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03.05.2019

Listening to: The Life of Elizabeth I

Rezension 2 in Runde 2 meines sehr tiefen Tudor-Tunnels, in dem ich es mir grade sehr gemütlich mache, während die letzten Kapitel der Versammlung Gestalt annehmen und ich jeden Sanity Point gebrauchen kann, der sich zusammenkratzen lässt.;-)

Also tauchen wir heute tief ab in meine persönliche Wohlfühlzone und sprechen über The Life of Elisabeth I geschrieben von Alison Weir und gelesen von der großartigen Davinia Porter.


The New York Times best-selling author of The Six Wives of Henry VIII and The War of the Roses, historian Alison Weir crafts fascinating portraits of England’s infamous House of Tudor line. Here Weir focuses on Elizabeth I, also known as the Virgin Queen, who ascended to the throne at age 25 and never married, yet ruled for 44 years and steered England into its Golden Age.

Erstmal lasst uns festhalten, dass Davinia Porter immer ein goldener Gummipunkt für jedes Hörbuch ist. Letztlich erst befand ich mich in einer Unterhaltung, in der irgendjemand meinte "Am besten liest eine Geschichte immer der, der sie geschrieben hat." und meine instinktive Reaktion war eher so....Neinneinneinneinneinneinneinnein....
Aber gut, ich bin auch arg gebeutelt von Menschen, die nichtmal in die Nähe von Tonstudios dürften, wenn es nach mir geht - aber auch Abseits davon, der Beruf des Sprechers oder Voice-Actors hat seine Lebensberechtigung, auch wenn es sicherlich Menschen gibt, die Schreiben und Vorlesen können und Davinia Porter liest einfach schön.:-)

So jetzt aber mal genug der technischen Details, was war denn nun mit dem Buch?
Zunächst einmal hat es mich etwas verwundert, dass die Biographie von Alison Weir im Gegensatz zu meinem Vorgängermodell eigentlich erst mit der Krönung einsetzt, also im Alter von 25 vom Standpunkt der "Heldin" aus betrachtet.

Das lässt natürlich viel von früh prägenden Ereignissen außen vor bzw. kürzt sie arg ab, wohingegen Ms Erickson selbsterklärt gerne einen großen Fokus auf die frühe Kindheit und Jugend legt. Das Problem dabei ist allerdings die Quellenlage - niemand interessierte sich historisch betrachtet für Kinder und Jugendliche, auch nicht für königliche, es sei denn als Bausteine in irgendeinem Politikprojekt.
Wo man viel über frühkindliche Prägung schreiben will, muss man also viel spekulieren, was dann wieder zu den Küchenpsychologieabzügen führt, die ich immer mache...

Damned if you do, damned if you don't - im Großen und Ganzen muss ich mich aus rein professioneller Integrität heraus für die belastbarere Quellenlage entscheiden, auch wenn ich Niemandem einen Vorwurf machen würde, der eine komplette Lebensgeschichte bevorzugt, Spekulation oder nicht.;-)
Auch sollte man erwähnen, dass das Buch nicht wesentlich kürzer ist, als die Version von C. Erickson, aber der Fokus ist auch hier ein wenig weiter gefasst - wie ein berühmtes Historikerzitat lautet "Eine Zeit, aus der wir kein Schnittmuster und keine Menukarte haben, ist verloren für uns" - und erzählt ein wenig mehr über Alltag, Kultur, Politik und Religion am Tudor-Hof.

Und weil ich die Netflix Serie zu Herrscherinnen in England schonmal verlinkt hatte, habe ich heute wieder ein YouTube Feature aus der Wohlfühl-Zone: Historisches Nähen mit Bernadette Banner
Ich habe gerade keine neuen Ambitionen in dieser Hinsicht, aber historisch authentische Kleiderfertigung ist auch eine Herangehensweise an Geschichtsforschung - und ansonsten könnte sie mir auch ein Telefonbuch vorlesen.;-)



Einzig den ewigen Gegensatz zwischen Team Tudor und Team Stuart hat auch dieses Buch nicht überwinden können, aber inzwischen erwarte ich das auch kaum noch. Trotzdem ein sehr interessantes Buch für Fans von vielschichtigen Königinnen. Ich vergebe jedenfalls mit leichten "da ist die Chronologie ein bisschen komisch erklärt" Abzügen 4 von 5 Schminktiegel.

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