu gebrauchen, weil sowohl Ärmel, als auch Kragen viel zu breit angelegt waren. Aber was nicht zu ertragen ist, muss eben geändert werden!;) Also Kragen und Ärmel um die Hälfte kürzen und den Oberstoff durch den an der entsprechenden Stelle aufgetrennten Futterstoff neu zusammennähen. Den Futterstoff muss man dann allerdings von außen neu säumen, also sind auch hier Sorgfalt und gerade Nähte gefragt, damit es nicht schlimmer improviesiert aussieht, als es unbedingt muss...

Schritt 5: Resteverwertung und Aufbewahrung
Und wenn man dann unerwarteterweise ein wenig Stoff übrig hat, sollte man bei Kimono immer dazu übergehen ein paar Stoffstreifen herzustellen - davon braucht man so ca. 20 bis alles da sitzt, wo es hinsoll!;)
Und falles euch interessiert - es gibt sogar eine bestimmte Methode dann Kimono und Unterkleid zusammenzulegen, damit Stoff und Stickereien so wenig wie möglich Schaden nehmen - immerhin kann man die Dinger ja kaum waschen, da muss man schonmal vorsichtig sein...



Schritt 6: Ebay ist dein Freund
Nun ist es ja leider so, dass man noch viel mehr Kram braucht, um einen Kimono vernünftig zum Halten zu bringen - und ganz viele Stoffstreifen!;) Zum Glück ist Ebay ein verlässlicher Freund und so kann man diese vielen Dinge auch bequem per Post bestellen - sogar direkt aus Kyoto.

Wie ich eben immer sage: Kommt Zeit kommt Beschäftigung! Oder auch: Geld macht nicht glücklich, kein Geld aber auch nicht!;D
Nun muss nur noch mein Ichiroya Paket aus Osaka ankommen, dann kann ich das Ergebnis mal zur Gänze präsentieren - und dann brauche ich natürlich ein neues Projekt...vielleicht lerne ich ja Sari wickeln!:)
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