Publikationen, Projekte, Persönliches

22.07.2011

Nur noch eine Woche...

Jeder weiss, dass die letzte Woche vor den Ferien die schwerste ist. Ich habe daher vorgesorgt und mir schonmal für jeden Wochentag eine "Feierabend-Belohnung" eingeplant - Freunde, Sport, Wellness, irgendwie muss man ja die letzten Tage vor der großen Urlaubsfreiheit rumbringen!;)
Nur für den Fall, dass ich nächste Woche also vor lauter Ablenkung nicht dazu komme, hier nochmal der Freitags-Füller für Zwischendurch:

1. Ich halte heißes Sommerwetter für völlig überbewertet.
2. Ich kann mir nicht erklären warum unsere Katzen immer auf meinem Laptop schlafen wollen, aber es muss weich sein.
3. Es hört sich seltsam an, aber ich glaube ich bin heute müde, weil ich gestern zu früh im Bett war... 
4. Ein Regenbogen sieht von unten am hübschesten aus.
5. Ich glaube fest daran, dass unser Urlaub ganz großartig wird!:)
6.  Bionade ist meine neuste Leidenschaft - Limo & Cola sind ja aus Magengründen tabu.;)
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen geruhsamen Mädelsabend, morgen habe ich Pool-Spielen geplant und Sonntag möchte muss ich leider wieder mal ein wenig arbeiten!

Ein schönes Wochenende - trotzt mutig dem grauen Wetter!:)

20.07.2011

Katzen sind...

...nicht nur nachts alle grau...


...sondern auch alle gleich...

...egal in welcher Größe!!! ;D

17.07.2011

Hörbuch in Serie I: Watchmen (Terry Pratchett)

Ja ich weiss, es mag etwas komisch ausehen: Gerade habe ich mich noch zur Unfähigkeit bekannt was die intellektuelle Verdauung von Fortsetzungsromanen angeht und 2 Posts später möchte ich meine Vorliebe zu Serien-Geschichten kundtun. Die Erklärung ist aber einfach und hoffentlich nachvollziehbar:
Serienbücher können auch alleine und ausserhalb ihrer Herde überleben, während Fortsetzungen einen sozialen Anschluss an den Rest ihrer Gruppe brauchen und alleine jämmerlich verkümmern.
Ich mag also lieber Bücher (wie Menschen übrigens), die auch mal alleine klarkommen und sich nicht immer nur auf andere verlassen müssen, um lebensfähig zu sein.;)

Eine meiner absoluten Lieblingsserien - zuerst als Bücher, dann als Hörbücher - sind dabei die Wachenromane von Terry Pratchett! Die Hörbuch-Reihe - gelesen von Stephen Briggs - ist daher auch eine immer wiederkehrende Unterhaltungsquelle, die mich nach dem X. Mal immer noch zum Lachen bringt!;)

1. Guards! Guards!
Meiner Meinung nach noch die schwächste Geschichte der Serie, auch wenn ein Drache drin vorkommt. Aber die Einführung der Charaktere ist sehr gelungen, gerade für die Hauptfiguren (Vimes, Sybill & Carrot).

2. Men at Arms
Sehr schöne Kriminalgeschichte mit überraschendem Ende und eingestreuten Seitenhieben auf Waffennarren und ihre verschrobenen Ideen zur "allgemeinen Sicherheit". Außerdem kommen hier zwei meiner Lieblings-Nebencharaktere dazu (Angua & Detritus;).

3. Feet of Clay
Das erste Buch aus der Reihe, dass ich aktiv gelesen habe und der Grundstein der Begeisterung - spannende Intrigen- und Verschwörungsgeschichte, atmosphörisch sehr gut erzählt und mit interessanten Implikationen zu Arbeiterrechten (siehe Golems;).

4. Jingo
Eine der lustigsten Geschichten der ganzen Reihe - nicht dass die anderen nich auch ab und zu lustig sind, aber der düstere Unterton ist doch sehr wahrnehmbar.;) Hier kann man alle Klischees zu Integrationspolitik, ethnischen Vorurteilen und der "Noble Art of Warfare" wunderbar durch den Kakao gezogen finden. Außerdem kommt ein U-Boot und ein fliegender Teppich vor, was will man mehr?;)

5. The Fifth-Elephant
Ab hier wird es wieder düsterer, auch wenn das Buch noch ein paar sehr lustige Passagen hat (ich sage nur: Igors;). Werwölfe, Vampire, internationale Politik - und das lange bevor dieser ganze Glitzerkram irgendwie in die Bestsellerlisten gerutscht ist - und die alten Hosen von Onkel Vanya. Man muss wohl dabei gewesen sein...

6. Nightwatch
Nicht nur mein liebstes Pratchett Buch, sondern auch in den Top 2 der meisten Fan-Ratings. Düster, bedrohlich und teilweise abstrus mit großartigen Charakteren und Action-Szenen. Eine Kurzgeschichte in den Perlen ist schon davon inspiriert und jedes Mal wenn ich das Hörbuch höre, fängt mein Schreib-Daumen wieder an zu jucken - ein größeres Kompliment gibt's glaube ich kaum!:)

7. Thud
Top Titel in den meisten Fan-Ratings, aber für mich nur Nummer 2, was immer noch eine ziemlich hohe Messlatte ist.;) Mysteriöse Vorgänge in engen unterirdischen Labyrinthen, ein alter Fluch mit Eigenleben, politische Komplotte und ein altes Geheimniss versteckt in einem berühmten Gemälde...klingt bekannt, ist aber glücklicherweise um Welten besser als das Original! Read and Choke Dan Brown!;)

Auch wenn es lange dauert die ganze Serie von vorne bis hinten durchzuhören, lohnt sich jedes einzelne Buch! Die Charaktere sind detailreich und liebevoll gestaltet und entwickeln sich teilweise in überraschende Richtungen im Laufe der Geschichten - das ist ja das schöne an Serien, man hat soviel mehr Zeit seine Figuren zu entwickeln und ins Herz zu schließen.
 Die nächste Hörbuch-Serie wird dann mal wieder ein Nicht-Pratchett, nur so zur Erholung für alle Nicht-Fans!;)

16.07.2011

Monster in der Realität - Cloverfield vs. The Host (vorsicht Spoiler!)

Ich gebe es gerne und ganz offen zu: Ich mag Action-Filme! Und ich mag Tentakelmonster. Also mag ich Tentakel-Monster-Actionfilme, ergibt sich ja von selbst!;)

Mein unsterlicher Favorit ist natürlich Alien, ganz klar, aber auch die neueren Monster sind ganz brauchbar, vor allem wenn sie sich an guten, althergebrachten Klassikern orientieren - ich sage nur Godzilla und King Kong.
Der neuste Trend in diesem Genre scheint aber der "Reality-Impact" zu sein - also mehr "normale" Menschen gegen das unverständliche Grauen und weniger spektakuläre Helden und Special Effects.
Dieses Konzept an sich finde ich eigentlich begrüßenswert, Heldenfilme rutschen nämlich schnell in unfreiwillig-komischen Pathos ab - ich sage nur Idependence Day...
"Aliens are Mac-compatible?!?"
"Yes, all higher life-forms are Mac-compatible!"

Aber auch in diesem "mittendrin-statt-nur-dabei" Erzählmodus kann man noch so manches richtig oder falsch machen, wie gestern gesehen bei Cloverfield.
Ich bin ja prinzipiell skeptisch bei sogenannten Hype-Filmen, viralesch Margeting macht mich aggressiv und gegen Handheld-Kameraoptik habe ich eine reflexartige Abneigung seit Blair Witch Project, oder auch "the lamest monster movie EVER" (uuuund noch mehr Hassmails!;).
Trotzdem war der Film nicht so übel, wie ich reflexartig angenommen hätte, oder zumindest hatte er einige Features, die ich mochte:
+++ Das "zu groß, um ganz ins Bild zu passen" Stilmittel für das Monster fand ich nett umgesetzt - zugegeben hatte ich die ganze Zeit das Gefühl eine Realversion von FinalFantasy X zu sehn (hey, ich bin doch kein so schlechter Geek;), aber das macht ja nichts, gefallen hat es mit trotzdem.
++ Die Handheld-Kamera war zwar unrealistisch professionell (NIEMAND zoomt, während er um sein Leben rennt!), aber das machte den Film als solchen etwas besser und hatte ganz nette Spielereieffekte. Ich mochte den Schock-Effekt mit dem Nachtsicht-Modus.;)
+ Die Hauptfiguren waren glaubhaft, aber nicht hysterisch. Ich glaube hier hat man aus den 1000en Blair-Witch-Verarschen gelernt. Ja, Menschen geraten in Panik und manche rotzen und kreischen dann nur noch - aber für 120Min Film sind solche Reaktionen nicht geeignet. Da hat mir die "einfach weiterlaufen und überleben" Einstellung bei hier besser gefallen - ist auch schonender für die Ohren.
+ Der Film verkneift sich eine "Auflösung". Das mag Menschen, die immer alles haarklein erzählt haben müssen, stören, aber ich fand es konsequent. Ich hätte eine erzwungene "wir belauschen jetzt irgendein wichtiges top-secret Gespräch" oder eine ähnliche Lösung sehr übel genommen - wenn schon Realität, dann richtig.

- Der Kameramann nervt. Dazu kann ich kaum was anderes sagen, es ist als hätte man Doug aus King of Queens in einen Monsterfilm transferiert.Menschen mögen ja viel und sinnlos reden, wenn sie traumatisiert sind, aber der Typ ist schon dämlich bevor irgendwas Schreckliches passiert. Falls das der comic-relief sein sollte, hat es bei mir nicht funktioniert, der Film ist einfach nicht Humorkompatibel.
-- Ein eindeutiger Minuspunkt in dieser Realitätsgeschichte ist aber eindeutig die völlige Unfähigkeit zur Pop-Kultur bei den ach-so-stylischen Hauptfiguren. Bei allem Verständnis für "OMG wir sind so überfordert mit der Situation und alles ist so furchtbar schrecklich", habe ich es doch ein wenig übel genommen, dass scheinbar Niemand dahinter kommt was passiert sein könnte, wenn jemandem neben dir gerade der Brustkorb explodiert ist und jemand im Ärztekittel schreit "Wir haben einen Wirt!" - ehrlich Kinder, habt ihr in eurem New York noch nie Alien gesehen?;)
--- Die Hauptmotivation der Geschichte war mir zu pathetisch. Man hätte eine kleine Gruppe von Menschen auch quer durch eine Stadt im Kriegszustand schicken können, ohne dieses "Oh nein, ich habe mit meiner Freudin gestritten und erst jetzt erkenne ich, dass sie die Liebe meines Lebens blaaaa". Jeder halbwegs gute Spielleiter kann dir erklären, wie man dieses Rettungstruppe-Aufie! Element ohne dieses abgedroschene Klischee hinbekommt. Geeks an die Front!;)

Alle diese Dinge führen dazu, dass ich sagen kann: Man muss den Film vielleicht nicht gesehen haben, aber so wirklich schlecht war er jetzt auch nicht.;)
Ich möchte aber zum Vergleich noch einen anderen Monsterfilm anführen, der mit ähnlichen Stilmitteln arbeitet - wenn auch ohne Handheld Optik, zum Glück! - aber sich dabei noch ein wenig mehr traut. Liegt vielleicht daran, dass The Host kein Hollywood Film ist!;)
Während Cloverfield es sich immer noch nicht verkeifen kann seine "Normalos" zu Helden des Alltags zu stilisieren - inklusiver unnötig kitschiger Lovestory - kommt The Host mit einer völligen Looser-Figur als Hauptcharakter aus und macht das wirklich gut! Und ich meine hier nicht den amerikanischen Peter Parker Typ Looser, der eigentlich schon immer durchtrainiert und gut aussah  und jetzt nur seine Brille nicht mehr braucht, sondern einen echten Looser.;) Das hat einen Realitätsanspruch, der schon mehr als nur einen Tentakel in die Comedy-Ecke streckt, aber dennoch ist der Hauptkern der Story nicht komisch.
Der Film nimmt sich nur nicht zu 100% ernst, was für Blockbuster-Gewöhntes Publikum etwas befremdlich sein kann. Aber für mich bringt gerade das die Hauptaussage dieser Art von Reality-Monster-Filmen noch deutlicher heraus: Wir wissen nicht was wir tun, was passiert oder wie wir dagegen vorgehen sollen, aber wir müssen es trotzdem tun.


Beiden Filmen gemeinsam ist auch das mehr als ambivalente Nicht-Wirklich-Happy-End, das mir als weiteres Realitätsstilmittel auch gefällt, aber auch hier sind die Koreaner einfach weniger kitschig, was ihnen bei mir einen eindeutigen Pluspunkt einbringt!;)

Ich muss daher für Cloverfield einige Anbzüge geben und bleibe bei 2,5 von 5 Freiheitsstatuen, während die koreanische Monster Variante die Comedy-Einschläge nur minimal übertreibt und dafür 4,5 von 5 Molotov-Cocktails bekommt!
IMDB sagt übrigens es soll eine Cloverfield Fortsetzung geben - ob das wohl Not tut?

Serielle Unfähigkeit. Oder: Otherland

Ich glaube und hoffe ich kann mit Fug&Recht behaupten, dass ich mehr und lieber lese, als viele andere Menschen. Das an sich ist nichts worauf man zwingend stolz sein muss, aber ein Character-Trait, den ich definitiv an mir mag.;)
In jedem Hobby gibt es aber meiner Erfahrung nach eine Nemesis (ich sage nur Knopflöcher, Zeichensetzung oder Brust-Butterfly;) und meine Literarische ist ganz klar: Fortsetzungsromane!

Klarer gesagt sind hier Geschichten gemeint, die sich ohne erkennbare "Zwischenenden" (siehe beispielsweise Bücherserien, wie Harry Potter) über 1000sende von Seiten erstrecken. Ich habe Krieg und Frieden überlebt, Harry Potter, Karl May und etliche Kinderbuch-Serien, aber eine fortlaufende Geschichte über 5000 Seiten zu verfolgen dafür fehlt es mir an Gedult. Ich könnte die Konzentration zwar aufbringen, aber einen Handlungsstrang, der über soviele Etappen einfach nicht zu Potte kommt, finde ich einfach zu ermüdend.

Bei manchen Büchern finde ich das auch nicht schlimm - ich werde bis an mein Lebensende fest zu der Behauptung stehen, dass Herr der Ringe einfach zu 80% langweilig ist, schickt mir soviele Hassmails, wie ihr wollt!;)  - bei anderen finde ich es eigentlich schade, wie z.B. bei Otherland von Tad Williams.

Ich hatte ja vor einigen Jahren das Privileg Mr. Williams live zu erleben (eine Erfahrung übrigens, die der besten Stand-Up Comedy standhält;) und besitze seitdem auch ein signiertes Exemplar von War of the Flowers, dem ich jederzeit 5 von 5 Christrosen geben würde. 
Aber leider leider habe ich es in 3 Anläufen bisher nicht geschaft die anderen großen Zyklen Shadowmarch und Otherland zu lesen, weil mir die Handlungsstränge einfach zu weit verzwirbelt sind - gut bei Shadowmarch kommt erschwerend hinzu, dass ich nicht gerne Fantasy lese (man, bin ich ein schlechter Geek;), aber an Otherland bin ich erst letzte Woche wieder gescheitert. Bis zur Mitte des 2. von 5 800Seiten Wälzern habe ich es geschafft, bis mir wieder mal auffiel, dass bisher in 1200Seiten eigentlich immer noch kaum was wirklich Story-Relevantes passiert ist und dann habe ich's, wie immer, einfach wieder in den Schrank gestellt.

Ich habe nichts - ab-so-lut gar-nichts - gegen lange Bücher, aber bei ca. 15Hauptcharakteren, alle inklusive eigener Hintergrundstory und Koflikten, 4-5 Haupthandlungssträngen mit Nebenplots und atmosphärischen Einschüben noch und nöcher, geht mir bei aller Vorliebe für detailreiche, gut erzählte Geschichten die Puste aus. Irgendwann erwische ich mich dabei, dass ich ganze Nebenplots einfach überblättere, weil ich verzweifelt den Punkt suche, an dem mal wieder was wirklich relevantes für die Haupt-HauptGeschichte passiert - und das ist mir dann irgendwann auch zu doof.;)

Ich muss also leider mal wieder meine Niederlage eingestehen und kann nur sagen: Mr. Williams, I'm so sorry! Sie schreiben einfach mehr, als ich lesen will...
Auch eine noch so fantasievoll, atmosphärisch und detailreich erdachte Geschichte fesselt mich leider nicht genug, als dass ich die Gedult aufbringen kann über 4000Seiten auf eine Zwischenauflösung zu warten.
Es liegt nicht an ihr, es liegt an mir!;)

15.07.2011

Ende der Woche kommt vor Wochenende

Oh man, was bin ich froh, wenn morgen mal der Wecker nicht klingelt - grade mal eine Woche wieder im Job und schon hat der Stress wieder Full House. *seufz*
Also, bevor es jetzt an die wichtigen Fragen der Wissenschaft geht, noch einen kurzen Durchzug im Gehirn: Den Freitags-Füller:


1. Gestern war ein unheimlich produktiever Tag, aber am Ende war ich sooo müde...
2. Urlaub oder neuer Fernseher, das war leider die Frage - also kein Fernseher *sfz*.
3. Ich könnte was erzählen
über Powerpoint-Präsentationen, die so schlecht gemacht sind, dass man sie nur als persönlich beleidigend empfinden kann - aber ich lass es lieber, das regt mich nur auf!;)

4. Unser dicker Kater sieht ziemlich lächerlich aus - oft!
5. Liebe ist, in guten wie in schlechten Tagen.
6. Meine Lieblingssorte Eiscreme ist ganz klar Schokolade - klassisch und kommt nie aus der Mode.;)
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf lecker essen und rumgammeln, morgen habe ich Urlaubszubehör zusammensammeln geplant und Sonntag möchte muss ich leider arbeiten!

 Für alle, die jetzt schon ins Wochenende dürfen wünsche ich also schon einmal Viel Spaß! Für uns Normalsterbliche sage ich nur: We shall overcome!;)

10.07.2011

How To: Vom Winde vernäht....

Ja, sorry, ich weiss, furchtbares Wortspiel, aber ich konnte es mir einfach nicht verkneifen...;)

Aber die gute Nachricht ist: Ohne Schmerzen lebt es sich besser und daher ist mein neustes "Baby" auch schon auf einem sehr guten Weg! Wollen wir aber nochmal zusammenfassen - das letzte Mal, als davon die Rede war, ist ja nun schon eine ganze Weile her....

Wir befinden uns epochenmäßig im 19. Jahrhundert und modemäßig auf einem ziemlich biederen Turf, denn die hübsch einsichtigen Renaissance-Ausschnitte waren schon out und die engen Tournüren noch nicht in. Statt dessen sprechen wir von unmengen an Stoff in weiten Ärmeln, Rüschenkaskaden und über 3-6m Durchmesser (!) Krinolinen, die der Dame nicht nur eine gewisse Privatsphäre sicherten (kam ja keiner nah genug ran;), sondern auch den Taschendiebstahl förderten (unter so einem Rock konnte man vermutlich auch ein ganzes Schaf verstecken^^) und bei Kerzenschein leider oft zu unschönen Brandkatastrophen führten (bis der Kopf merkt, dass der Hintern brennt, ist es leider meistens schon zu spät...).

Heutzutage ist es ja glücklicherweise relativ einfach sich von offenen Flammen fernzuhalten, also halten wir statt dessen lieber noch einmal fest, was wir für den "Gone with the Wind Look" so zusammentragen müssen:
1. Reifrock
Ganz wichtig, hier kommt man wirklich nicht mehr darum herum. Es muss nicht gleich das 6m Modell sein, aber 3m wären schon vorteilhaft (inzwischen gibt es sowas ja auch verstellbar, unheimlich praktisch!) - außerdem sollte man mindestens 3, am besten 5 Reifen wählen, damit diese Kaffeewärmer-Form zustande kommt. Es gibt im Netz auch Anleitungen, wie man solche Dinger selber näht, aber lohnen tut sich das nicht - ich habe meinen 5-Reifen-Rock (verstellbar) bei Tante Ebay für 25€ erstanden. Im Stoffladen hätte vermutlich schon der Stoff mehr gekostet.;)

2. Pettikoat
Muss man nicht unbedingt zwingend haben, aber empfiehlt sich sehr, damit der Rock weicher und weiter fällt und sich die Reifen weniger abzeichnen - sonst sieht man schnell nach Klorollen-Barbie aus.;) Es gibt auch Reifröcke mit Tüllschicht, aber die sind dann meist nicht verstellbar, daher habe ich hier auch wieder Tante Ebay befragt. Auch hier gillt - natürlich kann man Meter um Meter Tüll und Stoff auch selber zu einem kruden Unterrock zusammenzimmern, aber auch da dürfte der finanzielle Aufwand (von der Arbeit ganz zu Schweigen) größer sein, als einfach was von der Stange zu kaufen. Auch Karnevalsläden können sowas schonmal auf Lager haben!

3. Korsett
Man kann viel dagegen sagen und ich würde ich nicht behaupten, dass man sowas unbedingt "braucht", aber diese Kleider sind nunmal dazu da eine schmale Taille zu unterstreichen - mehr sieht man von der Figur auch kaum - daher finde ich schon, dass Frau hier ein wenig authentisch nachhelfen sollte. Schon der Eitelkeit wegen...;) Es gibt einen sehr schönen Simplicity Schnitt (2966) für Korsetts und Korsagen, aber ich habe da dann doch lieber ein paar Euro investiert und das einen Profi machen lassen. Kostenpunkt bei Ebay ca. 75-80€ - aber man kann es ja universell einsetzen!;)

4. Rock
Wie ich ja schon erwähnt hatte, habe ich es auch dieses Mal wieder so gehalten mir ein Grundgerüst-Kleid zu kaufen, anstatt vom Grundauf alles selber zu machen - man kommt schneller zu Erfolgserlebnissen und Kleider von der Stange kosten heutzutage im Netz auch kaum mehr, als man für den ganzen Stoff sowieso bezahlen würde. Wenn man aber den do-it-youself Ansatz bevorzugt, ist das bei dieser Art Röcken nicht wirklich schwierig:
Wie man einen weit fallenden Rock zusammennäht, hatte ich ja bei Miss Tudor schonmal gezeigt. Für unser Scarlett Kleid müssen wir aber viiiiieeeeel mehr Stoff nehmen. Am Ende sollte der Rockumfang bei mindestens 6m liegen, sonst passt der Rock am Ende auch gar nicht über den Reifrock. Am besten zielt man so auf 8m. Abändern muss man die Nähanleitung dafür aber nur wenig - man füge einfach solange Stoffkeil an Stoffkeil, bis für den unteren Saum die 8 oder 9 oder 26 (je nach Präferenz;) Meter Umfang erreicht sind.
WICHTIG: Was immer man als "normale" Hüfte-zu-Boden-Länge gemessen hat, muss hier mindestens 10-20cm länger werden!!! Durch den Reifrock und den Pettikoat "hebt" der Rock sonst ab und sichtbare Knöchel sind leider völlig inakzeptabel!;)
Nun ist ja dieses Riesenzelt viel zu weit in der Taille, um irgendwem zu passen, der nicht so breit wie hoch ist - diesem Problem hilft man aber schnell ab, indem man den Stoff beim zusammenfügen mit dem Taillenband gleichmäßig fältelt - so fällt der Rock dann gleich auch noch schöner!
Dann wie gehabt einen Schnürsenkel oder ähnliches durch das Taillenband ziehen und fertig!

5. Miederjacke
Dieser Teil war der Hauptgrund, weswegen ich mich für ein fertiges Grundgerüst entschieden habe - ich hatte genug Probleme mit dem Jäckchen für mein Edwardian Kleid (s. Foto;). Formvorgaben gibt es dabei wenig - spitz zulaufend im Mieder, oder mit Taillenbund, geknöpft, geschnürt, schmale Ärmel, weite Ärmel, Puffärmel, mit Schösschen oder ohne - alles erlaubt. Viele schöne Schnittmuster dazu gibt es bei Truly Victorian, oder man bedient sich einfach bei Simplicity (s.o.). Ich habe mich für die spitz zulaufende Variante mit Schnürung im Rücken und weiten Überärmeln,  entschieden - ähnlich dem Tudor Kleid - die sogar schon mit Spitzenbesatz geliefert wurde.
Nun haben Kleider von der Stange das Problem, dass immer an der Spitze gespart wird - auch wenn der Stoff nicht die üblich-grottige Karnevalsqualität hat. Ich habe daher tatsächlich kurz mit dem Gedanken gespielt die komplette Spitzenborte auszutauschen - wie bei Miss Tudor - aber mir dann im Angesicht der Schwierigkeit an und um Miederstäbchen herum zu nähen dagegen entschieden. Statt dessen habe ich für ein paar Euro ca. 25Meter weiße Borte gekauft und damit nicht nur die billige Spitze optisch gepimpt, sondern auch die eine oder andere schiefe Naht kaschiert (immer gut, grade auch bei Selbstgenähtem!;) und einige schwierige Ecken und Stoffverläufe verstärkt. Das einzig dumme an dieser Methode ist, dass man hier auf Handarbeit angewiesen ist - ich würde niemandem empfehlen rund um Stahlstäbe mit einer Nähmaschine zu hantieren - absplitternde Nähnadeln sind ganz schöne Geschosse!;) Aber was lange währt wird auch hier am Ende schön!


6. Ärmelstulpen
Man könnte meinen, man könnte auch einfach eine Bluse unter der Jacke tragen, statt Ärmel und Kragen einfach aufzumontieren und tatsächlich kann man das auch wahlweise tun - die Einzelteile sind aber die zeitgenössische Lösung aus einem ganze einfachen Grund: Die Dame von Welt braucht blütenweiße Krägen und Ärmel und die sind viel leichter auszutauschen und zu waschen, wenn sie einzeln an- und ausgezogen werden können - praktisch gedacht also!;)
Wie man Armstulpen näht, dürfte fast schon selbsterklärend sein - hier nochmal die Anleitung für Miss Tudor -  und auch der Stoff dürfte hier kein großes Problem darstellen: weiße Baumwolle verarbeitet sich fast von selbst!;)
Nachdem wir also zwei Arm-lange Stoffschläuche produziert haben, müssen nur noch oben und unten entsprechende Gummizüge eingezogen und eine kleine Rüsche am "Handende" angesetzt werden - fertig!
Bei meinen Schläuchen konnte ich ausserdem noch ein paar Reste verwerten und das Ganze ein wenig glamuröser gestalten - man gönnt sich ja sonst nix!;)

7. Kragen
Ein Halbkreis aud weißem (doppelt gelegtem) Stoff mit Spitze und Verzierungen nach wahl - vorne geknöpft oder gebunden...was soll man sagen? Gibt's für 2-10€ im Netz, oder auch in 30Min selber gemacht.;)


Das Einzige, was mir jetzt noch fehlt, ist eine Vorlage oder Inspiration für eine Haube oder andere Kopfbedeckung...to be continued also!;)

09.07.2011

Tiefenentspannt

Liebe Kinder, dieses Foto findet ihr demnächst neben dem Eintrag "Tiefenentspannung" in eurem Lexikon.
Vielleicht mit einer Wiederholung unter "Entschleunigung"...;-)
Manchmal möchte ich schon Katze sein!!!

08.07.2011

Wochenend' & Sonnenschein

Erstaunlich aber wahr, so eine Magenentzündung hat auch eine gute Seite: Ich habe selten eine effektiviere Diätmethode erlebt! Fastfood, Zucker, Fett, Koffein, Alkohol alles verboten und bei Übertretung folgen die Schmerzen und die Übelkeit auf dem Fuß - Abnehmen völlig ohne Konflikte mit der Selbstdisziplin, zu wahr um schön zu sein...;)
Nachdem ich mir jetzt also mit viel Mühe eine positive Sicht meiner unfreiwilligen Kaffee und Alkoholabstinenz aberungen habe, kann es ja auf ins Wochenende gehen. Mit ein bißchen Unterstützung des Freitags-Füllers wird das mit dem positiven Denken bestimmt besser!

1. Ich frage mich immer öfter warum so viele Menschen nicht reifer, sondern nur immer älter werden. Kindergarten 30+ wird nicht mein neuer Lieblingstrend!;)
2. Einkaufen für's Wochenende kommt als nächstes dran - viel Lust ist nicht, aber davon jede Menge...
3. Harry Potter ist mir inzwischen egal - ich hoffe nur es gibt nicht noch den Prequal-Film.^^
4. Positiv denken, auch wenn es schwerfällt (s.o;).
5. Meine Wäsche macht sich leider immer noch nicht von alleine.
6.  Aber noch ist mein Sessel leider sehr bequem.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Bett, morgen habe ich leider Arbeiten geplant und Sonntag möchte ich einfach mal auf mich zukommen lassen!

03.07.2011

Nachtrag: Geburtstag

Ich traue mich kaum es laut auszusprechen, aber ich glaube es geht langsam wieder besser...Wo ist das Holz zum Klopfen wenn man dringend eines braucht?!?
Das mit dem Geburtstag feiern war in diesem Jahr irgendwie nicht drin - gerade mal ein nettes Essen mit Freunden war mir vergönnt und sogar davon hab ich Magenblutungen gekriegt. *grr* Naja aber zumindest scheint ein Krankenhausaufenthalt erstmal abgewendet, die Schmerzen lassen sich aushalten und ich werde sicherlich in der nächsten Zeit keine Ibuprofen mehr nehmen (im Nachinein ist man ja immer schlauer, im Vergleich zu der Magenentzündung hätte ich noch lieber die Schmerzen in den Händen behalten^^)!

Aber bevor alles den Bach runter ging, gab's zumindest eine kleine Geburtstagsüberraschung - sogar mit Kerzen zum auspusten! Das hab ich ja seit Eeeeewigkeiten nicht mehr gemacht!:)


Vielleicht hätte ich mir mal Gesundheit wünschen sollen, aber ich befürchte ich habe eher an den neuen Fernseher oder die neue Kaffeemaschine gedacht - ftaghn Kapitalismus!;)

25.06.2011

Spaß mit Nyarlathotep!

Disclaimer: Der folgende Beitrag ist für Nicht-Rollenspieler und Nicht-Geeks nur sehr eingeschränkt geeignet. Für Verständnisprobleme oder spontan auftretenden Wahnsinn wird keine Verantwortung übernommen. Weiterlesen erfolgt auf eigene Gefahr!;)

So nachdem wir das also geklärt haben, kann es ja losgehen!
Ich gebe es gerne freiwillig zu, was neue und neuste Brettspiele angeht, bin ich so ein wenig unbedarft - die Evolution der Spielewelt hat mich irgendwo kurz hinter Monopoly und Nobody's Perfect überholt und seitdem bin ich nie wieder hinterher gekommen. So war es für mich tatsächlich eine einigermaßen große Überraschung festzustellen, dass es heutzutage nicht nur Dinner-Krimi-Improspiele gibt (es gibt einen Plot, einen Mord, jeder sucht sich einen Charakter und imrovisiert drauf los, und das Essen muss der Gastgeber selber stellen - Kostümparty extrem, in Neuzeit und Mittelalter;) sondern auch inzwischen Instant-Rollenspielrunden als Brettspiel.
Zum Glück muss ich ja aber was Comupter und andere Spielereien angeht nicht auf der Höhe sein, weil mein Bruder das quasi für mich geistig vorverdaut und dann die guten Exemplare nach Hause schleppt.;)
Also konnten wir am Donnerstag eine neue Errungenschaft ausprobieren: Cthulhu, Das Brettspiel 

Das ganze funktioniert tatsächlich fast wie eine Rollenspielrunde, also zieht man sich zuerstmal einen Charakter aus den ca. 20 Archetypen - man kann sich natürlich auch einen aussuchen, aber wo ist das denn spannend?;)
Danach geht die Suche nach Karten und Kärtchen los, denn für alles mögliche (Gesundheit, Mentale Stabilität - seeehr wichtig, Geld & Gegenstände) gibt es kleine Pappkärtchen, die getauscht, verloren oder gewonnen werden können. Für's P&P wäre das auch mal nett, das ist viel plastischer als Punkte auf irgend einer Liste.;) Und da nur die wenigsten Charaktere feste Gegenstände, Fertigkeiten und Zauber bekommen (der Archeologe kämpft natürlich per se mit Peitsche&Revolver, wie sich das gehört), müssen auch die aus einem Pool gezogen werden, was auch sehr lustig sein kann - meine arme kleine Studentin kam so plötzlich zu einem Kampfbonus und einem Magischen Schwert (+6W6 Schaden;) und war den Rest des Spiels mit Monster-Schnetzeln am Fließband beschäftigt, hätte man ihr gar nicht zugetraut...;)
Zum Schluss darf man sich dann noch den "Endgegner" aussuchen, dessen Erweckung es zu verhindern gillt - wir haben uns schon aus aesthetischen Gründen für Nyarlathotep entschieden, einen der "leichteren" Gegner. Und dann gehts los: Durch die Stadt laufen, Verbündete suchen, Menschen treffen, Monster bekämpfen, Hinweise suchen und ganz ganz viel würfeln - jetzt  versteht man vielleicht was ich mit Instant-RPG meinte...


Unser Fazit:
1. Nur mit 2 Spielern ist das Spiel unglaublich schwer zu gewinnen, da in jeder Runde Monster und mystische Tore dazukommen und so das auferstehen des Endgegners eigentlich kaum zu verhindern ist - es sei denn man muss sich nie regenerieren oder ignoriert alle Hinweispukte, was quasi unmöglich ist.;) Ist der Endgegner erst mal auf dem Feld wird zum Endkampf geblasen, der es in sich hat.
2. Wohl dem, der einen ausziehbaren Esstisch, oder einen sauberen Fußboden hat, denn das Spielbrett plus tausend notwendiger Kartenstapel braucht ewig viel Platz. Man sollte sich außerdem an einem Spieleabend nichts anderes mehr vornehmen, denn so eine Runde kann schonmal 4-5Stunden dauern...
3. Wer grade keine RPG Runde, oder zum regelmäßigen Spielen keine Zeit hat, kann hier ein adequates Ersatzmedium finden - inklusive epischer Annekdoten: "Wie wir Nyarlathotep mit dem letzten möglichen Zug des letzten überlebenden Spielers den Gar ausmachten" oder "Wie ich 20Kultisten wegpustete und dafür Hilfs-Sherrif wurde"!
Na gut, es waren nicht ganz 20, aber der Rest stimmt!!!;)
Ein großer Spaß für Geeks und solche, die es werden wollen! Demnächst machen wir das dann mit der "Ding auf der Schwelle" Erweiterung.;)

24.06.2011

Freitag!

Ok, Woche 1 ohne Hände ist fast rum und es wird auch langsam lästig - ich bin wirklich nicht für's rumliegen und Fernsehen geschaffen, überall stapelt sich Arbeit, wie mein Schreibtisch im Büro inzwischen aussieht, will ich mir lieber nicht vorstellen und mein kleiner Zensor sitzt in einer Hirnecke und weint, wenn er nicht grade hektisch in eine Synapsentüte atmet...

Aber was soll's Jammern hat noch nie irgendwas besser gemacht, als gibt es jetzt  Ablenkung: Den Freitags-Füller (lange nicht mehr gespielt)!

1. Mir schmeckt Rohkost! Ich stehe dazu - das Salatembargo wegen EHEK war furchtbar!!!
2. Die besten Entscheidungen trifft man oft ohne groß zu überlegen.
3. Regen find ich super - zumindest von innen! Und Gewitter erst!;)
4. Kaffee ist die beste Art den Tag zu beginnen
5. Fast hätte ich mich heute wieder auf den Russenkater gesetzt - seine Angewohnheit platt unter meiner Bettdecke zu schlafen, ist echt unpraktisch...
6. In einer besseren Welt hätten Eiscreme und Schokolade einen negativen Brennwert- oh man wär' das schön!;)
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf DVD Abend & hoffentlich gutes Essen, morgen habe ich viel Schlaf geplant und Sonntag möchte ich dem Fernseher für ein paar Stunden entkommen und nette Gesellschaft genießen!

23.06.2011

Neue Musik

Manchmal verbindet sich das Notwendige mit dem Nützlichen - da mit ständiges Fernsehen sowieso zu langweilig ist, kann ein bißchen neue Musik nicht schaden.
Und da zufällig heute morgen noch die BBC Übertragung vom Edinburgh Tattoo 2010 im Fernsehen kam (ok, manchmal ist Fernsehen auch super!;), fiel mir wieder sieden heiß ein, dass ich mir diese Herrn hier noch auf den iPod ziehen wollte:

Red Hot Chili Pipers Show von benporkofer

Ich maaag Dudelsäcke!;)

Übrigens: Auf Dailymotion.com gibt es die BBC Aufzeichnung vom 2010 Tattoo komplett, meine fellow-geeks! :)

20.06.2011

Einhändig kann ja jeder...

Habt ihr mal versucht ohne opponierbare Daumen zu leben?
Ist kein Experiment, dass ich empfehlen kann, aber der Gesundheit zuliebe muss ich das jetzt 2Wochen durchziehen - sonst kann ich zwischen 3Wochen Gips (beide Arme^^), chronischen Schmerzen & OP wählen. Da wollte ich erstmal die 2Wochen Bettruhe ausprobieren...

Zumindest sehen die Schienen ziemlich spacig aus - wer allerdings ein Rezept gegen Langeweile hat, soll sich gerne melden, meine erlaubten 30Minuten Comupternutzung/Tag sind nämlich gleich schon rum und auch meine sonstigen Hobbies kommen selten ohne Hände aus...Handarbeiten zum Beispiel *haha*.
Leben saugt manchmal echt mit über 2000Watt!

19.06.2011

Cooking with Mrs. Beeton

Die englische Küche hat ja bekanntlich nicht so einen guten Ruf - meiner Erfahrung nach kommt das vermutlich daher, dass man auf der Insel noch oft sehr "traditionell" kocht, wobei traditionell hier vor allem heißt: Dinge, die schnell satt machen und lange haltbar sind. Daher sind viele englische Lieblingsspeisen sehr stärke- und fettlastig und teilweise auch recht sauer, weil noch viel mehr Essig und Zitrone in der alltäglichen Küche verwendet werden.
Soviel zur komparativen Ernährungswissensschaft und weiter zu Mrs. Beetons Best of British Cooking!;)

Ich muss ja zu meiner Schande gestehen, dass mit Mrs. Beeton erstmal nicht viel sagt(e) und das obwohl ihr Book of Household Management wohl schon seit Queen Victorias Zeiten die Fibel für die gute Hausfrau zu sein scheint (und es sogar unter die Oxford Classics geschafft hat) - es gibt sogar Filme über die Frau, man sollte es nicht glauben.
Ich glaube persönlich werde ich mir das voktorianische Haushaltsmanagement nicht zur Gemüte führen, auch wenn da vielleicht noch das eine oder andere von brauchbar ist, aber die Rezepte sind schon ganz interessant.
Unser erstes Experiement heute:

Karotten in Cider-Soße und Minced Collops
Für 2-3große Portionen brauchen wir:
1 Flasche Cider (Strongbow)
400-500g Speisekarotten
Zitronensaft (Konzentrat, frisch gepresst geht aber auch)
1 Becher Schmand (eigentlich double cream, aber sowas gibt's in Deutschland nicht wirklich)
3-4 Zwiebeln
1 Glas Rinder-/Kalbsfonds
400g Rindergulasch
Walnüsse (eigentlich pickled aber frische tun's auch)
(Kapern - haben wir aus einiger Ablehnung weggelassen;)

Außerdem: Mehl, Salz, Pfeffer, Margarine (Knoblauch, Thymian, Lorbeerblätter, edelsüßes Paprika - steht nicht im Rezept, aber war trotzdem lecker;)

Zubereitung:
Am besten fängt man mit den Collops an, die müssen ca. 1Std. köcheln - wem das Rezept bekannt vorkommt, ja hier kocht man eigentlich Gulasch!;)
Das Fleisch in feine Streifen schneiden, in eine Tüte/Tupperdose geben, salzen, pfeffern (und anderweitig würzen nach Geschmack), gut durchmischen und zuletzt 2-3 TL Mehl darüber geben. Tüte oder Dose verschließen und kräftig schütteln, bis das Fleisch gut von Panade umgeben ist.
In einer Pfanne Margarine richtig heiß werden lassen und die Fleischstreifen nach und nach braun backen. Danach die Zwiebeln dazugeben und leicht anbraten. Bevor die Zwiebeln braun werden mit dem Kalbsfonds ablöschen (jetzt den Lorbeer dazu wer mag), Nüsse (und Kapern) unterrühren und bei geringer Hitze ca. 30Min mit geschlossenem Deckel köcheln lassen.

Währenddessen die Karotten waschen und in ca. 1cm dicke Scheiben/Stücke schneiden. In einer schweren Pfanne Margarine zerlassen und die Karotten unter ständiger Aufsicht (sonst brennt's an) 10Min braten. Danach mit ca. 3/4l heißem Wasser übergießen, salzen und nochmal 15Min köcheln lassen.
Wenn die Karotten den gewünschten Gargrad erreicht haben (manche mögens ja ultraknackig, ich bin für ein Mittelding zwischen hart und breiig;), das Wasser durch ein Sieb abgießen (Mrs. Beeton rät - aufbewahren für die nächste Suppe oder Soße) und die Karotten kurz beiseite stellen. Mit der Pfanne zurück an den Herd und soviel Cider hineingießen, bis der Boden gut bedeckt ist. Den Schmand unter ständigem Rühren zugeben und aufwärmen, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Dann mit einem guten Schuss Zitronensaft, Salz unf Pfeffer würzen, die Möhren wieder dazugeben und mit geschlossenem Deckel warm stehen lassen, bis das Fleisch fertig ist.

Wenn das Fleisch fertig gegart ist (Lorbeerblätter rausfischen nicht vergessen!) in einem Glas (am besten das vom Fonds) 100ml Wasser und 3 gehäufte TL Mehl verrühren (am besten mit einer Gabel gegen Klümpchen, beim Schraubglas funktioniert auch Schütteln super!). Beide Soßen vorsichtig andicken - so dick wie man's mag.;) Bei den Karotten noch einen kleinen Schluck Cider nachschütten, umrühren - Fertig!

Sieht auf dem Teller jetzt nicht so bombig aus, schmeckt aber sehr gut! Man muss sich an den süß-sauren Geschmack der Karottensoße ein wenig gewöhnen, aber die Methode ist laut Mrs. Beeton perfekt um soviele Vitamine wie möglich zu bewahren - gesund ist's also auch noch!;)
Mal sehen, ob uns die britische Küche doch noch überzeugt - wir werden weitere Experimente starten!

RED

Manchmal gibt es Filme, die man erst wirklich wahrnimmt, wenn sie schon im DVD Regal stehen...
Ich habe keine Ahnung warum, aber manchmal geht Filmwerbung für das Kino einfach an mir vorbei - und das ist besonders dewegen ärgerlich, weil ich eh schon nicht so oft ins Kino gehe!;)

So war ich also sehr überrascht, dass ich von RED so überhaupt nichts mitbekommen habe, als er noch im Kino war - was quasi unverzeihlich ist! Ein Actionfilm mit Bruce Willis und Morgan Freeman UND John Malkovich UND Helen Mirren? Hallooo?!? Den musste ich nicht mal sehen, um zu wissen, dass ich ihn gut finde!;)

Aber es hat natürlich trotzdem total viel Spaß gemacht in zu kuken - wer also immer mal die "Queen" im Abendkleid ein MG-Geschütz bedienen sehen wollte, sollte sich das nicht entgehen lassen!
Die Story an sich ist ein wenig egal und auch nicht immer ganz so durchsichtig, aber darum geht es auch irgendwie nicht. Dafür gibt "Dr. Doom" einen netten bösen Vizepräsidenten und Agent Cooper (aka Captain Pille Eomer) einen ganz niedlichen Antagonisten (was schwarze Haare so ausmachen, in blond sah er gar nicht so hart aus;).
Ansonsten kann man sich einfach zurücklehnen und ein paar großartigen Schauspielern zusehen, wie sie großen Spaß beim auf die Kacke hauen haben. Da wäre zuviel Story vielleicht sogar schon störend gewesen.;)

Von mir gibt es ein paar minimale Abzüge für ein paar Handlungsabschnitte die dann doch nicht ganz so notwendig (verhinderte Love-Stories) oder durchsichtig waren (Bösewicht Auflösung), aber trotzdem bleiben solide 4 von 5 Gaffa-Tape Rollen übrig für einen sehr kurzweiligen, nicht überanspruchsvollen Film, in dem ganz viele Dinge explodieren und Bruce Willis ein blutiges Unterhemd trägt!;)

Es grünt so grün...

 Ein unfehlbares Zeichen für das unaufhaltsame Eindringen von "Erwachsenen-Themen" in Party Gespräche und/oder Mittagspausen ist meiner Meinung nach die Garten oder Balkonpflege.
Irgendwann kommt scheinbar der Punkt im Leben einer Frau (bei Männern kann das schonmal ausbleiben), an dem sie feststellt, dass Gärtnerkataloge und die richtige Düngung von Rosen und Tomaten tatsächlich interessanten Gesprächsstoff liefern...;)
Sogar mir fällt das auf und ich habe nicht mal einen Garten, sondern kann meine beschränkten Fähigkeiten auf ein paar Balkon- und Zimmerpflanzen beschränken. Trotzdem habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal Pflanzen aus dem Katalog bestellt und muss sagen, dass ich meine whare Freude dran habe diese kleinen Pflänzchen wachsen zu sehen.
Das Exemplar oben ist beispielsweise meine neuste Errungenschaft - eine Paradiesvogelblume (die wenn sie groß ist, irgendwann mal so -> aussehen will). Diese kleine Pflanze ersetzt in unserem Wohnzimmer den Gummibaum, der nach der Shakespeare Aufführung zu uns gezogen war, mir aber irgendwie nicht verziehen hat, dass ich die Frechheit hatte ihn umtopfen zu wollen. Gummibäume sind halt doch Drama-Queens.;) Ich kann aber vermelden, dass sich unser ehemaliges Bäumchen jetzt hoffentlich in guter Pflege erholen kann und das andere "Shakespeare-Pflänzchen" auch in meiner Obhut wächst und gedeiht. Nächstes Jahr kann ich vielleicht schon Ableger ziehen.

Auch unsere Balkonplanzen haben den Winter gut überlebt und sind eine wahre Freude - auch wenn noch nicht alles blüht und das eine oder andere auch nach dem Schnee ausgetauscht werden musste.
Für unsere beiden Kletterpflanzen hatte ich nach all dem Schnee nicht mehr viel Hoffnung - die Stengel waren hart und schwarzbraun und alle Blätter konnte man quasi abstauben, so trocken und verwelkt war die ganze Pflanze. Zu meiner großen Überraschung sind aber beide Clematis quasi explodiert, sobald die ersten Sonnenstrahlen aufkamen. Scheinbar sieht diese Pflanzenart immer tot aus im Winter, ohne dass sich die neuen Triebe im Frühjahr davon abhalten lassen - nächsten Herbst, wenn die Blätter wieder runter sind, müssen wir da vielleicht mal ein wenig beischneiden, denn inzwischen hat sich in unserem Katzennetz schon ein grüner Vorhang ausgebreitet - oder man müsste die Pflanze dazu erziehen seitwärts zu wachsen, was ich momentan mit vorsichtigen Hinweisen versuche.;)

Ein paar tatsächliche Opfer des langen Winters sind meine beiden Zwergrosen und Alpenveilchen - die eine Rose lebt zwar noch, und musste mit einem neuen Röschen vom Aldi in den Pflanzkasten umziehen, aber der hübsche rosa-orange Stock ist leider dem Mehltau zum Opfer gefallen, gegen den ich immer noch ankämpfe. Bisher muss ich leider sagen, dass die organischen Mittelchen nicht wirklich gut helfen, also muss demnächst vermutlich doch ein Fungizit her...Im meinem Bakker Wilkommenpaket hatte ich jetzt nämlich außerdem zwei neue große Stöcke, die sich jetzt mit den Clematis einen Topf teilen - weiss der Geier wie ich diese Dinger jemals umtopfen soll...vermutlich muss man dafür die Clematis einmal komplett kappen, das möchte ihr aber erstmal nicht antun... - und da sehr gut wachsen. Das spannende ist, dass ich noch KEINE Ahnung habe wie die beiden Röschen irgendwann mal blühen werden. Schließlich waren sie ja ein Überraschungspaket. Man darf also gespannt sein!:)

Genauso myteriös ist bisher der Ausgang von unserem Ostara-Experiment. Was tun ganz viele Blumensamen, wenn man sie in einen Topf pflanzt und dann wachsen lässt?
Rein theoretisch müsste man vermutlich versuchen einzelne Pflanzen zu separieren und ganz viele einzelne Töpfe zu bepflanzen, aber erstens hätte ich gar keine Ahnung wo bei diesem Gewusel einzelne Pflanzen zu finden sind und zweitens wüßte ich auch nicht, wo ich 20verschiedene Töpfe hinstellen sollte...also wird es wohl ein eher darwinistisches Experiment werden und es bleibt abzuwarten, ob irgendwas dann irgendwann mal blüht - funktioniert auf der Wiese schließlich auch!;)

Das Stacheldrahtkraut - das angeblich den Winter, aber nicht den Sommer verträgt - hält sich bisher auch gut, und auch meine kleine Spießer-Geranie hat den Winter im Wohnzimmer gut überlebt, auch wenn sie dieses Jahr nur noch rot blüht...scheinbar praktiziert mein Balkon ausgleichende Gerechtigkeit - wenn die weiße Rose überlebt, muss die weiße Geranie dafür eingehen oder so. Aber dafür wächst die Rote wie bescheuert und treibt teilweise sehr bizarre Formen aus (was auch daran liegt, dass ich sie manchmal vielleicht ein wenig rigoros zurückschneide... - vielleicht kann ich ja so eine knorrige Form züchten, wie bei den Bonsais...das wär doch mal Haute-Coture!;D

Aber am meisten freut es mich, dass meine Lilien vom letzten Jahr im Topf den Winter scheinbar gut überstanden haben und schon wieder hübsche Blütenstände ausgebildet haben - auch wenn es dieses Jahr nur drei Blüten sind (bisher), wo es letztes Jahr noch 6 oder 7 waren. Aber vielleicht kommt da ja noch was. Damit sich die rosa Lilien nicht so alleine fühlen, habe ich in den selben Topf aber noch ein paar Bakker Lilienzwiebeln gepflanzt, von denen laut Packung jede in einer anderen Farbe blühen sollte - bisher sind die Triebe sehr gut gewachsen (ca. 40-50cm seit Mitte Mai), aber blühen will so recht noch keiner. Ich bin also erstmal froh, dass sich wieder soviel Grün ausgebildet hat und erwarte mit Spannung was denn da demnächst alles so blühen wird!

18.06.2011

Fluch der Karibik 4. Oder: Endlich ohne Orli!

Irgendwann werden wir es noch schaffen im Apollo eine Privatvorstellung zu kriegen!
Beim dritten Teil Fluch der Karibik (OmU) waren wir zu viert (wir+anderes Pärchen unkompatibel mit meinen Kommentaren zum Ende^^) und am Dienstag hätten wir es fast geschafft - bis dann leider 2Minuten vor Filmananfang noch der große Bruder vom Comic-Book-Guy dazu kommen musste...vielleicht beim nächsten Mal!

Ich weiss, ich stehe mit dieser Meinung ziemlich alleine da, aber ich fand das Ende von Teil 3 großartig Sch****. Und das nicht einmal wegen dem leicht uninspirierten "Deus ex Machina" Effekt, der die große Endschlacht irgendwie hinfällig machte (immerhin hatten sie hier noch eine echte Gottheit;), sondern wegen dem unglaublichen pseudo-Kitsch nach dem Abspann.
Ich bin nun wirklich nicht handlungsfixiert (immerhin mag ich auch Actionfilme;) oder halte mich selbst für eine Kampfemanze, aber muss man wirklich seine weibliche Heldin erst durch 3 Filme tragischer Liebesgeschichte schleifen, in der sie ihren Typen vielleicht 3x zwischendurch kurz zu sehen bekommt, ihr eine plötzliche Kampfausbildung mitgeben und sie dann auch noch zum Piratenkapitän befördern, nur damit sie am Ende bis ans Ende ihrer Tage auf einer dummen Insel sitzt, um auf ihren Mann zu warten und Kinder zu werfen?!?
Also wenn das die Disney Vorstellung von einem Happy End für Frauen ist, dann nein danke. Und vom alleinigen Story-Aspekt gesehen, wäre mir ein anderes Ende auch lieber gewesen. Das "tragisch getrennt für immer" war schon entwas ausgelutscht UND ich hätte mich nicht sofort fragen müssen, ob dieser "für immer jung und knackig" Effekt eigentlich nur für Orli funktioniert...wenn nicht müsste man nämlich davon ausgehen, dass man nach 3oder4 Tagen an Land schon Oma-Boy-Sex haben muss und DASS ist dann nicht mehr so romantisch...

Anyway, auf den 4. Teil hatte ich mich daher auch besonders gefreut, weil nun diese endlose Seifenoper-Story endlich nicht mehr von Jack Sparrow ablenkt!;)
Und ich muss sagen das hat auch gut funktioniert, zumindest habe ich mich sehr amüsiert und trotz Überlänge auch nicht wirklich gelangweilt. Die geklaute Story hat dem Drehbuch dabei sogar ganz gut getan, denn im Vergleich zu den letzten beiden Filmen ist Teil 4 erstaunlich gradlinig erzählt und kommt ganz ohne verwirrende Side-Plots oder undurchsichtige Charakter-Ticks aus (erstaunlich aber wahr;).

Ausserdem werden ein paar nette Witze über Briten gemacht und auch (oder gerade) in 2D sind die Landschaftsaufnahmen wieder einmal großartig - auch wenn man da dem Film-Team ähnlich wie bei HdR nicht wirklich soviel Credit für geben kann, ausser dass sie die Idee hatten an einem unglaublich schönen Teil der Erde zu drehen.;)
Der Wechsel von Knightley zu Cruz ist sehr zu begrüßen - auch wenn beide gut spielen, was ich hier gar nicht abstreiten möchte, gefallen mir Frauen, die noch erkennbare Brüste haben statt erkennbarer Rippenbögen einfach besser - und diesmal hat mich nicht mal das DeM Ende gestört. Vielleicht weil es so wunderschön logisch, aber irgendwie auch unvorgehesehen kommt...;)

Insgesamt würde ich fast sagen Teil 4 hat mir nach dem unerreichbaren Teil 1 sogar noch am besten gefallen und daher vergebe ich mal wohlverdiente 4,5 von 5 Holzbeinen!

Multi-Tab Jonglieren. Oder: Gegen den Pauschalurlaub

Ich bin fast sicher, ich habe es schonmal erwähnt, aber nur für das Protokoll: Ich bin ein Strandurlaub-Verweigerer.
Nicht, dass ich was gegen Strände, das Meer oder Palmen an sich hätte, aber tagelanges rumliegen auf irgend einem Handtuch, Sonne und Hitze sind leider mit mir unkompatibel.
Wie viele andere Dinge im Leben sollte - zumindest für mich - Urlaub irgendwie produktiv sein, neue Erfahrungen, Eindrücke und neues Wissen ansammeln, Land und Leute kennenlernen, Museen besuchen, irgendwas.
Diese Einstellung hat, wie ich feststellen muss, ihre Vor- und Nachteile. Einunbestreitbarer Vorteil liegt wohl darin, dass die Pauschalurlaub-Horden, betrunkene und/oder sonnenverbrannte Touristenbanden mir erspart bleiben. Andererseits wird das Urlaub buchen und Urlaub machen zu einer logistischen und planungstechnischen Herausforderung, weil es ein Pauschalangebot für Geek-Kultururlaub leider nicht gibt.
Nach vielen Stunden Angebotsvergleich variabler "Rundreise" Angebote (sowas kommt dann meiner Vorstellung von "Land&Leute" noch am nächsten) mussten wir uns also eingestehen, dass wir mit den Mainstream-Touristenbedürfnissen einfach nicht kompatibel sind - einerseits eine befreiende Erkenntnis, andererseits ein 100%iger Anstieg der Kosten und/oder der Planungsintensität...man kann nicht alles haben...

Natürlich kann man auch ohne Pauschalangebot einen relaxten Urlaub haben - allerdings darf es dann keine so große Rolle spielen was das alles kostet, oder man muss sich Urlaubsziele aussuchen, die so günstig sind, dass man 2Wochen 5Sterne Hotel zu deutschen Jugendherbergspreisen haben kann.;) Da für uns sehr früh feststand, dass es die britischen oder irischen Inseln sein sollten, war das leider keine Alternative: Also Planung, Preise vergleichen und Angebote googlen, Multi-Tab Jonglage und ein 100faches Hoch auf die Errungenschaften des Internets!

Hier die  Vorraussetzungen für eine umfassende Urlaubsvorbereitung nach dem "Sicher-Sicher" Prinzip;):
- Reiseführer kaufen via Amazon (nicht alle Geek-Stationen sind in so einem großen Übersichtswerk zu erfassen, da hilft dann das Internet auch noch ein wenig weiter, aber ich kann die Eye-Witness Reiseführer sehr empfehlen, die sind wirklich schön gemacht!)
- Zug und Flugpreise vergleichen mit Flüge.de und TGV-europe.com (Eurostar.com geht auch, aber mit der TGV Seite kann man den Thalys von Aachen nach Brüssel gleich mitbuchen:)
- Reiseroute festlegen und Bahnkarte kaufen bei britrail.com (Bahnpässe sind super, da sollte sich die deutsche Bahn mal die eine oder andere Scheibe abschneiden!)
- Kosten für Eintrittsgelder übersichtlich halten mit dem London Pass oder dem British Heritage Pass (natürlich nur, wenn man sich dem ganzen Touri-Rummel nicht komplett entziehen will und/oder leider ein furchtbarer Geschichts-Geek ist;)
- Kosten für Übernachtungen einschränken mit hostelworld.com (auch wenn man nicht auf Gemeinschaftsschlafsäle steht - wie ich;) - kann ich das sehr empfehlen. Den 5Sterne Luxus sollte man hier aber nicht erwarten, logisch, oder?;)
- Zeit und Aufwand sparen: Stadkarten einsehen bei Google-Maps, Ankunftsbahnhöfe bei britrail.com anzeigen lassen und mit der hostelworld Kartensuche Hostels in 10Min Fußweg Radius um den Bahnhof suchen & buchen (Multi-Tabs sind großartig, man muss nur die Übersicht behalten...ich hätte gern auch Zuhause zwei Bildschrime!;)
- Freizeit Planung: Sich darauf verlassen, dass heutzutage ALLES und jeder eine Website hat. So liegen Festival-Tickets für Edinburgh und alle anderen Event-Tickets schnell und einfach im heimischen Briefkasten!

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dieser Vorbereitung, auch wenn unzählige Stunden Internet-Nutzung hineingeflossen sind. Aber so kriege ich den Geek-Urlaub, den ich immer wollte, ohne Einschränkungen durch irgendwelche Pauschaltrottel und zahle dabei nicht mal mehr - manchmal kann man eben doch (fast) alles haben!:)
Jetzt muss nur noch das Wetter im August mitspielen, dann steht dem Legen-waitforit-dary Summer Holiday UK nichts mehr im Weg!!!

08.06.2011

Die Last der Entschleunigung

Hurrah mein Internet ist zurück!

Nur falls man sich schon gefragt hat, warum plötzlich so Blogtechnisch überhaupt nichts mehr passiert: Seit einer Woche hat unser Modem den Geist aufgegeben und heute konnte dann unser Lieblingstechnikdealer (hallo K.!;) endlich für Ersatz sorgen.

Während dieser Woche - in der übrigens auch unser Fernseher einfach mal den Betrieb eingestellt hat - ist mir mal aufgefallen wie sehr man inzwischen unter Stress gerät, wenn die liebe Technik gerade nicht funktioniert - oder man selbst.
Sei es unser Fernseher, das Modem, die Gesundheit oder die Terminplanung, an allen Ecken und Enden musste ich in den letzten Wochen feststellen, dass freiwillige Pausen (siehe Sinnlosigkeitskuren;) eine Entspannung sind, ein plötzliches "nicht mehr funktionieren" aber nur Stress auslöst. Ein paar Beispiele:

Ich bin seit Jahren daran gewöhnt im Sommer weniger leistungsfähig zu sein. Zum einen bin ich extrem Wetterfühlig und solche Dinge wie +/- 15Grad in 2 Tagen, Gewitter, Schwüle und Hitze lassen gerne mal meinen Kreislauf zusammenbrechen oder die Beine anschwellen. Dazu kommen dann natürlich noch die unschönen Nebenwirkungen von massiver Allergiemedikation (wer die Rezeptfreien Pillchen aus der Apotheke kennt, denke sich dasselbe in 18facher Dosierung). Mit der erzwungenen Entschleunigung durch Sommer und Allergie bin ich also eigentlich vertraut - die Konzentration ist nicht so gegeben, Arbeit/Prüfungen/Präsentationen brauchen die doppelte Vorbereitungszeit und statt Training ist oftmals eher Sofa angesagt, bis die bunten Sternchen wieder aus dem Sichtfeld verschwinden.
Dieses Jahr habe ich allerdings das "Upgrade" kennengelernt: Repetetive Stress Syndrom in beiden Händen!
Man könnte das auch als Sekretärinnen-Krankheit bezeichnen, wenn man nach 2Wochen mit dem Sch***** noch zu Späßen aufgelegt ist.
Prinzipiell sind es einfach unheimlich fiese, ziehende, reißende Schmerzen (ähnlich der Sehnenscheidenentzündung) in beiden Handballen, vor allem beim Tippen, Schreiben und Benutzen einer Maus...
Sollte man sich also fragen warum ich unter anderem so lange nichts mehr von Nähen, Basteln, Schreibwerkstatt, Kurzgeschichten etc. erzähle: Ich musste notgedrungen sämtliche Hobbies, die mit Handbewegungen zu tun haben in den letzten drei Wochen einstellen und statt dessen jeden Tag wechselnde (rechts/links) Handbandagen tragen, um wenigstens den normalen Arbeitstag im Büro zu überleben. Das ist Zen pur eigentlich, denn wenn man es schafft sich diese Invalide-machenden Dinger gleichmütig zu Gemüte zu führen, ist man glaube ich schon ziemlich Eins...oder komatös!

Ähnlich ging es mit unserem Internet. Da ist es aus verschiedenen beruflichen Gründen (mehr dazu vielleicht demnächst) einmal nötig wirklich online erreichbar zu sein, schon beschließt die Technik den Geist aufzugeben. Und schon stellen wir fest, wie sehr wir uns daran gewöhnt haben tagtäglich online erreichbar zu sein.
Ich spreche jetzt nicht einmal von solchen Dingen wie facebook, oder farmville - ohne die kommt man schon irgendwie klar;) - aber Berufsleben, Urlaub buchen, Shopping oder auch die Suche nach der neuen Wohnung ist mal eben auf Eis gelegt, weil man nicht mehr ständig online ist. Und das erzeugt wirklich Stress, ich habe mich fast schon körperlich amputiert gefühlt.;)

Natürlich hätte es theoretisch nicht so schlimm kommen müssen - dem steigenden Modernisierungsdruck folgend, habe ich mir nämlich vor 2 Wochen tatsächlich ein "Streicheltelefon" (danke für das Wort, A.!;) gekauft, mit dem man ja theoretisch im Netz surfen kann...ABER. Zum einen ist das Emailschreiben in SMS Geschwindigkeit gewöhnungsbedürftig, aber nicht zu ändern - wenn dann aber noch dazu kommt, dass die alte SIMkarte keine schnellere Verbindung ermöglicht, als die gute alte 56k, DANN merkt man wirklich was Entschleunigung im Zeitalter des Internet so bedeutet.
Und man erkennt: Nicht nur, dass wir daran gewöhnt sind ständig online zu sein, wir sind auch nicht mehr daran gewöhnt, langsamer als DSL zu surfen. Oder vielleicht bin das nur ich, ich fand es extrem nervig 1min auf die Startseite von yahoo zu warten *grrr*...;)

Egal ob Körper oder Technik, unvorhergesehene Funktionsausfälle erzeugen Stress, Frust und manchmal ganz schön viel Langeweile (man stelle sich ein langes Wochenende vor, an dem man nicht vor die Tür kann, sich auch nicht bewegen, kein Netz UND keinen Fernseher hat...ein Glück, dass die Götter das Buch erfunden haben!!!;). Aber letztlich hilft wohl nur Akzeptanz und Anpassung, denn machen kann man ja eh nix dran...

Also hatte der Totalausfall ja vielleicht doch was Gutes und nun funzt das Netz ja zum Glück wieder, einen alten Fernseher hatten wir auch noch im Keller und die Hände tuns auch wieder besser - nicht gut, aber wenn erstmal gar nichts mehr geht, lernt man auch für kleine Verbesserungen wieder dankbar sein!:)